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Konzept: Winterwald-Tag für Kids

Moin Moosie,

heute bekommst du von mir mein Lieblings-Wintertiere Konzept. Das Konzept ist im Coyote-Teaching und FLOW-Learning Stil gehalten und für das Lernen mit allen Sinnen und für alle Lerntypen gedacht.

Winter-Waldtag „Was tun Waldtiere im Winter?“

Zielgruppe: Grundschule, 1./2. Klasse
Ort: Wald
Dauer: ca. 5 Stunden (inkl. Pausen)
Jahreszeit: Winter
Schwerpunktthema: Überwinterungsstrategien der Waldtiere
Methoden: Coyote Teaching, Flow Learning nach Joseph Cornell, Naturerlebnis-Spiele, Forscheraufträge, kreatives Gestalten, Erzählen
BNE-Bezug: SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 15 (Leben an Land), SDG 3 (Gesundheit & Wohlbefinden)

Ziele

1. Übersicht & Ziele

Bildungsziele

  • Sachkompetenz:

    • Kinder kennen Strategien von Tieren im Winter: Winterschlaf, Winterruhe, Aktivbleiben, Vogelzug.

  • Naturverbindung & Empathie:

    • Kinder entwickeln emotionale Bindung zur Tierwelt.

  • Soziale Kompetenz:

    • Kinder lernen, in Gruppen zu kooperieren.

  • Motorik & Wahrnehmung:

    • Spielerische Bewegungsübungen, die Körpergefühl und Sinne schulen.

  • Kreativität & Ausdruck:

    • Gestalten und Erzählen eigener Tiergeschichten.

  • BNE-Kompetenzen:

    • Perspektivwechsel: Wie überleben Tiere den Winter?

    • Verantwortungsbewusstsein für Natur & Lebensräume.

Material

Checkliste – Material & Ausrüstung

Für dich

  • Naturpädagogik-Rucksack (siehe deine Standardausrüstung)

  • Tierspurenkarten, Schaschlik-Spieße & Bestimmungshilfen

  • Laminierte Tierkarten

  • Lupen / Becherlupen

  • Naturmaterialien für Kreativaktion (optional vorab sammeln)

  • Erste-Hilfe-Set (outdoor)

Für die Kinder

  • Wetterfeste Kleidung, mehrere Schichten

  • Mütze, Schal, Handschuhe

  • Warme, wasserdichte Schuhe

  • Kleiner Rucksack mit Trinkflasche und Frühstück

  • Ggf. Notfallmedikamente

Elternbrief

Elternbrief (Kurzvorlage) - leichte Sprache

Betreff: Winter-Waldtag der Kita „[Name]“
Datum: [Datum]

Liebe Eltern,
am [Datum] unternehmen wir mit den Kindern einen Winter-Waldtag.
Thema: „Was tun die Waldtiere im Winter?“

Treffpunkt: [Ort] um [Uhrzeit]
Rückkehr: ca. [Uhrzeit]

Bitte geben Sie Ihrem Kind mit:

  • Wetterfeste Kleidung, Mütze, Handschuhe

  • Kleinen Rucksack mit Frühstück und Trinkflasche

  • Sitzkissen oder kleines Handtuch

  • Ggf. Notfallmedikamente

Gemeinsam werden wir den Winterwald erkunden, Spiele spielen, Tierspuren suchen und lernen, wie Tiere die kalte Jahreszeit überstehen.

Bitte teilen Sie uns vorab mit, ob es Besonderheiten (Allergien, Förderbedarf o.Ä.) bei Ihrem Kind zu beachten gibt.

Herzliche Grüße
[Dein Name]

Danach...

Mögliche Nacharbeit in der Schule

  • Gestaltung einer großen Wandcollage „Wintertiere und ihre Überwinterungsstrategien“

  • Nachspielen der Winterstrategien im Bewegungsraum

  • Eintragen der Spurenfunde in ein „Winterwald-Journal“

Ablauf

Ablauf-Tabelle – Winter-Waldtag „Was tun Waldtiere im Winter?“

Beschreibung

Phase 1 — Begrüßung & Einstieg (09:00–09:20)

Ort: Treffpunkt am Waldrand
Ziel: Ankommen, Fokus finden, Gruppengefühl stärken

Ablauf

  1. Begrüßungskreis – Kinder stehen oder sitzen im Kreis.

  2. Kurzes Ritual: Jedes Kind sagt seinen Namen + macht eine Bewegung, die für „Winter“ steht (z. B. Zittern, Schnee schaufeln, Hände reiben).

  3. Einstimmung: Kurze Erklärung, worum es heute geht:
    „Wir wollen heute entdecken, wie die Tiere im Winter leben und wie sie sich auf die kalte Zeit vorbereiten.“

Warum diese Phase wichtig ist

  • Die Kinder kommen innerlich im Wald an.

  • Sie werden in die Thematik eingeführt.

  • Durch das Bewegungsritual lösen wir mögliche Aufregung und aktivieren die Aufmerksamkeit.

BNE-Bezug:

  • SDG 3 (Gesundheit & Wohlbefinden) → Rituale schaffen Orientierung und Sicherheit.

  • SDG 4 (Hochwertige Bildung) → Einführung ins Thema durch spielerisches Erzählen.

Phase 2 — Mitmach-Traumreise Teil 1 & Eichhörnchen-Spiel Teil 1 (09:20–09:50)

„Das fleißige Eichhörnchen“ (09:20–09:35)

Ort: Sitzkreis auf dem Waldboden
Dauer: ca. 10–15 Min.
Material: Keine, nur deine Stimme

Ablauf & Textvorschlag (frei erzählbar, langsam & bildhaft, mit Pausen)

„Schließt alle kurz eure Augen… wir gehen jetzt auf eine kleine Reise.
Stellt euch vor, ihr seid kleine Eichhörnchen.

Es ist Herbst im Wald. Die Sonne scheint durch die bunten Blätter und ihr spürt, wie der Wind eure Ohren kitzelt.

Ihr springt flink von Ast zu Ast, sucht leckere Nüsse, Bucheckern und Eicheln. (→ Kinder machen kleine Sprünge wie Eichhörnchen.)

Ihr findet eine Nuss! Ihr nehmt sie in eure kleinen Pfötchen, knabbert kurz daran… nein, die wird versteckt!

Ihr flitzt über den Waldboden und sucht den perfekten Platz.
Hier… unter diesem Moos! Ihr buddelt mit euren kleinen Krallen, versteckt die Nuss und wisst: Im Winter kommt ihr wieder zurück.

Noch eine Nuss, und noch eine, und noch eine…

Spürt, wie euer Herz klopft, wie schnell ihr lauft, wie der Herbstwind durch euer Fell weht.

Und dann – puh, geschafft. Der Winter kann kommen…“

Übergang:
„Jetzt dürft ihr gleich selbst echte Eichhörnchen sein und eure Nüsse im Wald verstecken.“

Eichhörnchen-Spiel Teil 1: „Nüsse verstecken“ (09:35–09:45)

Ort: Abgegrenztes Waldstück
Material:

  • Ca. 80–100 „Nüsse“ (Tannenzapfen, Haselnüsse, Kastanien) oder selbst sammeln lassen

Ablauf:

  • Jedes Kind bekommt 4-5 „Nüsse“ oder sammelt sie selbst.

  • Sie verstecken ihre Vorräte einzeln an geheimen Orten im Wald.

  • Regel: Keine Nüsse direkt nebeneinander legen → muss echt „geheim“ sein.

  • Danach kommen alle wieder zum Treffpunkt zurück.

Lernziel: Spielerisches Eintauchen in das Thema Sammelverhalten der Eichhörnchen → Verknüpfung von Bewegung, Wahrnehmung und Biologie.

Phase 3 — Forscherauftrag I: „Tierspuren entdecken“ (09:50–10:20)

Ort: Rundgang durch den Wald
Ziel: Wahrnehmung schärfen, Naturzusammenhänge entdecken

Ablauf

  1. Kinder gehen in kleinen Gruppen von 3–4 Kindern los.

  2. Jede Gruppe bekommt eine Forscherlupe, Schaschlik-Spieße und eine Spurenkarte (laminiert).

  3. Auftrag: Sucht Spuren von Tieren → Trittsiegel, Fraßspuren, Nester, Baue, Federn oder Losungen und markiert sich mit einem Spieß. (Daneben stecken, wenn es geht)

  4. Nach ca. 10 Minuten kommt die Gruppe zusammen. Die Kinder zeigen, was sie entdeckt haben. Rundgang zu den Fundstellen.

Impulsfragen

  • „Welche Tiere leben hier?“

  • „Was verraten uns diese Spuren?“

  • „Wie schaffen sie es, im Winter Futter zu finden?“

Warum diese Phase wichtig ist

  • Fördert Selbstwirksamkeit → Kinder entdecken selbst, statt belehrt zu werden.

  • Verbindet Naturwissen mit Erfahrungslernen.

  • Unterstützt das forschende Lernen nach dem Coyote-Prinzip.

BNE-Bezug:

  • SDG 4 (Bildung) → Kinder erschließen sich Naturwissen selbst.

  • SDG 15 (Leben an Land) → Bewusstsein für Biodiversität.

Phase 4 — Frühstückspause (10:10–10:25)

Ort: Sitzkreis auf Isomatten oder Sitzkissen
Ziel: Wärme, Stärkung, Ruhe finden

Ablauf

  • Kinder setzen sich in einen Kreis, nehmen ihre Sitzkissen.

  • Gemeinsames Frühstück, gerne mit warmem Tee.

  • Kurze Atemübung zum Runterkommen: „Wir atmen kalte Winterluft tief ein und warme, weiche Luft wieder aus.“

Warum diese Phase wichtig ist

  • Kinder tanken Energie für den weiteren Vormittag.

  • Bewusst geplante Ruhepausen verhindern Überlastung.

  • Rituale schaffen Geborgenheit.

BNE-Bezug:

  • SDG 3 (Gesundheit & Wohlbefinden) → Gesunde Pausenkultur.

Phase 5 — Mitmach-Traumreise Teil 2 & Eichhörnchen-Spiel Teil 2 (10:25–10:45)

„Winter im Eichhörnchenwald“ (10:25–10:35)

Ort: Sitzkreis
Dauer: ca. 5–7 Min.

„Jetzt ist Winter im Wald. Der Schnee glitzert auf den Ästen und ihr kleinen Eichhörnchen habt Hunger.

Ihr erinnert euch an eure versteckten Nüsse.
Aber… ohje! Wo waren die nochmal?
Ihr springt durch den Schnee, schnuppert, sucht, klettert, schaut unter Moos, unter Blätterhaufen, zwischen Wurzeln…
Manchmal findet ihr eure Vorräte wieder, aber manche sind verschwunden.

Kommt, wir gehen jetzt gemeinsam auf die Suche! Versuch mal deine Nüsse wieder zu finden.“

Eichhörnchen-Spiel Teil 2: „Nüsse wiederfinden“ (10:35–10:45)

  • Die Kinder suchen ihre versteckten Nüsse.

  • Natürlich werden nicht alle gefunden → genau so passiert es auch in der Natur.

Anschließendes Gespräch (kurze Reflexion):

  • „Was passiert mit den Nüssen, die vergessen wurden?“ —> Superhelden-Hörnchen

  • Erkläre, dass diese im Boden liegen bleiben und im Frühling neue Bäume wachsen → Eichhörnchen helfen dem Wald beim Aufforsten.

BNE-Bezug:

  • SDG 15 – Leben an Land: Verständnis von Zusammenhängen im Ökosystem.

  • SDG 4 – Bildung: Selbst erleben, wie Naturkreisläufe funktionieren.

Warum diese Methode so gut wirkt

  • Coyote Teaching: Kinder entdecken selbst, dass vergessene Nüsse → neue Bäume bedeuten.

  • Flow Learning:

    • Begeisterung & Energieaufbau durch Bewegung.

    • Fokussierte Aufmerksamkeit in der Traumreise.

    • Tiefe Naturverbindung durch eigenes Handeln.

  • Ganzheitliches Lernen: Kognition, Emotion, Körper & Kreativität werden verknüpft.

Materialien für die Eichhörnchen-Aktion

  • 80–100 „Nüsse“ (Zapfen, Kastanien oder Haselnüsse), können die Kids selbst sammeln oder mitgebracht werden

  • Sitzkissen

Nacharbeit in der Schule

  • Naturkreislauf-Collage: Bilder von Eichhörnchen, Bäumen, Nüssen → gemeinsam Kreislauf legen.

  • Tiermasken gestalten: Eichhörnchenmasken für Rollenspiele.

  • Beobachtungsjournal: Kinder malen ihre versteckten Nüsse und was damit passiert.

Phase 6 — Forscherauftrag II: „Winterquartiere bauen“ (10:50–11:20)

Ort: Waldrand oder Lichtung
Ziel: Naturkreisläufe verstehen und praktisch erleben, Phantasie nutzen

Ablauf

  1. Einstiegsgespräch:
    „Nicht alle Tiere können ihre eigenen Winterquartiere bauen. Manche finden sie nicht. Heute helfen wir den kleinen Tieren!“

  2. Kinder bilden Teams (4–5 Kinder).

  3. Auftrag: Baut Winterhöhlen oder Unterschlüpfe für Igel, Insekten oder kleine Mäuse.

    • Materialien: Äste, Moos, Blätter, Zapfen.

    • Keine lebenden Pflanzen ausreißen!

  1. Abschlussrunde: Die Teams zeigen sich gegenseitig ihre Werke.

Warum diese Phase wichtig ist

  • Kinder setzen das Gelernte praktisch um.

  • Fördert Teamarbeit, Kreativität und Umweltbewusstsein.

  • Verbindet emotionale Naturbindung mit handlungsorientiertem Naturschutz.

BNE-Bezug:

  • SDG 15 (Leben an Land) → Schutz und Verständnis für Lebensräume.

  • SDG 4 (Bildung) → Lernen durch aktives Tun.

Phase 7 — Anschleichspiel „Fuchs und Maus“ (11:20–11:45)

Ort: Ruhige Waldlichtung oder ein abgestecktes Waldstück
Ziel: Schulung von Aufmerksamkeit, Körperwahrnehmung, Lautlosigkeit und Konzentration; spielerisches Erleben von Beutegreifer-Beutetier-Dynamiken

Ablauf

Vorbereitung

  • Wähle eine ruhige, ebene Stelle im Wald, die gut überschaubar ist.

  • Markiere mit Seilen, Naturmaterialien oder kleinen Holzstücken ein Kreisgebiet (ca. 5–6 m Durchmesser).

  • Die Kinder setzen sich am Rand des Spielfelds, damit sie die Regeln gut hören: Besprechen wie Füchse jagen (schleichen), Mäuselsprung hier NICHT, sondern nur tippen auf Schulter (wegen erschrecken).

Regeln & Rollen

  1. Alle Kinder stehen außen im Kreis und sind Füchse.

  2. Drei Kinder stehen in der Mitte des Kreises mit geschlossenen oder verbundenen Augen und  sind Mäuse.

  3. Die Füchse versuchen, lautlos an die Maus heranzuschleichen und sie sanft an der Schulter zu berühren.

  4. Die Mäuse hören supergut zu! Sobald sie ein Geräusch hören, zeigt sie mit dem Finger in die Richtung, aus der sie glauben, dass der Fuchs kommt.

  5. Wenn die jeweilige Maus richtig liegt → der Fuchs geht zurück an den Start und versucht es erneut.

  6. Wenn der Fuchs es schafft, die Maus zu berühren, bevor sie ihn bemerkt → Rollenwechsel!

Impulsfragen danach

  • „Wie hast du dich als Fuchs gefühlt?“

  • „Was hast du als Maus gehört?“

  • „Warum müssen Füchse im Winter besonders leise sein?“

  • „Was würde passieren, wenn der Fuchs im Schnee zu laut wäre?“

Warum diese Phase wichtig ist

  • Wahrnehmung & Konzentration: Kinder trainieren ihre Hörfähigkeit und ihre Fähigkeit, Geräusche zu unterscheiden.

  • Naturverbindung: Sie schlüpfen in die Rolle der Tiere und verstehen spielerisch deren Überlebensstrategien.

  • Motorische Schulung: Leises Gehen, Körperkontrolle und Gleichgewicht werden trainiert.

  • Coyote Teaching: Die Kinder entdecken, dass Stille, Achtsamkeit und Lauschen wichtige Fähigkeiten in der Natur sind.

BNE-Bezug

  • SDG 4 – Hochwertige Bildung: Fördert sinnliche Wahrnehmung und Selbstwirksamkeit.

  • SDG 15 – Leben an Land: Verständnis für Raubtier-Beute-Beziehungen und ökologische Zusammenhänge.

  • SDG 3 – Gesundheit & Wohlbefinden: Bewegung, Spiel und Naturerleben steigern das Wohlbefinden.

Tipps für die Umsetzung

  • Ruhige Atmosphäre schaffen: Vor dem Spiel kurz innehalten und gemeinsam „lauschen“, um die Sinne zu schärfen.

  • Schwierigkeit anpassen:

    • Für jüngere Kinder → kleineres Spielfeld, Fuchs darf näher starten.

    • Für ältere Kinder → größeres Spielfeld, mehr Abstand für den Fuchs.

  • Positive Verstärkung: Betone nicht das „Fangen“, sondern das Anschleichen und Hören.

  • Sanfter Umgang: Keine hektischen Bewegungen oder plötzliches Erschrecken → Sicherheit geht vor.

Begründung für die Integration

Das Spiel passt perfekt an diese Stelle des Tagesplans, weil die Kinder nach dem Winterquartier-Bauen eine aktive, aber fokussierte Bewegungsphase brauchen. Statt lautes Rennen trainieren sie hier Stille, Achtsamkeit und feine Wahrnehmung – das sorgt für einen guten Energieausgleich und eine entspannte Überleitung in die Mittagspause.

Phase 8 — Mittagspause (11:50–12:20)

Ort: Sitzkreis
Ziel: Erholung, Wärmen, neue Energie, freies Spiel

Ablauf

  • Kinder essen ihr mitgebrachtes Mittagessen.

  • Wärmender Tee und kleine Geschichten über Tiere im Winter.

  • Kurze Ruhephase: Kinder legen sich kurz auf ihre Sitzkissen und lauschen den Waldgeräuschen oder dürfen frei spielen.

Phase 9 – „Simon sagt – Wintertiere“ (12:25 – 12:40)

Ort: Offene Waldlichtung oder Waldweg
Ziel: Bewegtes Lernen über das Überwinterungsverhalten von Tieren, Förderung von Aufmerksamkeit, Kreativität, Gemeinschaft und Wissenstransfer

Ablauf

Vorbereitung

  • Vor dem Spiel setzen sich alle Kinder im Kreis.

  • Du zeigst die Tierkarten (z. B. Zugvogel, Reh, Igel, Eichhörnchen, Fuchs).

  • Gemeinsam sprecht ihr kurz darüber, was jedes Tier im Winter macht.

    • Igel → fällt in Winterschlaf

    • Zugvogel → fliegt in den Süden

    • Reh → bewegt sich sparsam, sucht energiereiches Futter

    • Eichhörnchen → schläft nicht, sondern sucht im Winter seine Nüsse, hüpfend

    • Fuchs → jagt weiterhin leise nach Beute, Mäuselsprung machen

  • Kinderideen einbeziehen: Fragt, wie sich die Tiere bewegen, was sie essen oder wie sie schlafen. Die Kinder dürfen eigene Bewegungen vorschlagen – so entsteht Co-Kreation.

Regeln & Durchführung

  1. Eine Spielleitung (du oder ein Kind) steht vorne und gibt Kommandos, z. B.:

    • „Simon sagt Igel!“ → Alle Kinder legen sich auf den Boden, rollen sich zusammen und „schlafen“.

    • „Simon sagt Zugvogel!“ → Alle breiten die Arme aus und flattern durch den Wald.

    • „Simon sagt Reh!“ → Alle schleichen vorsichtig umher, bleiben ab und zu stehen und „knabbern“ an imaginären Knospen.

    • „Simon sagt Eichhörnchen!“ → Alle hocken sich hin hüpfen und scharren am Boden.

    • „Simon sagt Fuchs!“ → Alle gehen auf Zehenspitzen und schleichen leise, machen Mäuselsprung.

  1. Wichtig: Nur wenn der Satz mit „Simon sagt“ beginnt, wird die Bewegung ausgeführt.
    Wenn nicht → alle müssen still (eingefroren) stehen bleiben.
    Beispiel: „Reh!“ ohne „Simon sagt“ → wer sich bewegt, scheidet aus oder bekommt ein „lustiges Tiergeräusch“ zur “Strafe”.

  2. Nach einigen Runden darf ein Kind die Rolle der Spielleitung übernehmen.

Variation & Ideen

  • Ihr könnt die Spielgeschwindigkeit variieren → schnelle oder langsame Runden.

  • Statt einer „Ausscheidungsrunde“ könnt ihr es als Mitmachspiel gestalten, bei dem niemand rausfliegt → ideal für jüngere Kinder. —> alle, die “rausfliegen” werden Schnecken und kriechen schleimig langsam kreuz und quer durch die anderen Kinder zur Ablenkung.

  • Nutze die Tierkarten beim Ansagen, damit die Kinder zusätzlich eine visuelle Unterstützung haben.

Reflexion danach

Kurze Gesprächsrunde im Kreis:

  • „Welches Tier fandet ihr am lustigsten?“

  • „Welches Tier hat es im Winter am schwersten?“

  • „Was passiert, wenn wir den Tieren keine Rückzugsorte lassen?“

  • „Was können wir Menschen tun, damit Tiere den Winter gut überstehen?“

Warum diese Phase wichtig ist

  • Bewegtes Lernen: Wissen über Winterstrategien wird spielerisch vermittelt und bleibt besser im Gedächtnis.

  • Partizipation: Kinder gestalten Bewegungen aktiv mit → fördert Kreativität & Selbstwirksamkeit.

  • Aufmerksamkeit & Impulskontrolle: Durch die „Simon sagt“-Regel wird Zuhören trainiert.

  • Ganzheitliches Lernen: Verbindung von Bewegung, Sprache, Wahrnehmung und Naturwissen.

BNE-Bezug

  • SDG 4 – Hochwertige Bildung: Spielerische Wissensvermittlung, die nachhaltiges Lernen fördert.

  • SDG 15 – Leben an Land: Verständnis für die Winterstrategien von Tieren und deren Lebensräume.

  • SDG 13 – Klimaschutz: Indirekt thematisierbar, wenn über Futterknappheit oder veränderte Überwinterungsbedingungen gesprochen wird.

Tipps zur Umsetzung

  • Plane genügend Platz ein, damit Kinder sich frei bewegen können.

  • Halte die Bewegungen einfach & nachvollziehbar → altersgerecht für 4- bis 6-Jährige.

  • Integriere die Kinder, indem sie selbst Tiere und Bewegungen vorschlagen → steigert Motivation & Identifikation.

  • Tierkarten helfen Kindern, das Tier visuell zu erkennen und die Bewegung besser abzuspeichern.

Begründung für die Integration

Diese Phase passt hervorragend nach der Mittagspause, weil die Kinder ihre Energie wieder loswerden können, Wissen vertiefen und alle Sinne aktiviert werden.
Es verbindet Naturwissen, Bewegung und Spiel – ein typisches Element aus dem Coyote Teaching und Flow Learning.

Phase 10 — Kreativaktion: „Spur-Mandalas“ (12:40–13:00)

Ort: Ruhige Lichtung
Ziel: Kreativität, Ausdruck, Vertiefung des Gelernten

Spur-Mandalas

  • Kinder sammeln Naturmaterialien (Zapfen, Blätter, Steine, Samen).

  • In Gruppen legen sie ein großes Mandala als „Winterbild“.

  • Mandala wird gemeinsam betrachtet, dann im Wald belassen → Natur bleibt Natur.

Warum diese Phase wichtig ist

  • Kreativität verstärkt die emotionale Naturbindung.

  • Ideal für Kinder, die visuell oder haptisch lernen.

  • Verknüpft Kunst mit Naturpädagogik.

BNE-Bezug:

  • SDG 4 (Bildung) → Ausdrucksformen fördern.

  • SDG 15 (Leben an Land) → Wertschätzung für Naturmaterialien.

Phase 11 — Abschlusskreis (13:00–14:30), ab 14:30 freies Spiel und Rückweg

Ort: Treffpunkt am Waldrand
Ziel: Tagesabschluss, Reflexion, Übergang zurück in den Alltag

Ablauf

  1. Reflexionsrunde: Jedes Kind zeigt mit einer Bewegung oder einem Wort, was ihm am besten gefallen hat.

  2. Ritual „Wintergruß“: Alle pusten einen unsichtbaren Schneeball in die Luft.

  3. Kurzes Lied oder Reim:
    „Winter, Winter, still und leis’,
    bring uns Schnee und bring uns Eis.
    Tiere schlafen, Tiere ruh’n,
    wir sagen tschüss – und das war’s nun!“

  4. Rückweg gemeinsam zur Schule/Treffpunkt.

Warum diese Phase wichtig ist

  • Kinder verarbeiten ihre Erlebnisse.

  • Abschlussrituale geben Sicherheit und runden den Tag ab.

  • Die emotionale Verbindung zum Thema wird gestärkt.

Nächste Schritte in der Schule (Nacharbeit)

  • Collage „Wer macht was im Winter?“ → Tiere und Überwinterungsstrategien zusammenstellen.

  • Eichhörnchen-Masken fertigstellen und Rollenspiele durchführen.

  • Kurze Wiederholung des Themas mit Bildern, Geschichten oder Naturmaterialien.

  • Einrichtung einer kleinen „Wintertier-Forscherecke“ mit Lupen, Zapfen, Spurenkarten.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Winterabenteuer mit euren Kiddie-Gruppen. Meldet gerne mal zurück was gut geklappt hat und ob ihr etwas verändert habt.

Tópico Waldpädagogik

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