Zeit zum Schreiben hat unsere Autorin nun wirklich nicht. Sie hat echt wichtigere Jobs zu erledigen.


Mit 18 besaß ich mal ein Käppi, auf dem stand: „Model Turns Actress“. Ich fand das lustig, weil ich keins von Beidem war, sondern neben der Schule für die Wach- und Schließgesellschaft jobbte und einen Sommer lang in einer schlecht sitzenden Uniform an der Kasse der Klosterausstellung in Benediktbeuern saß und Tickets verkaufte. Es waren die 90er, es gab Supermodels, ich trug grünen Nagellack und hörte George Michaels „Freedom“ in Dauerschleife.
An all das musste ich denken, als ich letzten Donnerstag vor meinem Kleiderschrank stand. In der Linken ein Glas Champagner, in der Rechten mein Handy mit meiner Nineties-Playlist. Natürlich nicht, aber klang gerade so schick. Was ich aber hatte, war ein Termin bei Marc Cain in München, wo ich mir ein Outfit aussuchen durfte für meine Lesung im April, was sich anfühlte, als sei ich ein Promi. Ich stand also vor meinem