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Guten Morgen,

heute geht es um eine Frage, die viele beschäftigt: Soll ich zusätzlich noch etwas einnehmen oder lieber nicht?

Zwischen Empfehlungen aus dem Internet, gut gemeinten Tipps und eigenen Recherchen entsteht schnell Unsicherheit. Was davon ist sinnvoll? Was ist harmlos? Und wo wird es riskant?

In dieser Folge (Öffnet in neuem Fenster) spreche ich mit Dr. Judith Büntzel darüber, wie man diese Entscheidungen besser einordnen kann. Und was konkret hilft, um Risiken zu vermeiden, ohne die eigene Handlungsfähigkeit zu verlieren.

Selbstmedikation bei Krebs? – Dr. Judith Büntzel über Wechselwirkungen und integrative Onkologie · Folge 39

Viele Patient:innen mit Krebs beschäftigen sich mit zusätzlich eingenommenen Vitaminen oder pflanzlichen Präparaten. Sie recherchieren über Vitamin C, Vitamin D, Antioxidantien, Selen, Zink, Ginkgo, TCM-Kräutermischungen und Vitamin B12 oder bekommen es aus dem persönlichen Umfeld empfohlen. Und stoßen dann schnell auf widersprüchliche Informationen. Das verunsichert.

Dr. Judith Büntzel (Öffnet in neuem Fenster) spricht darüber, wann Selbstmedikation sinnvoll sein kann und wann Risiken entstehen. Sie erklärt, dass hochdosierte Vitamine keine Leitlinienempfehlung haben, Vitamin E bei Strahlentherapie problematisch sein kann, Substanzen wie Amygdalin („Vitamin B17“) potenziell gefährlich sind, dass Mangelernährung und Kachexie den Krankheitsverlauf beeinflussen und Tumorerkrankungen selbst Thrombosen oder Blutgerinnungsstörungen hervorrufen können.

Wir besprechen Wechselwirkungen, Polypharmazie, und die Frage, warum diese Risiken im klinischen Alltag nicht erkannt werden, weil Präparate bei Selbstmedikation nicht offen angesprochen werden. Es geht um Komplementärmedizin, Alternativmedizin, konventionelle Medizin und integrative Onkologie und Dr. Büntzel erläutert, wo die Grenze zur Scharlatanerie verläuft.

Aufgezeichnet beim Deutschen Krebskongress im Februar 2026.

Drei Learnings aus dieser Folge

  1. Eigeninitiative ist sinnvoll, aber nicht risikofrei. Selbst etwas tun zu wollen ist wichtig für die Krankheitsverarbeitung. Problematisch wird es, wenn Maßnahmen ohne Rücksprache erfolgen. Sprich alles offen an, bevor du etwas einnimmst.

  2. Nahrungsergänzung nur bei nachgewiesenem Mangel. Hochdosierte Vitamine bringen keinen belegten Nutzen und können schaden. Supplemente sind nur dann sinnvoll, wenn ein Mangel im Blut nachgewiesen ist.

  3. Wechselwirkungen sind oft unsichtbar. Pflanzliche Präparate, Antioxidantien oder Kombinationen mehrerer Mittel können Therapien beeinflussen. Ohne Kommunikation bleiben Risiken unentdeckt. Transparenz ist ein zentraler Schutzfaktor.

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Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.

© 2026 Der Podcast wird gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.

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