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#19 | August 25: Finanzlobby & KI-Faschismus

👋 Hallo ihr Lieben,

Ich bin im Urlaub und daher kann ich im August keine frische Folge produzieren, aber ich arbeite auch in der Sommerpause an den nĂ€chsten Folgen im Herbst. Es wird um Rape-Tropes in Filmen gehen, um female Body-Horror und um Romantasy-BĂŒcher.

Falls du weißt, warum im Fantasy-Genre immer von einer mittelalterlich-patriarchal-autokratischen Gesellschaftsform ausgegangen wird oder wenn du Gegenbeispiele progressiver/feministsicher Fantasy-Romane kennst, schreib mir bitte an: verbittert-mail@web.de 🧐

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Hier sind meine Feministischen-Tipps des Monats:

01
re:publica 25: Anne Brorhilker - Betrug als Business: Wie uns  Finanzkriminelle ĂŒberlisten

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal die re:publica besucht. Zwei VortrÀge haben mich besonders beschÀftigt und besorgt:

re:publica 25: 🔗 Anne Brorhilker – Betrug als Business: Wie uns Finanzkriminelle ĂŒberlisten (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Die CUM-EX StaatsanwĂ€ltin Anne Brohrhilker hat auf der diesjĂ€hrigen re:publica ĂŒber SteuerkriminialitĂ€t als Businessmodell gesprochen:

100Mrd € – Das ist der geschĂ€tzte Schaden, der in Deutschland jedes Jahr durch Steuerhinterziehung entsteht. Das sind 270 Mio € pro Tag.

Anne Brohrhilker will mit der Bewegung Finanzwende e.V. aufklÀren, warum der Staat nichts dagegen tut und wie die Finanzlobby die öffentliche Wahrnehmung und Stigmaitisierung von Steuerverbrechen steuert.

  • Durch strategische Rechtskommunikation wird Finanzbetrug verharmlost und somit weitgehend unterschĂ€tzt.

  • KĂŒnstliche Verkomplizierung soll öffentliche Debatte verhindern.

  • TĂ€ter-Opfer-Umkehr → „Der Staat verlangt zu viele Steuern.“

Mit Narrativen und Mythen wie. „Das ist alles viel zu kompliziert.“ , „Da werden nur Grauzonen im Steuergesetzgebung ausgeschöpft.“ und „Der Staat greift sowieso zu stark in die Taschen hart arbeitender BĂŒrger:innen.“ wird SteuerkriminialitĂ€t zu einem Kavalirsdelikt verharmlost. Was wir vor allem brauchen ist die soziale Ächtung von Finanzbetrug!

Dem Staat Steuern vorzuenthalten oder sogar zu rauben ist nicht nur eine Straftat, es fĂŒhrt auch zu mehr Spaltung in der Gesellschaft. Wenn Steuerzahler:innen Geld geklaut wird, das eigentlich im Haushalt benötigt wird, bereichern sich einige wenige auf Kosten aller. SteuerkriminalitĂ€t ist demokratiezersetzend, weil Geld in Sozialkassen, Bidlungs- und Gesundheitswesen, Energie-Verkehr-und Klimawende fehlt und Ministerien zum sparen aufgefordert werden.

So unangenehm mir das Thema Banken, Geld und FinanzgeschÀfte ist, die Finanzwende ist auch ein feministisches Thema, das wir nicht aus den Augen verlieren sollten.

02
Pressemappe: Die AffÀre Cum-Ex: ZDF-Presseportal

In der ZDF-Serie Die Cum-Ex-AffĂ€re geht es um den Steuerdiebstahl internationaler Banken, der von 2012 – 2019 von der Kölner StaatsanwĂ€ltin Anne Brohrhilker hartnĂ€ckig verfolgt wurde.

Die Serie ist eigentlich keine feministische Serie im engeren Sinne, aber sie lÀsst sich durchaus unter feministischen Gesichtspunkten gucken.

Zum Beispiel gibt es sehr spannende und ungewöhnliche weibliche Charaktere, die bewusst oder unbewusst den emotional verwahrlosten mĂ€nnlichen Spekulanten gegenĂŒberstehen. In diesem SpannungsverhĂ€ltnis wird auch Sexismus verhandelt.

03
Roland Meyer bei der re:publica 25 - DIZH

re:publica 25: 🔗 Roland Meyer – Generative KI und die Ästhetik des digitalen Faschismus (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

„Generative KI ist kein politisch neurales Werkzeug, sondern eingebunden in ein politischen Projekt des rĂŒcksichtslosen Extraktivismus [Anm. Ausbeutung] und der schrankenlosen Expansion.“

Der Medienwissenschaftler Roland Meyer vertritt die These: Generative KI folgt einer rechten Denklogik – und trĂ€gt faschistische ZĂŒge.

1. Rechte Fantasien
Konservative und Rechte nutzen KI fĂŒr ihre Narrative. GefĂŒhlte (alternative) RealitĂ€ten werden instrumentalisiert um rassistische Stereotype zu reproduzieren.

2. Nostalgiemaschinen
KI schöpft ausschließlich aus der Vergangenheit. Damit verstĂ€rkt sie bestehende Muster – genau wie rechte Ideologien, denn sie beziehen sich ja auch auf eine kĂŒnstlich wiederhergestellte Vergangenheit, die es so niemals gab – Stichwort: Re-Traditionalsierung.

3. KlischeeverstÀrker
KI lernt von menschlichen Geschmacksurteilen – aber wessen Geschmack? Wer definiert, was als „schön“ gilt? Wie eine Mutter aussieht, ein CEO, ein(e) Wissenschaftler(in) oder Pflegekraft?
Spoiler: Meistens orientiert sich KI an sexistischen, normschönen, weißen und rassistischen PrĂ€gungen.

4. Kann KI auch links sein?
Nein, sagt Roland Meyer. Denn KI basiert auf Ausbeutung – von natĂŒrlichen Ressourcen und von Menschen. Serverfarmen brauchen Platz, Wasser, Strom und ihre Expansion weist bereits neokoloniale Merkmale auf. (→ 🔗 Wieviel Wasser vebraucht KI? (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre))

Mit diesem Wissen frage ich mich selbst: Ist es eigentlich okay, eine neokoloniale Technologie zu nutzen, um Bilder fĂŒr diesen Newsletter zu generieren?

Was denkst du? 📱 Schreib mir gern an: verbittert-mail@web.de (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Bonustipp

In meiner 🔗 Youtube-Playlist (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)habe ich noch weitere spannende Talks der re:publica 25 zusammengestellt:

Bleibt unbequem. Eure Susi!

🎧 Im August gibt es einen Re-Upload von Folge 18. 🔹 Not am Mann – MĂŒssen Feministinnen handwerkern können? (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) (Ich finde, ja!)

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