Geduld ist nicht meine Kernkompetenz

Ein Essay über das Warten, Wachsen und das wilde Wiesel in mir.
Geduld.
Ein Wort, das in spirituellen Zirkeln mit andächtiger Ehrfurcht rezitiert wird – gleich einem geheimen Mantra der Erleuchteten. Für mich hingegen klingt es in etwa so verlockend wie „Rückstau“, „Wartezimmer“ oder „bitte Geduld, der nächste freie Mitarbeiter ist gleich für Sie da“.
Mit Verlaub: Geduld ist nicht meine Kernkompetenz.
Ich bin eine Frau der Tat. Eine, die gestalten, greifen, anpacken will. Ich will nicht abwarten, ich will wirken. Ich will nicht „mal schauen“, ich will machen. Und ich will vor allem nicht „noch ein wenig Geduld haben“, wenn sich das Leben ohnehin schon mit Verzögerungstaktiken gegen mich verschworen hat.
Datum
15.07.2025
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