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“Abzugeben an Selbstabholer”

Als der Palast der Republik (1976, Heinz Graffunder u. a.) noch an einem Stück war, in den Jahren vor Mauerfall und Wiedervereinigung, war das umstrittene Bauwerk vieles - auch ein beliebtes Fotomotiv. In der kupferfarben verglasten Fassade, die satte 6870 Quadratmeter einnahm, spiegelten sich (je nach Standpunkt) mal Dom, mal Fernsehturm. Genau diese Projektionsfläche wurde nach 1990 löchrig. Im Interim der frühen Nullerjahren, als der Abriss des Palastes zwar politisch beschlossen schien, aber weiterhin lebhaft Alternativen diskutiert wurden, inszenierten ihn Künstler:innen mit Popup-Ausstellungen als Ort einer Transformation - noch bevor dieser Begriff für den allumfassenden bauliche und sozialen Wandel überstrapaziert wurde. Damals konnte man im Rahmen einer künstlerischen Aktion kleine Bruchstücke des Bauwerks mit nach Hause tragen. Auf der Straße davor, beim Trödler und im Netz ließen sich kartonweise Gläser, Teller und Tassen aus Palast-Bestand erwerben. Selbst einige der schweren, kupferfarben spiegelnden Scheiben wechselten ihren Besitzer.

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