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Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll.

Du liest den fragdianne-Newsletter - ehrlich, direkt und ohne Tabus.

Jede Woche geht es hier um Sexualität, Körper, Kommunikation und das, was wir oft nicht laut aussprechen.

Doch seit 2 Wochen finde ich selbst kaum Worte.

Wenn das Leben plötzlich dazwischenfunkt

Ich wollte in diesem Newsletter eigentlich über ein ganz anderes Thema schreiben.

Ich war zum Beispiel vor zwei Wochen auf den Medientagen in München und der dazugehörigen Nacht der Medien nach der Verleihung des blauen Panthers. (Vielleicht schaffe ich es die nächsten Tage einen Recap darüber auf Insta zu erstellen…)

…oder eine kritische Einschätzung des No-Nut-Novembers - eine jährliche Internet-Challenge, bei der Menschen mit Penis im gesamten Monat November auf Masturbation, Pornografie und alle sexuellen Aktivitäten verzichten, die zum Orgasmus führen können. Natürlich in einem witzigen Reel verpackt…

Ja, das wäre die Dianne, die ich euch im Internet zeige.

Aber manchmal hält das Leben einfach an - mitten im Alltag, mitten in Projekten, mitten in Plänen.

…dann kommt da dieser Anruf mit einer schlimmen Nachricht, die uns als Familie (mal wieder) aus dem Gleichgewicht bringt.

Seitdem ist (mal wieder) nichts mehr selbstverständlich:

Nichts.

Und während ich versuche, den Tag zu strukturieren, Nachrichten zu beantworten, Termine abzusagen, mir Hilfe zu holen, merke ich:

Das Leben ist nie planbar.

Zwischen Kontrolle und Loslassen

Ich bin eine Person, die Dinge gerne versteht.

Ich will wissen, warum etwas passiert, was ich tun kann, wie ich helfen kann.

Aber manchmal gibt es Momente, da bleibt nur eins: aushalten.

Ich habe in den letzten Tagen oft da gesessen - still, hilflos, mit einem Knoten im Bauch.

Und ich musste mir selbst sagen:

„Du kannst nicht alles kontrollieren. Du kannst nicht alles erklären. Was du kannst, ist da zu sein.“

Das sage ich doch auch immer zu euch: Das Wichtigste ist: Da zu sein.

Doch gerade fühlt sich Dasein zu wenig an.

Und das macht es verdammt schwer.

In meiner Arbeit spreche ich ständig über Kommunikation, über Grenzen, über das, was unausgesprochen bleibt.

Und plötzlich merke ich: Ich bin jetzt selbst in dieser Stille und Sprachlosigkeit.

Ich schreibe euch das, weil es sich nicht mehr richtig anfühlt, einfach im Programm weiterzumachen.

7 Monate hab ich das jetzt gemacht und es war bis jetzt genau der richtige Ausgleich zur Krisensituation.

Ich bin Angehörige eines an einem Hirntumor erkrankten Menschen.

Nachdem meine Mutter vor 10 Jahren nach einem geplatzten Hirnaneurysma 3 Monate im Koma lag und eine meiner besten Freundinnen aus Jugendzeiten an einem geplatzten Hirnaneurysma plötzlich verstorben ist, gibt es da viele Gefühle aufzuarbeiten.

Resilienz ist das, was ich seit meiner Kindheit perfekt beherrsche, doch jetzt muss ich lernen, allen meinen Gefühlen Raum zu geben.

In der Therapie arbeite ich hauptsächlich mit diesen unterdrückten Gefühlen und sie wollen raus und ich bin bereit. Was gibt es wichtigeres als die Gesundheit? - Körperlich UND mental!

Ich muss nicht immer funktionieren. Kann ich auch nicht mehr. Denn eine Folge der unterdrückten Gefühle sind Panikattacken… (Darüber vielleicht ein andermal mehr, wenn es dich interessiert.)

Ich hoffe, dass genau diese Momente - die echten, die ungeschönten - uns als Community miteinander verbinden.

Und vielleicht liest heute eine weitere Person diesen Newsletter, bei der ein ihr nahestehender Mensch gerade selbst durch eine schwere und unkontrollierbare Zeit geht und somit sie selbst auch!

Diese Woche gibt’s also nur diesen ehrlichen Moment.

Und vielleicht ist das genug.

Ich weiß nicht, wie die nächste Zeit wird.

Aber ich weiß, dass es weitergeht -

irgendwie, irgendwann, Schritt für Schritt.

Danke, dass du bis hierhin gelesen hast.

Danke, dass ich dir das schreiben darf.

Danke, dass du da bist!

Melde dich gerne, wenn du dich in einer ähnlichen Situation befindest und lass uns gemeinsam weniger einsam sein ❤️

Alles Liebe,
Dianne

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