Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Ich möchte diese Woche mit etwas Positivem starten. Nachdem es zuletzt aus den USA auch in diesem Newsletter kaum mehr gute Nachrichten gab, ist der gestrige Auftritt des puertoricanischen Superstars Bad Bunny beim 60. Superbowl-Finale für mich so etwas wie ein Lichtblick. Es ist in Zeiten von Trumps rassistischer und menschenfeindlicher Einwanderungspolitik keine Selbstverständlichkeit, dass bei einem der wohl wichtigsten US-amerikanischen Großevents ein Star auftritt, der nur Spanisch singt und klare politische Signale für Vielfalt und gegen den US-Präsidenten aussendet.
Der wiederum zeigt sich naturgemäß von der Halbzeitshow erzürnt und schimpft in den Sozialen Medien darüber.
https://youtu.be/G6FuWd4wNd8?si=VXFKiT8KgkhwVWlV (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Bad Bunny ist das egal, er ist einer der momentan am häufigsten gestreamten Künstler*innen weltweit und hat soeben für sein Album Debí tirar más foto den Grammy bekommen (der erste Grammy für ein vollständig auf Spanisch gesungenes Werk). Bei seiner aktuellen Welttournee spart der 31-Jährige die USA fast komplett aus – bis auf sein Heimatland Puerto Rico, wo er für 30 Termine in die Hauptstadt San Juan kommen wird. Mehr über Benito Antonio Martínez Ocasio aka Bad Bunny in einem Portrait im Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Außerdem geht es heute um die Volksbefragung zur Wehrpflicht, um die Präsidentenwahl in Portugal und einen weiteren Femizid in Österreich.

Volksbefragung zur Wehrpflicht sorgt für Knatsch in der Regierung
Die von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) angekündigte Volksbefragung über eine Verlängerung der Wehrpflicht sorgt weiter für Unstimmigkeiten in der Regierungskoalition, wie das Ö1-Morgenjournal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) heute berichtet. Stocker hat am Wochenende einmal mehr im Alleingang angekündigt, dass die Volksbefragung sich nicht um die Frage drehen soll, ob es zu einer Verlängerung der Wehrpflicht kommt, sondern welches Modell bei der Verlängerung angewandt werden soll.
Damit nimmt Stocker den Verhandlungen mit seinen Koalitionspartnern SPÖ und NEOS vorweg, dass der Wehrdienst in jedem Fall verlängert wird. Die NEOS sind klar gegen eine Volksbefragung zu der Frage, die Politik solle eine Entscheidung treffen; und auch die SPÖ zeigt sich nicht begeistert über die Vorgehensweise des Bundeskanzlers, wie der Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet. Nach einer Zeit großer Einigkeit in der Regierung scheint es damit wieder einmal einen größeren internen Knatsch zu geben.

Sozialist gewinnt Wahl in Portugal
„Nüchtern, dialogorientiert und klar proeuropäisch“: So beschreibt das RND (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) den gemäßigten Sozialisten António José Seguro. Der 63-Jährige hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Portugal mit rund 67 Prozent der Stimmen gewonnen. Er setzte sich gegen den Rechtspopulisten André Ventura durch, der knapp ein Drittel der Wähler*innen von sich überzeugte – ein Hinweis darauf, dass die Rechtspopulisten trotz der Niederlage weiter an Bedeutung in Portugal gewinnen. Seguro folgt auf den konservativen Amtsinhaber Marcelo Rebelo de Sousa, der nach zwei Legislaturperioden nicht erneut antreten durfte. Es berichtet der Spiegel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
In Portugal leben etwa 10,7 Millionen Menschen. Der Präsident wird alle fünf Jahre direkt gewählt und hat politischen Einfluss, ohne selbst zu regieren. Die Tagespolitik macht die Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten, das Parlament beschließt die Gesetze. Der Präsident ernennt den Ministerpräsidenten, kann Gesetze zurückweisen und in Krisen das Parlament auflösen. Der konservative Ministerpräsident Luís Montenegro gratulierte Seguro zum Wahlsieg und zeigte sich zuversichtlich, gut mit dem neuen Präsidenten zusammenzuarbeiten. (Luzia Geier)

EU fordert Meta auf, auch andere KI in Whatsapp zuzulassen
Die EU und die US-Tech-Konzerne sind spätestens seit den Regulierungsgesetzen Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA) keine großen Freundinnen mehr. Heute weist die EU-Kommission einmal mehr die Facebook-Mutter Meta in die Schranken. Sollte Meta weiterhin andere KI-Anbieter aus der Messenger-App Whatsapp ausschließen, gäbe es Konsequenzen, etwa eine formale Anordnung zur Änderung und die Verhängung von Bußgeldern bei Nichtbeachtung. Die EU sieht durch den Ausschluss das Wettbewerbsrecht untergraben, kleinere KI-Anbieter könnten dadurch aus dem Markt gedrängt werden.
Erst im Herbst hat Meta die Geschäftsbedingungen für die WhatsApp-Unternehmensfunktionen geändert und damit Firmen, deren Hauptgeschäft die künstliche Intelligenz selbst ist, von der Nutzung ausgeschlossen. Einen guten Überblick über aktuelle Maßnahmen und Strafen der EU gegen weitere Tech-Konzerne wie Google, Apple oder X liefert Euronews (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Beate Meinl-Reisinger im persönlichen Interview
Das Monatsmagazin Datum hat Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger zu einem persönlichen Interview getroffen. Es geht um das Leben in unsicheren Zeiten, diplomatisches Geschick einer Nicht-Diplomatin und Spione in Wien.
https://datum.at/ich-bin-keine-gelernte-diplomatin-das-ist-jetzt-ein-vorteil/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Aus dem Archiv: „Ich habe mir das Sterben irgendwie unwürdiger vorgestellt“
Krautreporter hat sich 2024 näher mit dem Tod und dem Sterben auseinandergesetzt. Sieben Angehörige erzählen Geschichten darüber. Sie zeigen: Du kannst beeinflussen, wie du mit dem Tod umgehst.
https://krautreporter.de/leben-und-lieben/5570-ich-habe-mir-das-sterben-irgendwie-unwurdiger-vorgestellt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Österreich und die koloniale Infrastruktur
Österreich habe ja nichts mit dem Kolonialismus am Hut, die Habsburger hatten keine eigenen Kolonien, lautet eine gängige Erzählung. Dass es aber sehr wohl österreichische Akteur*innen gab, die maßgeblich den Aufbau kolonialer Infrastruktur mitgeprägt haben, erörtert jetzt eine digitale Sonderausstellung der Technischen Museums Wien.
Sie basiert auf dem Forschungsprojekt Koloniale Infrastruktur, das von 2022 bis 2025 durchgeführt wurde. Untersucht wurden österreichische Einflüsse bei der Erbauung des Suezkanals in Ägypten sowie bei ausgewählten Eisenbahnprojekten in Brasilien, Indien und Namibia.
https://forschung.tmw.at/exhibition/view/78927 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Hört das Tiny-Desk-Konzert (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Bad Bunny auf Dauerschleife:
Emil