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21 Gründe, warum ein erfülltes Leben nicht von Kindern abhängt

Du liest Wie du nicht den Verstand verlierst. Woche für Woche finde ich heraus, was wirklich hilft gegen mentalen Dauerlärm. Heute: Eine Liste, die hilft, eine wichtige Entscheidung gelassener zu treffen.

Eine Frau mit entspanntem Gesichtsaufsdruck, auf der mehrere Katzen sitzen
KI-generiertes Bild mit Mid-Journey

Hi!

Manchmal möchte ich mir die Haare ausreißen, wenn ich lese, was Leute so ins Internet schreiben. Neulich hat jemand zu mir gesagt, Forschung zu gemeinschaftlicher Kinderbetreuung, die Eltern entlasten soll, sei bloß „Pseudowissenschaft mit politischer Agenda“.

Aber ebenso häufig begegne ich online tollen Menschen.

Eine davon ist Verena Kleinmann. Sie ist Journalistin und Podcasterin und sie dachte lange, sie würde sicher irgendwann Kinder bekommen. Aber auch mit Ende 30 spürte sie keinen dringenden Kinderwunsch. Nun hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie auf Fragen eingeht, die viele umtreiben, wenn sie über dieses Thema nachdenken: Werde ich es bereuen, wenn ich keine Kinder bekomme? Bin ich dann einsamer oder unglücklicher? Und welche gesellschaftlichen Erwartungen beeinflussen meine Entscheidung?

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Das Buch heißt „Alle kriegen Kinder, ich zweifele“. Es ist kein Buch gegen das Kinderkriegen, sondern eines, das helfen soll, eine freie Entscheidung zu treffen. Jenseits der diversen Glaubenssätze, die viele gelernt haben (bei mir zum Beispiel: „Ohne Kinder bist du keine richtige Frau“).

Weil das Buch faktendicht, klug und warmherzig geschrieben ist, habe ich Verena gefragt, ob ich ein Kapitel in diesem Newsletter veröffentlichen kann. Sie hat Ja gesagt. Juhu!

Ich habe ein Kapitel ausgewählt, das ich besonders nützlich finde. Verena hat darin alle Fakten und Statements aus ihrer Recherche zusammengetragen, die zeigen, dass Kinderlosigkeit nicht die Entscheidung für ein einsames, unglückliches Leben voller Reue bedeutet.

Die Fakten zum Auswendiglernen

Von Verena Kleinmann

In diesem kurzen Kapitel stelle ich dir alle Fakten und Statements zusammen, die bei mir besonders nachgehallt haben. Sie alle zeigen, dass Kinderlosigkeit NICHT die Entscheidung für ein einsames, unzufriedenes, sinnfreies, unglückliches Leben voller Bereuen ist. Vielleicht sind sie ganz hilfreich, wenn du auf Familienfesten und an Kaffeetischen mal wieder Stammtischargumente zu hören bekommst, wie „Kinder bekommen gehört doch dazu“ oder „Du wirst im Alter mal ganz einsam und alleine sein“.

  1. Bevor wir sesshaft wurden, haben Sippen Kinder gemeinsam großgezogen, unabhängig vom Geschlecht. Das nennt man „cooperative breeding“.

  2. Im Mittelalter waren kinderlose Frauen heilig – zumindest, wenn die Kinderlosigkeit Folge der bewussten Entscheidung für ein Leben als keusche Nonne im Kloster war.

  3. Einen Mutterinstinkt gibt es nicht. Alle Menschen haben den Instinkt, Kinder zu beschützen. Er ist bei Männern und Frauen gleich stark ausgeprägt.

  4. Frauen sind noch immer mehr auf die Mutterrolle festgelegt als Väter auf die Vaterrolle. Das zeigt sich auch in der Sprache durch Wörter wie Rabenmutter, bemuttern, Mutterglück oder auch Mutterinstinkt.

  5. Im Jahr 2023 erreichte die Geburtenrate mit 1,3 Kindern pro Frau in Deutschland einen erneuten Tiefpunkt. Die Gründe dafür sind vielfältig, folgende spielen u. a. eine Rolle: strukturelle Herausforderungen, wie eine unzureichende Betreuungssituation, ungleichberechtigte Partnerschaften und finanzielle Abhängigkeiten durch die Gender-Pay-Gap.

  6. Belastbare und tiefe Verbindungen sind wichtig für ein glückliches und zufriedenes Leben. Das können, müssen aber keine verwandtschaftlichen Beziehungen sein. Freundschaften oder Liebesbeziehungen sind manchmal sogar tragfähiger, weil man sie sich selbst ausgesucht hat.

  7. Kinder können für ein Leben sinnstiftend sein, müssen es aber nicht. Wenn man keine Kinder hat, verfehlt man auch nicht den Sinn des Lebens. Die Fortpflanzung als Lebenssinn des Menschen zu begreifen, ist eine biologistische Ansicht. Im Leben können ganz unterschiedliche Dinge Sinn stiften. Was das ist, entscheidet jeder Mensch für sich selbst.

  8. Es ist eine private Entscheidung, Kinder zu bekommen. Mutter- oder Elternschaft sollte nicht nach nutzethischen oder pflichtethischen Maßstäben vermessen werden. Bedeutet: Frauen sollten nicht für den Staat oder die Rente Mutter werden.

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