Nachdem ein junger Mann aus dem Gefängnis entlassen wurde, in dem er zehn Jahre lang wegen des Mordes an einer Frau einsaß, nimmt er sich fest vor, sich beim nächsten Mord nicht wieder erwischen zu lassen. Ein erfolgloser Versuch, die erstbeste Taxifahrerin zu erdrosseln, scheitert. Über sein Versagen in Wut geraten, dringt er wahllos in das Haus einer Familie ein. Dort quält er auf sadistische Art und Weise seine Opfer und bringt sie schließlich in einer wahnsinnigen Melange aus Lust, Selbstekel und Überforderung um.
Der österreichische Regisseur und Autor Gerald Kargl legte 1983 diesen Film vor, der auf dem Fall des Serienmörders Werner Kniesek basiert. Kniesek gilt als einer der gefährlichsten Straftäter der österreichischen Kriminalgeschichte. Er folterte und tötete während eines Hafturlaubes eine dreiköpfige Familie im so genannten "Dreifachmord von St. Pölten".
Der Film überzeugt vollends mit der Darstellung menschlicher Abgründe und der Tatsache, dass jeder Täter immer auch ein Opfer der Gesellschaft ist, die ihn hervorgebracht hat. Die Idee, während der Morde den Mörder über seine eigenen widerfahrenen Misshandlungen aus dem Off berichten zu lassen, ist genial. Vor allem die avantgardistische Kameraführung von Oscarpreisträger Zbigniew Rybczyski und die großartige Filmmusik stechen bei diesem Film heraus. Klaus Schulze von Tangerine Dream mischt typischen 80er-Jahre-Synthpop mit Ambient-Passagen, die wesentlich zur Atmosphäre des Films beitragen.
Angst ist ein einzigartiges Werk, das viele Filmschaffende wie Gaspar Noé oder Jörg Buttgereit inspirierte. Mir hat der Film, den man als Doku-Thriller bezeichnen könnte, gut gefallen: Er ist eindringlich, atmosphärisch, fesselnd und nichts für schwache Nerven.
https://www.imdb.com/de/title/tt0165623/ (Abre numa nova janela)