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Ableismus- das unsichtbare Gift in unserem Denken

Vor zehn Jahren kannte ich das Wort Ableismus nicht. Heute weiß ich: Es hat mein Denken geprägt – lange, bevor ich im Rollstuhl saß. Und es hat mich fast umgebracht.

Was ist Ableismus?

Ableismus ist die unsichtbare Brille, durch die wir die Welt sehen – eine Brille, die körperliche und geistige „Leistungsfähigkeit“ überbewertet. Die Menschen mit Behinderung reduziert. Auf das, was fehlt. Was nicht (mehr) geht. Was „anders“ ist.

Diese Haltung begegnet uns täglich: im Mitleid, in den „gut gemeinten“ Komplimenten („Toll, dass du trotzdem so gut drauf bist!“), in der Architektur, die uns ausschließt. In der Sprache, die uns klein macht. Und am schlimmsten: in unserem eigenen Kopf.

Denn Ableismus ist nicht nur ein gesellschaftliches Problem. Er wird gefährlich, wenn wir ihn internalisieren – wenn wir die Abwertung übernehmen. Gegen uns selbst richten. Uns an Normen messen, die für uns nie gemacht waren.

Ich habe internalisierten Ableismus.

Das war ein Schlüsselmoment, als ich diesen Satz zum ersten Mal wirklich gefühlt habe. Nicht einfach gelesen. Sondern gespürt, wie tief sich diese Gedanken eingenistet hatten:

„Ich bin nicht mehr vollwertig.“
„Ich bin eine Last.“
„Ich bin nicht genug.“

Das ist nicht meine Wahrheit. Aber es war meine Überzeugung. Lange. Unbemerkt. Giftig.

Der innere Kritiker mit Rollstuhl

Internalisierter Ableismus ist ein stiller Saboteur. Er flüstert dir ein, dass du dich schämen musst. Dass du dich ducken solltest. Dass du keine bessere Behandlung verdienst. Und manchmal geht er noch weiter: Er macht dich wütend auf andere, die auch behindert sind – weil du dich selbst nicht aushältst. Der berühmte „Tritt nach unten“.

Was mich rettete, war nicht eine Therapie oder ein Coach. Es war ein Perspektivwechsel:

Ich bin nicht falsch.
Die Norm ist nicht für mich gemacht.

Ich darf meine eigene Definition von Wert schreiben.

Mindset ist kein Bonus – es ist Überlebensstrategie

Heute schreibe ich Texte. Ich bin auf Social Media aktiv. Ich habe ein Buch veröffentlicht. Und nein, ich bin nicht „trotzdem stark“ – ich bin es, weil ich meine vermeintliche Schwäche angenommen habe.

Was wir brauchen, ist eine kollektive Bewusstwerdung:

  • Dass wir alle Ableismus in uns tragen.

  • Dass wir aufhören dürfen, uns selbst zu diskriminieren.

  • Dass unser Wert nicht in Beinen, Stimmen oder Arbeitskraft liegt – sondern in unserer Präsenz, in unserer Wahrheit.

Und jetzt?

Frage dich ehrlich:

  • Welche Gedanken über dich selbst sind wirklich deine?

  • Wo vergleichst du dich mit einer Norm, die dich klein macht?

  • Und was, wenn du sie loslässt?

Ableismus stirbt nicht durch Wut. Auch nicht durch Anpassung. Er stirbt durch Bewusstsein. Und durch Menschen, die sich trauen, andere Geschichten zu erzählen oder vorleben.

Ich bin nicht trotz meines Rollstuhls wertvoll.
Ich bin wertvoll. Punkt.

Und du auch.

Oder wie denkst Du über Dich?

Argomento Dein Rollileben

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