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Das Wiesel, der Magnet und die Mär vom chirurgischen Akkutausch

Eine satirisch-akademische Feldstudie über Gerüchte, Gravitation und gesunden Menschenverstand

Es gibt Themen, die entwickeln eine erstaunliche Eigendynamik. Kaum ausgesprochen, beginnen sie zu überbordern, sich zu verzerren, zu multiplizieren – bis sie schließlich in einer Form zirkulieren, die mit der ursprünglichen Realität nur noch entfernt verwandt ist.

Das TICI ist ein solches Thema geworden. Ob es um das hahnebüchene Gerücht geht, ich würde ständig mein Blut rauschen hören, oder permanente OPs für die Wartung über mich ergehen lassen müssen, es wird konfabuliert was das Zeug hält.

Und irgendwo zwischen Halbwissen, suggestiver Dramatisierung und einer beinahe schon rührenden Technikangst sitzt es nun: mein Wiesel.

Mit großen Augen.

Und offensichtlich fest davon überzeugt, dass ich demnächst regelmäßig operativ „aufgeladen“ werde wie ein antikes Uhrwerk.

Kapitel I: Die Legende vom operativen Batteriewechsel

„Aber… der Akku! Der muss doch alle paar Jahre operativ gewechselt werden, oder?“

Man hört sie förmlich, diese Frage.

Halb geflüstert. Halb skandalisiert.

Als stünde ich kurz davor, mich im Sechsjahresrhythmus freiwillig in eine Art technische Revision zu begeben.

Die Antwort ist – wie so oft – von entwaffnender Nüchternheit:

Nein.

Der Akku ist auf Langlebigkeit ausgelegt.

Und nein, es existiert kein routinemäßiges „alle sechs Jahre wird der Kopf aufgeschraubt“-Szenario, das man sich wie einen TÜV-Termin für Implantate vorstellen müsste.

Das Wiesel ist enttäuscht.

Es hatte sich bereits dramatische OP-Szenarien ausgemalt, inklusive chirurgischem Feinschliff und heroischem Wiederzusammenbau.

Stattdessen: Alltag. Technik. Funktionalität.

Ein beinahe skandalöser Mangel an Dramatik.

Kapitel II: Vom Zwang zum Dauerhören, schwebenden Köpfen und akustischem Defizit – ein kollektives Stirnrunzeln

Es gibt sie, diese besonders hartnäckigen Erzählungen, die sich mit der Eleganz eines schlecht sitzenden Vorurteils festklammern. Und sie werden nicht weniger. Weiter geht's:

Kapitel III: die erzwungene Dauerbeschallung

Ich könne das TICI nicht ausschalten.

Ich sei gewissermaßen dazu verdammt, 24 Stunden am Tag zu hören. Ohne Pause. Ohne Rückzug. Ohne Stille.

Nein. Ganz klar: Nein.

Ich kann das System selbstverständlich ausschalten.

Stille ist kein verlorenes Gut – sie bleibt verfügbar.

Und manchmal ist sie nicht nur angenehm, sondern geradezu notwendig, wenn das neuronale System nach Reizreduktion verlangt.

Das Wiesel wirkt kurz irritiert.

Offenbar hatte es sich ein Szenario permanenter Beschallung vorgestellt – irgendwo zwischen Jahrmarkt und Presslufthammer.

Kapitel IV: die nächtliche Induktionszeremonie

Ich müsse nachts meinen Kopf exakt positioniert auf einer Induktionsmatte oder einem Ladekissen betten.

Möglichst bewegungslos. Idealerweise mit einem Hauch von technischer Präzision, die selbst Raumfahrtingenieure beeindrucken würde.

Auch hier gilt:

Die Realität ist von wohltuender Bodenständigkeit.

Ich lade mit einem Charging Button – gezielt, für etwa eine Stunde.

Dann ist das System für rund 24 Stunden einsatzbereit.

Ich schlafe, wie ich möchte.

Nicht wie ein aufzuladendes Artefakt.

Das Wiesel schaut enttäuscht auf ein imaginäres Spezialkissen, das nun vermutlich nie zum Einsatz kommen wird.

Kapitel V: das schlechtere Hören

Ich höre mit dem System schlechter.

Eine Behauptung, die sich erstaunlich hartnäckig hält – vielleicht,

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