Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Nachdem sich die Nachrichten heutzutage eh so schwer anfühlen, möchte ich an dieser Stelle in Zukunft positive Entwicklungen vor den Vorhang holen und dir etwas Leichtigkeit in deinen Alltag bringen. Wenn dir etwas unterkommt, freue ich mich sehr, wenn du mir eine Nachricht schreibst (emil@tageins.at (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))!
Lange Zeit haben sich viele Männer eher zurückgehalten, was das öffentliche Auftreten für feministische Bewegungen und mehr Geschlechtergerechtigkeit betrifft. Dieses Jahr gibt es aber schon zwei österreichische Initiativen, die rund um den 8. März, den internationalen feministischen Kampftag, auch Männer für den feministischen Kampf mobilisieren wollen.
Take part not space (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hat heute einen offenen Brief von 30 bekannten Männern publiziert, mit dem die selbstorganisierte Initiative andere Männer dazu bewegen will, öffentlich für feministische Positionen einzustehen. Unter dem Slogan gegengewalt.at (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) organisiert der Künstler Manfred Zeisberger am 7. März einen Gedenkprotest, wo er andere Männer auffordert, in Wien gemeinsam laut und aktiv gegen Gewalt an Frauen und Femizide auf die Straße zu gehen.

Außerdem geht es heute um Korruption in Österreich, die Konsequenzen der Epstein-Akten und einen FPÖ-Propagandasong.

Österreich verbessert sich in Korruptionsindex
Im jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International (TI) verbessert sich Österreich 2025 von Platz 25 auf Platz 21 von 182 Ländern. Es zeichne sich damit eine „leichte Trendumkehr“ ab, heißt es von dem Österreich-Ableger der Antikorruptionsorganisation. Zukünftig positiv auswirken würden sich auch die Abschaffung des Amtsgeheimnisses und die damit einhergehende Einführung eines Informationsfreiheitsgesetzes im letzten Jahr. Dennoch brauche es weiterhin Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, etwa die „Stärkung der Medienunabhängigkeit“ durch einen Ausbau an staatlichen Förderungen oder aktive Schritte gegen Postenschacher, so TI.
Österreich liegt im Mittelfeld anderer mitteleuropäischer Staaten, im Vergleich zu den anderen DACH-Ländern Schweiz (Platz 6) und Deutschland (Platz 10) schon abgeschlagen. An der Spitze steht Dänemark, knapp gefolgt von Finnland. Wichtig ist, der Index misst lediglich die Wahrnehmung von Korruption in einem Land durch Expert*innen und Geschäftsleute auf Basis von Daten aus zwölf Institutionen wie der Bertelsmann Stiftung und dem Weltwirtschaftsforum.

Epstein-Akten bringen britische Regierung in Bedrängnis
Die vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten werfen viele neue Fragen zum Netzwerk rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf. Zwar erklärt das Ministerium den Fall im Wesentlichen für abgeschlossen, Kritiker*innen widersprechen aber vehement. Sie werfen den Behörden vor, mächtige Männer zu schützen, während die Opfer jahrelang um Gehör kämpfen mussten. Dazu kommt, dass mit der Veröffentlichung sensible Daten von Betroffenen öffentlich wurden – gegen ihren Willen.
Die Veröffentlichung schlägt international hohe Wellen. In Großbritannien gerät aktuell die Königsfamilie unter Druck. König Charles III. erklärte laut t-online (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), man werde die Polizei bei möglichen Ermittlungen gegen seinen Bruder Andrew Mountbatten-Windsor unterstützen. Auch Premierminister Keir Starmer steht in der Kritik, weil er einen Epstein-Vertrauten zum britischen Botschafter in den USA ernannt hatte. Gegen den inzwischen abgezogenen Botschafter laufen Ermittlungen. In den vergangenen Tagen traten außerdem zwei enge Mitarbeiter Starmers zurück, berichtet das RND (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Auch der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet von vielen weiteren Rücktritten auf der ganzen Welt.
Währenddessen werten Redaktionen weltweit die Dokumente aus. Auch der NDR (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) arbeitet sich durch Millionen von Datensätzen, die das US-Ministerium weitgehend ungeordnet veröffentlicht hat. (Luzia Geier, adaptiert von Emil Biller)

Ö3 spielte FPÖ-Song für 45 Sekunden
Es ist der neueste Streich aus dem FPÖ-Propagandauniversum. Für den Start des eigenen Radiosenders Austria First Ende Jänner hatte die John Otti Band den Song „Immer vorwärts FPÖ“ produziert. Obwohl er bisher ausschließlich im blauen Radio gespielt und ansonsten auf diversen Streaming-Plattformen verfügbar ist, erreichte „Immer vorwärts FPÖ“ featuring Herbert Kickl letzte Woche den 20. Platz der österreichischen Single-Charts.
Und damit stellte sich für den ORF-Radiosender Ö3 die Frage, wie soll man umgehen mit dem politischen Propagandasong? Denn FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker hatte in einer gestrigen Pressekonferenz gemeinsam mit dem blauen ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler angekündigt, am Abend in der Ö3-Chartshow genau hinzuhören. Ö3 spielte den FPÖ-Song dann tatsächlich für 45 Sekunden an und ließ ihn anschließend von dem Politologen Peter Filzmaier politisch einordnen, wie der Standard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet. Der ORF versuchte mit dieser Zwischenlösung vorsorglich, möglichen Angriffen auf seine redaktionelle Unabhängigkeit zu begegnen.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Die ewige Frage: Bin ich hier richtig?
Wie es ist, als migrantischer Mann mit Türkisch als Erstsprache einen mehrheitlich von weißen Studentinnen dominierten Studiengang zu besuchen, hat Ali Dönmez für die Chefredaktion aufgeschrieben. Der Erfahrungsbericht können Chefredaktions-Mitglieder exklusiv komplett lesen.
https://steady.page/de/diechefredaktion/posts/a16b9cef-1077-4d80-bf49-e7e65a1a75e7 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
500 Menschen haben uns gesagt, warum sie krank arbeiten
Sie wollen ihre Kolleg*innen nicht im Stich lassen, haben Angst vor ihrem Chef oder schaffen ihren Arbeitstag mit Schmerzmitteln.
https://krautreporter.de/geld-und-wirtschaft/6243-500-menschen-haben-uns-gesagt-warum-sie-krank-arbeiten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Wie Epstein gegen #MeToo kampagnisierte und damit Erfolg hatte
Es ging nie um Meinungsfreiheit. Der aktuelle Backlash gegen feministische Bewegungen und #MeToo fand seinen Ursprung wohl eher im Zirkel einer kleinen Elite an mächtigen und einflussreichen Männern rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Darauf deuten auch die Epstein-Files hin. Elizabeth Lopatto, Reporterin bei The Verge, hat die Dokumente diesbezüglich akribisch ausgewertet und legt unangenehme Zusammenhänge offen.
https://www.theverge.com/tech/874721/epstein-thiel-musk-trump-metoo?view_token=eyJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpZCI6InB2QVBrNEJieFAiLCJwIjoiL3RlY2gvODc0NzIxL2Vwc3RlaW4tdGhpZWwtbXVzay10cnVtcC1tZXRvbyIsImV4cCI6MTc3MDgyMjU1MCwiaWF0IjoxNzcwMzkwNTUwfQ.vFAETVxTibfp3lih93QvHl24u6fFnS_d_yggDGC7f1Y&utm_medium=gift-link (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
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Emil