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Spielegruppen in der Seniorenbetreuung

Spiele und Aktivierungsangebote können im Altenpflegealltag gezielt dazu beitragen, Einsamkeit und soziale Isolation zu durchbrechen. Gerade Menschen in stationären Einrichtungen haben oft nur wenige Kontakte – geeignete Spielegruppen ermöglichen ihnen, mit anderen in Kontakt zu kommen, gemeinsam Spaß zu haben und so mehr Zufriedenheit zu erfahren. Spielen fördert nicht nur Unterhaltung, sondern stimuliert kognitive, sinnliche und motorische Fähigkeiten und weckt positive Gefühle. Besonders für demenziell veränderte Personen ist es wichtig, dass Spiele Freude bereiten, Sinneseindrücke fördern und keinen Leistungsdruck erzeugen. Dabei orientieren sich gute Angebote an persönlichen Interessen: So kann zum Beispiel ein gemeinsames Bastelprojekt oder eine einfache Gartenarbeit ebenso motivierend sein wie klassische Gesellschaftsspiele. Viele Menschen mit Demenz möchten sich nützlich fühlen – einfache Alltagstätigkeiten wie Servietten falten, Blumen gießen oder Handarbeiten wecken dabei oft produktives Engagement und bringen Erfolgserlebnisse, weil es auf das Tun ankommt und nicht auf ein perfektes Ergebnis. In der Praxis kann daher eine Spielegruppe neben klassischen Spielen auch kreativ-alltagsnahe Aktivitäten einbeziehen, um allen Teilnehmenden ein sinnvolles, altersgemäßes Erlebnis zu bieten.
(Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Zielsetzung: kognitive Förderung, soziale Interaktion, Freude und Struktur

Spielegruppen in der Seniorenbetreuung verfolgen verschiedene Ziele, die sich ergänzen. Im Zentrum steht die kognitive Förderung: Durch das aktive Spielen bleiben Gedächtnis, Konzentration und geistige Fähigkeiten gefordert. Gruppenaktivitäten beinhalten oft anspruchsvolle Aufgaben (Gedächtnisspiele, Rätsel, künstlerische Tätigkeiten), durch die ältere Menschen geistig stimuliert werden und so ihre kognitiven Fertigkeiten erhalten oder verbessern können. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die soziale Interaktion. In der Gemeinschaft erleben Teilnehmende, dass sie verstanden werden und gemeinsam Freude haben. Das gemeinsame Spielen stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und ermöglicht neue Kontakte: Senioren können ein Netzwerk aufbauen und Freundschaften schließen, was nachweislich Einsamkeit mildert und die psychische Gesundheit fördert. Ein dritter Schwerpunkt ist Freude und Lebensqualität. Das gemeinsame Lachen, Erfolgserlebnisse und das spielerische Miteinander heben die Stimmung und steigern das Selbstwertgefühl. Gruppenaktivitäten lassen das Alter weniger isoliert erscheinen und bieten Raum für Humor und Anerkennung. Schließlich geben regelmäßige Spielegruppen den Tagesablauf Struktur und Routine. Ein fester Termin im Wochenplan bietet Orientierung und Sicherheit im oft eintönigen Heimalltag. Dies ist insbesondere für Menschen mit Demenz wichtig, weil ein stabiler Alltag das Wohlbefinden fördert. Insgesamt zielen Spielegruppen damit darauf ab, Körper und Geist ganzheitlich zu aktivieren: Individuelle Fähigkeiten werden eingebunden, Beschäftigung macht Spaß und es entsteht ein wertvoller Erlebnisraum für alle Beteiligten.

Vor- und Nachteile von Spielegruppen

Vorteile: Das gemeinsame Spielen hat für ältere Menschen zahlreiche positive Effekte. Es fördert die geistige Fitness, da das Gehirn bei Denk- und Gedächtnisaufgaben aktiv bleibt. Motorisch-aktive Spiele tragen zur Verbesserung von Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft bei, was unter anderem das Sturzrisiko verringern kann. Spielen schweißt die Gruppe zusammen: Ältere erfahren Zugehörigkeit, gegenseitige Unterstützung und sozialen Rückhalt. Erfolgserlebnisse etwa beim Gewinnen oder Lösen einer Aufgabe steigern das Selbstbewusstsein. Der Spaßfaktor darf nicht unterschätzt werden – gemeinsames Lachen und amüsante Situationen fördern das allgemeine Wohlbefinden. Darüber hinaus bietet eine regelmäßige Spielegruppe feste Anlässe im Wochenplan, was Betreuungsarbeit strukturierter macht und den Bewohnern Sicherheit vermittelt. Dank der Vielfalt an Spielen und Anpassungsmöglichkeiten können Teilnehmende mit unterschiedlichem Fähigkeitsniveau individuell gefördert werden: Ob Erinnerungsübungen, Bewegungsspiele oder kreative Bastelangebote – die Auswahl kann an Vorlieben und Einschränkungen orientiert werden.

Nachteile: Spielegruppen sind nicht für jeden Bewohner gleichermaßen geeignet. In heterogenen Gruppen besteht das Risiko, dass manche Teilnehmende unter- oder überfordert sind. Werden Spiele nicht an Mobilität, Seh- und Hörvermögen oder kognitiven Zustand angepasst, kann dies zu Frustration führen. Auch kann Konkurrenzdenken oder ein schlechtes Verlieren negative Emotionen hervorrufen. Logistische Nachteile ergeben sich oft durch den erforderlichen Planungsaufwand: Materialbeschaffung, Raumvorbereitung und Personalbindung kosten Zeit und Ressourcen. Gruppendynamik kann ebenfalls herausfordernd sein – manche ruhige oder verängstigte Personen ziehen sich zurück, während andere dominanter sind. Zudem kann der Unterhaltungspegel höher sein (mehr Geräusch), was insbesondere bei sehr unruhigen Gruppen Aufmerksamkeit und Ruhe erschweren kann. Wichtig ist schließlich, dass nicht alle Bewohner mitmachen wollen oder können: Bei Demenzpatienten kann es sein, dass manche lieber stille, individuelle Beschäftigungen vorziehen. Insgesamt müssen Spielegruppen sensibel moderiert und sinnvoll ergänzt werden – auf Freiwilligkeit und Wertschätzung der Wünsche wird dabei ausdrücklich Wert gelegt.

Planung und Durchführung einer Spielegruppe (Gruppen- und Einzelangebote)

Eine erfolgreiche Spielegruppe erfordert sorgfältige Vorbereitung. Zunächst sollten Betreuende die Bedürfnisse, Biografie und Fähigkeiten der Bewohner erheben. Dies geschieht idealerweise im Rahmen von Erstgesprächen und regelmäßigen Beobachtungen. Die Spielauswahl orientiert sich danach: Welche Interessen und Gewohnheiten haben die Teilnehmenden? Welche Behinderungen (Hörschwäche, Sehbehinderung, motorische Einschränkungen) müssen berücksichtigt werden? Material und Spiele sollten im Vorfeld bereitgelegt sein. Der Raum muss barrierefrei und sicher gestaltet sein (z.B. rutschfester Boden, gute Beleuchtung) und alle Sitzplätze gut erreichbar sein. Ebenso wichtig ist das zeitliche Ritual: Eine feste Tageszeit oder ein fixer Wochentag für die Spielegruppe gibt den Bewohnern Sicherheit.

Bei der Durchführung gelten zentrale Prinzipien der sozialen Betreuung: Freiwilligkeit und Wertschätzung. Jede Person entscheidet selbst, ob sie mitmachen möchte. Ohne Zwang und mit freundlicher Einladung werden die Senioren empfangen. Die Gruppe sollte klein genug sein, damit alle Gehör finden – oft bieten sich 5–8 Teilnehmer an, je nach Spiel. Zu Beginn empfiehlt sich eine kurze Begrüßung und ein Warm-up-Spiel (z.B. Namenrunde oder einfache Bewegungsübungen), um Anspannung abzubauen. Die Spielleitung gibt klare, kurze Anweisungen: Sprechweise langsam und in Großbuchstaben falls nötig (bei Seheinschränkungen). Wichtig ist, die Atmosphäre wertschätzend zu gestalten – jedes Mitmachen wird gelobt, und auch Teilnahmen in geringem Umfang werden anerkannt. Das Tempo richtet sich nach der Gruppe: Pausen zur Besprechung einplanen, eventuelle Wartezeiten durch Zwischenfragen überbrücken.

Die Spiele selbst müssen flexibel angepasst werden. Das heißt konkret: Schwierigkeitsgrad variieren (zum Beispiel Kartenzahl beim Memory reduzieren), Regeln vereinfachen und Material vergrößern (große Würfel, dicke Stifte). Beim Einbinden von Aktivitäten etwa aus der Demenzbetreuung (z. B. Gesprächsimpulse, Gedächtnistraining) ist darauf zu achten, niemanden intellektuell zu überfordern. Bei körperlichen Spielen muss die Sicherheit der Teilnehmer an erster Stelle stehen – eventuell Stühle bereitstellen, Gehhilfen abnehmen usw. Teamarbeit und Rollenteilung unter den Betreuenden helfen: Eine Person moderiert die Gruppe, eine zweite gibt Hilfestellung bei Einzelnen. In jedem Fall soll Spaß im Mittelpunkt stehen; Spiele dürfen jederzeit abgebrochen werden, wenn jemand überlastet wirkt.

Ein wesentlicher Aspekt ist, auch Einzelbetreuungsmöglichkeiten bereitzuhalten. Nicht alle Bewohner können oder wollen sich in einer Gruppe engagieren. Für Betroffene, die eine Gruppenaktivität ablehnen oder die stark kognitiv eingeschränkt sind, sollte ein ähnliches Spielangebot in Einzelkontakt verfügbar sein. So kann zum Beispiel eine Erinnerungsrunde auch am Bett mit Bildtafeln stattfinden. Grundsätzlich gelten für Gruppen- und Einzelangebote dieselben Anforderungen: Das Angebot muss auf die persönlichen Interessen eingehen, altersgerecht motivieren und sowohl körperlich als auch geistig stimulieren. In der Einzelbetreuung kann man intensiver auf den Einzelnen eingehen, Tempo anpassen und auch sehr einfache Spiele oder Bastelarbeiten wählen (z.B. Handmassage, Bildbetrachtung, Einzel-Memory).

Die Nachbereitung darf nicht vergessen werden. Nach jeder Runde sollte ein kurzes Feedback stattfinden: Was hat Spaß gemacht? Wer möchte das Spiel wiederholen? So lassen sich künftige Angebote besser abstimmen. Zudem sollten Erkenntnisse über einzelne Teilnehmende dokumentiert werden (was motiviert, was überfordert), um die Aktivierungsplanung kontinuierlich zu verbessern. Eine offene Gesprächskultur unter den Betreuenden gewährleistet, dass die Gruppe stetig weiterentwickelt wird. Durch eine gute Planung und eine wertschätzende Durchführung lassen sich Überforderung und Frustration weitestgehend vermeiden.

Aktivierungen in Spielegruppen

Erinnerungs-Musik-Tanz (Sitztanz)

Materialien: Stühle im Kreis, Lautsprecher, bekannte alte Musik (Volks- oder Schlagerlieder).

Umsetzung: Die Seniorengruppe sitzt im Kreis. Eine Pflegekraft oder Betreuungskraft startet ein vertrautes Lied und lädt dazu ein, sich im Sitzen rhythmisch zu bewegen. Dazu kann man die Arme heben, zur Musik mitwippen oder einfache Tanzbewegungen imitieren. Der Wechsel der Lieder erfolgt nach 2–3 Minuten, um Abwechslung zu bieten. Gemeinsames Singen bekannter Refrains ist jederzeit möglich und steigert die Motivation. Durch die Verbindung von Musik mit leichten Bewegungen werden motorische und kognitive Fähigkeiten gleichzeitig angesprochen.

Varianten: In der Gruppe wird der Sitztanz gemeinsam zu je einem Lied vorgeführt, eventuell mit einem kleinen “Choreografie”-Wettbewerb (z.B. wer hat den schönsten Tanzschritt). In der Einzelbetreuung kann die Musik direkt am Bett oder im Zimmer des Bewohners abgespielt werden. Dort kann die Betreuungskraft die Tanzbewegungen anleiten und begleiten. Auch Kopfhörer und ein Tablet mit Lieblingsliedern des Einzelnen ermöglichen ein individuelles Tanzerlebnis.

Ballon-Hochhalten

Materialien: Bunte Luftballons (möglichst groß und weich).

Umsetzung: Ein oder mehrere Luftballons werden in die Gruppe eingeführt. Die Spielleitung verlangt, den Ballon möglichst lange in der Luft zu halten, ohne dass er den Boden berührt. Dabei können z. B. Schlagregeln gelten („Man darf nur den Ballon einmal anschupsen“) oder einfache Bewegungsaufgaben („Berühre nur eine Hand“). Die Gruppe steht oder sitzt im Kreis und spielt zusammen, lässt den Ballon gegenseitig hochhalten und lacht über unerwartete Bewegungen. Wenn gewünscht, kann ein Punktesystem eingeführt werden (z.B. für jede Berührung Punkte sammeln).

Varianten: In der Gruppe kann zusätzlich zwei oder drei Ballons gleichzeitig eingesetzt werden, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Bei Bedarf wird die Spielzeit verkürzt (z.B. nur 5 Ballon-Stöße). In der Einzelbetreuung spielt die Betreuungskraft zusammen mit einer Person: Gemeinsam wird der Ballon hochgeworfen und versucht, ihn zu fangen. So werden Reaktion und Aufmerksamkeit auch im persönlichen Kontakt gefördert.

Fallschirm- oder Tuch-Spiel

Materialien: Ein großes, elastisches Tuch (z.B. Fallschirm, Betttuch oder Gymnastikschweif).

Umsetzung: Die Teilnehmenden sitzen oder stehen im Kreis und halten das Tuch an den Rändern. Durch Anheben und Absenken des Tuchs entstehen Wellen. Eine Variante ist, kleine leichte Bälle oder Stofftiere auf das Tuch zu legen und im Kreis herumzuschaukeln. Gemeinsames Hoch- und Runterheben fördert die Arm- und Rumpfmobilität sowie das Gruppengefühl. Spielregeln können eingebaut werden: Bei einer Ansage muss das Tuch gestoppt werden, oder alle werfen die Bälle mittig in die Luft und lassen sie wieder auffangen.

Varianten: Für Gruppen wird das Tuch-Gruppenspiel mit Musik untermalt und z.B. als „Tanz mit dem Tuch“ gestaltet. Die ganze Gruppe hebt den Stoff im Takt. In der Einzelbetreuung kann die Betreuungskraft das Tuch mit einer oder zwei Personen nur auf einer Seite halten und damit sanfte Bewegungen ausführen, so dass sich die Person als einzige an der Bewegung beteiligt (zum Beispiel wie eine Schaukel).

Ballwurf auf Ziele

Materialien: Leichte Softbälle oder Stoffbeutel, Aufsteller (Hütchen, Eimer, aufgestellte Kegel).

Umsetzung: Die Teilnehmenden sitzen (oder stehen bei guter Mobilität) in zwei Reihen oder in einem großen Halbkreis. Ein Ziel (z.B. weiter vorn platzierter Eimer oder ein mit Pins aufgestellter Kegel) wird in einiger Entfernung positioniert. Reihum werfen die Senioren einen Ball mit Wurfbewegung. Man kann mehrere Runden einführen oder eine Punktewertung vornehmen (Treffer zählen). Durch den Ballwurf werden Armkraft und Koordination trainiert, und jeder Erfolg beim Treffen motiviert.

Varianten: In der Gruppenversion kann man Teams bilden (Gegenüber sitzen als Team). In der Einzelbetreuung sitzt die Pflegekraft neben dem Senior und hält eventuell den Eimer. Die Person bekommt beim Werfen Hilfe oder Anpassung: je nach Mobilität näher platzieren, oder aus dem Sitzen mit beiden Händen werfen lassen.

Schokoladen-Würfelspiel

Materialien: Großer Würfel, gefüllter Pralinenteller (Schokolade oder Würfelpulver), Handschuhe, Schärpe oder Kochmütze.

Umsetzung: Alle sitzen im Kreis, ein Plastikwürfel und ein Schokoladenstück liegen auf einem Teller in der Mitte. Die Teilnehmenden würfeln reihum. Würfelt jemand eine 6, muss er Handschuhe anziehen, Hut aufsetzen und versuchen, das Schokoladenstück mit Messer und Gabel aus Verpackung und Teller herauszuwickeln. Die Gruppe klatscht oder singt dabei. Sobald der nächste eine 6 würfelt, stoppt der Ablauf und der aktuell Spielende gibt Würfel, Handschuhe etc. an den nächsten weiter. So entwickelt sich ein lustiges Geduldsspiel mit Spannung (man weiß nie, wann eine 6 kommt).

Varianten: In einer reinen Gruppenrunde wird der Spielleiter eingesetzt, um Würfel und Schokolade zu halten. Bei Einzelbetreuung kann ein Bewohner gegen die Pflegekraft spielen oder die Pflegekraft hilft einem demenzkranken Bewohner individuell mit Hand-Unterstützung. Anstelle von Schokolade können auch kleine Knabbereien oder Bastelelemente gewürfelt werden (z.B. Perlen fädeln statt essen).

Sitzgymnastik mit Tüchern oder Bändern

Materialien: Leichte Gymnastikbänder oder bunte Tücher für jeden Teilnehmenden.

Umsetzung: Jeder Senior sitzt auf einem Stuhl und erhält ein Tuch oder ein Theraband. Die Anleitung führt sanfte Dehn- und Bewegungsübungen aus: Die Bänder können über dem Kopf gekreuzt, seitlich gezogen oder vor der Brust bewegt werden. Ein gemeinsames Strecken, Ziehen und Loslassen mobilisiert Schultern, Arme und Rumpf, ohne starken Kraftaufwand. Mit dem Partner oder der Gruppe können rhythmische Übungen (z.B. das Band gemeinsam nach vorne und zurück bewegen) synchron ausgeführt werden. Musik kann unterstützend wirken.

Varianten: Gruppenversion: Gleiche Übung wird gemeinsam nachgeahmt. Einzelbetreuung: Die Pflegekraft hilft dem Bewohner gezielt bei der Ausführung (z.B. leichtes Ziehen an den Enden des Bandes, damit die Bewegung gelingt). Übungen können gezielt an die individuelle Mobilität angepasst werden (kürzere Bewegungsspielräume, andere Sitzhöhe).

Tisch-Ballrollen

Materialien: Weicher Ball (z.B. Tennisball), evtl. Eierkarton-Pendant oder weiches Bällebadnetz als Bahnbegrenzung.

Umsetzung: Ein kleiner Ball wird auf einer Tischplatte zwischen zwei, drei Personen gerollt. Alle sitzen um einen Tisch. Ziel kann sein, einen Ball erst einmal hin- und herzupassen, ohne ihn fallen zu lassen. Schwierigkeitsstufen entstehen durch Abstandvergrößerung oder ein leises Klatschen zwischendurch. So werden Feinmotorik (Greifen, Passen) und Augen-Hand-Koordination geschult. Die Gruppe kann versuchen, ein Rhythmusmuster einzuhalten (z.B. Rhythmus schlagen, bevor der Ball geworfen wird).

Varianten: In der Kleingruppe kann der Ball kreisförmig gespielt werden. In der Einzelbetreuung wird das Spiel eins zu eins durchgeführt: Die Pflegekraft rollt den Ball zu einem Sitznachbarn, der diesen zurückrollt. So erhält der Bewohner zusätzlich sensorisches Feedback (der Ball kommt zurück) und das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt.

Fühl-Memory (Alltagsgegenstände ertasten)

Materialien: Ein undurchsichtiger Stoffbeutel oder eine Box; je 2–3 Paare vertrauter kleiner Gegenstände (z.B. Haarklammern, Federball, Korken, Holzklotz, Löffel, Kochlöffel, Radiergummi) mit unterschiedlichen Oberflächen.

Umsetzung: In der Gruppenrunde wird der Beutel reihum weitergereicht. Jeder zieht nacheinander einen Gegenstand und versucht, ihn ohne hinzusehen durch Ertasten zu identifizieren. Wird ein Paar gefunden, bleibt dieses ausgelegt, bis alle Gegenstände aufgedeckt sind. Anschließend kann die Gruppe über die Gegenstände sprechen (Wofür sie sind, wann man sie benutzt hat) und Erinnerungen austauschen. Das Spiel fördert Tastsinn, Konzentration und Sprache.

Varianten: In Kleingruppen kann man den Wettbewerb fördern (wer findet mehr Paare). In der Einzelbetreuung sitzt die Pflegekraft dem Bewohner gegenüber und lässt ihn einen Gegenstand ertasten und beschreiben. Hierbei kann man Hinweise geben oder einen anderen Gegenstand anbieten, um Erfolgserlebnisse sicherzustellen.

Duft-Raten (Gerüche erkennen)

Materialien: Kleine Behälter mit Duftsinn auslösenden Substanzen – zum Beispiel Kaffee, Zimt, Vanille, Zitrone, Lavendel, Rasierschaum, Kräuter oder Parfüm. Jedes mit Löffel oder Karton abgedeckt.

Umsetzung: Jeder Behälter wird der Reihe nach unter die Nase gehalten. Die Gruppe soll den Duft erraten. Wer den Geruch erkennt, erhält einen Punkt. Anschließend wird der Behälter umgedreht und ein anderer Geruch probiert. Dieses einfache Ratespiel spricht den Geruchssinn an und weckt Erinnerungen (z.B. an das Backen mit Zimt oder an einen Sommergeruch). Zusätzlich fördert es das Nachdenken, Erinnern und Sprechen.

Varianten: In der Gruppenform wird gemeinsam überlegt, was es sein könnte. Bei Einzelbetreuung kann man die Pflegekraft bitten, bewusst „zu schnüffeln“ und die Person auf den Duft hinzuweisen. Außerdem kann man sich abwechseln, wer raten darf, damit keiner benachteiligt wird.

Bilder-Memory (Maxi-Memory)

Materialien: Ein Memory-Spiel mit großen, gut erkennbaren Bildkarten (z.B. ausgedruckte Fotos von Alltagsgegenständen oder Symbolen im Format Postkarte, zwei zu je einem Paar).

Umsetzung: Die Karten werden verdeckt in einem Raster auf dem Tisch ausgelegt. Reihum decken die Senioren zwei Karten auf. Stimmen die Motive überein (z. B. zwei Katzen, zwei Äpfel), darf der Finder das Paar behalten und weiterspielen; ansonsten werden die Karten wieder umgedreht und der nächste ist dran. Bei jedem Aufdecken wird das Bild benannt und vielleicht nach einer Erinnerung dazu gefragt. Das fördert das visuelle Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und das Ausdrucksvermögen.

Varianten: Für Gruppen kann man auch einen kleinen Wettbewerb machen oder Teams bilden (zwei Teams spielen gegeneinander). In der Einzelbetreuung legt die Pflegekraft weniger Karten aus (z.B. nur 6 Paare statt 12), um Überforderung zu vermeiden. Außerdem kann die Pflegekraft bei Bedarf Hinweise geben („Denk an unsere Katzen im Garten“) und dadurch Gespräche anregen.

Großpuzzle zusammenbauen

Materialien: Puzzles mit großen Teilen (maximal 20 Teile, motivbezogen, z.B. Landschaft, Tiere, Stadtansicht).

Umsetzung: Die Gruppe sitzt um einen Tisch, das Puzzle liegt mittig. Man wählt ein Thema, das bei den Senioren Erinnerungen weckt (z.B. ein typisches Urlaubsziel oder eine Szene mit historischen Autos). Gemeinsam werden die Puzzleteile sortiert und zusammengesetzt. Dabei müssen Formen erkannt und zugeordnet werden, was visuelle Wahrnehmung und Geduld fördert. Die Pflegekraft kann Hilfestellung leisten oder Teilaufgaben übernehmen, falls jemand Schwierigkeiten hat. Ist das Bild fertig, gibt es ein Erfolgserlebnis, über das die Gruppe sich freut.

Varianten: In einer größeren Gruppe kann man mehrere Puzzles gleichzeitig machen (jeder Tisch hat eines). In einer Einzelrunde nimmt die Pflegekraft weniger Teile und baut ggf. mehr selbst auf, während der Bewohner entscheidet, wo z.B. ein besonderes Teil hinpasst. Der Fokus liegt auf der Zusammenarbeit und dem Erleben des Enderfolgs.

Quizkarte „Bunte Mischung“

Materialien: Ein Kartenspiel mit Fragen- und Aktivitätskarten (z.B. aus dem Spiel „Bunte Mischung“ oder eigene Karten): Kategorien könnten Alltag, Bewegung, Lieder, Rätsel sein.

Umsetzung: Die Gruppe sitzt im Kreis. Es wird abwechselnd eine Karte gezogen und vorgelesen. Je nach Karte sind verschiedene Aufgaben zu lösen: etwa eine Wissensfrage beantworten, ein Lied gemeinsam anstimmen, eine kleine Gymnastikübung machen oder Geräusche nachahmen. Dies hält die Stimmung locker und verbindet geistige Herausforderung mit Spaßaufgaben. Die Fragen und Übungen können an das Niveau der Gruppe angepasst werden.

Varianten: Gruppenversion: Alle führen gemeinsam eine Aufgabe aus, zum Beispiel singen sie alle zusammen ein Lied oder tanzen im Sitzen zu einer Melodie. Einzelangebot: Die Pflegekraft zieht eine Karte und liest sie einer Person vor. Die Person antwortet oder führt die Aktion aus, während die Betreuerin Unterstützung gibt. So bekommt jeder einmal die volle Aufmerksamkeit.

Fotoalbum-Erinnerungsrunde

Materialien: Ein großes Fotoalbum mit Bildern aus verschiedenen Jahrzehnten (Familien-, Urlaubs-, Ereignisfotos) oder vorbereitete Fotokarten.

Umsetzung: Eine soziale Aktivität, bei der ein Foto als Gesprächsanstoß dient. Die Karten werden einer Person gezeigt, die dann erzählen kann, was sie auf dem Bild erkennt oder was es bei ihr auslöst. Beispielsweise können Urlaubsfotos, historische Aufnahmen oder Szenen aus der Lebenswelt der Alten verwendet werden. Ein weiterer Teilnehmer ergänzt die Geschichte oder stellt Fragen. So entsteht ein moderiertes Gesprächsprojekt, das Sprache, Erinnerung und Gemeinschaft fördert.

Varianten: In der Gruppenform sitzt eine Person vor, betrachtet das Bild und erzählt, während die anderen nachfragen („Wer ist das?“, „Wo wart ihr da?“). Bei Einzelbetreuung findet dasselbe im 1:1-Gespräch statt: Der Betreuer zeigt Fotos und regt die Person individuell zum Erzählen an, was besonders bei Demenz positive Erinnerungen wachruft.

Biografie-Quiz („Wer bin ich?“)

Materialien: Vorbereitung erforderlich – Listen mit charakteristischen Fakten oder Bildern zu berühmt gewordenen Personen früherer Zeiten (z.B. Schauspieler, Politiker, Sportler).

Umsetzung: Die Gruppe wird in Teams geteilt oder einzeln gefragt. Eine Betreuerin liest einen Hinweis vor („Ich war ein deutscher Kanzler und wurde 1940 geboren…“), oder zeigt ein (teilweise verdecktes) Bild. Die Teilnehmer raten, um wen es sich handelt. Für jeden richtig geratenen Prominenten gibt es Applaus. Das Spiel trainiert Konzentration, Wissen aus dem Langzeitgedächtnis und löst Gemeinschaftsgefühl aus (man feiert gemeinsam die Antwort).

Varianten: In Kleingruppen spielen die Senioren gemeinsam gegen die Pflegekraft (zum Beispiel in zwei Mannschaften). In der Einzelbetreuung bekommt die Person gehäuft Hinweise und kann um Hilfestellung bitten. Zudem können persönliche Fragen integriert werden: zum Beispiel „Ich war großer Hobbybastler und hatte immer Wolle im Korb. Wer war das?“ (Antwort: „Frau Müller im Erdgeschoss!“), um humorvoll Bezug zur Biografie herzustellen.

Ich packe meinen Koffer (Memory-/Aufbau-Spiel)

Materialien: Kein Material erforderlich, eventuell ein Glas mit kleinen Gegenständen (Knöpfe, Bunte Steine), oder Reisesouvenir-Bilder als Anschauung.

Umsetzung: Der Klassiker im neuen Gewand: Jeder Mitspieler sagt reihum einen Gegenstand, den er auf seine imaginäre Packliste (im Koffer) legt, indem er den Gegenstand nennt und vielleicht körperlich vorzeigt (zieht z.B. imaginär einen Hut auf). Beim nächsten Zug muss der Nächste den bereits Gesagten wiederholen und dann einen neuen hinzufügen. Wenn jemand einen Gegenstand vergisst, kann er scheiden oder eine lustige Strafe ausführen. Dies fordert das Gedächtnis auf spielerische Weise und erzeugt oft Schmunzeln.

Varianten: In der Gruppe wird abwechselnd gespielt, wodurch soziale Interaktion und Zuhören gefordert sind. In einer 1:1-Situation kann man das Spiel personalisieren (z.B. nur mit 5–6 Gegenständen) oder physische Requisiten nacheinander überreichen, um den Prozess anschaulich zu machen. Auch kann die Pflegekraft auf die Ratenliste Einfluss nehmen, um Erfolgserlebnisse sicherzustellen.

Vereinfachtes Stadt-Land-Fluss

Materialien: Große Papierbögen oder Whiteboard mit den Kategorien (Stadt, Land, Fluss, Tier, Name o.Ä.) und Stiften. Alternativ vorgedruckte Karten.

Umsetzung: Auf Zuruf wird eine Kategorie festgelegt. Anschließend nennt die Spielleitung einen Buchstaben (z.B. M) und die Senioren müssen so schnell wie möglich jeweils ein Wort zu den Kategorien mit diesem Anfangsbuchstaben finden (z. B. München, Mexiko, Main, Maus, Maria). Bei Kleingruppenaufteilung wird die beste Lösung prämiert. Das Spiel trainiert Wortfindung und schnelles Denken. Der Fokus liegt weniger auf Wettbewerb, sondern eher auf Aktivierung.

Varianten: Für mehr Bewegung werden bei jeder Nennung Alltagsgegenstände herumgereicht. In der Einzelbetreuung spielt man nur mit einer anderen Person: Man geht die Kategorien langsam durch, die Pflegekraft gibt Hilfestellung bei Bedarf, und eine gemeinsame Liste wird erstellt.

Reim- und Wortketten-Spiele

Materialien: Keine, höchstens ein Mikrofon zum Spaß (eines, das über das Handy verstärkt).

Umsetzung: Die Gruppe bildet eine lockere Spielrunde, bei der jeder abwechselnd einen Satz ergänzen muss, der sich reimt oder inhaltlich passt. Zum Beispiel beginnt eine Person mit einem Satz („Heute regnet es am Morgen“), der Nächste bildet einen Reim („doch am Nachmittag lacht uns schon die Sonne hervor“). Alternativ kann eine Wortkette gespielt werden: Jeder sagt ein neues Wort, das mit dem letzten Buchstaben des vorherigen Wortes beginnt. Solche sprachlichen Spiele aktivieren das Sprachzentrum, regen zum Lachen an und sind leicht anzupassen.

Varianten: In der Gruppe kann man mehrere Runden spielen, wobei jeder eine eigene kreative Fortsetzung beiträgt. In der Einzelbetreuung fordert die Pflegekraft einen Bewohner auf, einen Reim oder eine Geschichte zu vervollständigen und hilft bei Schwächen. Kürzere und einfachere Sätze werden gewählt, damit alle mitkommen.

Geschichten-Erzählkreis

Materialien: Optional ein Würfel mit Symbolen oder Karten mit Anfangssätzen/Bildern als Impuls.

Umsetzung: Eine Person beginnt eine Geschichte mit einem einfachen Satz, z.B. „In einem kleinen Dorf lebte einst…“. Der Nächste fügt einen Satz oder Absatz hinzu, dann der Nächste, usw., bis sich eine bunte Gemeinsamerzählung ergibt. Alternativ kann reihum ein Bild aus einem Stapel gezogen und mit einer Erläuterung versehen werden. Dieses kooperative Erzählen trainiert Kreativität, Aufmerksamkeit und Dialogfähigkeit. Alle Teilnehmenden fühlen sich eingebunden, da jeder zur Geschichte beiträgt.

Varianten: In der Gruppenform dient die Erzählung als freies Spiel, oft ergeben sich lustige oder überraschende Geschichten. Für Einzelbetreuung kann man mit festen Stichwörtern arbeiten oder eine vertraute Lebensgeschichte als Rahmen nehmen, z.B. „Erzähle, wie dein erster Urlaub war“. Die Pflegekraft kann lenkend eingreifen und Fragen stellen, um Erinnerungen zu stimulieren.

Witz- und Scherzfragen-Stunde

Materialien: Vorbereitete humorvolle Witze oder Scherzfragen (ggf. auf Kärtchen).

Umsetzung: Die Betreuerin liest abwechselnd kurze Witze oder Scherzfragen vor (z.B. Rätsel wie „Was liegt am Strand und spricht undeutlich?“ Antwort: „Eine Nuschel“). Die Gruppe darf mitraten oder einfach lachen. Humorvolle Runden verbessern die Stimmung und trainieren gleichzeitig Sprachverständnis. Es entstehen oft heitere Diskussionen, wenn die Pointe erst erklärt werden muss. Dabei dürfen auch Senioren ihre Lieblingswitze beisteuern.

Varianten: In der Gruppenarbeit können Teams gebildet werden (Punkte für richtige Antworten vergeben). In der Einzelbetreuung nimmt die Pflegekraft einen Witz vor und klärt geduldig auf, wenn ein Bewohner nicht spontan versteht. Dabei wird auf das Niveau geachtet, damit niemand überfordert wird.

Lieder-Karaoke / gemeinsames Singen

Materialien: Musikgerät (Radio, Tablet oder CD-Player) mit Liedern aus Jugendzeiten; Texte als Liedblatt oder Songbook.

Umsetzung: Die Gruppe wählt bekannte Lieder (z.B. Volkslieder oder Schlager der Jugendjahre). Jeder, der möchte, bekommt ein Mikrofon (real oder imaginär) zum Vorsingen. Alle singen laut mit, klatschen im Takt oder bewegen sich zur Musik. Diese Aktivität weckt Erinnerungen und fördert positive Emotionen. Es ist wichtig, einfache und eingängige Melodien zu nehmen, damit alle mitsingen können. Die Pflegekräfte geben Rückmeldung und unterstützen mit Texthinweisen, falls nötig.

Varianten: In einer lockeren Karaoke-Runde treten Senioren einzeln oder paarweise vor die Gruppe. In der Einzelbetreuung werden Lieblingslieder zusammen angeschaut oder angehört. Dabei kann die Pflegekraft mit der Person mitsingen oder zum Refrain ermuntern. Singen und Bewegen zugleich (z.B. Tuchwedeln) verstärkt den Trainingseffekt.

Instrumente ausprobieren (Musikangebote)

Materialien: Einige einfache Musikinstrumente (Rasseln, Trommeln, Klangstäbe, Glockenspiel, Triangel).

Umsetzung: Jeder Bewohner darf nacheinander ein Instrument ausprobieren. Dann spielt jemand ein langsames Lied, während andere rhythmisch mit Instrumenten mittrommeln oder -rauschen. Rhythmische Begleitung von Liedern oder einfachen Melodien verstärkt das Gemeinschaftsgefühl. Keine musikalische Vorerfahrung ist nötig – es geht nur um Erlebnis und Austausch.

Varianten: In der Gruppenveranstaltung werden alle Instrumente in die Mitte gelegt und nach Anleitung herumgereicht. In der Einzelbetreuung hält die Pflegekraft das Instrument und stimuliert es an den Händen des Bewohners, um taktile und akustische Eindrücke zu verstärken. Musik der Wahl der Person kann dabei im Hintergrund laufen.

Klatschspiele / Rhythmus-Spiele

Materialien: Eventuell Rhythmuskarten, aber meist keine nötig.

Umsetzung: Sitzend bilden die Senioren einen Kreis. Die Gruppe beginnt ein rhythmisches Klatschmuster (Handklatschen, auf die Oberschenkel klopfen oder Gegeneinander). Dazu kann ein bekanntes Gedicht gesprochen oder ein Fingerspiel gemacht werden. Beispielsweise klatschen alle zu einem einfachen Spruch im Kreis. Solche Spiele koordinieren beide Hände, fördern Aufmerksamkeit und liefern Spaß durch Gemeinschaftsrhythmus.

Varianten: Unterschiedliche Muster einführen (z.B. Klatschen, Finger-Schnippen). In der Einzelsitzung kann die Pflegekraft Handbewegungen vormachen oder mit den Händen zusammenklatschen, damit die Person das Tempo halten kann. Auch mit anderen Körperteilen (z. B. Füßen Stampfen) variieren.

Massagespiel / angeleitete Selbstmassage

Materialien: ggf. Bälle zum Rollen über Unterarm, weiche Massagebälle, Lotion.

Umsetzung: Eine kurze Entspannungsrunde: Die Pflegekraft zeigt den Senioren, wie sie sich selbst sanft massieren (z.B. Schulterkreisen, Nackenstrecken, sanftes Klopfen auf Arme). Alternativ reicht man jedem einen kleinen Massageball, mit dem er seinen Unterarm oder Fuß bewegt. Das Gefühl der Berührung aktiviert die Sinne und sorgt für Wohlbefinden. Der ruhige Rahmen senkt den Stresspegel.

Varianten: In der Gruppenform werden die Massagen gemeinsam im Sitzen geübt, während leise Musik läuft. In der Einzelbetreuung massiert die Pflegekraft sanft Hände oder Schultern des Bewohners und erklärt gleichzeitig, wie diese auch selbst üben können. Aufgaben wie „Geben Sie sich gegenseitig eine Handmassage“ sind denkbar, wenn eine zweite Person dabei ist.

Gruppen-Blumengesteck basteln

Materialien: Ein Sammelkorb mit verschiedenen frischen Blumen oder Zweigen, Blumendraht, Scheren, Vase(n) oder Blumengesteck-Grund.

Umsetzung: Die Senioren arbeiten an einer gemeinsamen Blumendekoration. Jeder kann Blumen auswählen und in Absprache mit den anderen in das Gesteck einfügen. Währenddessen spricht die Gruppe über Farben, Düfte und den Ort, wo das Gesteck stehen soll. Das Üben von Schneiden und Arrangieren beansprucht Feinmotorik und Kreativität. Am Ende kann die fertige Vase im Gemeinschaftsraum Platz finden, was den Stolz der Gruppe steigert.

Varianten: In kleineren Gruppen oder zu zweit arbeiten immer zwei Personen zusammen an einem kleinen Gesteck. In der Einzelbetreuung wählt die Pflegekraft ein paar Blumen und der Bewohner sortiert sie nach Farben, ohne größere Schnitte. Auch einfaches Einstecken in einen Steckschwamm schafft Erfolgserlebnisse für Behinderte.

Kerzen gießen oder -rollen

Materialien: Wachsplatten in bunten Farben, Kerzendochte, eventuell Förmchen (zum Beispiel alte Tubenhülsen).

Umsetzung: Jeder Teilnehmer erhält eine Wachsstreifen-Platte. Die Aufgabe ist, diese um einen Docht zu rollen, um eine Kerze zu formen. Die Pflegkraft hält dem Bewohner die Wachsplatte bereit und zeigt, wie man langsam wickelt. Nachträgliches Festdrücken (je nach Wachsart) sorgt für Stabilität. Diese feinmotorische Aufgabe übt Geschicklichkeit. Zum Abschluss kann jeder seine Kerze mit nach Hause nehmen oder beim gemeinsamen Kaffeetrinken anzünden.

Varianten: In der Gruppe kann ein Wettkampf daraus gemacht werden („Wer wickelt am schnellsten eine gleichmäßig hohe Kerze?“). In der Einzelbetreuung schneidet die Pflegekraft je nach Sehkraft die Wachsplatte vor, und der Senior rollt konzentriert. Auch Malen auf Kerzen (mit Wachs-Stiften) ist denkbar.

Natur-Collage basteln (Blätter, Kastanien, Co.)

Materialien: Gesammelte Naturmaterialien (Blätter, dünne Äste, Kastanien, Tannenzapfen), Bastelkleber, starkes Papier oder Karton.

Umsetzung: Die Gruppe sitzt um einen Tisch, auf dem verschiedene Naturmaterialien liegen. Die Senioren gestalten ein Gemeinschaftsbild: Sie ordnen gemeinsam Blätter und andere Fundstücke an und kleben diese auf ein großes Blatt. Dabei kann man über Jahreszeiten, spätes Grün im Herbst oder eigene Sammel-Erinnerungen sprechen. Die Tätigkeit aktiviert die Sinne (Sehen, Tasten) und fördert Planung (welches Teil passt wohin).

Varianten: In Kleingruppen entstehen mehrere kleine Bilder. Für die Einzelbetreuung werden Materialien reduziert (z. B. nur Kastanien und Laub) und die Pflegekraft greift mehr helfend ein, so dass weniger geklebt werden muss. Die Pflegekraft kann auch als „Freihandmaler“ dienen und der Senior wählt nur die Elemente aus.

Strick- und Handarbeitsrunde

Materialien: Wolle, dicke Stricknadeln oder Häkelnadel, eventuell einfache Strick-Projekte (Loop, Topflappen) bereitgelegt.

Umsetzung: Stricken oder Häkeln weckt oft Erinnerungen an frühere Handarbeiten. In der Runde kann jeder mit seinem Strick- oder Häkelprojekt arbeiten. Die Pflegekraft sorgt für passende Materialien und erklärt bei Bedarf die nächsten Maschen. Man kann auch gemeinsam einfache Textilstücke gestalten (z.B. Einen Bunten Schal aneinanderreihen). Die feinmotorische Übung lässt die Ruhe fördern und das Erfolgserlebnis, ein Stück Stoff entstehe, ist motivierend.

Varianten: In Gruppen kann ein kleiner Wettbewerb stattfinden (z.B. wer strickt die längste Maschenkette in 5 Minuten). In einer Eins-zu-eins-Betreuung lernt die Pflegekraft die Person eventuell wieder Stricken oder korrigiert sanft Technik. Bei Demenzkranken kann die Fadenrolle kreisen, um Sensorik anzuregen, ohne ein großes Ergebnis zu verlangen.

Perlen-Ketten basteln

Materialien: Grobe Perlen aus Holz oder Kunststoff, Schnüre mit Verschluss oder dicke Kordeln.

Umsetzung: Eine Bastelaktivität, die Feinmotorik und Designgefühl anspricht. Jeder wählt bunte Perlen aus einem Korb aus und fädelt sie nach eigenem Geschmack auf die Schnur. Gruppen können sich gegenseitig beraten („Diese Farbe finde ich hübsch“). Am Ende hat jeder ein eigenes Schmuckstück. Das Ergebnis kann stolz getragen oder der Gruppe präsentiert werden.

Varianten: In der Gruppe kann man eine Ketten-Wettbewerb machen (wer fädelt die meisten Perlen in 5 Minuten) oder Muster vorgeben (z.B. abwechselnde Farben). In der Einzelbetreuung greift die Pflegekraft ein, indem sie die Schnur hält, wenn jemand Hilfe braucht, oder indem sie die Perlen namentlich nennt und so zusätzlich das Gedächtnis anspricht („Ich nehme eine rote Perle, erinnere dich an die roten Blumen im Garten“).

Mal-Runde (Bilder malen)

Materialien: Papier, dicke Filzstifte, Buntstifte oder Wasserfarben, eventuell Vorlagen.

Umsetzung: Malen regt Kreativität und Achtsamkeit an. Die Senioren erhalten ein Thema (z.B. „Malt den Herbst“, „Mal ein Tier“, „Wie sah dein Haus als Kind aus“) und gestalten dazu Bilder. Dabei wird entspannt gezeichnet oder coloriert. Die Ergebnisse können sich alle gegenseitig zeigen und über die Inhalte sprechen. Dieses Spiel fördert vor allem die Feinmotorik der Hände und den Ausdruck. Es gibt keine richtigen oder falschen Bilder – der Prozess steht im Vordergrund.

Varianten: In der Gruppenaktivität kann man eine Galerie einrichten, in der Bilder aufgehängt und erklärt werden. In der Einzelbetreuung arbeitet der Betreuer eng mit einer Person zusammen: Er kann Anregungen geben und zusammen ein Bild skizzieren. Für Demenzkranke eignen sich auch Ausmalbücher mit großen Mandalas als Vorlage.

Mandala-Ausmalen

Materialien: Vorgezeichnete Mandalas oder Muster auf Papier, Buntstifte oder Filzstifte.

Umsetzung: Mandalas (kreisförmige Ausmalbilder) bieten Struktur und Konzentration. Jeder Senior erhält einen Ausdruck und kann die Flächen nach Belieben colorieren. Das wiederholende Ausmalen wirkt beruhigend und fördert gleichzeitig Geduld. Die Pflegekraft kann gemeinsame Farbwahl-Entscheidungen fördern („Welche Farbe soll die Blume bekommen?“) oder einfach die Stifte reichen. Dabei spricht man über die Farbwahrnehmung und genießt die farbliche Vielfalt.

Varianten: In der Gruppe kann man kleine Wettbewerbe veranstalten (z.B. wer hat das symmetrischste Bild). In der Einzelbetreuung kümmert sich die Pflegekraft nur um eine Person: Sie schlägt eventuell Farben vor und lobt jedes fertiggestellte Segment, um den Erfolg zu betonen.

Fotocollage aus Zeitschriften gestalten

Materialien: Alte Zeitschriften oder Prospekte, Scheren, Kleber, großes Papier als Unterlage.

Umsetzung: Die Senioren erhalten Zeitschriftenseiten und sollen Dinge herausschneiden, die ihnen gefallen (z.B. Naturbilder, Fahrzeuge, Küche). Anschließend kleben sie die ausgeschnittenen Bilder zu einer Collage zusammen. Gemeinsam entscheidet man über das Thema („Unser Traumgarten“ oder „Erinnerungen an Feste“). Beim Suchen, Auswählen und Einkleben werden visuelle und haptische Fähigkeiten eingesetzt. Gespräche über die gefundenen Bilder animieren zum Austausch.

Varianten: In der Gruppenarbeit erstellt man ein großes Gemeinschaftsplakat. In einer Einzelrunde wählt die Pflegekraft leichter zugängliche Bilder und hilft bei den Scherenbewegungen. Das gemeinsame Durchblättern der Zeitschriften ist an sich schon eine sinnvolle Beschäftigung.

Töpfern mit Knete oder Salzteig

Materialien: Selbsthärtende Modelliermasse oder salzbasierter Teig, Ausstechformen, Gliederdraht (für Kerzenständer als Beispiel).

Umsetzung: Alle sitzen um einen Tisch, bekommen eine Portion Knete. Die Aufgabe kann offen sein („Formt eine kleine Figur oder ein Symbol“), oder es können Schritt-für-Schritt-Anleitungen gegeben werden (z.B. Knettiere formen). Das Modellieren mit Händen trainiert die Motorik und schafft greifbare Ergebnisse. Anschließend kann man die Kunstwerke bemalen oder im Ofen (bei Salzteig) aushärten.

Varianten: In der Gruppenversion zeigen einige Senioren nacheinander ihr Werk und die anderen applaudieren. In der Einzelbetreuung greift die Pflegekraft sanft ein und bietet Formhilfen (z.B. Vorlage eines Gesichts aus einer Kugel formen). Düfte (Zimt im Salzteig) können das Erlebnis sinnlich anreichern.

Pflanzen in einen Topf setzen (Gärtnern)

Materialien: Kleine Blumentöpfe oder Balkonkästen, Erde, Topfpflanzen (z.B. Kräuter, Blumen) oder Samen. Schaufel, Gießkanne.

Umsetzung: Eine naturnahe Beschäftigung: Jeder Bewohner bepflanzt mit Erde und einer Pflanze seinen eigenen Topf. Dabei können Anleitungen gegeben werden („Setze die Pflanze in die Erde und drücke zu“). Die Aktivität spricht den Tastsinn an und bringt Erfolg, wenn die Pflanze (z. B. ein Kresse- oder Sonnenblumenkeimling) sprießt. Der Zusammenhalt entsteht durch gemeinsames Gießen und Ausmalen der Übertöpfe.

Varianten: In der Gruppe bezieht man alle ein, indem sie nacheinander Erde auffüllen oder Wasser geben. In der Einzelbetreuung assistiert die Pflegekraft stärker (etwa indem sie die Pflanze hält, während der Bewohner sie einpflanzt). Spätere Pflege der Pflanze kann als Folgeaktivität dienen und sorgt für langanhaltende Freude.

Gemeinsames Backen oder Kochen (z.B. Plätzchen)

Materialien: Einfache Zutaten für ein Lieblingsrezept (Mehl, Eier, Zucker; Keksausstecher; Backpapier), Küchenutensilien.

Umsetzung: Zusammen bereitet die Gruppe ein einfaches Rezept zu – etwa einen Kartoffelbrei, einen Obstsalat oder Weihnachtsplätzchen. Die Arbeitsaufteilung kann nach Fähigkeiten erfolgen (Rühren, Ausstechen, Würzen). Jeder Schritt wird erklärt und gemeinsam ausgeführt. Dieses normale Haushaltsprojekt bietet einen Sinn: Ein produktives Ergebnis entsteht, das genossen werden kann. Dazu gehört auch das gemeinsame Aufessen der gebackenen Kekse, was als Normalitätsprinzip und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls wirkt. Beim Backen werden Grobmotorik, Planung und Genuss zugleich gefördert.

Varianten: Bei demenziell veränderten Teilnehmern kann man statt Backen auch Teig kneten oder Früchte schneiden, um Erfolgserlebnisse zu garantieren. In der Einzelbetreuung bereitet die Pflegekraft die Zutaten vor, und der Bewohner hilft nur noch bei einzelnen Handgriffen (z. B. Ausstechen eines Kekses), um Überforderung zu vermeiden.

Musikalische Geschichten (Lieder passend erzählen)

Materialien: Liedertexte oder Musik, Bilder zu Geschichte (optional).

Umsetzung: Die Pflegekraft wählt ein bekanntes Lied und umrahmt es mit einer kleinen Geschichte. Zum Beispiel: „Wir fahren mit dem Rad zum Tiergarten“, begleitet von einem Kinderlied über Tiere. Die Senioren hören zu oder singen mit. Anschließend wird darüber gesprochen („Wollt ihr mal erzählen, wer noch Tiere zuhause hatte?“). Dieses Angebot verbindet Erzählen, Musik und Bewegung (kann auch im Sitzen simuliertes Radfahren zum Song sein). Durch die Verknüpfung von Musik und Erzählung werden verschiedene Hirnbereiche angesprochen und Freude geweckt.

Varianten: In der Gruppe können die Bewohner das Lied gemeinsam singen. Bei Einzelbetreuung sieht die Pflegekraft, welche Musik die Person mag, und liest etwa ein passendes Kinderbuch vor oder bringt Fotos mit, die zur Geschichte passen. Für Menschen mit Demenz sind bekannte Kinderreime oft zugänglich und regen zum Mitmachen an.

Brettspiele (z.B. Domino, Kniffel)

Materialien: Große Domino-Steine oder Kniffelwürfel und Block in großen Zeichen (Pokerkniffel auch mit Würfelbecher).

Umsetzung: Klassische Spiele mit einfacher Handhabung: Beim Domino werden Plättchen aneinandergelegt, beim Kniffel muss mit Würfelkombinationen gepunktet werden. Die Regeln werden sehr einfach gehalten. Ziel ist weniger der Wettbewerb, sondern das gemeinsame Beschäftigen. Bei Domino sprechen die Senioren jedes gelegte Plättchen aus; beim Kniffel würfeln alle einmal und besprechen gemeinsam die Ergebnisse.

Varianten: In der Gruppenrunde spielt man in Teams (zwei Teams an zwei Tischen gegeneinander). In der Einzelbetreuung würfelt der Bewohner gegen die Pflegekraft (oder den Computer) in vereinfachter Form (z.B. nur drei Würfe). So bleibt geistige Aktivität im Vordergrund, ohne zu überfordern.

Kartenspiele (z.B. Bingo, Rommé, UNO)

Materialien: Groß gedruckte Bingo-Lose oder einfache Kartenspiele mit wenigen Spielregeln.

Umsetzung: „Bingo“ kann mit Wortkarten (z.B. Bilder statt Zahlen) gespielt werden: Die Gruppe erhält Karten mit Bildern und hört, was gezogen wird („Stein“, „Baum“ etc.), bis jemand fünf in einer Reihe hat. Auch Klassiker wie Rommé oder UNO, adaptiert mit weniger Karten und Regeln, sind denkbar. Karte legen und Farben/Zeichen erkennen trainiert Gedächtnis und Entscheidung. Der soziale Aspekt steht im Vordergrund, denn alle warten gespannt, wer gewinnt.

Varianten: Im Gruppenbingo wird der Gewinner gefeiert, oft ziehen alle einmal. Bei Einzelspiel hilft die Pflegekraft beim Aufdecken und Zählen. Bei Rommé kann für Demenzkranke geboten werden, selbst eine Karte auszulegen, statt komplizierter Abläufe. UNO mit reduzierten Handkarten ist ebenfalls möglich und wirkt farbpsychologisch stimulierend.

Zahlen- und Rätselspiele (einfache Rechen- und Worträtsel)

Materialien: Große, gut lesbare Rätselhefte oder selbst gemachte Zettel mit Kreuzworträtseln, Sudokus (leicht), einfache Rechenaufgaben.

Umsetzung: Die Senioren bearbeiten gemeinsam leichte Kreuzworträtsel oder Rechenaufgaben (z.B. Kopfrechnen im Kopf oder mit Rechengirlanden). Man löst zusammen Zeile für Zeile, sodass jeder etwas beitragen kann. Hierbei werden Denkvermögen und Konzentration gefordert. Die Pflegekraft liest vor („Drei mal vier ist…?“) oder zeigt einen Zahnrätsel-Block. Jeder richtige Eintrag bringt ein Erfolgserlebnis.

Varianten: In der Gruppe kann man Tafel oder Whiteboard verwenden, sodass alle teilnehmen. Eine Einzelbetreuung kann auf die Interessen des Bewohners eingehen (z.B. Rätsel mit Lieblingswörtern der Person oder Stammrechnungen, die sie früher oft machte).

„Wer weiß es?“-Quiz mit Fragen

Materialien: Vorbereitung: ein paar Fragen aus Allgemeinwissen oder zur lokalen Geschichte (evtl. in Großschrift auf Kärtchen).

Umsetzung: Der Spielleiter liest Fragen vor, und die Senioren dürfen antworten. Das können historische Fragen sein („Wie heißt die Hauptstadt von Deutschland?“) oder persönlichere Rätsel („Welcher Feiertag kommt nach Christi Himmelfahrt?“). Es wird nacheinander geraten. Bei falschen Antworten kann die Gruppe gemeinsam weiter grübeln. Dieses Ratespiel reizt das Wissen und lädt zum Erinnern ein.

Varianten: In der Gruppe spielen alle mit, lauter wird überlegt. In der Einzelbetreuung wird eine Person direkt gefragt. Man belohnt richtige Antworten mit Punkten oder einfach Applaus, sodass ein Spannungsbogen entsteht.

Satzergänzungs-Spiel (Erinnerungswortschatz)

Materialien: Keine, ggf. vorbereitete Halbsätze auf Zetteln.

Umsetzung: Ein Teilnehmer beginnt mit einem Satzanfang (z.B. „Als ich Kind war, habe ich gerne…“). Der nächste ergänzt den Satz oder setzt eine Fortführung an. Dies reihum zu tun, erfordert schnelles Denken und bedient oft persönliche Erfahrungen („…mit meinen Freunden gespielt.“). Solche Spiele wecken Erinnerungen und fördern Sprache. Es gibt kein Richtig oder Falsch – jede Ergänzung wird bejaht.

Varianten: In der Gruppenrunde wird freier formuliert, jeder kommt dran. Bei Einzelangeboten kann der Betreuer dem Bewohner Schlüsselwörter vorgeben oder Bildkarten zeigen, um das Denken anzuregen. Eine verwandte Variante ist, gemeinsam einen (ziemlich offiziellen) Satz zu beenden, etwa aus der Zeitung vorgelesen und als Eislauf spielen.

Foto-Memory (Karten mit alten Familienfotos)

Materialien: Paarweise vorhandene Bilder aus dem Leben der Bewohner (Fotoalben, digital ausdruckbare Schnappschüsse). Karten aus glattem Material.

Umsetzung: Ähnlich wie beim normalen Memory wird mit eigenen Bildern gespielt. Beispielsweise werden je zwei Fotos gedruckt (zwei identische Familienfotos, Tierfotos aus früheren Zeiten). Die Karten verdeckt ausgelegt versucht man, die Paare zu finden. Das Besondere: Bei jeder Aufdeckung zeigt sich meist ein bekanntes Gesicht oder ein Ort, den der Spieler eindeutig wiedererkennt. Dies ruft persönliche Geschichten hervor und verbindet Gedächtnisübung mit Biografiearbeit.

Varianten: In der Gruppenvariante können Karten verschiedener Senioren gemischt werden, wobei dann alle erraten, welches Paar zu wem gehört. In der Einzelbetreuung stellt die Pflegekraft sicher, dass alle Fotos für die Person vertraut sind (z.B. nur Bilder aus ihrer Jugend). Jedes gefundene Paar wird dann ausführlich besprochen, was zu Gesprächen anregt.

Stille Post (Weitererzählen einer Nachricht)

Materialien: Kein Material nötig, optional ein einfacher Satz.

Umsetzung: Die Gruppe bildet einen kleinen Kreis. Die erste Person erhält einen einfachen Satz oder Wort („Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“). Sie flüstert ihn leise der nächsten ins Ohr, diese der dritten, usw., bis der letzte die Nachricht laut wiederholt. Meist ist die ursprüngliche Aussage stark verändert („Ein Honig fällt...“). Dieses Spiel sorgt für Lachen und trainiert Hören, Gedächtnis und Aussprache.

Varianten: Für Demenzkranke kann man die Nachricht zuerst auf Karte lesen lassen und dann weitergeben, damit zumindest das visuelle Gedächtnis unterstützt. In Einzelbetreuung kann man rückwärts spielen: Der Betreuer sagt den Satz und lässt die Person nachsprechen, so dass die Botschaft sicherer ankommt.

Gefühle darstellen (Gefühlskarten & Pantomime)

Materialien: Karten mit einfachen Emoji-Gesichtern oder gezeichneten Symbolen für verschiedene Gefühle (Freude, Trauer, Wut, Überraschung etc.).

Umsetzung: Eine Karte wird gezogen und hochgehalten. Die Gruppe bespricht kurz, in welcher Situation man so aussehen könnte. Dann stellen alle das Gesicht dazu nach oder zeigen eine kleine Geste (z.B. stolpern bei „Überraschung“). Dies sensibilisiert für Emotionen und fördert soziales Verständnis. Zudem wird sprachloses Einfühlungsvermögen geschult.

Varianten: In der Gruppe können kleine Theaterszenen improvisiert werden („Stell dir vor, das Telefon klingelt und du bist müde“). In der Einzelbetreuung wird vermehrt erklärt, und die Pflegekraft kann die Haltung korrigieren oder loben. Das Zuwenden zu Gefühlen kann Therapeutisch wirken, da man lernt, über Befindlichkeit zu sprechen (wenn Sicherheit gegeben ist).

Pantomime-Rate-Spiel

Materialien: Zettel mit Begriffen aus Alltag oder Hobby (z.B. „Brief schreiben“, „Auto fahren“, „Tee kochen“, „Auto waschen“).

Umsetzung: Eine Person zieht verdeckt einen Zettel und stellt den Begriff pantomimisch dar (ohne Worte). Die anderen raten, was dargestellt wird. Der Darsteller darf keine Gegenstände verwenden und nur Körpersprache. Dieses Spiel bringt viel Vergnügen und fördert Nonverbalkommunikation sowie kreatives Denken. Bei erfolgreichen Raten wird gemeinsam gelacht und gefeiert.

Varianten: In der Gruppe dürfen mehrere Personen gleichzeitig pantomimisch agieren (doppelt witzig). In Einzelbetreuung spielt die Pflegekraft mit: Sie zieht ein Wort, der Bewohner stellt dar und die Pflegerin rät oder umgekehrt. Man wählt Begriffe einfach, damit die Menschen mit Demenz durch Gestik leichter mitraten können.

Sitztanz-Disco (Gruppentanz)

Materialien: Lautsprecher mit lebhafter Musik (Swing, Rock ’n’ Roll, Schlager), evtl. bunte Tücher oder Hüte zum Schwingen.

Umsetzung: Ähnlich wie der Sitztanz Nr.1 wird diesmal ein kleines „Disco-Erlebnis“ simuliert. Jeder darf, sitzend oder stehend, zu rhythmischer Musik tanzen – z.B. mit Armbewegungen oder Tanzschritten an Ort. Bei schneller Musik klatscht die Gruppe im Takt mit. Dies bringt Energie ins Spiel, kurbelt die Durchblutung an und vermittelt ein fröhliches Event-Gefühl. Gerade für mobilere Senioren kann man mit einfachen Tanzschritten für Abwechslung sorgen.

Varianten: In Gruppen kann man Requisiten hinzufügen: z.B. Lichter an der Decke, oder jemand als DJ. In der Einzelbetreuung wählt man Musik, die der Person gefällt, und macht eine private Tanzparty. Der Betreuer (oder Angehörige) kann auch mithüpfen, um zusätzliche Bewegungsanreize zu geben.

Modenschau aus Erinnerungen (Kleidung präsentieren)

Materialien: Alte Hüte, bunte Schals, Vintage-Kleidungsstücke (evt. zum Anziehen), oder Fotos von alten Mode-Prospekten.

Umsetzung: Senioren bringen aus ihrem Kleiderschrank (oder erhalten von der Gruppe) Kleidungsstücke vergangener Zeiten. Jeder darf nacheinander etwas anprobieren oder vorzeigen und erzählen, wann er so ein Kleidungsstück getragen hat. Beispielsweise zieht einer einen alten Hut auf und berichtet, dass er den früher zur Hochzeit trug. Das bringt Erinnerungen hervor und verbindet Mode mit Erzählungen aus dem Leben. Die Gruppe applaudiert und kommentiert höflich.

Varianten: In der Gruppe kann eine kleine Wahl stattfinden („Wer hat das schickste Outfit?“). Bei Einzelbetreuung sucht die Pflegekraft vielleicht passende Kopfbedeckungen heraus und assistiert beim Anziehen. Auch ohne echtes Ankleiden kann man aus Fotos aus Zeitschriften Kleidungsstile zeigen und darüber sprechen.

Mode-Quiz (Alte Fotos/Mode-Quiz)

Materialien: Fotos historischer Modetrends oder bekannte Persönlichkeiten in typischer Kleidung (auf Karten), Modeinstrumente oder Stoffproben.

Umsetzung: Ähnlich dem Promi-Quiz errät die Gruppe nun Mode-Jahre oder -Kleider. Ein Bild wird gezeigt (z.B. eine abenteuerliche 70er Jahre Frisur oder Schlaghose). Die Senioren raten das Jahrzehnt oder die bevorzugte Person. Man kann auch Muster an Stoffen fühlen („Welche Mode erinnert euch an die 50er?“). Dieses Ratespiel spricht visuellen sowie taktilen Sinn an und weckt nostalgische Assoziationen.

Varianten: In der Gruppenform teilen sich die Senioren in Teams (z.B. 50er vs. 60er Mode). In der Einzelbetreuung nimmt die Pflegekraft persönliche Kleidungsstücke (wie Schals oder Krawatten der Person) und lässt raten, von wann sie stammen, um Vertrautes einzubeziehen.

Lotto (Zahl- oder Bilderlotto)

Materialien: Vom Hersteller vorgedruckte Lotto-Spielbretter mit großen Bilden oder Zahlen (alternativ selbst gemachte mit Bildern von Obst, Tieren, Gegenständen).

Umsetzung: Jeder erhält ein Lottoblatt. Die Spielleitung zieht Kärtchen aus einem Beutel und zeigt sie in die Runde: z.B. Bild einer Katze oder Zahl 27. Wer dieses auf seinem Blatt hat, markiert es (mit einem Chip oder Kreuz). Gewinner ist, wer eine Reihe oder das volle Blatt zuerst zusammenhat. Lotto trainiert Wahrnehmung und dauert so lange, wie man spielen möchte. Außerdem gibt es kleine Rührung bei jedem „Lotto!“ des Gewinners.

Varianten: In der Gruppenrunde wird klassisch gespielt. Bei Einzelbetreuung spielt man „Bingo 2.0“: Die Pflegekraft zieht und legt gemeinsam mit einer Person ein Blatt. Oft genügt aber auch ein kleines Memory-Spiel mit gleichen Bildern. Für Demenzkranke gibt es spezielle Lotto-Kartenspiele mit vertrauten Motiven oder nur 2×2 Felder.

Vorleserunde (Geschichten vorlesen)

Materialien: Ein mitreißendes Buch (Kurzgeschichten, Märchen oder Heimatgeschichte), Gedichtbände, ggf. ein digitales Lesegerät.

Umsetzung: Entspannter Kreis: Ein Betreuer oder eine ehrenamtliche Person liest eine kurze Geschichte vor. Die Senioren hören zu, können gelegentlich die Bilder betrachten oder mitsprechen, wenn ein bekanntes Wort vorkommt. Anschließend kann man über den Inhalt reden („Worum ging es?“, „Hat euch die Geschichte an etwas erinnert?“). Das Angebot fördert Sprache, Konzentration und das Gedenken an Themen. Vor allem bei Menschen mit Demenz bleibt oft der Sinn einer Geschichte noch gut erhalten.

Varianten: In der Gruppe lässt die Pflegekraft jeden vorlesen, der mag. Auch kurze Gedichte oder Liedertexte können vorgelesen werden. In der Einzelbetreuung kann sich die Pflegekraft vorlesen lassen oder selbst als Vorlesepartner teilnehmen, um das Zuhören zu erleichtern.

Foto-Erinnerungstisch (Fotos anschauen & erzählen)

Materialien: Verschiedene Fotos oder Postkarten, die im Raum herumliegen (z.B. alte Ferienbilder, Familienbilder, Bilder berühmter Orte).

Umsetzung: Auf einem Tisch werden mehrere Fotos ausgelegt. Jeder Bewohner schaut die Fotos nacheinander an und erzählt, was er darauf erkennt oder wie er sich damit verbindet. Man kann gezielt fragen („Erkennst du diese Stadt?“) oder einfach die Erinnerungen frei austauschen lassen. Dieses Angebot kombiniert visuellen Input mit freier Erzählung. Es schafft oft sehr persönliche Momente und trainiert das autobiografische Gedächtnis.

Varianten: Bei Gruppen sitzt jede Person vor einem Foto und erklärt es der Runde. In der Einzelbetreuung zeigt die Pflegekraft ein Foto nach dem anderen und hakt gezielt nach Erinnerungen („Was machst du auf diesem Bild?“). Auch Bildkarten mit saisonalen Themen oder Feiertagen sind möglich, um Emotionen zu aktivieren.

Sujet Kreative Beschäftigungen

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