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Fridolin und der Regenorkan – ein Hörabenteuer auf vier Rädern

Ich liebe mein Auto. So sehr, dass es einen Namen trägt: Fridolin. Denn wer sein Vehikel benennt, erhebt es vom profanen Fortbewegungsmittel zum treuen Gefährten mit Persönlichkeit. Fridolin ist zuverlässig, tapfer, geräumig – und unfassbar hellhörig. Geradezu akustisch exhibitionistisch.

Straßengeräusche drängen sich derart aufdringlich in den Fahrgastraum, dass jedes Kieselgeräusch, jeder überrollte Kanaldeckel wie ein Live-Konzert der „Philharmoniker des Asphalts“ klingt. Mein Sohn, hinter mir thronend, erweist sich als improvisiertes Blasinstrument: ein Poren- und Kiemenatmer, der notfalls selbst den Hintern als zusätzliche Lunge einsetzt. Ich liebe es, wirklich. Nur: Wer mit mir im Auto ein Gespräch führen möchte, muss sich durch einen Orkan aus Straßengeräuschen schreien – eine Art gladiatorisches Rhetorikturnier gegen Fridolins Blechresonanzen.

Mein inneres Wiesel reagiert darauf traditionell mit Verzweiflungsbissen ins Lenkrad. Das arme Leder trägt längst die Zahnabdrücke gelebter Akustikdramen.

Doch die wahre Prüfung kam gestern: Regen. Kein zarter Sommerregen, sondern ein biblisches Unwetter, eine Sintflut von solchem Ausmaß, dass selbst Noah hektisch nach einem Update für seine Arche gesucht hätte. Wasser prasselte auf Fridolins Dach wie Kieselsteine auf ein Blechdach einer Fabrikhalle. Der Innenraum? Ein Resonanzkörper der Apokalypse.

Und nun gestehe ich: Eigentlich liebe ich Regen. Ich könnte ihm stundenlang lauschen, so wie man einer Symphonie in allen ihren Sätzen folgt.

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