Kelly-Anne arbeitet als Model, ist Computerspezialistin, professionelle Pokerspielerin, treibt gerne Sport und schläft wie eine Obdachlose auf der Straße, anstand in ihrem schicken Appartement mit KI und allem Pipapo zu übernachten. Sie ist fasziniert von Ludovic Chevalier, dem "Dämon von Rosemont", einem Serienmörder und Vergewaltiger, der im Darknet seine Folterungen und Morde als Videos verkaufte. Als dieser wegen Mordes an drei Teenagerinnen vor Gericht steht, besucht Kelly-Anne jeden Tag das Gerichtsverfahren. Doch irgendwann reicht ihr das nicht mehr und sie nimmt im Darknet selbst Kontakt mit einem so genannten "Red Room" auf, um sich die Folterung einer zuvor ersteigerten Frau anzusehen.
Auf den kanadischen Thriller aus dem Jahre 2023 habe ich mich sehr gefreut. Der Internet-Mythos “Red Rooms” sowie das Thema übersteigerte Faszination an True Crime interessierten mich brennend. Leider ist Pascal Plantes Werk nicht besonders überzeugend. Zwei Stunden lang begleiten wir die wortkarge und seltsame Kelly-Anne, gespielt von Juliette Gariépy, beim Sport, beim Computerspielen und bei Gericht. Das Ganze zieht sich unheimlich in die Länge. Es ist nicht spannend, jemanden beim Klicken am Computer zusehen zu müssen, und irgendwelche Codes auf dem Bildschirm machen das auch nicht unterhaltsamer. Niemand weiß, was die Protagonistin da genau im Internet tut, nichts wird erklärt.
Doch das ärgerlichste an dem Film ist die Tatsache, dass man die ach so schlimmen Foltervideos, bei denen es in Red Rooms - Zeugin des Bösen geht, nie zu Gesicht bekommt. Was bleibt sind nerviges Geplapper, Gerichtsmomente, Szenen beim Sport und viel unverständlicher Technikquatsch. Bei dem interessanten Thema hätte ich mir doch mehr Schauwerte gewünscht, so bleibt das alles ziemlich nichtssagend und langweilig.
https://www.imdb.com/de/title/tt22207786/ (Abre numa nova janela)