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Wo es zu Weihnachten Schnee gibt

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Good Morning Sunshine, hieß es heute in Linz. Herzlichen Glückwunsch! Ich melde mich aus der Wiener Nebelsuppe. Schon langsam werde ich ob des Wetters ziemlich griesgrämig. Laut Geosphere Austria hat uns Wiener*innen im Dezember erst 6,7 Stunden Sonne auf den Kopf geschienen. Seit 1985 wird die Zahl der Sonnenstunden an der Messstation Wien Innere Stadt gemessen, im langjährigen Durchschnitt (Si apre in una nuova finestra) scheint die Sonne im Dezember 56,4 Stunden. Gerade einmal 18 Sonnenstunden bekam der Stephansdom im Dezember 1985 ab – dieser Minimalrekord wackelt heuer.

Allerdings sagt die Prognose für die Tage zwischen den Jahren Sonnenschein an. Und vielleicht, mit etwas Glück und vielen Daumen, bekommen wir am 24. Dezember sogar leise rieselnden Schnee – dazu mehr im Nachrichtenteil.

Außerdem: Aufregung um islamfeindliches Posting der ÖVP, Kritik an Veröffentlichung der Epstein-Akten und eine Wetterprognose.

Aufregung um islamfeindliches Posting der ÖVP

„Wusstest Du, dass zwei Drittel das Zusammenleben mit Muslimen als schwierig empfinden?“ – diese Suggestivfrage stellt die ÖVP in einer neuen Kampagne (Si apre in una nuova finestra) auf Social Media. Während sich Parteichef Christian Stocker gemäßigt zeigt, versucht die ÖVP mit der Kampagne die FPÖ scheinbar rechts zu überholen. Mit der Berufung auf eine Umfrage unter Menschen in Österreich ohne Migrationshintergrund werden Muslim*innen einseitig von der Volkspartei als Problem dargestellt. Das letzte Motiv des Postings zitiert Integrationsministerin Claudia Plakolm: „Integration ist kein Angebot, sondern Pflicht“. Diese Partei hat Österreich mit aufgebaut, den Staatsvertrag verhandelt, war treibende Kraft hinter dem EU-Beitritt und verantwortet seit 15 Jahren die Integrationsagenden in der Bundesregierung. Dass sie nun gegen eine religiöse Minderheit wettert und ihre eigene Integrationspolitik als gescheitert anpreist, stößt auf großes Unverständnis und Kritik.

Prompt hagelt (Si apre in una nuova finestra) es Kritik aus der Politik: SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer hält auf Bluesky dagegen und schreibt: „Mein Mitgefühl gilt zB den Kolleg:innen aus Bosnien, die vor dem Krieg nach Ö flüchteten, hier seit Jahrzehnten als Leistungsträger:innen in Pflege, Spitälern, Handel oder Industrie arbeiten, Steuern zahlen, ihre Kinder großziehen und dann so etwas lesen müssen. Entschuldigung! Wir sind nicht so.“

Kritik kommt auch vom kleinsten Koalitionspartner. NEOS-Klubobmann Yannick Shetty schreibt auf Bluesky: „Wer alle Muslime pauschal unter Generalverdacht stellt, spaltet bewusst die Gesellschaft und befördert dadurch Rechtsextreme wie Islamisten gleichermaßen. Das ist in der Sache grundfalsch und politisch maximal ungeschickt.“ Die ehemalige Justizministerin Alma Zadić (Grüne) spricht von Hass gegen Muslim*innen, den die ÖVP schüre.

Kritik an Veröffentlichung der Epstein-Akten

Der Skandal um den verstorbenen Millionär und Mädchenhändler Jeffrey Epstein kommt nicht zur Ruhe und bleibt weiter eine Gefahr für US-Präsident Donald Trump. Zur Erinnerung: Nach monatelangen politischen Diskussionen hatte der US-Kongress ein Gesetz beschlossen, das die Veröffentlichung aller Ermittlungsakten innerhalb von 30 Tagen vorschrieb. Doch zum Ablauf der Frist am Freitag stellte Trumps Justizministerium nur einen Teil der Dokumente online, schwärzte darin viel mehr Dokumente als das Gesetz eigentlich erlaubt und löschte im Laufe des Wochenendes sogar einige Dateien. Trump kommt in den frisierten Dateien kaum vor, es ist weiter völlig unklar, was er wann über die Taten von Epstein wusste. Die Tagesschau (Si apre in una nuova finestra) fasst zusammen, alle Dateien stehen beim US-Justizministerium (Si apre in una nuova finestra).

Schon am Donnerstag hatte ein Bericht in der New York Times (Si apre in una nuova finestra) die Freundschaft von Trump und Epstein beleuchtet. Die Zeitung hat mit der Mutter eines mutmaßlichen Opfers gesprochen, die 14 Jahre alt gewesen sein soll, als beide bei einer Epstein-Party zu Gast waren. Dort sei Trumps zweite Ehefrau Marla Maples auf sie zugekommen, sagte die Frau. Maples soll ihr über ihre Tochter gesagt haben: „Was auch immer Sie tun, lassen Sie sie nicht in die Nähe dieser Männer, und ganz besonders nicht in die Nähe meines Mannes.“ Maples bestreitet auf Nachfrage der Zeitung, je diesen Kommentar abgegeben zu haben.

Die Zeit (Si apre in una nuova finestra) (Paywall) berichtet darüber, dass auf einigen nun veröffentlichten Fotos auch Körperteile von Frauen zu sehen sind, auf denen Zitate aus dem Roman „Lolita“ stehen – ein Symbol für eine Beziehung zu einer Minderjährigen. Die Zeitung illustriert damit, wie verkommen dieser Skandal ist.

Der Standard (Si apre in una nuova finestra) hat gestern aufgedeckt, dass Epstein 2019 in Wien war und diese Reise vor den Ermittlungsbehörden verheimlicht hatte. Warum der Pädokriminelle in Wien war und mit wem er in Kontakt stand, ist unbekannt. Nach wie vor unklar ist auch, wie Epstein an einen echten österreichischen Pass mit falschem Namen gekommen ist. (von Christian Fahrenbach, adaptiert von Dominik Ritter-Wurnig)

Gute Chancen auf weiße Weihnachten von Kärnten bis Niederösterreich

Die Chancen auf weiße Weihnachten sind heuer relativ groß – vor allem im Süden und Osten des Landes ist für den 24. Dezember Schneefall prognostiziert. Am Dienstag soll leichter Regen einsetzen, in Lagen über 500 bis 800 Metern beginnt es zu schneien. In der Nacht auf Mittwoch soll der Regen dann von Nordosten kommend überall in Schneefall übergehen, meldet die ORF-Wetterredaktion (Si apre in una nuova finestra).

Am Heiligen Abend werden minus 3 bis plus 3 Grad Celsius erwartet. Im Großteil Österreichs gibt es zumindest zeitweise Niederschlag, die Chancen stehen gut, dass es auch in tieferen Lagen schneit und der Schnee auch liegen bleibt. Immer noch aktuell ist zu dem Thema die Datenanalyse der Standards (Si apre in una nuova finestra) aus Dezember 2024: Wie oft es in jeder Gemeinde Österreichs in den letzten 63 Jahren weiße Weihnachten gab. Alle Landeshauptstädte – bis auf Klagenfurt – warten schon über 10 Jahre auf Schnee am 24. Dezember.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wieder einmal: Kampfjet-Gegengeschäft

In punkto Gegengeschäfte beim Kauf von Militärkampfjets ist die Republik ein gebranntes Kind. Die vereinbarten Gegengeschäfte beim Eurofighterkauf (Si apre in una nuova finestra) 2003 erwiesen sich im Nachhinein als kaum überblickbarer Korruptionssumpf.

Als im November die Regierung den Ankauf von Leonardo-Kampfjets um 1,5 Milliarden Euro verkündete, galt das Wort Gegengeschäfte als Tabu. Stattdessen soll es nun „industrielle Kooperationen“ im Wert von 400 Millionen Euro geben. Profil deckt nun auf, dass das Wirtschaftsministerium für die Ausgestaltung der Vereinbarung externe Anwält*innen um 140.000 Euro engagiert hat – und die republikseigene Finanzprokuratur dafür außen vor lässt. Brisant: Die engagierten Anwält*innen waren einst für den Eurofighter-Konzern EADS tätig.

https://www.profil.at/dasfruehstueck/kampfjet-gegengeschaefte-hohe-beraterkosten-bei-hattmannsdorfer-deal/403115391 (Si apre in una nuova finestra)

Der Vitamin-C-Hype stammt aus der Nazizeit

Die Pillen helfen noch nicht mal bei Erkältungen.

https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6162-der-vitamin-c-hype-stammt-aus-der-nazizeit#lesen (Si apre in una nuova finestra)

Ideen gegen Einsamkeit an den Feiertagen

Viele Menschen fühlen sich an Weihnachten allein und einsam – aber das muss vielleicht nicht sein. ORF.at (Si apre in una nuova finestra) stellt in einem Artikel mehrere Initiativen vor, die gegen dieses Gefühl helfen. Dazu gehören etwa das Caritas-Projekt Plaudernetz (Si apre in una nuova finestra), die Initiative #Keinerbleibtallein (Si apre in una nuova finestra) oder die Plattform gegen Einsamkeit (Si apre in una nuova finestra).

https://orf.at/stories/3413334/ (Si apre in una nuova finestra)

Geht sich jetzt beim Salzamt über das Wetter beschweren.

Dominik

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