Die Tickets für kommende Lese-Termine (Wien – gratis, Leipzig, Graz und Innsbruck im Mai) findest du wie immer auf jankovska.de (Öffnet in neuem Fenster). Save the date, spread the vibe with your Bestie oder bestell dir für Leipzig (Öffnet in neuem Fenster) gleich das Ticket. Der Rest ist noch nicht online.
Ich wäre dann übrigens bereit, Vater zu werden.
Meine Karriere läuft top, Fuckgirl (Öffnet in neuem Fenster) geht nach drei Wochen in die 2. Auflage, das Hörbuch kommt im Mai und das nächste Buch ist mental schon halb in the making. Das wird groß!
Aber, irgendetwas fehlt mir statustechnisch.
Weißt du, ich hätte inzwischen total Bock nach so einer anstrengenden Tour in die aufgeräumte Wohnung zu kommen und da sitzt mein cute angezogener Offspring. Das stell ich mir total geil vor, wie der zu mir rennt, wenn ich den Flur betrete und meine Taschen mit einem großen Ächzen auf den Boden fallen lasse.
Du küsst mich und sagst, dass du mich vermisst hast; fragst, wie so die Lesungen waren und das Hotelzimmer. Ob das Frühstück eh gepasst hat. Dass ich dort ein bisschen auf Apps gewischt habe, erzähle ich dir natürlich nicht, das würde dich nur verunsichern.
Außerdem wollte ich sowieso nur schauen.
Ich kann mir das wirklich inzwischen gut vorstellen mit Kindern, sage ich meinen Kollegen. Ich bin jetzt im richtigen Alter, und du wirst auch nicht jünger. Klar, aktuell bin ich aufgrund meiner Karriere nicht so verfügbar, aber die werden ja auch älter, und ich kann ihnen dann später Odell, Hustvedt, Roig, Şahin oder Dunham vorlesen. Wenn man was mit ihnen anfangen kann. Außerdem gibt es ja auch noch deine Mutter, die wohnt keine Stunde entfernt, wenn es stressig wird, lädst du die Kleine einfach ab für ein Wochenende und hast auch mal Zeit für dich. Wir schaffen das schon. Ich vertrau da auf dich.
Ich kann alles haben, mit dir.
Das stell ich mir total schön vor.
Ich habe eine Karriere und eine Familie, das lässt sich gerade heutzutage super vereinen wo die Väter auch mithelfen. Also da, wo sie können und was kann ich dafür dass meine Fähigkeiten eben eher so im Intellektuellen liegen. Vielleicht können wir es sogar einrichten, dass ich in den Wochen, wo ich da bin, die Kitaabholung organisiere. Später verschaffe ich ihnen einen Praktikumsplatz bei meinem Verlag.
Da kannst du auf mich zählen.
Ja klar, für Kinder muss man auch etwas opfern aber ich bin ehrlich gesagt gerade nicht bereit beruflich kürzerzutreten. Das machst du. Dein Job ist sowieso unwichtiger als meiner, außerdem bist du total gut mit dem Hund. Wie du den hältst, mein Gott!
Da will ich dich gleich, naja, du weißt schon, hehe.
Was sonst so geschah: Apparently fetischisieren Männer jetzt autistische Frauen auf Dating-Apps (Öffnet in neuem Fenster)
Auch dazu habe ich einen kurzen literarischen take geschrieben, der sich stellenweise eher liest wie ein Rapsong lol.
Früher stand in deinem Profil du suchst nach deinem manic pixie dream girl, einem goth grl mit borderline personality disorder (ironic oc!) – 2026 findest du autismus quirky, weil du dir darunter nichts anderes vorstellen kannst als ein leichtes opfer deiner manipulationsversuche.
Neurotypische Männer die nach frauen mit „slightly autistic traits“ suchen möchten ihnen nicht beim meltdown beistehen und ein echtes support system werden. Sie möchten jemanden, der blind loyal ist und probleme damit hat, menschen loszulassen. Jemanden, der red flags erst erkennt wenn das haus in flammen steht. Sie möchten das volle programm liebe, ohne abstriche, ohne ansprüche.
Weil das sind wir.
Pure love, besprinkelt mit child-like innocence. Wo sonst kriegst du diese kombination?
„Autistic women sind mein type“ und meinst eigentlich ihre fähigkeit dich beim wort zu nehmen, wenn du sagst, du seist ein g00d guy.
Ob es wahre liebe ist fragst du chatGPT, aber das zeigt sich erst wenn du einen shutdown inklusive executive dysfunction miterlebt hast ohne hinterher sofort nach wem neuen zu suchen; uh, war der autismus vl doch nicht so eine gute idee auf deiner wishlist, hättest du dir das vorher besser anschauen, sogar recherchieren müssen?
Dann hättest du gelernt, dass autismus nicht unbedingt „bunte outfits“, „a lot of personality“ und „interessante hobbys“ bedeutet, sondern: Misskommunikation, häufige Nachfragen und das Bedürfnis in einem pitch black room zu schlafen. Internal disstress und eine gewisse Unfähigkeit, Emotionen zu regulieren was bedeutet, dass manchmal weniger Zeit für deine eigenen bleibt.
Klingt nice?
Dabei sind Autistinnen doch so harmlos hast du gehört, sie sind direkt = no drama; sie sind bisschen awkward in zwischenmenschlichen situationen (cute!) was ihnen eine geringe soziale power verleiht und das ist doch ideal? Ist doch super jemanden zu daten, der verhältnismäßig isoliert lebt und dadurch potenziell wenigen personen von deinen unzulänglichkeiten erzählen könnte, weil das weniger threat bedeutet für euch, so insgesamt.
Aber ableistisch sind wir doch alle schon längst nicht mehr, nicht hier. Du bist doch nicht am fetischisieren?
Inklusiv willst du sein, top tier.
Wir sehen uns.
Bixe Jankovska