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Leben im Spagat: Zwischen Anspruch und Realität mit Behinderung

Behinderung: Ich will – und kann nicht immer!“

Es ist ein seltsamer Effekt: Je mehr ich tue, um selbstbestimmert zu leben, um mitzuhalten, mitzugestalten, dazuzugehören – desto deutlicher spüre ich, was ich nicht (mehr) kann.
Eigentlich wollte ich die Lücke schließen. Die Lücke zwischen mir und den anderen. Zwischen Alltag und Anspruch. Zwischen „Ich schaff das“ und „Das ist zu viel“. Doch je mehr ich mich bemühe, desto größer scheint sie zu werden – zumindest gefühlt.

Ein ständiger Spagat. Zwischen Aktivität und Erschöpfung. Zwischen Ehrgeiz und Realität. Zwischen Selbstverwirklichung und Selbstfürsorge.

Und ja – das ist frustrierend. Denn ich bin nicht „faul“, nicht „bequem“. Ich will. Ich gehe los. Ich probiere. Und doch stoße ich immer wieder an Grenzen, die nicht durch Willenskraft zu verschieben sind. Mein Körper spricht da eine andere Sprache. Und mein Alltag mit Behinderung schreibt eigene Regeln.

Was ich lernen darf – jeden Tag neu: Diese Lücke ist kein Versagen. Sie ist ein Hinweis. Kein Makel, sondern Maßstab. Nicht dazu da, geschlossen zu werden – sondern gesehen, anerkannt, beachtet.
Vielleicht geht es gar nicht darum, alles zu schaffen. Sondern darum, bewusst zu wählen, was ich schaffe – und wie. In meinem Tempo. In meiner Kraft. In meiner Wahrheit.

Der Spagat wird bleiben. Aber ich darf aufhören, ihn als Scheitern zu lesen. Vielleicht ist er einfach Teil meines Weges. Ausdruck meines Mutes, trotzdem zu gehen. Und meiner Einsicht, auch mal stehenzubleiben.

Denn: der Wert eines Lebens bemisst sich nicht an der Lücke. Sondern an der Haltung, mit der die empfundene Lücke mitgetragen wird.
Da geht noch was. Und manchmal ist das schon alles.

Argomento Dein Rollileben

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