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Zwischen Klang und Kompromiss

Ich habe zwei Cochlea-Implantate.

Und ja – ich bin glücklich.

Tief, ehrlich, dankbar glücklich.

Ich empfinde es als Privileg, hören zu dürfen, an Gesprächen teilhaben zu können, mich in dieser vielstimmigen Welt nicht vollständig verloren zu wissen. Diese Technik bedeutet mir mehr, als Worte fassen können – sie ist Brücke, Anker, Verbindung.

Und doch: meine Behinderung bleibt.

Die Ertaubung ist kein Kapitel, das man einfach zuschlägt, wegschieben und zumindest für einen Tag vergessen kann. Sie ist Teil meines Lebens, allgegenwärtig, leise, fordernd.

Es gibt Momente, in denen sie mich unmissverständlich erinnert: an Grenzen, an Kompromisse, an kleine Verluste im Großen.

Wenn ich mit meiner Familie fernsehe, nutze ich Zusatztechnik – Telespule und Ringschleife, um den Ton direkt in meine Hörsysteme zu leiten. Das ermöglicht mir, Filme und Dokumentationen zu verstehen, selbst wenn Untertitel fehlen oder das Sprachverstehen schwankt.

Doch in diesem Moment bin ich akustisch von meiner Umgebung abgeschnitten – kein Lachen, keine Zwischenfrage, kein Geräusch erreicht mich. Nur der reine Ton des Programms.

Ein Kompromiss, der manchmal schmerzt, weil Gemeinschaft plötzlich Stille bedeutet. Familie oder Film.

Manchmal kann ich durch eine spezielle Einstellung wenigstens auf einem Ohr das Mikrofon aktiv lassen – ein feines Gleichgewicht zwischen Innen und Außen.

Dies ist kein Zwang, sondern eine Option. Ein bewusster Kompromiss, den ich wähle, um zumindest auf einem Ohr lautsprachlich erreichbar zu bleiben – mitten im Leben, nicht daneben.

Denn so banal es klingt: Fernsehen ist nicht nur Unterhaltung. Es ist gemeinsames Erleben. Nähe im Kleinen.

Und doch wünsche ich mir am Abend keine akustische Höchstleistung, sondern Berieselung. Mein TV-Abend mit der Familie ist kein Hörtraining, sondern Abschalten.

Ein bisschen triviale Weltflucht, ein Stück Normalität, das ich mir bewahre.

Doch selbst hier hat die Technik ihre Tücken. Besonders beim Bezahlprogramm mit dem “angefutterten Apfel” – die Verbindung reißt ab, gern alle paar Minuten, manchmal für Sekunden, manchmal komplett. Der Ton stolpert, bleibt hängen irgendwo zwischen Sender und Empfänger. Dann hilft nur eines: Untertitel.

Mitlesen statt Berieseln lassen.

Auch das – ein Kompromiss.

Und außerhalb der eigenen vier Wände?

Beim Mittagessen beim Griechen, im Café, bei Gesprächen mit Freunden, liegt das kleine Mikrofon meist griffbereit auf dem Tisch.

Zumindest theoretisch.

Denn ehrlich gesagt

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