Was ist der „Österreich-Aufschlag“?
Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Er ist wieder da. Kaum ein Tier hat Österreich diese Woche so beschäftigt wie Elch Emil. Die Feuerwehr hat das Wildtier zuletzt im Tullnerfeld mit Wasser versorgt (Si apre in una nuova finestra). Ich mag es mir nicht nehmen lassen, nochmal über den polnischen Wanderer zu schreiben.
Denn eine Frage beschäftigt mich als sein Namensgenosse schon länger, und zwar: Wie ist Emil eigentlich zu seinem Namen gekommen? Über einen Artikel der Krone (Si apre in una nuova finestra) und die ZIB2 bin ich auf eine heiße Spur gestoßen. Demnach wurde der junge Elch in Tschechien getauft, möglicherweise in der Region rund um Ostrava. Dort stammt auch der berühmte tschechische Langläufer und Olympiasieger Emil Zapotek her, von dem Emil seinen Namen bekommen haben sollte.
Ich habe dann versucht, mithilfe von Google und einem Übersetzungstool die ersten Zeitungsartikel zu Emil zu finden und bin Anfang Juni (Si apre in una nuova finestra) fündig geworden. Damals hieß Emil auf alle Fälle noch nicht Emil. Es dürfte sich dabei aber um die erste richtige Sichtung gehandelt haben. Datiert mit Mitte Juli ist mir dann der erste Artikel untergekommen, wo Emil als Emil bezeichnet wird. Scheinbar wurde Emil erstmals in den Sozialen Medien so bezeichnet, ob es wirklich einen Zusammenhang mit dem Langläufer gibt, lässt sich nicht hundertprozentig sicher sagen.
Klar ist aber, Emil begeistert so ziemlich alle Menschen, die auf ihn aufmerksam werden. Und nun zu den wichtigen Dingen.

Es geht heute um den Österreich-Aufschlag, eine Klage gegen Booking und mehr als 800 Tote durch den Monsun in Pakistan.

Was es mit dem viel diskutierten Österreich-Aufschlag auf sich hat
Er geistert schon länger durch die Medien – der sogenannte Österreich-Aufschlag. Im heutigen Ö1-Morgenjournal (Si apre in una nuova finestra) hat etwa Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) angekündigt, ihn nicht mehr akzeptieren zu wollen. Doch was ist der Österreich-Aufschlag eigentlich und warum wird er aktuell so heiß diskutiert?
In der EU gelten im Handel aktuell noch Regelungen, wonach für jedes Land eigene Bedingungen festgelegt werden können – jene werden als territoriale Handelsbeschränkungen bezeichnet. Das heißt, dass internationale Produzent*innen für jedes Land separat ihre Lieferbedingungen festlegen können. Für Österreich bedeutet das in der Praxis, dass Waren-Produzent*innen oftmals für die gleichen Produkte höhere Preise verlangen als in den Nachbarländern.
Ein Beispiel der Oberösterreichischen Nachrichten (Si apre in una nuova finestra): Eine Packung Manner-Schnitten kostet in österreichischen Supermärkten 3,99 Euro. In den Regalen beispielsweise des deutschen Rewe-Konzerns zahlt man hingegen nur 2,49 Euro, Edeka verlangt regulär 2,89 Euro, so Medienberichte. Für Österreich gilt demnach ein Preis-Aufschlag von bis zu 60 Prozent. Im Kurier-Podcast (Si apre in una nuova finestra) wird das auch auf die besonderen Gegebenheiten von Österreichs Märkten zurückgeführt: Da etwa generell viel weniger Wettbewerb herrsche als zum Beispiel in Deutschland, könnten die Produzent*innen hierzulande höhere Preise verlangen.
Nun will die EU-Kommission diese territorialen Handelsbeschränkungen verbieten, einem Bericht von Standard (Si apre in una nuova finestra) und ZIB (Si apre in una nuova finestra) zufolge sollen aber zuletzt unter anderem Vertreter*innen des österreichischen Wirtschaftsministeriums in den EU-Gremien eher dagegen aufgetreten sein. Die Maßnahme wurde von der EU zuletzt jedenfalls auf 2026 verschoben. Jetzt tritt die Regierung öffentlich vehement für ein früheres Verbot ein, denn die hohe Inflation hat Österreich weiterhin fest im Griff.

Mehr als 800 Tote durch Monsun in Pakistan
Eigentlich sollte die Monsun-Saison in Pakistan nur bis Ende Juli dauern, aber jetzt leiden die Menschen dort noch immer unter den schwerwiegenden Folgen des wochenlangen Starkregens. Laut Katastrophenschutz sind mindestens 800 Personen ums Leben gekommen, über 200.000 wurden evakuiert und mehr als 1,4 Millionen Menschen sind von Fluten betroffen. Soldaten haben Deiche gesprengt, um Flussläufe umzulenken, mehr als 8.000 Häuser wurden durch Regen und Fluten zerstört, unzählige Menschen fürchten um ihr Zuhause und ihre Felder, schreibt die Tagesschau (Si apre in una nuova finestra).
Die BBC (Si apre in una nuova finestra) erklärt, wieso in Pakistan so viele Menschen sterben können, obwohl dort jedes Jahr Monsunsaison ist. Ein Grund ist das Umgehen von Katastrophenschutzgesetzen und Präventionsmaßnahmen, ein weiterer ist die besondere Geografie des Landes, die Pakistan mit Gletschern und vielen Bergflüssen besonders anfällig für Folgen der Klimakrise macht. (Christian Fahrenbach)

Europas Hotellerie begehrt gegen Booking.com (Si apre in una nuova finestra) auf
Heute läuft die Registrierungspflicht für die Sammelklage europäischer Hotels gegen die Buchungsplattform Booking.com (Si apre in una nuova finestra) aus. Laut Angaben des europäischen Dachverbands Hotrec haben sich bisher mehr als 15.000 Hotels aus ganz Europa der Sammelklage angeschlossen. Aus Österreich sind 750 Betriebe dabei, berichtet ORF.at (Si apre in una nuova finestra). Die Kläger*innen berufen sich auf einen Entscheid des EuGH, der sich mit der Bestpreisklausel von Booking.com (Si apre in una nuova finestra) beschäftigt hat.
Die Plattform hat damit ihren Vertragspartner*innen verboten, auf eigenen Webseiten günstigere Angebote zu machen als über Booking selbst. Aus Sicht der Hotelbetriebe haben diese Klauseln gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen, sie fordern nun einen Schadensersatz. Bei Booking handle es sich bei dem EuGH-Urteil jedoch um keine Grundsatzentscheidung, der US-Riese argumentiert, dass diese Klauseln nicht per se wettbewerbswidrig seien.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Auf der Suche nach den Fakes
Mimikama ist der inzwischen wohl größte private Faktencheck-Blog in Österreich und Deutschland. Täglich werden zig Falschmeldungen entlarvt und das Dunstfeld Cybercrime aber auch politische Debatten im Internet akribisch analysiert und auf Fakes durchleuchtet.
Aktuelle Beiträge umfassen etwa ein Selbstexperiment auf Tiktok, (Si apre in una nuova finestra) mit dem nachgewiesen wurde, wie toxisch die chinesische Videoplattform ist oder auch dass Trump definitiv keine Todesstrafe in Washington (Si apre in una nuova finestra) einführen kann.
Durchklicken lohnt sich!
https://www.mimikama.org/aktuelle-meldungen/ (Si apre in una nuova finestra)
Wie Trump einen Frieden verhandelte – und es niemand mitbekam
Die Pressekonferenz wirkte, als wäre das alles nicht ernst gemeint. Aber für Armenien und Aserbaidschan ist es wirklich ein großer Schritt Richtung Frieden.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/6027-wie-trump-einen-frieden-verhandelte-und-es-niemand-mitbekam (Si apre in una nuova finestra)
Und es war eigentlich eine Debatte von Rechts
Ja, ich habe selbst auch darüber berichtet. In diesem Newsletter haben wir vor ein paar Wochen über die Furore rund um die Jeans-Kampagne von Sydney Sweeney und American Eagle geschrieben.
Wie die New York Times (Si apre in una nuova finestra)jetzt analysiert hat, gab es allerdings aufgrund der Kampagne nicht wirklich einen großen Shitstorm gegen den US-Star. Erst als rechte User*innen sich auf das Thema gestürzt haben und eine Cancel Culture von Links witterten, wurde das Thema medial richtig groß. Die Analyse zeigt etwa, es gab in den Tagen nach dem Launch der Kampagne dreimal so viele Posts, in denen Unterstützung dafür ausgedrückt wurde, wie Posts, in denen gegen die Werbekampagne protestiert wurde.
https://www.nytimes.com/2025/08/07/business/sydney-sweeney-ad-right-wing-media.html (Si apre in una nuova finestra)Wünscht ein schönes Wochenende,
Emil

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