Hallo und herzlich Willkommen zur zwölften Ausgabe „Mediapreneur“.
Hier schreiben Sören Mannschitz und David Reiter jede Woche abwechselnd für Medienschaffende, die unabhängig publizieren.
➽ Das sind wir (Opens in a new window)
Du empfängst diesen Newsletter als eine(r) von 176 Abonnent:innen (+2). Die heutige Ausgabe hat 967 Wörter und das vollständige Lesen dauert etwa 5:00 Minuten. Teile den Newsletter gerne mit anderen Medienschaffenden, die unabhängig publizieren. ➽ Link zur Anmeldung (Opens in a new window)

(Opens in a new window)David macht das, was überraschend viele Menschen jedes Jahr im April machen: Er ist im wohlverdienten Urlaub. Und deswegen übernehme ich direkt nochmal und freue mich, dass du auch in der Urlaubszeit reinließt. Die heutige Ausgabe wird eine recht kurze Ferienausgabe, los geht’s:
Ich habe mir diese Woche diesen Creator Economy Report (Opens in a new window) angesehen, der sich natürlich mal wieder nur auf US-Zahlen bezieht (Opens in a new window). Im Zentrum steht, wie sehr die Creator Economy wächst, mit besonderem Fokus auf die immer größeren Werbebudgets, die in die Branche gehen. Neben vielen interessanten Zahlen und Einordnungen ist mir folgendes besonders aufgefallen:
Nur 16 Prozent der Creator verdienen mehr als 50.000 Dollar im Jahr
Fast die Hälfte verdient unter 10.000 Dollar
Nur 5,7 Prozent kommen über 100.000 Dollar
Das ist die Realität. Der Markt wächst. Aber das Geld verteilt sich nicht gleich. Und ich glaube, so sieht die Realität in vielen Bereichen der Creator Economy aus. Meiner Erfahrung nach landen die Budgets immer bei drei Gruppen:
1. Creator mit sehr großer Reichweite
Große Brands mit großen Budgets brauchen große Creatoren mit großen Reichweiten. Warum? Weil sie große Reichweiten erzielen wollen und das mit vielen kleineren Creatoren nur mit einem wesentlich größeren Aufwand gelingt.
2. Creator mit externer Struktur im Hintergrund
Ein relevanter Teil der Werbe-Budgets wird über Agenturen an Creatoren verteilt. Warum? Weil Agenturen gegenüber Werbepartner professionell und strukturiert auftreten und ihnen Sicherheit und Orientierung im Markt bieten. Die Zusammenarbeit ist erprobt und läuft reibungslos.
3. Creator mit klarer Organisation
Die Creatoren, die auf eigenen Beinen stehen und sich erfolgreich mit Werbepartnern finanzieren, haben klare Strukturen und Prozesse aufgebaut. Warum? Weil es Vertrauen braucht für eine Werbepartnerschaft. Werbepartner wollen einfache und sichere Entscheidungen treffen. Sie wollen keine Reibung vor oder während der Zusammenarbeit und sie wollen sicher sein, dass ihnen die Entscheidung hinterher nicht auf die Füße fällt (z.B. weil der Creator unstrukturiert arbeitet, unpünktlich liefert oder Absprachen nicht einhält). Creatoren mit klarer Organisation geben Werbepartnern das Signal, dass sie sich auf sie verlassen können.
Der strukturierte Creator
Ohne stabile Prozesse und Strukturen verpassen Creatoren Anfragen oder antworten zu spät. Sie vergessen es, Reportings rechtzeitig zu liefern, verwechseln Ansprechpartner und Kampagnen, müssen jedes Mal alles neu verhandeln - und verzetteln sich bei der Produktion. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: Es ist wirklich unglaublich frustrierend, wenn ein Werbepartner sein Budget loswerden möchte, der Creator aber nicht erreichbar ist. Ohne klare Prozesse geht es einfach nicht lange gut. Doch was tun?
Was alle strukturierten Creator gemein haben:
1. Sie kennen ihr Publikum
Kannst du Ansprechpartner:innen bei Unternehmen in einem Satz vermitteln, wer dein Publikum ist und warum es deine Inhalte konsumiert?
2. Sie verkaufen keine Reichweite
Bei Plattformen wie Meta gibt es immer mehr Reichweite, es gibt sie günstiger und mit besserem Targeting. Was es bei Meta nicht gibt: Vertrauen in den Absender.
3. Sie wählen ihre Partner gezielt aus
Deine Beziehung zu deinem Publikum ist nicht nur das Fundament für deine Werbepartnerschaften, sondern für dein gesamtes Schaffen. Um dem gerecht zu werden eine einfache Faustregel: Jede Werbe-Kooperation sollte sich für dein Publikum ehrlich, relevant und sinnvoll anfühlen.
Stell dir eine Kooperation so vor: Du lädst eine neue Person ein, Zeit mit dir und deinen Freunden zu verbringen. Das kann schnell nicht passen. Es liegt an dir, dafür zu sorgen, dass es passt. Du prüfst vorab, ob es gemeinsame Interessen oder (Streit)Themen gibt und in welchem Rahmen ein Treffen Sinn macht. Genauso gehen strukturierte Creator vor, wenn sie entscheiden, ob und wie sie einen Werbepartner in ihre Welt einbinden.
4. Es ist leicht mit ihnen zu arbeiten
Der wahrscheinlich größte Hebel beim Werbeverkauf ist es, den Prozess für alle Beteiligten möglichst kurz, klar und unkompliziert zu halten. Dazu gehört auch dafür zu sorgen, dass es leicht ist, “Ja” zu sagen.
Der Weg zu stabilen Prozessen und Strukturen
Die Grundlage für jeden Mediapreneur, der nachhaltig und unabhängig publizieren möchte, sind stabile Prozesse und Strukturen. Das ist bei der Werbefinanzierung genauso wie bei jeder anderen Herausforderung. Egal ob es um Content-Erstellung, Distribution oder Monetarisierung geht, letztlich haben Mediapreneure genau zwei Möglichkeiten: Sie lernen sich in das Thema rein, indem sie machen und ausprobieren, Erfolge haben und scheitern - und auf dieser Basis nach und nach ihre Prozesse und Strukturen entwickeln und optimieren. Oder sie setzen auf eine Abkürzung und holen sich Hilfe an die Seite, die ihnen das Know-How beibringt und die Strukturen und Prozesse aufsetzt.
Klar ist auf jeden Fall: In einer Branche, die zunehmend professioneller wird, liegt der Erfolg für Mediapreneure in schlanken Strukturen und klaren Prozessen. Wenn du aus der heutigen Ausgabe drei Dinge für deinen Werbeverkaufs-Prozess mitnimmst, dann möglichst diese:
Verkaufe Zielgruppen- und Wertübereinstimmung, nicht Reichweite.
Gib Werbepartnern das Signal, dass sie sich auf dich verlassen können.
Das Erlebnis und die Erfahrung, wie die Zusammenarbeit mit dir ist, entscheidet langfristig darüber, ob du dich mit Werbepartnerschaften nachhaltig finanzieren kannst.
Falls du Fragen oder Nöte zum Thema Werbevertrieb hast, melde dich gern jederzeit. In diesem Sinne wünsche ich dir vorab schonmal frohe Ostern. Abschließend noch zwei kurze Meldungen in eigener Sache.

Livetalk I: Da David ja gerade im Urlaub ist und jetzt auch die Osterwoche ansteht, werden wir diese und nächste Woche mit den Live-Talks aussetzen.

Livetalk II: Wir werden bald einen Live-Talk für alle Mediapreneure anbieten, die mit ihrer Sprache arbeiten. Dafür haben wir eine Stimmtrainerin eingeladen und wollen vorab wissen, was euch wirklich beschäftigt. Vielleicht klingt das bekannt:
„Ich merke, dass meine Stimme flacher wird, wenn ich nervös bin.“
„Ich würde gerne meine Skripte natürlicher vortragen.“
„Ähm, ähm, ähm..."
„Hört man es, wie ich sitze/stehe/laufe?“
Wir freuen uns auf eure Fragen rund um Stimme, Sprache und Atem. Egal ob konkret oder vage, alles ist willkommen. Wir versuchen alle Aspekte so gut es geht mit reinzunehmen und geben hier dann den konkreten Donnerstags-Termin (20.15 Uhr) bekannt.

Ich hoffe, dass wir euch zu unseren nächsten Live-Talks wieder zahlreich begrüßen dürfen.
Frische Grüße zum ersten April
sendet dir
Sören
🎒 Mediapreneur ist Ambassador der Berliner Mitgliedschafts-Plattform Steady. Wenn du dich über unseren Affiliate-Link anmeldest (Opens in a new window), können wir dir eine 60-minütige, individuelle Beratung zu deiner Community-Finanzierung anbieten. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten. Du sparst sogar die Steady-Provisionen in den ersten drei Monaten nach Launch.
📅 Sehen wir uns beim nächsten Mediapreneur Live-Talk? Über diesen Link (Opens in a new window) lädst du dir die kommenden Gespräche mit unabhängigen Medienschaffenden in deine Kalender-App (einfach kopieren und als neues Abo hinzufügen).
Impressum (Opens in a new window) | Ergänzende Datenschutzerklärung (Opens in a new window)