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Hilda / Staffel 1-3 (2018)

Das mutige, freiheitsliebende und blauhaarige Mädchen Hilda ist bei ihrer Mutter in einer Waldhütte aufgewachsen. Sie liebt es, in der Natur zu sein und die mythischen Wesen ihrer nordischen Heimat kennenzulernen. Doch dann müssen Tochter und Mutter aufgrund von Nachbarschaftsproblemen mit den Elfen in die Stadt Trolberg umziehen. Hilda fremdelt zunächst mit der städtischen Umgebung, doch dann bemerkt sie, dass es magische Wesen, die sie aus der Natur kennt, auch in der Stadt gibt. Mit ihrer Mutter Johanna und den besten Freunden, der Junghexe Frieda, dem Nissen Tontu, dem Elfling Alfur Aldric, dem Insektenfreund David und dem Hirschfuchs Hörnchen, erlebt sie nun auch in der Stadt wundervolle Abenteuer.

Ich liebe die Hilda-Comics des Autors und Zeichners Luke Pearson. Im Jahr 2018 wurden die Comics als Animationsserie adaptiert. Nach der zweiten Staffel folgte der Film Hilda und der Bergkönig (2021), den ich an dieser Stelle mitbesprechen möchte. Der Film glänzt mit einem magischen Perspektivwechsel: Hilda wird in einen Troll verwandelt und erlebt nun die Welt aus der Sicht eines missverstandenen Volkes am eigenen Leib. So ein Perspektivwechsel kann helfen, marginalisierte Menschengruppen besser zu verstehen. Hilda und der Bergkönig ist am Puls der Zeit und ein ergreifendes Plädoyer für Frieden, Verhandlung und Empathie.

Nach dem Hilda-Film lief dann die dritte Staffel der Serie. Hilda, Frieda und David sind jetzt dreizehn, die Themen und Figuren sind etwas düsterer und erwachsener. So tauchen in der zweiten Folge fliegende Pilz-Tentakelwesen auf, die dem Bestiarium eines H.P. Lovecrafts entstiegen sein könnten, und Hildas Vater gibt sich die unrühmliche Ehre in der fünften Folge. Zum Abschluss der Staffel und der Serie gibt es noch eine finale Folge in Spielfilmlänge, in der wir ein fantastisches und dramatisches Abenteuer in der Feenwelt erleben. Die Familiengeschichte von Johanna und Hilda wird offenbart und wir erfahren, warum Hilda blaue Haare hat.

Wo die Comics subtiler mit den magischen Wesen der nordischen Mythologie umgingen, erinnert die britisch-kanadische Serie vor allem in der zweiten Staffel ein bisschen an die Harry Potter-Reihe. Hildas Welt in der Serie ist magischer, enthält Zeitreisen und andere fantastische Genre-Elemente. Dennoch bleibt sie dem Charme der Comics treu und präsentiert skurrile und naiv gezeichnete Kreaturen, cute Wesen und tolle Drolerien. Diese nicht-menschlichen Wesen sind, mögen sie noch so monströs wirken, niemals nur aufgrund ihre Spezies oder kategorisch böse, sondern offenbaren oft nachvollziehbare Gründe für ihre kritikwürdigen Taten. Die Hilda-Serie ist jenseits der ausgedienten Kategorien von Gut und Böse angesiedelt, Diplomatie und Kommunikation stehen im Vordergrund, Scheitern wird als Teil des Lebens dargestellt. Kinder ab sechs Jahren (FSK 6) lernen so, dass anders sein vollkommen in Ordnung ist und, dass Fehlschläge jedem passieren. Diversität wird hier nicht ständig thematisiert oder gar aufdringlich bespielt, ganz selbstverständlich sind einige Figuren schwarz, andere weiß, manche braun, einige tragen Kopftuch oder Turban, Berufe sind nicht an Geschlechter gebunden. Aber mit das schönste an dieser Fantasy-Serie ist die Tatsache, dass, obwohl die Geschichte in der Gegenwart angesiedelt ist, wir Kinder ganz ohne Smartphones und draußen spielend erleben. Die gekonnte Mischung aus nordischer Mythologie, High Fantasy, trockenem Humor und einer hinreißenden Familiengeschichte hat mich komplett verzaubert. Hilda ist nicht einfach nur eine Zeichentrickserie, Hilda ist ein großartiges Fantasy-Epos!

https://www.imdb.com/de/title/tt6385540/ (Abre numa nova janela)
Tópico Serie