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Bär oder Mann?

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Das Zwitschern von Vögeln ist gut für uns Menschen. Achte mal darauf, wie sich das anfühlt, wenn du das nächste Mal draußen bewusst Vögeln lauschst. Vogelgesänge können verschiedenen Studien zufolge etwa Ängstlichkeit und irrationale Gedanken lindern (Si apre in una nuova finestra) und die mentale Gesundheit generell verbessern (Si apre in una nuova finestra)

Umso toller, dass sich das ORF-Radio Ö1 morgen den ganzen Tag dem Zwitschern und dem Leben unserer gefiederten Gesellen widmet. In der zugehörigen Programmankündigung (Si apre in una nuova finestra) kann man sich zur Vorbereitung schon mal die Vogelgeräusche unterschiedlicher Vogelarten zu Gemüte führen. Und wer sich das nächste Mal im Wald oder im Park fragt, welcher Vogel da gerade in den Baumkronen sein Liedchen trällert, dem empfehle ich die Merlin-Bird-App (Si apre in una nuova finestra) der Cornell University – damit lassen sich tausende Vogelarten über eine Soundaufnahme oder ein Foto identifizieren. 

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Außerdem geht es heute um die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, ein riesiges Datenleck im Innenministerium und die Reform der Medienförderung.

Waffenruhe zwischen Israel und Libanon in Kraft

Nach dem Iran sollen jetzt auch im Südlibanon vorerst die Waffen schweigen. Gestern um 23 Uhr MESZ ist eine von US-Präsident Donald Trump angekündigte Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten. Laut US-Außenministerium umfasst die Einigung zwischen Israel und dem Libanon sechs Punkte. Die libanesische Regierung soll mit internationaler Hilfe die Hisbollah daran hindern, vom Libanon aus Angriffe gegen israelische Ziele durchzuführen. Israel verzichtet währenddessen auf „offensive Militäroperationen“ gegen libanesische Ziele. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte die Feuerpause und erklärte gleichzeitig, die israelische Armee werde in einer „verstärkten Sicherheitszone“ im Südlibanon bleiben. Jedoch wirft das libanesische Militär Israel bereits Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

ZDFheute (Si apre in una nuova finestra) ordnete ein, dass die Waffenruhe im Libanon für Trump eine wichtige Voraussetzung für eine Lösung im Krieg zwischen Iran, Israel und den USA ist. Unterdessen sprechen heute über 30 überwiegend europäische Regierungschef*innen in Paris über eine gemeinsame Mission zur Sicherung der „Straße von Hormus“. Der Standard (Si apre in una nuova finestra) berichtet im Liveticker.

Daten von 36.368 Polizist*innen möglicherweise an Russland weitergegeben

Wie der Falter gestern exklusiv (Si apre in una nuova finestra) berichtet hat, muss sich die Justiz bald möglicherweise mit einer großen Menge an Schadenersatzforderungen beschäftigen. Der mutmaßliche russische Spion (es gilt die Unschuldsvermutung) Egisto Ott soll nämlich in den Besitz der persönlichen Daten, sprich der Namen, Geburtsdaten, Personalnummern und der konkreten Tätigkeitsbeschreibungen von 36.368 österreichischen Polizeibeamt*innen gekommen sein. Auch verdeckte Ermittler*innen und Verfassungsschützer*innen sind vom Datensatz umfasst, was einer sicherheitspolitischen Bombe gleicht. 

Die Datei aus dem Jahr 2018 befand sich auf einem USB-Stick, der 2021 bei einer Hausdurchsuchung beim ehemaligen FPÖ-Sicherheitssprecher Hans-Jörg Jenewein gefunden wurde. Jenewein soll das Verzeichnis von Ott bekommen haben. Möglicherweise fand es dann auch den Weg über Jan Marsalek nach Russland, so zumindest der Verdacht der Ermittler laut Falter-Bericht. Die Ermittlungen in der Causa wurden jedoch bereits eingestellt, die Betroffenen nie darüber informiert. Nun wurden die Ermittlungen allerdings wieder aufgenommen und die Polizeibeamt*innen, die im Datensatz vorkommen, informiert. Sie können sich in einem möglicherweise bevorstehenden neuen Verfahren einer Klage auf Schadenersatz anschließen, schreibt der Falter in seinem Newsletter (Si apre in una nuova finestra).

Auch die ZIB2 (Si apre in una nuova finestra) berichtete gestern ausführlich.

Studie zur Reform der Medienförderung präsentiert 

Gestern wurde die lang erwartete, vom Medienministerium in Auftrag gegebene Studie zur Reform der Medienförderung in Österreich veröffentlicht. Die Quintessenz: Die staatliche Förderung von Medien soll auf ganz neue Beine gestellt werden. Statt zerstückelter Förderschienen soll es eine zentrale Journalismusförderung im Umfang von 110 Millionen Euro jährlich geben, der Fokus soll der Studie zufolge auf Qualität und Unabhängigkeit liegen. Bisher orientieren sich viele Förderungen an quantitativen Kriterien: Vor allem große private Verleger und Rundfunkunternehmen kommen zum Zug, kleinere und innovative Medien schauen oftmals durch die Finger. Mehr Infos zu der vom Medienhaus Wien umgesetzten Studie gibt es hier (Si apre in una nuova finestra). Der Standard hat ein Interview (Si apre in una nuova finestra) mit dem Studienautor Andy Kaltenbrunner geführt.

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) sieht die 183-seitige Studie als Vorschlag, der mit den Koalitionspartnern ÖVP und NEOS diskutiert werden müsse. Kritik kam gestern (vollkommen überraschend) von der FPÖ. Es handle sich um einen „dreisten Versuch, die österreichische Medienlandschaft nach dem eigenen ideologischen Willen zu formen und kritische Berichterstattung abzuwürgen“, heißt es in einer Aussendung. Auch die Verbände der österreichischen Zeitungsverleger (VÖZ) und der österreichischen Privatsender (VÖP) zeigen sich angesichts der Reformvorschläge der Studie wenig erfreut. Der VÖZ (Si apre in una nuova finestra) plädiert statt eines „radikalen Umbaus“ für eine rasche Umsetzung der bereits zugesicherten Fördermaßnahmen. Für den VÖP (Si apre in una nuova finestra) handelt es sich bei der geplanten Reform um „riskante Eingriffe“. Die Freischreiber (Si apre in una nuova finestra) (ein Zusammenschluss freier Journalist*innen) fordern eine Kopplung der künftigen Journalismusförderung an „faire Bezahlung für freie Journalist*innen“.

Kurz vor Redaktionsschluss präsentierte auch noch die ÖVP ein Gegenmodell zur neuen Medienförderung (Si apre in una nuova finestra). Genaueres weiß man noch nicht.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Bär oder Mann?

Nach einem Newsletter (Si apre in una nuova finestra) von Falter-Chefredakteur Florian Klenk gingen im österreichischen Bluesky jüngst die Wogen hoch. Klenk kritisiert darin das Internetmeme „Willst du lieber einem Mann oder einem Bären im Wald begegnen?“ als für den Feminismus nicht zuträglich. Durch das Bedienen von Stereotypen würde man der Gewaltprävention nichts Gutes tun. Er erntete dafür großen Gegenwind.

Die Journalistin Claudia Zettel hat in ihrem eigenen feministischen Newsletter eine Replik verfasst, die ich euch an dieser Stelle ans Herz lege.

https://steady.page/de/keine-frauen/posts/afbd30af-3097-4282-a87a-34be695e5439 (Si apre in una nuova finestra)

Sind wir schon im dritten Weltkrieg?

1914 war den Leuten schließlich auch nicht klar, dass ein Weltkrieg beginnt.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6351-sind-wir-schon-im-dritten-weltkrieg#lesen (Si apre in una nuova finestra)

Die globale „Vergewaltigungs-Akademie“

Triggerwarnung: Sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung 

Als ich mich durch unser heutiges Fundstück durchgeklickt habe, wurde mir einfach nur schlecht. Es geht um ein globales Netzwerk an Männern, die sich darüber austauschen, wie sie ihre Partner*innen bzw. Frauen in ihrem Umfeld betäuben und sie dann sexuell missbrauchen. Nach dem Gerichtsprozess rund um Gisèle Pelicot recherchierten viele Medien über ähnliche Fälle. CNN legt ein absurd grausames Recherchestück vor und hat auch mit drei betroffenen Frauen gesprochen. 

https://edition.cnn.com/interactive/2026/03/world/expose-rape-assault-online-vis-intl/ (Si apre in una nuova finestra)

Wünscht trotzdem ein schönes, vogelreiches Wochenende:

Emil

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