Hallo,
die Kopfschmerz-Expertin Dagny Holle-Lee schrieb diese Woche eine Kolumne in der Medical Tribune (Öffnet in neuem Fenster) über die Behandlung schwangerer Patientinnen. Darin kritisiert sie ihre Ärztekolleginnen und -kollegen dafür, bei werdenden Müttern so viel Vorsicht walten zu lassen, dass es manchmal Vernachlässigung ist.
Holle-Lee schreibt:
"Lieber nichts machen" klingt vorsichtig und verantwortungsvoll. Es ist aber ebenfalls eine Entscheidung für etwas – und nicht immer die beste.
Ich habe das genauso erlebt. Als ich 2010 das erste Mal schwanger werden wollte, nahm ich Antidepressiva. Bevor wir aufhörten zu verhüten, fragte ich meinen Psychiater und meine Gynäkologin, ob irgendetwas dagegen spräche. Beide sagten Nein. Ich könne einfach absetzen, sobald ich schwanger sei. Zwei Wochen später war ich das und hörte auf, die Tabletten zu nehmen. Auch gegen meine Migräneattacken nahm ich während der Schwangerschaft nichts, aber das war das kleinere Problem.
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Das größere war: Die Depressionen kamen zurück, mit Wucht, aber ich wollte es sehr lange nicht wahrhaben. Dass man als junge Mutter mit Säugling viel heult, schlecht schläft, komplett durch den Wind ist - normal, oder nicht?
Als ich irgendwann doch zu meinem Psychiater ging und sagte, es ginge mir nicht so gut, meinte der, ich müsse sofort abstillen, damit er mir etwas verschreiben könne. Kurze Zeit später war ich in der Psychiatrie.