Ohne Reisen geht es nicht. Ohne meinen geliebten Pflegeberuf aber auch nicht. Wie glücklich war ich also, als ich im Internet über die Stellenanzeige von Urlaub & Pflege gestolpert bin. Das ist es! Dachte ich mir sofort und habe mich noch während meiner Islandreise beworben.
Jetzt, ein halbes Jahr später, blicke ich auf drei unvergessliche Reisen zurück und weiß: Ich bin angekommen.

Vom Büro-Alltag ins Reise-Abenteuer
Der Start war klassisch – ein bisschen Bürokratie gehört wohl dazu. Doch schon am ersten Tag meisterte ich meinen ersten Anruf mit einem Gast und wurde in die Abläufe eingearbeitet. Man sagt, Vorbereitung sei das halbe Leben. Doch schnell wurde klar: In diesem Job sind Flexibilität und Improvisationstalent die wahren Superkräfte. Denn wenn unterschiedliche Menschen in neuen Situationen aufeinandertreffen, ist ein kleines, liebenswertes Chaos vorprogrammiert.
Mit viel Aufregung startete ich also in meine erste Reise nach Norderney. Mir war klar: Egal, wie gut die Einarbeitung ist – erst danach würde ich wirklich verstehen, worauf ich mich eingelassen habe.
Was wirklich zählt: Unvergessliche Momente mit unseren Gästen
Und was soll ich sagen? Es sind genau diese unvorhersehbaren, menschlichen Momente, die diesen Job so besonders machen. Es sind die kleinen und großen Highlights, die im Gedächtnis bleiben:
Da war der Gast auf Norderney, dem wir eine Bus-Sightseeingtour über die Insel ermöglichen konnten. Sein Budget war knapp, aber sein Strahlen, als es doch klappte, war unbezahlbar und hat mein Herz erwärmt.
Oder die Gästin, die zu Hause oft vernachlässigt wird und von den vielen neuen Eindrücken schnell überfordert war. Doch in der Morgenrunde blühte sie auf: Trotz massiver körperlicher Einschränkungen schwang sie das Schwungtuch mit einer solchen Energie, dass der Ball niemals auf ihrer Seite herunterfiel.
In Burhave traf ich auf einen jungen Mann mit mehrfacher geistiger Behinderung. Der Zugang zu ihm war anfangs schwer, doch durch Musik konnte ich ihn erreichen. Das Lied "Cowboy und Indianer" weckte ihn sichtlich auf und zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht.
Das absolute Highlight erlebte ich aber in Lobbach. Eine Seniorin mit Multipler Sklerose, sichtlich erschöpft und im Multifunktionsrollstuhl, war beim Rollstuhl-Parcour hoch motiviert, Rampen und Stufen allein zu bewältigen. Mit beiden Händen schob sie die Räder entschlossen an. Ein Physiotherapeut und ich sicherten sie. Auch wenn sie es nicht vollständig allein schaffte, die Hingabe, mit der sie es versuchte, war beeindruckend und zeigte allen, welche Kraft in ihr steckt.
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Mehr als nur ein Job
Momente, in denen demente Gäste plötzlich textsicherer mitsingen als ich, berühren mich tief. Die ehrliche Wertschätzung für unsere Zeit und Aufmerksamkeit ist ein unschätzbares Geschenk. Ich wurde vom ersten Tag an herzlich im Team aufgenommen und fühlte mich trotz meiner neuen Rolle sofort als vollwertiges Mitglied. Auch die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern war schnell vertraut und von gegenseitigem Respekt geprägt.
Die Reisesaison neigt sich dem Ende zu, aber meine Arbeit bei Urlaub & Pflege fängt gerade erst an. Sie fordert mich, aber sie lässt auch mein Herz höherschlagen. Ich freue mich schon jetzt auf alles, was kommt.
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