Liebe alle und alle anderen,
wie schön, dass ihr den Newsletter gefunden habt! Vielleicht habt ihr ihn sogar schon abonniert. Vielleicht wollt ihr aber auch erstmal wissen, was euch hier erwartet.
Also: Ich berichte hier über vergangene und noch stattfindende Lesungen, Workshops, Ausstellungen etc. und weise auf neue Texte hin, die auf meiner Webseite oder in anderen Medien veröffentlicht wurden. Das findet ihr alles auch auf der Webseite. Darüber hinaus gibt es als unwiderstehlichen Anreiz fürs Abo in jedem Newsletter einen richtigen Text, den man bisher nirgendwo sonst im Internet oder gedruckt findet. Also, hier der Button:
Außerdem möchte ich in jeder Mail mindestens eine geile Sache empfehlen, z. B. eine Veranstaltung, eine Autor*in, ein Buch oder eine Initiative. Hauptsache, es ist gut, hat auf irgendeiner Ebene mit Schreiben oder anderer Kunst zu tun und leidet an mangelnder Aufmerksamkeit. (Empfehlt mir auch gerne geile Sachen, damit ich sie weiterempfehlen kann!)
Wie ihr merkt, schreibe ich im Plural, da ich den newsletterüblichen Versuch, die Illusion einer personalisierten Nachricht zu erzeugen, billig finde und es sich unverhältnismäßig nah anfühlt, an ein Du zu schreiben, das ich vielleicht gar nicht kenne. Ich persönlich habe auch lieber das Gefühl, Teil eines Publikums zu sein als alleine mit einem Newsletterschreiber in einem Raum zu sitzen. Wie dem auch sei: Ich freue mich, dass ihr hergefunden habt, freue mich über Leser*innen und auch über Rückmeldungen.
Dann fangen wir mal an.
Was bisher geschah
Gedichte bei Pigeon Publishing veröffentlicht
Die vor knapp zwei Jahren gegründete Online-Literaturzeitschrift Pigeon Publishing, die von mir das Prädikat geil erhält (siehe unten), hat vier meiner Gedichte veröffentlicht (Abre numa nova janela).
Ausstellung Too young to die old hat begonnen

Vom 16. bis zum 30. November veranstaltet nullachtsechzehn seine vierte Ausstellung. Siebzehn andere Künstler*innen und ich tragen Bilder, Installationen, Filme, Texte und Musik bei. Neben gepflegtem Wände-Anschauen können sich Besucher*innen in partizipativen Elementen und Workshops auch selbst in die Ausstellung einschreiben. Mehr dazu findet ihr auf meinem Blog (Abre numa nova janela) und bei Instagram (Abre numa nova janela).
Die Zukunft
Ausstellung Too young to die old wird enden

Neben den normalen Ausstellungszeiten wird es am 29. November eine Finissage mit Musik (Abre numa nova janela) und der Präsentation von in Workshops entstandenen Werken geben. Bis dahin können Besucher*innen die ausgestellten Texte analog mit Filzstift kommentieren, was einige wenige schon bei der Eröffnung getan haben. Ich bin gespannt, was da noch kommt und werde berichten (außer die Kommentare sind langweilig).
Artikel im Dishwasher
Für das (Anti-)Klassismus-Magazin Dishwasher habe ich einen Artikel zum Thema Sprache und akademischer Aufstieg beziehungsweise zur Sprachverwendung in unterschiedlichen Milieus geschrieben. Der Text wird Teil der neunten Ausgabe sein, die in den nächsten Wochen erscheint. Wenn es so weit ist, könnt ihr das Heft hier (Abre numa nova janela) bestellen. Bis dahin könnt ihr dem Dishwasher bei Instagram (Abre numa nova janela) oder Facebook (Abre numa nova janela) folgen.
Die Herzen weit
Der exklusive und euch über alle ordinären Blog-Leser*innen erhebende Text ist in diesem ersten Newsletter ein Gedicht, das ich für die letztjährige Ausstellung An Weihnachten ist alles gut (Abre numa nova janela) geschrieben habe:
Der letzte Baum
sagt Vater stolz
das Essen schweigt
die Mutter weint.
Eine Schneeflocke
schmilzt am Fenster
musst du immer
so schwul sein
fragt Opa
was sollen denn die Nazis denken.
Michael Bublé schnipst
beschwingt
das Essen schweigt
die Mutter weint.
An Weihnachten sollen die
anderen auch mal was
zu Essen haben
sagt Vater und schickt eine
SMS mit dem Stichwort
ICHBINEINGUTERMENSCH
an die 1234 und da
ist er schon ein wenig gerührt
die Mutter holt noch die Soße
der Vater weint.
Ein kontrollierter Brand
auf dem Beistelltisch. Ich
habe ja gar nichts dagegen
sagt Opa
aber muss das immer so öffentlich
ich frag ja nur.
Die Soße angekommen alle
fassen sich an den Händen Vater
zählt bis drei und dann muss
alles sitzen neunstimmig brüllen wir
NACH DEN FEIERTAGEN
MÜSSEN DANN ABER DIE PFUNDE!!
PURZELN!!! WIR SIND ALLE IMMER UND
ÜBERALL VIEL ZU FETT VOR ALLEM
ICH ACH QUATSCH DU DOCH NICHT
WEIHNACHTSSPECK
WEIHNACHTSSPECK
WEIHNACHTSSPECK
DOCH GERADE ICH ABER
AN WEIHNACHTEN IST DAS MAL
ERLAUBT AN WEIHNACHTEN
GÖNNEN AN WEIHNACHTEN DARF
MAN MAL EINMAL IM JAHR
IST DAS OKAY ABER NÄCHSTES JAHR
NÄCHSTES JAHR WIRD ALLES
ANDERS ALLES ANDERS
NÄCHSTES JAHR AMEN.
Auch geil: Pigeon Publishing
Apropos Gedichte: Ich möchte – nicht nur, weil meine Texte dort veröffentlicht wurden! – kundtun, dass das seit gut zwei Jahren existierende Online-Literaturmagazin Pigeon Publishing (Abre numa nova janela) inhaltlich und grafisch eine Wohltat ist.
Inhaltlich muss man vor allem hervorheben, dass Pigeon Publishing eine der wenigen Veröffentlichungen ist, die den in Sachen Lyrik sehr häufig vernachlässigten Zwischenraum zwischen akademisch/hermetisch/substanzlos/abgehoben auf der einen und plump/reimt sich auf der anderen Seite bedient.
Grafisch ist es eine der sehr raren Webseiten, die nachvollziehbar aufgebaut ist und ästhetisch anspricht und schnell lädt. Selbst das Newsletter-Pop-Up ist so hübsch, dass es nur ein klein wenig nervt.
Man merkt außerdem, dass Charlotte und Jonas, den beiden, die Pigeon Publishing betreiben, ein wertschätzender Umgang mit ihren Autor*innen wirklich wichtig ist. Und: Tauben sind cool. In diesem Sinne: kann man mal reinschauen.
Liebe & Grüße
Bastian