Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Mehr als fünf Jahre nach der Operation „Luxor“ ist ein Imam in Wien gestern vom Vorwurf der Terrorunterstützung und der Verhetzung freigesprochen worden. Das Urteil ist rechtskräftig.
Das Gericht sah in einem Video und mehreren Predigten weder eine Unterstützung der Hamas noch einen Aufruf zu Straftaten. Die Aussagen seien von der Meinungs- und Religionsfreiheit gedeckt und vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 gefallen. Auch der Verhetzungsvorwurf wurde verworfen. Der Angeklagte hatte die Hamas vor Gericht ausdrücklich abgelehnt.
Das Urteil wirft auch ein Schlaglicht auf die Arbeit des Verfassungsschutzes. Nach dem Terroranschlag vom 2. November 2020 hatten Beamte erklärt, sie seien damals stark mit den Vorbereitungen der Operation „Luxor“ beschäftigt gewesen. Deshalb sei der spätere Attentäter trotz Hinweisen – darunter sein Versuch, in Bratislava Munition zu kaufen – nicht intensiver überwacht worden.

Ansonsten geht es heute um den Iran-Krieg, Fußballer und Geld.

Vereinbarung von USA und Iran unterzeichnet
USA und Iran haben eine Absichtserklärung zur Beendigung ihres Konflikts unterzeichnet. Das Memorandum wurde am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian von US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Massud Peseschkian gebilligt. Nach Angaben des Vermittlers Pakistan tritt die Vereinbarung sofort in Kraft.
Demnach öffnet Teheran die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr, während die USA ihre Seeblockade gegen iranische Häfen aufheben. Das Abkommen schafft einen Rahmen für weitere Verhandlungen, die binnen 60 Tagen zu einer endgültigen Vereinbarung führen sollen.
Geplant sind unter anderem die schrittweise Aufhebung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie Ausnahmen für den Export iranischen Öls. Im Gegenzug bekräftigt der Iran nach US-Angaben seinen Verzicht auf Atomwaffen.
Zentrale Streitfragen bleiben jedoch ungelöst. Offen ist etwa, wie künftig die Schifffahrt durch die Straße von Hormus geregelt wird und welche Beschränkungen für das iranische Atomprogramm gelten sollen. Die G7-Staaten begrüßten die Vereinbarung als „historische Chance“ für mehr Stabilität im Nahen Osten.

Fußballfans gegen Homofeindlichkeit: Outing von Fußballern wäre wichtig
Ein öffentliches Coming-out im Profifußball könnte nach Ansicht von Clar Gallistl von der Initiative Fußballfans gegen Homophobie eine wichtige Signalwirkung entfalten. Vor allem im Männerfußball dominierten noch immer traditionelle Rollenbilder: Fußball werde häufig als besonders männlich und heterosexuell geprägter Raum wahrgenommen, sagte Gallistl im Gespräch mit ORF Wien (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Queere Menschen seien im Männerfußball weiterhin kaum sichtbar. Fehlen Vorbilder, entstehe bei vielen Betroffenen der Eindruck, nicht dazuzugehören. Ein Coming-out prominenter Spieler könnte daher anderen Mut machen und die Sichtbarkeit erhöhen.
Zugleich brauche es verlässliche Schutzmechanismen. Gallistl verwies auf Medienberichte, wonach deutsche Nationalspieler angeblich Geld zahlen, um ein Zwangsouting zu verhindern. Das zeige, wie wichtig sichere Rahmenbedingungen für Betroffene sind.
Trotz bestehender Probleme sieht Gallistl Fortschritte. So habe etwa Rapid eine Diversitätsbeauftragte eingesetzt, zudem fördere die UEFA entsprechende Programme. Insgesamt fehle es im Sport aber noch häufig an Wissen und Sensibilität. Dabei gehe es letztlich vor allem um einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang miteinander.

Mehr für das Geld
Die weltweiten Preisunterschiede verschieben den Wert des Urlaubseuros deutlich. Eine aktuelle Auswertung der Bank Austria zeigt: Für österreichische Reisende lohnt sich der Blick über die Grenze weiterhin – je nach Ziel variiert die Kaufkraft erheblich, so der ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Am meisten bekommen Urlauber derzeit in Bulgarien, wo 100 Euro rund 70 Prozent mehr Wert entsprechen als in Österreich. Auch in Rumänien, Tschechien und Griechenland ist das Preisniveau deutlich niedriger. In beliebten Destinationen wie Portugal, Spanien, Ungarn und der Türkei reicht der Euro ebenfalls weiter, teils um ein Viertel bis ein Drittel.
Nahe an Österreich liegen etwa Kroatien, Italien, Frankreich und Deutschland. Teurer bleibt der Urlaub dagegen in der Schweiz, wo der Gegenwert eines Urlaubseuros deutlich geringer ist.
In den USA fällt der Euro trotz starker Währung weniger stark ins Gewicht, während in Asien der Preisvorteil wieder zunimmt – Japan etwa hat sich laut Analyse vom Hochpreisland zu einem Niveau entwickelt, das etwa dem österreichischen entspricht.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Kurz traf Kickl: Irgendetwas ist im Busch
Das Profil meldet ein Geheimtreffen von Herbert Kickl und Sebastian Kurz. Im Parlament. Es wurde zwei Stunden lang geredet, es soll um die Bewältigung der gemeinsamen Vergangenheit gegangen sein.
Rund um Kurz rascheln wieder einmal die Gerüchte: Irgendetwas ist im Busch, schreibt das Profil – und Kickl bereitet sich auf Neuwahlen vor.
https://kurier.activehosted.com/index.php?action=social&chash=ebd75b8970e12771b1aab92eb59cf0c2.24460&s=10deeb0e9851734b0716346d91c18e14 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Warum stärkt es die AfD, wenn man sie kopiert?
Drei Dynamiken erklären, wie demokratische Parteien in eine Falle tappen.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/6432-warum-starkt-es-die-afd-wenn-man-sie-kopiert#lesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
War Opa in der SS?
Der Spiegel hat hunderttausende Einträge aus SS- und NSDAP-Akten ausgewertet und mit Millionen Mitgliedskarten abgeglichen. In einer Online-Suche lässt sich nun auch prüfen, ob Angehörige in der NS-Zeit Mitglied der SS waren.
Grundlage sind digitalisierte Karteien aus dem Bundesarchiv sowie US-Beständen, die nach 1945 von den Alliierten sichergestellt wurden. Die Daten umfassen Millionen Personen und enthalten Angaben wie Name, Geburtsdatum, Wohnort und Parteieintritt.
https://www.spiegel.de/geschichte/nsdap-archiv-finden-sie-heraus-was-ihre-familie-unter-hitler-getan-hat-a-4b37a614-a790-4798-92e2-be6a921da384 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Fragt sich, wann Sebastian Kurz das nächste Mal vor Gericht steht:
Markus

PS: Wenn dir dieser Newsletter gefällt und du uns unterstützen möchtest, kannst du das in nur zehn Sekunden tun. Empfiehl tag eins (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) deinen Freund*innen und Bekannten weiter, das hilft uns sehr. Danke!