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“Amor Fati” Die Liebe zum eigenen Weg

Viele kommen irgendwann an einen Punkt im Leben, an dem sie sich fragen: “Was wäre, wenn ich damals anders entschieden hätte?”

Ein anderer Partner, ein anderer Beruf, ein anderer Weg..

Manche bereuen rückwirkend Entscheidungen, von denen sie glauben sie hätten sie im Leben behindert. Nietzsche forderte jedoch auf, sein Leben so zu leben, dass man bereit wäre, es unendlich oft zu wiederholen, mit allem was dazu gehört.

“Amor Fati” nicht nur das Leben zu akzeptieren, sondern es zu lieben.

Nietzsche verknüpfte es mit der Vorstellung der ewigen Wiederkehr. Stell dir vor, jemand würde dir diese Wiederkehr ermöglichen, das selbe Leben mit all den Höhen und Tiefen, würdest du es als Geschenk annehmen oder als Fluch?

Welche Entscheidung würdest du immer wieder treffen wollen und welche nicht? Und wenn nicht: Hätte sie wirklich nur negative Folgen oder brachte es auch Gutes hervor?

Nehmen wir eine gescheiterte Ehe. Mancher mag bereuen, jemals diesen Partner geheiratet zu haben, aber was wenn daraus Kinder entstanden sind? Würde man diese Entscheidung opfern, wenn man wüsste, dass es diese Kinder sonst nicht gäbe?

Ich habe lange bereut, kein Abitur gemacht und studiert zu haben. Doch im Rückblick haben mich diese “falschen Entscheidungen” auf den Weg gebracht, der zu meiner Familie führte und zu dem was ich jetzt mache.

Auch eine abgebrochene Ausbildung zur Rettungsassistentin, erschien damals als Fehler, aber auch dieser Fehler führte mich langfristig zum richtigen Weg.

Heute weiß ich, auch die scheinbar falschen Entscheidungen waren im Grunde die richtigen. Nicht trotz ihrer Konsequenzen, sondern genau wegen ihnen.

Bianka Seredinski-Holzner

Zwischenraumtexte 2025

Tópico Denken und Bewusstsein