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Wer stört mich da in meinem Lotterleben?

Morgens um 10 klingelt eine Freundin unsere Autorin aus dem Bett…

Manchmal frage ich mich wirklich, was mir das Leben eigentlich sagen will. Da musste ich 51 Jahre alt werden, um zu kapieren, dass ich keine Angst davor haben muss, mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin. Dass es schön sein kann, an einem stinknormalen Mittwochmorgen in meinem stinknormalen kleinen Leben dabei ertappt zu werden, dass ich Ich bin. Es war 10 Uhr morgens, als es plötzlich an der Tür klingelte, was mich grundsätzlich immer zu Tode erschreckt. Ganz gegen meine Natur (das ist gelogen) lag ich noch im Bett, weil ich am Vorabend ein bisschen gefeiert und danach die halbe Nacht wach gelegen hatte. Weil, naja, der Mond, die Hormone, ach, ich weiß es doch auch nicht. Als ich von meiner Matratze aufsprang und die Uhrzeit checkte, bekam ich hektische Flecken am Hals. Nie im Leben ist das der Postmann (der einzige Fremde, der weiß, wie ich morgens nach dem Aufstehen aussehe). Hatte ich einen Termin vergessen? Den Klempner? Oder, Himmel, etwa eine Kundin? Während ich oben im Schlafzimmer stand, im Schlafshirt und ziemlich durch den Wind, hörte ich, wie mein italienischer Schwabe unten an der Tür eine Frauenstimme charmant ins Haus bat. Die Stimme schepperte ungefiltert in mein Oberstübchen: Moment mal, Sandra??? Du meine Güte, Sandra!!! Die coolste Frau auf dem Planeten. Coach, Businesslady, Networkerin, Stylequeen, Mentorin. What the f***! Innerhalb einer Sekunde spielten sich die schlimmsten Szenarien in meinem Kopf ab: Wie sieht die Hütte aus? Ist die Fußmatte gesaugt? Der Herd poliert? Mist, der Concealer liegt in der Handtasche neben der Eingangstür. Wo hab ich eigentlich… Ich sah an mir hinab und wäre am liebsten auf der Stelle tot umgefallen. Was sollte sie von mir denken? Vielleicht genau das, was ich nunmal war: eine verpeilte Autorin, die um 10 Uhr morgens noch ziemlich verpennt ihre Worte unterm Bett aufsammelt, statt emsig in ihrem Schreibsalon zu sitzen und einen Bestseller zu verfassen.

Ist doch gar nicht schlimm, beruhigte ich mich im selben Atemzug. Wir kennen uns doch schon länger. Haben auf Bühnen zusammen geschwitzt, ganze Abende durchgequatscht, haben Sorgen, Socken, Pizzen und Umkleidekabinen geteilt. Und dennoch, dennoch, dennoch: Es war ihr erster Besuch bei mir zu Hause, und ich wollte es ihr schön und einen guten Eindruck machen. Wenn ich geahnt hätte, dass sie hier aufkreuzen und mich mit einem monströsen Blumenstrauß überraschen würde, hätte ich wenigstens noch schnell klitzekleine

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