Passa al contenuto principale

Siehst du beim Wort „Aggression“ auch gleich rot?

Ag-gredi - heranschreiten, auf etwas zugehen

STOP DEPRESSING - START EXPRESSING 

Sträuben sich dir beim Wort „Aggression“ auch sofort die Nackenhaare, ziehst du scharf die Luft ein und gehst in Ver­teidigungshaltung? 

Heutzutage ganz normal.

In früheren Zeiten bestand dazu kein Anlass. Der Ursprung des Worts ist lateinisch und setzt sich zusammen aus den Bestandteilen „ad-“ (zu oder heran) und „gradire“ (schreiten, gehen). Das Wort war also ganz neutral und bedeutete „heranschreiten“ oder „auf etwas zugehen“. 

Erst im 19. Jahrhundert wurde das Wort für körperliche Angriffe verwen­det. Und die im 20. Jahrhundert aufkommende Psychologie versah das Wort mit seiner heutigen Bedeutung, nämlich der von feindseligem Ver­halten mit der Konnotation von Gewalt.

 

Aggression ist heute durch­weg negativ belegt. Dabei kann sie durchaus etwas ganz Gesundes sein. Sie sind überlebenswichtig. In der Aggression ist der Körper geflu­tet von Hormonen und Botenstoffen, die dich kampfbereit machen. Die Muskeln sind angespannt, Puls und Blutdruck steigen. Ausgelöst wird dieser Zustand von unterschiedlichsten Faktoren, die noch dazu höchst individuell sind. Manchmal reicht ein Wort und jemand fährt aus der Haut, je­mand erinnert sich an eine Situa­tion, in der er in Bedrängnis war oder jemand erlebt eine ganz reale Gefahr. 

Mir kommt in diesem Zusammenhang gerade eine Erinnerung in den Sinn, als ich einmal eine solche Aggression (eine gesunde) erlebte - und instinktiv auslebte. Ich war am Strand. Urlaub. Relaxen war angesagt. Es war etwas windig an dem Tag und wir hatten einen Sonnen­schirm als Sonnenschutz dabei, der locker in den Boden ge­steckt war. Auf einmal riss eine Windböe den Schirm aus den Bo­den und er kasperte, Metallstange voraus, über den gut besuchten Strand. In Nullkommanix war ich auf den Beinen und rannte dem Schirm hinterher, hatte ihn auch rasch eingefangen, bevor er jemanden ver­letzen konnte. Das hätte böse ins Auge gehen können. Mein Begleiter, über 1,90 m groß und Sportler, meinte nur: „Ich wusste gar nicht, dass du so schnell rennen kannst.“ Er hatte die Gefahr überhaupt nicht erkannt! 

Dies ist nur ein Beispiel von vielen aus dem Alltag, dass Aggression bzw. unsere evolutionär angelegte Fähigkeit zu Kampf oder Flucht etwas Gutes ist, denn Sie hilft uns beim Überleben und Schaden für uns und andere abzuwenden.


STOP DEPRESSING - START EXPRESSING 

Jetzt haben mir auf meine letzte Mail einige Menschen geschrieben, sie hätten Angst vor ihrer Wut. Sie fürchten, sie könne sich zerstörerisch auswirken. Eine schrieb, was ich ein wunderbares Beispiel finde: „Ich kann ja nicht den ganzen Tag Holz hacken!“ In der Tat, das wäre dann doch zu zermürbend. 

Die Furcht vor der zerstörerischen Kraft der Wut verstehe ich sehr gut. Ich selbst hatte Zeiten in meinem Leben, da war die Wut in mir so stark, dass ich am liebsten um mich geschlagen hätte. Zu der Zeit hätte ich mir beinahe einen Sandsack in der Wohung gehängt oder wäre zum Boxtraining gegangen - beides habe ich nicht getan. Es wäre bestimmt gut für mich gewesen.

Ich hab dieses Gefühl so stark in mir gespürt - und es wieder und wieder nieder­gerungen, mich abgelenkt, sie im Alkohol ersäuft, mit Sarkasmus überspielt. Damit erlaubte ich der Wut, ihre zerstörerische Kraft doch zu entfalten. Allerdings richtete sie sich aus­schließlich gegen mich selbst. Das Ergebnis: totale Erschöpfung. 

Heute kenne ich andere Wege, mit der Wut umzugehen. Das Niederschreiben ist eine davon. In Worte fassen. Dem Papier anvertrauen und alles rausschreiben.


STOP DEPRESSING - START EXPRESSING 

Eine an­dere, elementarere und wichtigere Form des Um­gangs ist es, die Wut wirklich zu fühlen und dem Körper zu er­lauben, sie physisch durchzuagie­ren. Die Botenstoffe im Körper sind ja immer noch da, da kann ich seitenweise schreiben und sie gehen nicht weg.

Holzhacken ist hier durchaus zielführend. Aber auch

🥊 in ein Kissen boxen

👊 die Fäuste ballen

💪 ein dickes Handtuch mir aller Kraft wringen

😖 eine Wutgrimasse machen und dabei laut „aaarrighhh“ von sich geben

🦶mit den Füßen aufstampfen

und ähnliches

Es muss jedenfalls niemand Zweites beteiligt sein, der etwas davon ab­bekommt, auch nicht das Tisch­bein oder der geliebte Teddy.

 

Nachdem du die Wut auf diese Weise ausagiert hast und deine Muskeln sich wieder entspannen, gibt dein Nervensystem das Signal: okay, es ist vorbei, alles kann wieder in den Ruhemodus zurück. Die körperliche Aktion ist dabei unbedingt notwendig, denn die Nerven in den Muskeln geben das Signal zur Entspannung. 

Wenn du nur darüber nachdenkst: okay, ich bin jetzt wütend, dann aber untätig bleibst und dir sagst: ach, ist doch egal, übernehme ich die Aufgabe halt auch noch, bleibt dein Körper im Stressmodus und kann Adrenalin & Co nur unzureichend abbauen.


STOP DEPRESSING - START EXPRESSING 

Ob mit Angst vor deiner Wut oder ohne: wenn du dich dem nähern möchtest und es ausprobieren, dann schreib mir und wir machen das gemeinsam. Am 29. Juli 2026 um 10 Uhr ist der nächste Gruppen-Termin fürs Tirade-Schreiben. Wenn du da nicht dabei sein kannst oder sowieso lieber allein mit mir zusammen probieren willst, wie das geht, dann schreib mir.

So ein Termin dauert ca. 30 Minuten­, in der Gruppe sicher etwas länger, weil wir uns danach, wenn gewünscht, über unser Erleben austauschen können.

 

Lass nicht zu, dass alte oder frische Wut dich von innen heraus zerfrisst. Wut ist der Startpunkt für Veränderung. Sie ist der Motor hinter Revolutionen und dafür, für die eigenen Rechte und Grenzen einzustehen. Halte nicht mit ihr hinterm Berg, sondern setze ihre Energie konstruktiv und kreativ in deinem Interesse ein - oder in dem von anderen. Es kann nur guttun.

Ich bin für dich da und begleite dich in dem Prozess.

 

Für heute liebe Grüße,

Deine Andrea 
Create your life & art journal 🌿

PS: Hat etwas in dir bei der Nennung des Termins gleich "ja" gesagt und du kannst es zeitlich sogar einrichten? Dann sichere dir gleich deinen Platz, indem du dir dein Ticket fürs Tirade-Schreiben holst. Es kostet 49 € und du kannst hier buchen:

Auch einen Einzeltermin kannst du dir damit sichern. Schreib mir dann nur auch gleich nach der Buchung, damit wir einen Termin ausmachen können.

Argomento Inspiration

0 commenti

Vuoi essere la prima persona a commentare?
Abbonati a Wild & Sacred-Jahreskreis e avvia una conversazione.
Sostieni