
Historische Bauten wie das Holstentor, beeindruckend große Kirchen und ganz viel Tradition erwartet man zunächst bei einem Lübeck-Besuch. Doch die Stadt an der Trave bietet viel mehr als Backsteingotik und Kopfsteinpflaster. Vor allem die Museen präsentieren sich mit frischen Ideen und bereiten alte Glanzleistungen zeitgemäß auf.

Else Lasker-Schüler etwa ist eine Künstlerin, mit der gewiss nicht alle etwas verbinden können. Das ändert sich jedoch nach einem Besuch im Günter-Grass-Haus (Öffnet in neuem Fenster) in der Glockengießerstraße. Anfang des vergangenen Jahrhunderts gestaltete sie Bilder und Grafiken, die auch heute unter modernen Ansprüchen Bestand hätten. Zudem schuf Lasker-Schüler eine performativ-poetische Bohème-Welt, zu der nun in der Ausstellung sechs Nachwuchskünstlerinnen mit Kurzfilmen und Kostümen aktuelle Gegenstücke entworfen haben.
Als künstlerisches Aushängeschild der Hansestadt gilt der Schriftsteller Thomas Mann. Seinen 150. Geburtstag feiert Lübeck mit der Ausstellung “Meine Zeit. Thomas Mann und die Demokratie”. Eigentlich wäre das Buddenbrookhaus (Öffnet in neuem Fenster) in der Mengstraße dafür der ideale Ort, doch die Sanierung wird sich noch Jahre hinziehen, deshalb lädt der Weltliterat jetzt ins St. Annen-Museum (Öffnet in neuem Fenster). Über sein Verhältnis zu Lübeck findet sich übrigens in der Arte-Mediathek eine sehenswerte Dokumentation (Öffnet in neuem Fenster), doch auch die Museen haben sich etwas einfallen lassen: das Hörspiel “Hinterm Zauberberg” richtet sich eigentlich an Kinder, ist aber auch für Erwachsene durchaus kurzweilig:
(Öffnet in neuem Fenster)Wer tief in der Geschichte Lübecks einsteigen möchte, der ist im Europäischen Hansemuseum richtig. Zum zehnjährigen Jubiläum lockt eine 360-Grad-Videoprojektion, bei der sich Gegenwart und Geschichte überlagern. Wer es beim Lübeck-Besuch nicht mehr in das moderne Haus an der Untertrave schafft, weil er sich in den Marzipancafés festgegessen hat, der kann vergangene Ausstellungen wie “Störtebeker & Konsorten” oder “Hanse steinreich” übrigens auch virtuell besuchen. (Öffnet in neuem Fenster)
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Steinreich möchte der Autor dieses Newsletters nicht werden – ich freue mich aber über Unterstützung meiner freiberuflichen Arbeit: