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Wenn die Perimenopause an die Tür klopft

Es ist seltsam und zugleich tröstlich: Ich war noch nie in meinem Leben so sehr bei mir, so sehr für mich selbst, wie jetzt.

Lange Zeit wollte ich gefallen. Um jeden Preis. Ich verbog mich, schwieg eigene Bedürfnisse nieder, strich eigene Wünsche aus meinen Tagebüchern, als seien sie bloße Randnotizen, unwürdig, laut ausgesprochen zu werden. Oder zu unbequem die andere. Ich passte mich an – geschmeidig, gefällig, bisweilen devot.

Heute schneide ich die alten Zöpfe ab. Zöpfe, die niemals meine waren, sondern geflochten aus Erwartungen anderer. Ich war gefangen in dieser Projektionsfläche: dem Bild, wie ich zu sein hätte. Ein Bild, das ich niemals ausfüllen konnte, sodass Enttäuschung auf allen Seiten unausweichlich war.

Nun ist es anders. Ich habe aufgehört, das Spiel mitzuspielen. Ich bin nicht hier, um fremde Erwartungen zu bedienen. Ich bin nicht bereit, mich so lange zu verbiegen, bis nichts mehr von mir übrig bleibt. Stattdessen übe ich mich darin, ehrlich zu sein – direkt, klar, manchmal unbequem. Meine Maßstäbe sind nun meine eigenen. Zwischen diesen schmalen Graten der Selbstfürsorge versuche ich dennoch, ein besonnener Mensch zu bleiben: achtsam mit mir selbst und, so gut es geht, auch mit anderen.

Natürlich bin ich noch keine Buddha-Statue, aus deren Ohren Zen tropft. Mein inneres Wieselchen turnt weiterhin mit nervöser Energie durch meinen Kopf, liefert flugs zwei Absätze voller Rechtfertigungen, warum mein Handeln gerade unbedingt richtig war. Doch die Wasserbüffelin – dieses majestätische, ruhige Wesen – erhebt immer öfter ihre Stimme. Sie nickt bedächtig, wartet ab, lässt sich nicht zu schnellen Urteilen hinreißen. Und siehe da: Das Wiesel hört zu. Zögerlich, aber immerhin.

So herrscht in meinem inneren Zoo weiterhin ein lebendiges Durcheinander, doch die Wasserbüffelin setzt zunehmend den Ton. Es ist ein stiller Sieg, ein leises Erwachen – nicht ohne Widerstand, aber doch mit einer Würde, die mich selbst überrascht.

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