Stand: 21.11.2024
Mit meinem Sachbuch zum Phänomen »Häusliche Gewalt« stehe ich noch relativ am Anfang, denn ich habe damit erst am 19.11.2024 begonnen.
Dennoch gibt es bereits ein Vorwort. Selbstverständlich ist es wahrscheinlich, dass die derzeitige Fassung nicht die Endfassung sein wird.

Ach ja: Fußnoten kommen erst später.
Vorwort
Wir leben in Zeiten, die weiß Gott alles sind; nur nicht einfach oder leicht. Die Gründe hierfür sind derart vielfältig, dass eine nur annähernd sinnvolle Auseinandersetzung mit den Phänomenen unserer Zeit tausende von Seiten füllen müsste; zumindest aus meiner Sicht.
Doch es gibt selbstverständlich Umstände in unserer Gesellschaft, die immer wieder auftreten und dann in irgendeiner Form der öffentlichen Beachtung anheimfallen.
Eine dieser Formen der öffentlichen Aufmerksamkeit ist die Veröffentlichung von Statistiken zu gesellschaftlichen Vorkommnissen. Dabei wird nicht jede Statistik prominent, und dies auf mehreren Online-Zeitungen, vorgestellt.
Eine von diversen Ausnahmen sind die Statistiken zu Gewalt gegen Frauen und im Besonderen zu dem Phänomen »Häusliche Gewalt«.
Im November 2024 war es also wieder so weit. Das Bundeskriminalamt hat den Bundeslagebericht (https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2024-11/bundeslagebericht-straftaten-frauen-sexualdelikt-haeusliche-gewalt-menschenhandel (Abre numa nova janela)) zu Gewalttaten gegen Frauen veröffentlicht. Darin wird die Zunahme von Delikten gegen Frauen dokumentiert bzw. illustriert.
Mit der Vorlage des Bundeslageberichts entspricht die Bundesregierung den Vorgaben (https://netzpolitik.org/2024/gewalthilfegesetz-aus-vor-der-ziellinie/ (Abre numa nova janela)), denen sich Deutschland als Unterzeichner der Istanbul-Konvention (https://unwomen.de/die-istanbul-konvention/ (Abre numa nova janela)) verpflichtet hat.
Selbstverständlich folgen aufgrund solcher Statistiken, die das ganze Ausmaß fehlgeleiteter Männer aufzeigen, auch Erklärungsversuche.
So heißt es bei der Zeit mit einem Zitat des Erklärungsversuchs innerhalb des Berichts:
Eine Erklärung für den Anstieg sieht der Bericht in "der Ablehnung von Gleichberechtiging und Gleichwertigkeit der Geschlechter".
Auch im November 2024 ging also ein Aufschrei durch die deutschen Lande. Grund dafür war selbstverständlich auch, dass Männer im Jahr 2023 360 Morde verübt haben, also weil die Opfer Frauen waren.
Die Erklärungsversuche nahmen anschließend mehrere Tage lang Raum ein; in Artikeln, Diskussion, Statements und Filmbeiträgen. Wie jedes Jahr.
Selbstverständlich wurde auch der gesellschaftliche Umgang mit Tätern in Artikeln problematisiert. So geht es in einem Artikel (https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/gewalt-frauen-108.html (Abre numa nova janela)) um das Familienrecht und den mangelnden Schutz von Opfern durch den Staat und die Justiz.
Dabei wird ein nicht unwesentlicher Hinweis gegeben, auf den ich später eingehe:
Wir sollten den Blick auf den Täter richten
Und auch die Wahrscheinlichkeit spezieller Initiativen steigt. So wurde (aufgrund des Ampel-Aus) eine Petition zu Frauenhäusern (https://innn.it/stopptgewaltgegenfrauen (Abre numa nova janela)) in Deutschland gestartet. Auch diese wurde von durchaus bekannten Persönlichkeiten gezeichnet.
Doch die Fallzahlen steigen. Und die Frage ist: warum?
Die Antwort ist zunächst so trivial wie zynisch: Weil sich mehr und mehr Männer dazu entscheiden, Gewalt und andere Straftaten gegen Frauen, junge Frauen und Mädchen zu verüben.
Doch wer sich tatsächlich mit dem Phänomen »Häusliche Gewalt« auseinandersetzen will, der muss eines begreifen. »Häusliche Gewalt« wird nicht verübt und Männer werden nicht zu Tätern.
Es sind Männer, die zuschlagen oder andere straffällige Handlungen gegen Frauen ausüben. Ihr Gewaltverhalten kommt nicht über sie, sondern sie entscheiden sich dazu, Täter sein zu wollen. Männer, die Täter sind, wollen Täter sein, sie werden nicht zu Tätern gemacht.
In diesem Buch geht es erstens um die Frage, warum sich Männer dazu entscheiden, Täter zu sein und warum sie deshalb dann ihre Ehefrauen, Partnerinnen und eventuell auch Kinder schlagen. Außerdem wird es um die Frage gehen, warum die Anzahl von Tätern zunimmt. Und schließlich geht es um die Frage, warum es Männern nicht gelingt, ihr Gewaltverhalten zu beenden.
Eines sei noch gesagt. In diesem Buch schreibe ich über männliche Täter. Damit sage ich nicht, dass es keine Frauen gibt, die sich entscheiden, Täterin zu sein, weil sie ihre Partner, Ehemänner und/oder ihre Kinder schlagen.
Freundliche Grüße
Michael Ueberschaer