
Ich liefere meine Beiträge derzeit aus der Konserve.
Das bedeutet: Sie sind längst geschrieben, sorgsam abgelegt und warten in einer digitalen Warteschleife zwischen Cloud, Notizen-App und nächtlicher Eingebung darauf, eines Tages das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken – oder eben in den Untiefen meines Speichers still zu verstauben.
Der Grund ist so einfach wie aufregend: Ich bin auf Hospitation. In Würzburg.
Mitten im Klinikbetrieb, zwischen Forschung, Reha und audiologischer Expertise – dort, wo Wissen nicht nur vermittelt, sondern erlebt wird.
Ich bin, mit einem gewissen augenzwinkernden Stolz, Praktikantin.
Eine lernende Beobachterin im besten Sinne: neugierig, aufmerksam, ein wenig ehrfürchtig – und abends, wenn die Eindrücke wie ein Feuerwerk aus Begriffen, Begegnungen und Gedanken nachhallen, schlicht zu erfüllt, um neue Texte zu verfassen.
Darum also gibt es derzeit Konserven – wohltemperierte Texte aus meinem Vorratsschrank der Gedanken.
Beiträge, die längst geschrieben, skizziert oder zumindest in groben Zügen durchdacht sind.
Manche von ihnen überarbeite ich nur noch leicht, feile an einem Satz, schärfe ein Bild, füge einen Gedanken hinzu. Andere lasse ich so, wie sie einst entstanden – als Momentaufnahme meines Schreibens, meiner Reflexion, meines damaligen Empfindens.
Ich lese noch einmal darüber, glätte eine Kante, verleihe dem Ganzen den letzten Schliff – und schon schicke ich den Text auf seine Reise.
Ein Klick, und er darf hinaus in die Welt, damit ihr ihn lesen, fühlen, mitdenken könnt.
Diese Aufgabe erfüllt mich derzeit auf eine Weise, die schwer in Worte zu fassen ist.
Sie fordert mich – geistig, emotional, manchmal auch körperlich –, und sie schenkt mir zugleich eine Fülle an Eindrücken, Begegnungen und Erkenntnissen, die ich als zutiefst sinnstiftend empfinde.
Natürlich schreibe ich darüber.
Über das, was ich sehe, höre, erlebe – und über das, was mich dabei innerlich bewegt.
Ich halte fest, wo mich mein Hören noch herausfordert, wo Worte verschwimmen, Klänge sich überlagern oder Bedeutung sich erst zögerlich formt. Natürlich auch um euch auf dem Laufenden zu halten,, um euch mit meinen Geschichten zu langweilen oder zu überfordern und belästigen (Kontinuität ist schließlich wichtig) sondern weil diese Notizen eine Brücke sind:
Zwischen mir und meiner Logopädin, zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Rückmeldung.
So werden meine Texte nicht nur Reflexion, sondern zugleich Teil meiner eigenen Hörreise – ein schriftliches Echo meines Lernens.
Und so schreibe ich – fast täglich – an meinen Tagebuchberichten über diese Hospitation, über mein kleines, großes Praktikantendasein zwischen Theorie und gelebter Praxis.
Es ist ein Eintauchen in eine Welt voller Präzision und Menschlichkeit, in der Wissen atmet und Empathie Hand in Hand mit Fachlichkeit geht.
Ich darf lernen, beobachten, fragen, verstehen – und manchmal einfach staunen.
Denn diese Tage sind wunderschön, ereignisreich, spannend und zutiefst lehrreich.
Getragen von Menschen, die mit Herz und Hingabe arbeiten, die erklären, fördern, begleiten, und dabei nie vergessen, dass jedes Ohr, jedes Hören, jeder Mensch einzigartig ist.
Und ja – ich gestehe es ein: Dieser Text hier stammt nicht aus der Konserve.
(Mein Wieselchen ist ganz beseelt, denn es hasst diese Konserven. Nicht aktuell genug, alt, verbraucht. Das kleine freche, fordernde Viecherl