
Ich habe mit einem meiner Schüler
eine ewig wiederkehrende Diskussion
Er sagt, das Problem in unserer Welt ist,
dass mehr Wert auf Gefühle als auf Logik gelegt wird
Ich hingegen sage,
dass Gefühle in unserer Welt
immer noch viel zu kurz kommen
Ich dachte immer,
wir vertreten gegensätzliche Standpunkte
Heute wird mir klar, vielleicht ist das gar nicht so
Kurzer Nebenplot
Bis etwa zu meinem 25. Lebensjahr war ich der Ansicht
Logik ist das einzig Wahre
Gefühle sind etwas für Weicheier und müssen um jeden Preis kontrolliert werden
War ich zu der Zeit rational und logisch?
Absolut nicht!
Aber ich dachte es
Wie viele
Das Problem unserer Zeit ist meines Erachtens,
dass wir Logik und Rationalität predigen,
während unser Verhalten durchsetzt ist von emotionaler Dysregulation
Angst, Wut, Ekel, Scham
Jeder Versuch, Emotionen zu verdrängen, um rational zu erscheinen
macht uns unbewusst noch irrationaler
Wenn wir unser Herz unter den Bodendielen verstecken
Schlägt es nur noch wilder
Und bringt uns um den Verstand
Wenn ich sage, unsere Welt hat nicht genug Gefühl
Geht es nicht darum, Emotionen den Vorrang über Logik zu geben
Sondern unsere Gefühle zuzulassen
Zu erlauben, was gefühlt werden will
Es zu regulieren, zu beruhigen
Und DANN eine Entscheidung zu treffen
Mit Herz und Verstand im Einklang
Wer sein Herz ignoriert
Kann nicht bei klarem Verstand sein
ABER es geht AUCH um mehr Herz bei unseren Entscheidungen
Viele der vermeintlich rationalen politischen Entscheidungen
Erfolgen aus einem Herzen,
das zu kalt ist,
sich zu fragen,
wie wir uns fühlen würden, wenn wir die Betroffenen wären
Empathie braucht Perspektivwechsel
Wenn Effizienz jegliche Menschlichkeit verdrängt
dann sind wir bereits die KI
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit ❤️
Wie sieht es mit eurer Emotionsregulation aus?
Wie oft denkt ihr im Nachhinein… Shit, das hätte ich mal besser nicht gesagt, weil es schon wieder einfach so rausgeplatzt ist?
Im Bild zu sehen: Ein Jan, der sich gleich auf einem Kamel abpackt, wenn er nicht gehalten worden wäre!