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Hallo!
Eigentlich wollte ich heute keine „Trump-Story“ schreiben. Aber es gibt eine wichtige Recherche, die Trump als „Verrat“ bezeichnet. Allein deswegen erwähne ich sie:
Laut US-Geheimdienstanalysen verfügt der Iran trotz monatelanger Kämpfe weiterhin über einen Großteil seiner Raketenfähigkeiten. Nach Auswertung geheimer Informationen, über die unter anderem die „New York Times“ (Si apre in una nuova finestra) berichtet, kann Teheran offenbar etwa 70 Prozent seines Raketenarsenals und seiner mobilen Abschussrampen nutzen – ähnlich hoch ist der Zugang zu unterirdischen Start- und Lageranlagen. Diese Einschätzung steht im Widerspruch zu öffentlichen Aussagen des US-Präsidenten, der wiederholt von einer stark geschwächten iranischen Militärmacht gesprochen hat.
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Ansonsten geht es heute um einen Warnruf, Trump in China und Urteile gegen die „Letzte Generation“.

Psychiatrische Unterbringungen in Österreich steigen weiter
Die Zahl psychiatrischer Unterbringungen in Österreich steigt weiter – besonders alarmierend ist die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Nach aktuellen Daten der Patientenanwaltschaft von Vertretungsnetz (Si apre in una nuova finestra) waren 2025 im Schnitt täglich rund 770 Menschen gegen oder ohne ihren Willen auf psychiatrischen Stationen untergebracht. Grundlage dafür ist jeweils die Einschätzung, dass Betroffene sich selbst oder andere gefährden könnten.
Insgesamt wurden mehr als 25.800 Unterbringungen gemeldet, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betroffen waren fast 17.000 Personen. Besonders drastisch zeigt sich die Entwicklung bei Minderjährigen: Seit der Corona-Pandemie sind die Unterbringungstage von Kindern und Jugendlichen um 36 Prozent gestiegen. Drei Viertel der betroffenen Minderjährigen sind Mädchen.
Die Patientenanwaltschaft warnt vor einem überlasteten System. Zu wenig Therapieplätze, fehlende Unterstützung im niedergelassenen Bereich und Personalmangel führten dazu, dass junge Menschen oft zu früh entlassen würden. Die Folge seien sogenannte Drehtüreffekte – viele Betroffene kehren nach kurzer Zeit erneut in die Psychiatrie zurück. Auch der Unabhängige Monitoringausschuss ist alarmiert über die Entwicklungen.
Besonders umstritten sind sogenannte weitergehende Beschränkungen. Mehr als ein Viertel der minderjährigen Patient*innen war 2025 zusätzlich von Fixierungen oder Isolierungen betroffen. Fachleute sehen darin auch ein Zeichen struktureller Defizite: Wo Personal fehlt und Deeskalation kaum möglich ist, greifen Kliniken häufiger zu Zwangsmaßnahmen.

Trump in China
Erstmals seit 2017 reist US-Präsident Donald Trump nach Peking. Auf Einladung von Staatschef Xi Jinping soll das Treffen die zuletzt eskalierten Beziehungen berechenbarer machen. Von Annäherung ist keine Rede – es geht um Pragmatismus.
Vorab verhandeln Delegationen in Seoul, Trump selbst reist mit Spitzen aus der US-Wirtschaft an, darunter Manager von Tech- und Industriekonzernen. Nach Jahren gegenseitiger Strafzölle hatten sich beide Seiten zuletzt auf eine Pause im Handelsstreit verständigt. Doch Peking baute parallel seine Druckmittel aus, etwa bei Seltenen Erden.
Neben Handel drängt der Iran-Krieg auf die Agenda. Washington wirft China zögerliche Einflussnahme vor, erkennt aber zugleich dessen Vermittlerrolle an. Für beide ist die Straße von Hormus wirtschaftlich sensibel.
Weitere Konfliktfelder bleiben Künstliche Intelligenz und Taiwan. Die USA bremsen Chinas Zugang zu Hochleistungschips, Peking wertet das als Blockade seines Aufstiegs. In der Taiwan-Frage prallen Sicherheitsinteressen frontal aufeinander. Stabilität lautet das Ziel – bei anhaltendem Misstrauen.

Urteile gegen die „Letzte Generation“
Am Wiener Landesgericht sind am Dienstag vier frühere Aktivist*innen der „Letzten Generation“ wegen Sachbeschädigung schuldig gesprochen worden, ein Pensionist wurde freigesprochen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Im Zentrum stand eine 29-jährige Deutsche, einst eines der bekanntesten Gesichter der Bewegung. Sie erhielt acht Monate bedingt. Die Richterin begründete das Urteil mit mangelnder Einsicht: Die Angeklagte habe sich vom Verfahren „unbeeindruckt“ gezeigt. Drei weitere Beschuldigte wurden zu Geldstrafen zwischen 400 und 1.400 Euro verurteilt.
Der Vorwurf gegen die Deutsche betraf vor allem Aktionen mit sogenannten „Mumienhänden“, einer Mischung aus Sand und Sekundenkleber, mit der sie sich auf Straßen fixierte – unter anderem auf der Südautobahn und am Wiener Ring. „Der Protest war in dieser Situation notwendig“, sagte sie vor Gericht.
Ein weiterer Angeklagter bekannte sich teilweise schuldig. Er hatte rote Farbe vor der Akademie der Wissenschaften verschüttet und bei einer Protestaktion in Salzburg mit gefälschtem Ausweis Transparente gegen den Gaza-Krieg entrollt. Sein Anwalt sprach von „basisdemokratischen Protesten“: Dazu gehöre auch, nicht wegzuschauen.
In zwei weiteren Fällen argumentierten Verteidiger grundsätzlicher: Wenn jede Form zivilen Protests als strafbarer Tatbeitrag gewertet werde, „machen wir uns die Versammlungsfreiheit kaputt“, warnten sie.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

ESC: Polizei schickt Rechnung an israelisches Fancafe
Die Idee klang harmlos: Kaffeehäuser als Fanbotschaften für den ESC. Doch ausgerechnet Israel drohte bei der Aktion „Eurofan-Partnercafé“, leer auszugehen. Erst als Lisa Wegenstein ihre MQ-Kantine anbot, bekam auch Israel eine Adresse. Dass dafür ein Sicherheitskonzept nötig sein würde, war absehbar. Dass am Ende eine Rechnung der Polizei droht, nicht.
Ein Bescheid der Landespolizeidirektion kündigte „Überwachungsgebühren“ nach tatsächlichem Aufwand an. Während der Öffnungszeiten stehen zwei Beamte vor der Tür. Kostenpunkt laut Wegenstein: bis zu 12.000 Euro. In der jüdischen Community kursierten bereits Spendenaufrufe. „Es geht im Jahr 2026 nicht, dass Juden Geld sammeln müssen, um geschützt zu werden“, sagt sie dem Profil (Si apre in una nuova finestra).
Nun die Kehrtwende: Das Echo-Medienhaus übernimmt laut profil-Informationen die Kosten.
Rechtlich ist die Sache nüchtern. Das Sicherheitspolizeigesetz erlaubt Gebühren, wenn Einsätze mittelbar Erwerbsinteressen dienen oder Veranstaltungen nicht allen offenstehen. Ausgenommen sind Kirchen, Parteien und diplomatische Vertretungen. Bei Fußballspielen wird ebenso verrechnet, bei Demonstrationen meist nicht.
Skurril wirkt der Fall dennoch: Die Polizei erkennt selbst eine Gefahrenlage, sagt Schutz zu – und schickt danach die Rechnung.
https://www.profil.at/oesterreich/israel-fancafe-mq-kantine-bleibt-doch-nicht-auf-kosten-fuer-polizei-sitzen/403159370 (Si apre in una nuova finestra)Die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH) organisieren anlässlich der Sicherheitsgefährdung für jüdische und israelische ESC-Fans eine Kundgebung mit Public Viewing am Universitätscampus, um ein solidarisches Zeichen zu setzen.
Das Format der Kundgebung ist dabei eine Notlösung, um das Public Viewing durch die Polizei schützen zu lassen, da eine herkömmliche Veranstaltung zu gefährlich wäre: In den vergangenen Wochen wurde der JöH von unzähligen öffentlichen und gemeindeinternen Seiten erklärt, dass das gemeinsame Schauen des Songcontest in der Öffentlichkeit für jüdische Studierende zu gefährlich sei.

Plötzlich wird es für Putin gefährlich
Drei Jahre ist politisch nicht viel passiert. Jetzt brennen in Russland Ölraffinerien, das mobile Internet fällt aus und selbst Putins Fans kritisieren ihn öffentlich.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/6370-plotzlich-wird-es-fur-putin-gefahrlich#lesen (Si apre in una nuova finestra)
Die geheimen Mitgliederlisten des IS
Unter dem Titel „Braunes Erbe“ machen Correctiv (Si apre in una nuova finestra)und Katapult (Si apre in una nuova finestra) die NSDAP-Mitgliederkartei frei zugänglich. Grundlage sind Digitalisate aus Beständen des US-Nationalarchivs sowie die Vorarbeit des Programmierers Christoph Reit mit seiner Plattform brownarchive.org (Si apre in una nuova finestra).
Beide Redaktionen haben das Material technisch und redaktionell neu aufbereitet: Dokumente lassen sich nun gezielter durchsuchen, Personen leichter zuordnen. Auch andere Medien wie Die Zeit und Spiegel haben die Daten erschlossen – allerdings hinter einer Bezahlschranke.
Ist noch nicht dazugekommen, ESC-Songs zu hören: Markus