Saltar para o conteúdo principal

Hand- & Fußgymnastik mit Alltagsgegenständen

Ein regelmäßiges Training von Hand- und Fußmuskulatur gehört zu den wichtigen Bestandteilen der Seniorenbetreuung. Mit zunehmendem Alter nehmen Kraft und Beweglichkeit in Händen und Füßen natürlicherweise ab. Schon einfache Handgriffe – etwa einen Teller stapeln oder einen Schraubverschluss öffnen – können dann zunehmend schwerfallen. Ziel der Gymnastik ist es, diese Funktionen möglichst lange zu erhalten. So verbessern gezielte Übungen mit kleinen Gegenständen aus dem Alltag die Geschicklichkeit, Koordination und Kraft in Fingern, Händen und Füßen. Ergotherapeutische Konzepte betonen, dass ein gutes Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Gelenken in Händen und Füßen entscheidend für ein selbstbestimmtes Leben ist. Alltagsgegenstände wie Bälle, Flaschen, Handtücher oder Stifte machen die Gymnastik besonders praktikabel: Sie sind leicht zugänglich, kostengünstig und steigern die Motivation, da sie direkt mit täglichen Verrichtungen verknüpft sind. Durch das Einbinden bekannter Gegenstände wird die Bewegung ungezwungen, und die Übungen können sowohl im Sitzen als auch im Stehen in gewohnter Umgebung durchgeführt werden.

Zielsetzung. Hand- und Fußgymnastik verfolgt mehrere Ziele. Für die Hände steht die Erhaltung der Feinmotorik im Vordergrund: Regelmäßiges Training kräftigt die Finger- und Daumenmuskulatur und fördert das präzise Zusammenspiel für Griff- und Greifbewegungen. Dadurch bleiben alltägliche Tätigkeiten – etwa das Zuknöpfen von Kleidung, das Öffnen von Gläsern oder das Halten von Besteck – länger möglich. Für die Füße liegt der Schwerpunkt auf Gleichgewicht und Stabilität: Gezielte Fußgymnastik kräftigt die Fuß- und Wadenmuskulatur, verbessert die Gelenkbeweglichkeit und schult das Balancegefühl. Dies ist wichtig, um Stürzen vorzubeugen und die Mobilität zu sichern. Beides trägt insgesamt zur Selbstständigkeit und Lebensqualität älterer Menschen bei. Durch den Einsatz von Alltagsgegenständen sollen die Übungen zudem Spaß machen und als sinnstiftende Beschäftigung erlebt werden.

Vorteile und Nachteile. Der Einsatz vertrauter Gegenstände bietet viele Vorteile: Solche Hilfsmittel sind jederzeit verfügbar, günstig und können den Widerstand flexibel gestalten (z. B. Wasserflaschen mit unterschiedlichem Füllgewicht, elastische Bänder verschiedener Festigkeit). Das Training mit Alltagsmaterial fördert gleichzeitig die geistige Aktivierung: Beispielsweise trainiert das Greifen kleiner Perlen oder Münzen mit den Fingern nicht nur die Feinmotorik, sondern auch die Konzentration. Eine Zusammenstellung ergotherapeutischer Übungen betont, dass Hand- und Fingerübungen die Beweglichkeit, Kraft, Geschicklichkeit und sogar die Durchblutung fördern. Auch Fußübungen mit einem kleinen Ball oder einem Stift können stimulierend wirken und Alltagsnutzung simulieren.

Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Bestehende Gelenkbeschwerden (z. B. Arthrose in Händen oder Füßen) können durch unsachgemäßes Training verstärkt werden, wenn zu hohe Belastungen gewählt werden. Daher muss die Intensität angepasst werden: Die Übungen sollten schmerzfrei bleiben. Dies bedeutet etwa, beim Wringtuch-Einsatz oder Ballgreifen nur so kräftig zuzudrücken, wie es ohne Schmerzen möglich ist, und bei Ermüdung Pausen einzulegen. Für stark mobilitätseingeschränkte Personen sind manche Übungen gegebenenfalls weniger geeignet oder müssen unter Aufsicht durchgeführt werden. Insgesamt gilt: Die Gymnastik ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei akuten Beschwerden ist vorherige Rücksprache mit Ärztinnen oder Ärzten anzuraten.

Alltagsgegenstände als Hilfsmittel

Praktische Gegenstände aus dem Haushalt bieten vielfältige Übungsmöglichkeiten für Hände und Füße. Beliebte Beispiele sind:

Plastik- oder Wasserflasche: Eine kleine Flasche mit Wasser gefüllt dient als Hantel für Hand- und Unterarmtraining. Im Sitzen wird die Flasche mit der Hand umklammert und langsam angehoben bzw. gesenkt. Diese Bewegung kräftigt das Handgelenk und die Fingerbeuger. (Siehe Abbildung.)

Handtuch oder Tuch: Ein zusammengewickeltes Handtuch kann mehrfach ausgewrungen werden, um die Handgelenks- und Fingermuskeln zu trainieren. Auch Sitzende legen ein fest gerolltes Handtuch unter den Fußspann und rollen die Fußsohle darüber abwechselnd von den Zehen zu den Fersen.

Weiche Bälle, Schwämme oder Stressbälle: Das kräftige Zusammendrücken eines kleinen Softballs oder eines zusammendrückbaren Schwamms (z. B. Küchenschwamm) stärkt die gesamte Greifkraft der Hand. Auch das Rollen eines Gummiballs unter der Fußsohle massiert das Fußgewölbe sanft und lockert die Muskulatur.

Wäscheklammer oder kleine Zange: Das mehrfache Zudrücken von Wäscheklammern trainiert gezielt Daumen- und Zeigefinger.

Haushaltsgummiband oder -band: Ein normales Gummiband kann zur Handgymnastik verwendet werden. Zum Beispiel werden die Finger nacheinander mithilfe des Gummis umwickelt und gespreizt, um die Fingerstrecker zu trainieren.

Coins, Münzen, Kiesel, Erbsen oder Knete: Das Aufheben und Sortieren kleiner Gegenstände fördert die Feinfühligkeit in den Fingern. Zum Beispiel können Senioren Erbsen in einer Schale ertasten oder mit den Zehen Münzen aufheben. Knetübungen mit Therapieknete oder knetbarem Material kräftigen ebenfalls die Handmuskulatur.

Alltagswäsche und Küchenutensilien: Tätigkeiten wie Geschirrabspülen, ein Geschirrtuch kräftig auswringen oder Hemdkragen anheben können als Übung genutzt werden. Bereits das bewusste, kraftvolle Auswringen eines Handtuchs entspricht einer Übung zur Stärkung der Handgelenke.

Übungen für die Hände

Die folgenden Übungsbeispiele zeigen, wie man mit Haushaltsgegenständen gezielt Hände und Finger trainiert. Jede Übung wird zunächst langsam und kontrolliert durchgeführt – jeweils 10–15 Wiederholungen pro Hand sind ein guter Richtwert. Steigern Sie gegebenenfalls das Gewicht (z. B. mehr Wasser in der Flasche) oder erhöhen Sie die Anzahl nach Bedarf.

Wasserflasche heben. Setzen Sie sich an einen Tisch. Stützen Sie den Unterarm einer Hand auf dem Tisch auf, so dass die Hand über die Tischkante greift. Halten Sie eine leicht gefüllte Plastikflasche in der Hand. Lassen Sie nun die Flasche behutsam Richtung Boden sinken und führen Sie sie anschließend langsam wieder nach oben, bis das Handgelenk leicht über den Tischrand kommt. Halten Sie die Endposition kurz, dann die andere Seite.
Praxisbeispiel: Frau M. sitzt im Rollstuhl, stützt den Arm auf dem Esstisch ab und hebt abwechselnd eine halbleere Wasserflasche. So trainiert sie jeden zweiten Tag ihre Handgelenksmuskeln, ohne dass es an Geräten fehlt.

Schaumstoff- oder Schwammquetschen. Schneiden Sie einen sauberen Haushalts-Schwamm in drei schmale Streifen. Klemmen Sie jeweils einen Streifen zwischen zwei nebeneinander liegende Finger (z. B. zwischen Zeige- und Mittelfinger, zwischen Mittel- und Ringfinger). Drücken Sie dann die Elastikstücke mit gestreckten Fingern kräftig zusammen. Kurz halten und lösen. Dieser „Fingerquetsch“-Effekt trainiert alle kleinen Handmuskeln und verbessert die Fingerbeweglichkeit.
Praxisbeispiel: Im Beschäftigungsraum hält Herr K. einen weichen Spülschwamm zwischen seinen Fingern und drückt ihn fest zusammen. Die Betreuende erklärt: „Stell dir vor, du drückst die Socken aus.“ So wird die Übung anschaulich und bleibt im Gedächtnis.

Handtuch auswringen. Nehmen Sie ein mittelgroßes Handtuch, rollen es zu einer festen Rolle. Umgreifen Sie beide Enden mit Daumen und Fingern einer Hand und verdrehen Sie nun die Handgelenke so, dass das Handtuch wie beim Auswringen von Wasser gedreht wird. Machen Sie zehn langsame Aus- und Einwärts-Drehbewegungen. Diese Übung kräftigt die Handgelenke und die Fingergrund- sowie Handgelenksmuskulatur.
Praxisbeispiel: Bei einem Sitzgymnastik-Angebot wickelt die Betreuungskraft ein Handtuch fest auf. Dann demonstriert sie das Auswringen mit beiden Händen. Die Teilnehmenden können auf Kommando mitdrehen und so spielerisch ihre Unterarmmuskeln stärken.

Wäscheklammer drücken. Nehmen Sie eine handelsübliche Holz- oder Plastik-Wäscheklammer. Fassen Sie die beiden Schenkel mit Daumen und Zeigefinger und drücken Sie die Feder langsam zusammen. Halten Sie kurz, dann lösen. Wiederholen Sie die Bewegung 10–15 Mal pro Hand. Diese Übung steigert vor allem die Daumenkraft und das Zusammenspiel mit dem Zeigefinger, was beim Greifen kleiner Objekte wichtig ist.
Praxisbeispiel: Die Betreuerin verteilt ein Wäscheklammer-Spiel: Jede Person erhält mehrere Klammern auf dem Tisch. Ziel ist, die Klammern mit den Fingern ohne Zuhilfenahme der anderen Hand nacheinander zu greifen und zu öffnen. Dabei lachen die Senioren und trainieren zugleich Daumen- und Zeigefingerspannung.

Handgelenk-Kreisen und Klatschen. Auch einfache Eigengewichtsübungen sind sinnvoll. Legen Sie beide Unterarme auf einen Tisch und lassen die Hände über die Tischkante hängen. Bewegen Sie die Hände im Wechsel kreisförmig – einmal nach innen, dann nach außen. Oder klatschen Sie mit beiden Händen sanft auf den Tisch auf. Diese Bewegungen lockern die Gelenke und fördern die Durchblutung.

Finger spreizen und Faust bilden. Strecken Sie die Hände vor sich aus, Finger schließen und öffnen Sie wieder kraftvoll (Faust machen, dann öffnen). Spreizen Sie anschließend die Finger weit auseinander und halten Sie kurz. Diese alternierenden Bewegungen verbessern die Beweglichkeit der Fingergelenke.

Gegenstände aufheben und sortieren. Legen Sie auf einem Tisch unterschiedliche Gegenstände (z. B. alte Schlüssel, Murmeln, Kugelschreiber, Knöpfe) bereit. Bitten Sie die betreute Person, die Gegenstände einzeln aufzunehmen und je nach Art in Schälchen oder Kisten zu sortieren. Solche Übungen fördern die Griff- und Tastkoordination. Praxisbeispiel: Im Wohnbereich spielt ein Bewohner mit einigen Münzen und Sortierschälchen. Dabei kann er gleichzeitig Münzwertigkeit erkennen oder zählen üben – eine sinnvolle geistige Aktivierung kombiniert mit Handbewegungen.

Hinweis zur Ausführung: Bei allen Übungen gilt der Grundsatz: keine Schmerzen. Die Intensität ist so zu wählen, dass keine Gelenkschmerzen auftreten. Beginnen Sie mit wenigen Wiederholungen und erhöhen Sie nach Rückmeldung der betreuten Person sukzessive. Ändert sich die Wahrnehmung (z. B. Taubheit oder Kribbeln), sollte die Übung sofort abgebrochen werden. Ein Ergotherapeut oder Arzt kann bei Unsicherheit in die Anwendung einweisen.

Übungen für die Füße

Auch die Füße profitieren vom Training mit einfachen Hilfsmitteln. Eine kräftige Fuß- und Sprunggelenksmuskulatur verbessert Gleichgewicht und Gangbild. Die folgenden Übungsbeispiele lassen sich im Sitzen oder Stehen durchführen:

Ball-Rollen unter dem Fuß. Setzen Sie sich auf einen Stuhl, stellen Sie einen kleinen weichen Ball (z. B. Tennis- oder Golfball) auf den Boden. Rollen Sie nun mit dem Fuß den Ball langsam von den Zehen bis zur Ferse hin und her. Diese Massage löst Verspannungen im Fußgewölbe und aktiviert die Fußreflexzonen.
Praxisbeispiel: Beim Fernsehabend legt sich ein Bewohner einen Tennisball unter den linken Fuß und rollt ihn ruhigen Gewissens hin und her, während er Nachrichten schaut. Gleichzeitig wird so spielerisch der Fußbalken gekräftigt.

Barfußpfad oder wechselnde Unterlagen. Falls möglich, legen Sie im Zimmer einen kurzen Barfußweg aus verschiedenen Materialien (z. B. ein Handtuch, kleine Kissen, Kiesel oder Noppenmatte). Der Bewohner geht – beginnend und endend barfuß oder mit Socken – langsam über die unterschiedlichen Oberflächen. Diese Übung verbessert die Wahrnehmung der Fußsohle und sorgt für Abwechslung. (Alternativ kann einfach das Gehen auf Zehen, Fußaußen- und Fußinnenseite geübt werden.)

Fußgewölbe heben (Towel-Übung). Legen Sie ein zusammengeknülltes Handtuch vor sich auf den Boden. Im Sitzen oder Stehen drücken Sie den Fußballen fest auf das Handtuch und versuchen, das Handtuch dabei in den Fuß hineinzuquetschen. So wölbt sich der Fuß und die tiefe Fußmuskulatur spannt sich. Halten Sie die Position einige Sekunden, dann entspannen. Wiederholen Sie 10‑mal. Diese Übung stärkt das Fußlängsgewölbe, ähnlich wie in der Yoga-Übung „Zehenzange“.
Praxisbeispiel: Die Beschäftigungskraft fordert die Bewohner auf: „Schiebt das Tuch mit den Füßen nach vorne!“, während diese auf einem Trainingsklemmfix mit Tuchfußstütze sitzen. Das einfache Bild motiviert zum Mitmachen.

Zehen greifen. Legen Sie ein paar Gegenstände (z. B. kleine Bälle, einen Bleistift, zusammengerolltes Taschentuch) vor die Person. Sie soll versuchen, die Gegenstände mit den Zehen zu greifen und aufzuheben – idealerweise sogar in eine kleine Box zu legen. Dies trainiert die Zehengriffkraft und Koordination. Für den Anfang kann man auch auf dem Fußboden liegende Stifte mit den Zehen umdrehen oder aufrollen.
Praxisbeispiel: Herr F. übt, indem er mit dem Fuß einen Bleistift aufnimmt und diesen dann auf den Tisch gibt. Die Pflegekraft ermutigt ihn: „Daumen nach oben, toll gemacht!“ – so wird der Erfolg sichtbar.

Wadenheben und Abrollen. Stellen Sie sich hinter einen stabilen Stuhl oder Tisch (halten Sie sich mit den Händen fest). Verlagern Sie abwechselnd Ihr Gewicht auf die Fußballen und dann auf die Fersen. Anschließend heben Sie die Fersen an und senken sie wieder ab (Zehenstand/Hacke-Spitze) – ähnlich wie bei einem Tanzschritt im Stehen. Diese Übung kräftigt Waden- und Fußmuskeln.
Praxisbeispiel: Die Gruppe absolviert gemeinsam auf Anweisung der Betreuungskraft einen kleinen „Tanzschritt“ im Sitzen: Hacke-Spitze rechts, dann links (je zweimal). Dabei wippen sie im Rhythmus leicht hinauf und hinunter. Der Spaß an der Aktion aktiviert nicht nur die Beine, sondern belebt auch die Stimmung.

Einbeinstand (Balance). Unterstützt durch eine Stuhllehne, steht die Person mit einem Fuß vor dem anderen auf einer Rolle oder einem zusammengefalteten Handtuch. Das andere Bein leicht angewinkelt nach hinten. Das Gewicht wird dabei bewusst auf Zehen, Ferse und Fußaußenkante verlagert. Einige Sekunden Balance auf jedem Bein halten – so wird der Gleichgewichtssinn geschult.
Praxisbeispiel: Bei einem Sturzpräventionstraining steht die Gruppe in der Reihe hinter einem Stuhl und übt abwechselnd ein Bein zu heben. Dabei zählt die Betreuungskraft: „1–2–3“, dann Fuß wechseln.

Hinweis zur Ausführung: So wie bei der Handgymnastik gilt für Fußübungen: Keine Schmerzen! Gerade ältere Füße sind oft empfindlich. Beginnen Sie langsam, evtl. anfangs im Sitzen. Bei Schwindel, starker Unsicherheit oder Fußbeschwerden pausieren Sie das Training. Eine abschließende Fußmassage oder warmes Fußbad kann die Muskulatur entspannen. Durch Anpassen von Schwierigkeitsgrad (leichtere Bälle, kürzere Zeiten, Stützgriff) lassen sich die Übungen auf jede Leistungsfähigkeit abstimmen.

Umsetzung und Praxisbeispiele

Die Integration von Hand- und Fußgymnastik in den Alltag der Einrichtung gelingt am besten mit kurzen, unterhaltsamen Einheiten. Beispiele:

Übungsrunden im Sitzen: Bei Kaffeerunden im Gemeinschaftsraum kann die Betreuungskraft einfache Übungen vorschlagen. Zum Beispiel wird vor dem Servieren vorgemacht, wie man mit einem Würfelspiels (mit unterschiedlichen Gewichten) in der Hand zehnt Sekunden kräftig drückt oder ein zusammengerolltes Tuch auswringt. Die Teilnehmenden machen mit – ganz zwanglos als „kleines Sportangebot zwischendurch“.

Begleitung bei Alltagsaufgaben: Gewöhnliche Verrichtungen wie Geschirrabtrocknen, Wäsche falten oder Abwaschen können als Übung gestaltet werden. Etwa kann man bewusst darauf hinweisen, die Hände fest zusammenzudrücken oder die Zehen ein paar Sekunden gekrümmt zu halten, wenn man spült. So werden Alltagsaktivitäten zur sanften Gymnastik.

Stationenspiele für Fingerfertigkeit: Ein Kartenspiel wie „Uno“ oder einfaches Blitzboxen (mit kleinen Karten) trainiert die Hände. Eine ältere Dame knetet nebenher eine weiche Knetmasse, während sie ihrer Runde Karten spielt. So erfolgt gleichzeitiges Feinmotorik-Training.

Fußgymnastik im Sitzen: Selbst Rollstuhlfahrer können mitmachen: Man legt ein Kissen auf den Boden und die Bewohner versuchen im Sitzen, mit den Zehen einen kleinen Ball vor sich herzuziehen oder einen Bleistift hin und her zu schieben. Ein Bewohner erzählt bei diesen Übungen oft: „Früher habe ich das im Garten gemacht.“ So entstehen auch Gespräche über vergangene Aktivitäten.

Jedes Praxisbeispiel zeigt: Schon wenige Minuten gezieltes Training mit einfachen Utensilien können Wirkung zeigen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Zwei- bis dreimal wöchentlich verteilte „Übungs-Minuten“ genügen, um Kraft und Beweglichkeit zu fördern. Betreuungsfachkräfte sollten die Übungen immer positiv begleiten und an das individuelle Leistungsvermögen anpassen.

Vor- und Nachteile

Vorteile: Übungen mit Alltagsgegenständen sind alltagstauglich, kostengünstig und flexibler als teure Gerätschaften. Sie fördern gleichzeitig Feinmotorik, Kraft und manchmal auch das Gedächtnis (z. B. bei Konditionsaufgaben mit Zählen). Durch das gemeinsame Üben in Gruppenstunden wird zusätzlich der soziale Zusammenhalt gestärkt. Der pflegewissenschaftliche Ansatz betont, dass solche Aktivierungen zur Erhaltung von Alltagskompetenzen beitragen. Die „Praxisbeispiele“ in Pflegekontexten unterstreichen, dass aktive Einbindung in tägliche Routinen das Selbstwertgefühl erhöht und ein Gefühl von Normalität bewahrt.

Nachteile: Risiken ergeben sich hauptsächlich bei Überforderung. Manche Senioren könnten durch ungewohnte Bewegungen Unsicherheit verspüren. Bei schlechter Balance ist Sturzgefahr gegeben – deshalb sollten Fußübungen anfangs in sicherer Umgebung (mit Stuhllehne) durchgeführt werden. Auch sollte darauf geachtet werden, dass Personen mit eingeschränkter Hautsensibilität (z. B. Diabetiker) ihre Füße vorher auf mögliche Verletzungen untersuchen und nicht mit zu schweren Gewichten üben. Ein weiterer Nachteil ist, dass unbeaufsichtigtes Training zu falscher Haltung führen kann; eine Anleitung durch Fachkräfte ist daher wichtig.

Fazit

Hand- und Fußgymnastik mit alltäglichen Hilfsmitteln ist eine effektive und zugleich alltagsnahe Methode, um die Mobilität und Selbstständigkeit älterer Menschen zu fördern. Sie lässt sich flexibel an die individuellen Bedürfnisse anpassen und kann sowohl in Einzelbetreuung als auch in Gruppen erfolgreich eingesetzt werden. Durch motivierende Praxisbeispiele und abwechslungsreiche Übungen wird der Transfer in den Alltag erleichtert. Wichtig bleibt dabei, sorgfältig auf Schmerzen und Sicherheit zu achten und die Übungen gegebenenfalls mit professioneller Unterstützung (Ergotherapeutin/Physiotherapeut) zu integrieren. Zusammenfassend bieten einfache Haushaltsgegenstände eine hervorragende Grundlage für die Seniorenbetreuung: Sie gestalten die Gymnastik nicht nur zugänglicher, sondern verbinden körperliches Training mit vertrauten Alltagsmotiven – ein Ansatz, der sich in der Praxis bewährt hat.

Hand- & Fußgymnastik mit Alltagsgegenständen

Bewegung und Aktivierung sind für ältere Menschen essenziell, um Mobilität, Kraft und geistige Fitness zu erhalten. Besonders hilfreich sind Übungen, die mit bekannten Alltagsgegenständen durchgeführt werden: Sie schaffen Spaß und Vertrautheit, weil die Materialien aus dem Haushalt stammen und damit leicht zu besorgen sind. Bekannte Objekte steigern die Motivation: Senioren nehmen spielerische Bewegungseinheiten meist besser an als formale Gymnastik. Zudem werden durch solche Übungen mehrere Sinneswahrnehmungen und Erinnerungen gleichzeitig angesprochen. So verbinden die Angebote körperliche Aktivität mit geistigem Training und sozialer Interaktion – ein ganzheitlicher Ansatz, der das Wohlbefinden steigert.

Unsere Füße tragen uns ein Leben lang, werden im Alltag aber oft vernachlässigt. Gerade sitzende Tätigkeiten schwächen die Fußmuskulatur über die Zeit. Zielgerichtete Fußgymnastik kann hier gegensteuern: Durch regelmäßige Übungen werden Muskelkraft und Gleichgewicht verbessert, Fehlhaltungen reduziert. Auch mit einfachen Hilfsmitteln wie Balls und Tüchern lassen sich Fußübungen wirkungsvoll gestalten und in den Tagesablauf integrieren.

Handkraft und Feinmotorik


Klammer-Knacker (Wäscheklammer-Drücken)

Materialien: Mehrere Wäscheklammern (Holz oder Kunststoff) mit mittlerem Federwiderstand.

Einleitung: Diese Übung stärkt den Pinzettengriff zwischen Daumen und Zeigefinger – eine wichtige Handkraft, etwa zum Türöffnen oder Knöpfen. Das Drücken einer Wäscheklammer kräftigt insbesondere das Daumengelenk.

Hauptteil:

  1. Die Teilnehmenden sitzen aufrecht auf Stühlen. Jede nimmt eine Wäscheklammer in eine Hand und hält sie zwischen Daumen und Zeigefinger.

  2. Nun drücken sie die Klammer (Öffnungsende) langsam zu und halten kurz die Spannung, dann lösen sie wieder.

  3. Jeder Wiederholung sollte ruhig ausgeführt werden (etwa 5–10 Sekunden halten). Dann wechseln sie zur anderen Hand.

  4. Alternativ kann man die Klammer auch mit Daumen und kleinem Finger halten, um verschiedene Fingerkombinationen zu trainieren.

  5. Varianten: Leichte Varianten sitzen die Teilnehmenden, kräftigere können stehend üben (mit gehaltenem Rücken). Bei stärkeren Handproblemen kann die Übung nur mit geringen Druckkräften begonnen werden.

Praxisbeispiel: In der Sitzecke einer Pflegegruppe bemerkt die Betreuungskraft, dass Frau H. Schwierigkeiten hat, ihre Wäscheklammern auf der Leine zu öffnen. Während der Übungseinheit greift jeder Bewohner wiederholt Wäscheklammern zwischen die Finger und drückt sie zusammen. So wird spielerisch das Griffgefühl geübt. Anschließend berichtet Frau H., dass ihr das Aufhängen der Wäsche danach leichter fällt.

Abschluss: Zum Abschluss schütteln alle einmal die Hände aus, um die Muskeln zu lockern. Ein kurzes Dehnen der Finger (Finger weit spreizen, dann wieder schließen) rundet die Einheit ab.

Zeit: ca. 10–15 Minuten.

Schaumstoff-Quetschen (Feinmotorik-Spannung)

Materialien: Ein bis zwei saubere Spülschwämme oder weiche Schaumstoff-Pads, in mundgerechte Stücke geschnitten.

Einleitung: Diese Übung kräftigt alle kleinen Handmuskeln und verbessert die Finger-Flexibilität. Durch das Zusammendrücken von weichem Schaumstoff wird die Feinmotorik geschult, etwa um Geldstücke aufzuheben oder Schreibgeräte zu halten.

Hauptteil:

  1. Jede Person erhält drei kleine Schwammstücke. Diese werden zwischen den Fingern platziert: zwischen Zeige- und Mittelfinger, Mittel- und Ringfinger, Ring- und kleinem Finger.

  2. Nun strecken die Teilnehmenden alle Finger leicht, um die Schwämme in Spanngurten zu halten. Dann drücken sie die Schwammstücke kräftig zusammen und halten die Spannung für 5–10 Sekunden, anschließend lösen sie die Spannung.

  3. Dies wird mehrfach wiederholt. Zwischendurch lassen sie die Hand ganz locker, bevor ein neuer Druck erfolgt.

  4. Varianten: Im Sitzen können die Arme unterstützt auf einem Tisch liegen. Wer stehen kann, führt die Übung ebenfalls im Stehen durch. Je nach Kraft können die Schwämme feucht (gewichtiger) oder trocken verwendet werden.

Praxisbeispiel: In der Betreuungsrunde fangen alle Bewohner an, die Schaumstoffstücke nervös zwischen den Fingern zu quetschen. Herr M. strahlt: „Diese kleinen Schwämme sind toll, so trainiere ich meine Finger, damit ich wieder besser mit dem Besteck umgehen kann.“ Er legt beim Essen anschließend sein Salzstreuer mit den trainierten Fingern gezielt ab.

Abschluss: Die Hände werden auf dem Schoß abgelegt, nun wird jede Fingerkuppe sanft am entsprechenden Finger gedehnt. Schließlich schütteln alle einmal mit den Händen, um die Durchblutung zu fördern.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Handtuch-Twist (Handtuch auswringen)

Materialien: Ein festes, sauberes Handtuch oder Geschirrtuch (alternativ Gymnastik-Band).

Einleitung: Das Auswringen eines Handtuchs kräftigt die Muskulatur in Handgelenken und Fingern und fördert deren Beweglichkeit. Diese Übung verbessert zum Beispiel das Greifen und Heben von Gegenständen (etwa einer Einkaufstasche) im Alltag.

Hauptteil:

  1. Die Gruppe sitzt auf Stühlen. Jede Person rollt das Handtuch fest ein.

  2. Mit beiden Händen an den Enden des Handtuchs wird es so straff wie möglich gegriffen.

  3. Nun wird das Handtuch mit den Händen in entgegengesetzte Richtungen gedreht („ausgewrungen“). Zuerst wird langsam in eine Richtung gerollt, dabei bis zum maximalen Dehnungswiderstand mit den Handgelenken gearbeitet. Nach einigen Umdrehungen folgt ein Stopp.

  4. Anschließend wird die Richtung gewechselt und das Handtuch vorsichtig in die andere Richtung gedreht.

  5. Varianten: Wer Probleme hat, das Handtuch fest zu halten, kann das Tuch mittig kneten und die Enden etwas weiter auseinander greifen. Auf Ansage kann beim Auswringen gemeinsam im Rhythmus gezählt werden („1-2-3, weiter“), um Gedächtnistraining mit einzubinden.

Praxisbeispiel: Beim Wäsche-Waschen im Gruppenraum wünschen einige Senioren die Übungen. Die Betreuungskraft fordert die Gruppe auf, so fest wie möglich zu drehen. Frau S. lacht: „Meine Hände werden ganz warm!“ Nach der Einheit berichtet sie, dass sie das Eindrehen eines feuchten Spültuchs daheim nun wieder besser hinbekommt. Auch andere Teilnehmende testen direkt, ob sie ihre Handschuhe besser auswringen können.

Abschluss: Alle legen das Handtuch ab und schütteln die Hände locker aus. Anschließend formen sie mit jeder Hand eine Faust und strecken dann alle Finger, mehrmals abwechselnd zu Faust ballen und wieder öffnen.

  • Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Gummiband-Fingerspreizen (Fingerkraft)

Materialien: Stabile Haushaltsgummibänder (z.B. breite Gummiringe oder -bänder) – je zwei pro Person.

Einleitung: Das Umlagern eines Gummibands über die Finger und das Öffnen der Finger gegen den Widerstand trainiert die Handkraft und stabilisiert das Handgewölbe. Solche Übungen helfen unter anderem beim Schuhebinden oder Öffnen von Glasdeckeln.

Hauptteil:

  1. Jede Person nimmt ein Gummiband und beginnt am Zeigefinger. Das Gummiband wird um den Finger gelegt und mit einer Drehung weiter bis zum kleinen Finger gewickelt, so dass es über alle Finger verteilt ist und leicht unter Spannung steht (siehe Abbildung).

  2. Nun spreizen die Teilnehmenden alle Finger so weit wie möglich, ziehen dabei das Gummiband auseinander und halten die Position kurz (3–5 Sekunden). Dann lockern sie die Spannung und lassen die Finger entspannt zusammenkommen.

  3. Nach 5–10 Wiederholungen nimmt man das Band ab und beginnt erneut, diesmal am Mittelfinger oder mit einem anderen Fingeransatz. Damit wird die Übung ein zweites Mal durchlaufen.

  4. Varianten: Stärkere Seniorinnen können zwei Bänder nutzen oder ein größeres Band über die ganze Hand spannen. Bei sehr schwachen Teilnehmern kann das Band zunächst nur um zwei benachbarte Finger gelegt werden (z.B. Daumen und Zeigefinger) und so gezielt trainiert werden.

Praxisbeispiel: Im Gruppenalltag berichten einige Bewohner, dass sie den Teller schon lange nicht mehr so fest halten konnten. Die Einrichtung setzt die Fingerübung daraufhin ein. Alle benutzen Gummibänder und erleben, wie ihre Fingermuskeln arbeiten. Herr B. staunt: „So kann ich meine Zeitung gleich besser umklammern.“ Nach der Übung hebt er die Kaffeetasse mit mehr Sicherheit.

Abschluss: Abschließend schütteln die Senioren die Hände aus. Dann legen sie die Hände flach auf den Tisch und drücken Daumen und kleine Finger wiederholt zusammen, um die Handinnenflächen zu dehnen.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Softball-Presse (Ballpressen)

Materialien: Je ein weicher Schaumstoffball oder Stressball pro Teilnehmendem (z.B. Handtrainer-Ball aus der Apotheke).

Einleitung: Das kräftige Zusammendrücken eines weichen Balles aktiviert gleichmäßig alle Finger und Handmuskeln. Diese Übung trainiert die Gesamtkraft der Hand und kann das Aufheben von Alltagsgegenständen (Einkaufstaschen, Gläser) erleichtern.

Hauptteil:

  1. Jeder Senior hält den Ball in einer Hand. Die Hand ist geöffnet, Finger ausgestreckt, Ball liegt auf den Fingern.

  2. Nun wird der Ball mit allen Fingern gemeinsam fest zusammengepresst. Die Spannung wird für etwa 5–10 Sekunden gehalten, dann wird der Druck gelöst.

  3. Die Übung wird 8–10 Mal pro Hand wiederholt. Zwischen den Wiederholungen kann die Hand kurz offen geschüttelt werden, um die Finger zu lockern.

  4. Varianten: Im Stehen kann der Ball hinter dem Rücken gehalten werden und zwischen den Rückenstreckern zusammengedrückt werden (für Rumpfstärkung). Zusätzlich kann während des Pressens leise gezählt werden, um eine kognitive Komponente hinzuzufügen.

Praxisbeispiel: In der Nachmittagssonne auf der Terrasse erzählen die Teilnehmenden von ihrer Wocheneinkauf. Frau K. meint, dass ihr bisher das Tragen der Einkäufe nach Hause schwerfiel. Beim gemeinsamen Drücken des Softballs sagt sie lachend: „Jetzt pack ich mehr!“ Die Übungseinheit wird spontan um eine zweite Runde verlängert, weil alle mit Freude mitmachen.

Abschluss: Zum Abschluss wird die Hand geöffnet und ganz ausgestreckt – erst eine, dann die andere. Dabei spüren die Teilnehmenden, wie sich die Muskeln in Unterarm und Hand anfühlen. Zum Abwischen nehmen sie eine Feuchttuch oder reiben die Hände sanft aneinander.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Perlenfänger (Fädelübung)

Materialien: Einfache Schnüre oder Fäden und eine Auswahl großer, runder Perlen (oder Knöpfe mit großem Öse) pro Person. Optional: Holzperlen oder Kastanien mit gebohrten Löchern.

Einleitung: Diese feinmotorische Aufgabe trainiert präzise Fingerbewegungen und Auge-Hand-Koordination. Das Aufreihen von Perlen fördert den Pinzettengriff und die Konzentration. Gleichzeitig erinnert die Tätigkeit an das Basteln früherer Jahre, was motivierend wirkt.

Hauptteil:

  1. Jede Person bekommt eine Schnur sowie 5–10 Perlen. Die Schnur wird zunächst zu einem ringförmigen Kreis gelegt (mit Knoten, damit die Perlen nicht herunterrutschen).

  2. Schrittweise nehmen die Teilnehmenden eine Perle auf und fädeln sie auf den Faden. Dabei hilft es, den Faden mit dem Daumen und Zeigefinger so zu halten, dass er leicht gespannt ist.

  3. Wenn alle Perlen aufgefädelt sind, können sie die Kette gemeinsam betrachten. Wer mag, überlegt sich, wie die Farben oder Formen der Perlen angeordnet sind (Gedächtnistraining: „Merkt euch eure Reihenfolge!“).

  4. Varianten: Wer Probleme hat, eine Perle auf den Faden zu ziehen, kann zuerst den Faden auf einen Strohhalm stecken oder eine dickere Schnur verwenden. Fortgeschrittene probieren, die Perlen in einem bestimmten Muster aufzufädeln (z.B. Farbe A, Farbe B, Farbe A, B) und danach aus dem Kopf zu rekonstruieren.

Praxisbeispiel: In der Tagespflege hält jede Bewohnerin nun eine Schnur mit bunten Perlen. Herr F. erzählt, dass er früher gerne Sterneketten gebastelt hat. Ein Betreuer ergänzt: „Versucht doch mal, das Muster zu merken und danach alle roten Perlen auf einen Stab zu legen!“ So üben die Teilnehmenden nicht nur die Finger, sondern auch das Arbeitsgedächtnis. Anschließend ist bei Kaffee und Kuchen das fertige Armband kleines Gesprächsthema.

Abschluss: Die Perlen werden beiseitegelegt. Nun massieren alle kurz ihre Handflächen gegeneinander, um die Durchblutung anzuregen. Abschließend wird jede Hand sanft geöffnet und leicht nach hinten gebeugt (Handgelenkdehnung), um eventuelle Verspannungen zu lösen.

Zeit: ca. 20–25 Minuten.

Zeitungsspiel (Finger- und Handkoordination)

Materialien: Mehrere alte Zeitungen oder Magazine, jeweils ein Blatt pro Person. Eventuell Scheren für Variationen.

Einleitung: Zeitungspapier ist ein vertrautes Material, das sich vielseitig nutzen lässt. Beim Zerreißen, Falten und Werfen mit Zeitungsblättern üben die Hände verschiedene Grifftechniken und Feinmotorik. Diese Aktivität regt Kreativität an und steigert die Aufmerksamkeit – wie ein Spiel für alle Sinne.

Hauptteil:

  1. Jeder erhält ein Blatt Zeitung. Zuerst zerknüllen die Teilnehmenden das Papier mit beiden Händen, um Wärme zu erzeugen. Dann breiten sie das Blatt wieder aus.

  2. Nun falten sie die Zeitung in der Mitte, dann noch einmal halbieren, so dass ein schmalerer Streifen entsteht. Dieser Streifen wird jetzt erneut gefaltet und danach mit den Füßen vom Boden aufgehoben (leichte Fußübung eingebaut).

  3. Im nächsten Schritt darf jeder kreativ sein: Zum Beispiel mit Zehen eine Ecke des Papiers aufheben und zum Sitzkreis zurückbringen. Wer kann ohne Zuhilfenahme der Hände eine Zeitungsbahn entlangziehen?

  4. Varianten: Zum Schluss können gemeinsam Papierbälle geformt werden (einfach ein Blatt zusammenkneten) und in einem lockeren „Tischtennis“-Spiel zugeworfen werden. Dabei gilt: Nicht fallen lassen. Der Rhythmus des Werfens (z.B. „alle zwei Takte“) kann fordern, das Gedächtnis mit einzubeziehen.

Praxisbeispiel: In einer Sitzecke werfen sich die Bewohner leicht zerknüllte Papiere zu, lachen und verfeinern dabei ihren „Wurf“. Die Betreuungskraft ruft: „Jeder denkt sich ein Wort vom Tagesmenü aus und sagt es laut, bevor er wirft!“ Dadurch wird der aktive Bewegungsteil um eine kognitive Aufgabe ergänzt. Am Ende sammeln alle begeistert die zusammengedrehten Papiere ein, um die Hände warm zu halten.

Abschluss: Die Zeitungen werden beiseitegelegt. Die Finger werden jeweils einzeln durchgedrückt („Keyboardtasten drücken“), um die Fingerendgelenke zu strecken. Abschließend lassen alle die Arme locker hängen und schütteln sie sanft aus.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Münz-Tasten (Pinzettengriff-Training)

Materialien: Ein flacher Teller oder Tablett und mehrere große Münzen oder Chips pro Person. Alternativ: Bohnen oder Erbsen (für feinste Fingerarbeit).

Einleitung: Das gezielte Greifen von kleinen Gegenständen übt den Pinzettengriff und die Feinmotorik. Indem Münzen aufgehoben und abgelegt werden, trainieren die Finger Kraft und Geschicklichkeit – wichtig für das Aufheben und Festhalten kleinerer Alltagsobjekte.

Hauptteil:

  1. Jede/r Teilnehmende stellt einen Teller vor sich ab und darauf 5–10 Münzen verteilt.

  2. Zunächst werden die Münzen mit Daumen und Zeigefinger einzeln aufgenommen und auf den Tisch zurückgelegt. Danach nimmt man eine Münze und wechselt sie zur anderen Hand.

  3. Erschwerend kann man den Vorgang variieren: Etwa indem man die Münze aufhebt und auf den Kopf einer anderen Münze balanciert, bevor man beide ablegt.

  4. Varianten: Wenn das Aufheben mit Daumen und Zeigefinger leicht gelingt, kann man auch versuchen, die Münzen mit Daumen und kleinem Finger oder Daumen und Ringfinger zu greifen. Für sehr geübte Teilnehmer kann man einen leichten Ton zum Zeitpunkt des Greifens fordern („Münze nicken = merkte euch ein Wort!“) für geistige Aktivierung.

Praxisbeispiel: Beim Frühstück klappt Frau L. die Zeitung auf und durchsucht sie nach Kreuzworträtseln. Danach erscheinen Teller mit Münzen. Die Betreuungskraft erklärt: „Wer den Pinzettengriff übt, kann später Teile aus dem Rätsel leichter aufheben!“ Gemeinsam beginnen alle, die Münzen systematisch zu heben. Herr N. strahlt: „Mein Zuckerwürfel ist ja auch klein – das hilft mir beim Kaffeetrinken.“

Abschluss: Nach einigen Minuten Münzenüben werden die Hände geöffnet und die Finger leicht nach hinten gebeugt, um die Handinnenflächen zu dehnen. Danach wird kurz eine Handmassage unter Anleitung ausgeführt (Hände mit Lotion einreiben und Handflächen gegeneinanderreiben).

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Schraubglas-Öffnen (Koordination und Kraft)

Materialien: Eine leere, saubere Schraubglasflasche (z.B. Marmeladenglas) pro Person. Bei Bedarf: mehrere Gläser mit unterschiedlich starken Deckeln. (Bei Schraubgläsern nur die Deckel verwenden.)

Einleitung: Das Öffnen von Schraubverschlüssen erfordert Daumenkraft und koordinierten Einsatz aller Finger. Mit diesem einfachen „Haushaltsgerät“ kann die Kraftausdauer der Hände gestärkt werden – wichtig für Tätigkeiten wie Verpackungen öffnen.

Hauptteil:

  1. Zunächst können die Teilnehmenden das Glas in der vorgegebenen Griffart schon etwas „warmdrücken“: Mit beiden Händen um das Glas greifen und immer fester drücken, ohne sich loszulassen (5–10 Sekunden).

  2. Dann wird der Deckel leicht angewärmt: Die Übenden drehen den Deckel ein paar Mal hin und her, um ihn zu lockern.

  3. Nun erfolgt die Übung: Mit der einen Hand hält jeder das Glas fest, die andere Hand greift den Deckel mit Daumen und restlichen Fingern und versucht, ihn aufzudrehen. Bei festsitzenden Deckeln wird gegen einen festen Widerstand gearbeitet – halten Sie den Deckel kurz in der geöffneten Position, ehe Sie ihn schließen.

  4. Danach wechseln die Hände. In einer zweiten Runde kann ein schwerer Deckel geübt werden.

  5. Varianten: Ältere Menschen mit starken Händen können das Glas bei sich auf den Oberschenkel stellen (damit es stabil liegt) und im Sitzen üben. Für schwächere Hände kann ein Gummihandschuh oder ein Tuch beim Drehen helfen, den Griff zu verbessern.

Praxisbeispiel: In einer Gruppenküche haben die Bewohner leere Gläser gesammelt. Jeder bekommt ein Glas und probiert unter Anleitung, den Deckel zu lösen. Frau G. ist anfangs unsicher, doch nach ein paar Drehungen und Übungen kann sie ihren Deckel lösen. Die Betreuerin erklärt: „Ihr seht, wie wichtig das Daumen-Training ist. Denkt an den Marmeladen-Nachschub, den ihr das nächste Mal mitessen könnt!“ Alle lachen, da sie merken, dass ihre Übung direkt im Alltag anwendbar ist.

Abschluss: Alle legen die Gläser weg und lockern noch einmal die Handgelenke: Für jeweils 10 Sekunden Handgelenk kreisen – einmal nach außen, dann nach innen. Anschließend lockern sich alle Hände selbständig für einen Moment.

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Besteck-Handling (Alltags-Handkraft)

Materialien: Ein Ess- oder Gabelset pro Person (z.B. Plastiklöffel/-gabel) und leichte Schaumstoffringe oder Serviettenringe. Optional: kleine Holzwäscheklammern.

Einleitung: Im Alltag erfordert das Halten von Besteck (Löffel, Gabel, Stift) eine gute Handhaltung und Koordination. Mit einfachen Gegenständen kann diese Fähigkeit geübt werden: Zum Beispiel indem Löffel mit festem Griff geführt oder Wäscheklammern an Serviettenringe geheftet werden. Dadurch wird nicht nur die Pinzetten-Kraft, sondern auch die Geschicklichkeit trainiert.

Hauptteil:

  1. Löffelübung: Die Senioren setzen sich im Stuhlkreis. Jeder nimmt einen Löffel in die dominante Hand. In kleinen Schritten sollen sie den Löffel etwa 10 Mal mit ausgestrecktem Arm hochheben und wieder absenken (Zeigen, als würde ein Flugzeug fliegen). Dann halten sie den Löffel waagerecht vor den Mund, ohne ihn zu wackeln.

  2. Wäscheklammer-Ring: Unter den Klapptisch oder auf den Tisch legen alle einen Serviettenring (oder einen anderen festen Ring). Mit einer Hand (z.B. linker Daumen und Zeigefinger) nehmen sie eine Wäscheklammer und versuchen, sie in den Ring zu stecken. Dann wird die Klammer wieder gelöst. Hier trainiert man gezielt den kleinen Pinzetten-Greif.

  3. Geschicklichkeits-Aufgabe: Wer fertig ist, kann versuchen, den Löffel mit verbundenen Augen in den Mund zu führen (kleine Herausforderung mit Humor, dabei aufpassen!).

  4. Varianten: Man kann zusätzlich die Augen aufhalten und die Mitsprechenden zählen lassen, während man mit dem Löffel Zeichen in die Luft malt (z.B. Buchstaben oder Zahlen). Dies verbindet motorische Übung mit leichtem Gedächtnistraining.

Praxisbeispiel: Beim gemeinsamen Mittagessen in einer Seniorenwohnung fällt auf, dass manche Bewohner das Besteck nur schwach halten. Daraufhin ergänzt die Betreuerin die Nachmittagsrunde um diese Übungen: Jeder darf den Löffel mehrfach durch die Luft führen und versucht dann, einen Stoffring zu treffen. Nach wenigen Minuten merkt Frau D. erstaunt: „Ich schaffe es tatsächlich, die Serviette festzuklammern!“ Die Betreuende lobt und erklärt, dass das direkt beim nächsten Essen helfen wird.

Abschluss: Die Bestecke werden weggelegt. Alle massieren zum Abschluss kurz ihre Hände selbst (Kreise in den Handinnenflächen), um die Muskeln zu entspannen. Anschließend halten alle für 5 Sekunden eine Faust, öffnen sie und recken die Finger lang aus, um Verspannungen zu lösen.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Knetball-Praxis (Handstärkung)

Materialien: Knetmasse (Therapie-Knete, bunte Modelliermasse) oder alternativ weiches Brotteig-Rezept in Schüsseln. Pro Person etwa eine handgroße Portion.

Einleitung: Kneten kräftigt die gesamte Hand- und Unterarmmuskulatur und schult die Beweglichkeit von Handgelenk und Fingern. Es wirkt zugleich beruhigend und fördert die Feinmotorik. Beim Formen eines „Knetballs“ werden Muskelspannung und Geschicklichkeit verbessert, ähnlich wie mit einem weichen Ball.

Hauptteil:

  1. Jeder nimmt eine Portion Knete in die Hand. Zuerst wird die Knete zwischen beiden Händen hin- und hergeschoben, als würde man Teig kneten. Dadurch wird die Handinnenfläche kräftig bearbeitet.

  2. Dann formt jede Person einen festen Ball und presst diesen mehrmals mit den Handflächen zusammen. Dabei spreizt man die Hand leicht, um den Ball einzufassen.

  3. Anschließend wird der Knetball mit den Fingerspitzen geformt: mit Daumen und Fingern kann man „Zähne“ in die Knete drücken, Muster einritzen oder einen Faustschlag auf den Ball ausüben (mit Handfläche nach unten auf die Knete drücken).

  4. Varianten: Fortgeschrittene können den Ball etwas rollen oder dehnen („Knetplatte“ herstellen), um die Dehnung der Handgelenke zu üben. Wer mag, kann ein kleines Geräuschrätsel daraus machen: Bei jeder Fingerbewegung im Rhythmus ein Wort sagen oder zählen (z.B. „1-Schlag, 2-Schlag“).

Praxisbeispiel: In der Bastelrunde sitzen alle an einem Tisch mit bunten Knetschüsseln. Herr P. staunt: „Ich habe schon lange nicht mehr so fest geknetet!“ Gemeinsam formen sie bunte Knetteig-Kugeln, die später als Antistress-Spielbälle dienen. Die Aktivierungsbegleiterin erzählt, dass diese Übung sogar an Arbeitstherapie erinnert und ermutigt die Bewohner, einen stärkeren Knetball herauszuarbeiten.

Abschluss: Die Knete wird in die Mitte gelegt. Zum Abschluss reibt jeder seine Hände kräftig aneinander wie zum Aufwärmen. Danach wird jede Hand einzeln als Faust geballt und ausgespannt, um die durch die Knete beanspruchte Muskulatur zu lockern.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Finger-Sternchen (Greif- und Koordinationsspiel)

Materialien: Keinspezifisch, nur die eigenen Hände. Alternativ ein kleines Halstuch oder Band als optionaler Timer.

Einleitung: Diese Aktivierung nutzt das gemeinsame Spiel mit den Fingern und Armen. Dabei greifen wir imaginäre Sterne am Himmel – eine bewegungs- und wahrnehmungsfördernde Phantasieübung, die die Grobkoordination und Streckung der Hände fördert. Sie lockert die Arme und verbessert gleichzeitig den Tonus in Schultern und Händen.

Hauptteil:

  1. Alle stehen (oder sitzen) mit geradem Rücken. Zuerst werden die Hände aufgeblasen: Die Teilnehmenden fächern ihre Finger weit auseinander, als wollten sie einen großen Stern malen. Dabei heben sie die Arme vor sich hoch.

  2. Nun fangen alle an, abwechselnd mit rechter und linker Hand aus unterschiedlichen Richtungen nach oben zu greifen („ganz weit rechts oben“, „etwas links vorne“, „über den Kopf“). Dabei sagen sie laut „Ich greife nach einem Stern“ oder zählen mit.

  3. Anschließend schwingen alle die Arme rhythmisch: Einatmen beim Strecken nach oben, Ausatmen beim Herabsenken. Wer mag, macht dabei ein Fingerschnipsen beim Hochstrecken (Spannung in den Händen).

  4. Varianten: Um die Feinmotorik einzubauen, können nach jedem Strecken zwei Finger aneinandergeklebt werden („Fingerkuss“) und dann gelöst. Wer steht, kann leichtes Laufen auf der Stelle dazu kombinieren. Als Gedächtnisübung könnte man sich die Reihenfolge der Finger merken (z.B. „Zeige-Finger und Mittelfinger heben“).

Praxisbeispiel: In der kleinen Halle des Altenheims beginnt die Sitzgymnastikrunde mit dieser Übung. Die Betreuerin erzählt, dass heute ein Morgengedicht mit Armbewegungen geübt wird. Daraufhin machen alle mit: Sie strecken die Arme in verschiedene Himmelsrichtungen, sprechen dazu ein kurzes Thema („Heute scheint die Sonne!“). Auch Bewohner mit Demenz können bei der Bewegung mithalten und „gestikulieren nach Sternen“ mit, da die Übung sehr eingängig ist.

Abschluss: Zum Abschluss bringen alle langsam die Hände auf den Rücken, dehnen die Schultern, indem sie die Finger verschränken und die Handflächen einander zuwenden. Dann steht für einige Atemzüge Ruhe an, bevor weitergearbeitet wird.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Fußgymnastik und Gleichgewicht


Zehen-Zeitungstanz (Zehengymnastik)

Materialien: Pro Person eine halbe oder ganze Tageszeitung. Optional ein kleiner, weicher Ball (z.B. Stoffball) für die Fußmassage.

Einleitung: Mit den Füßen Zeitungspapier zu erkunden stärkt die Fußmuskulatur und trainiert die Beweglichkeit der Zehen. Dabei werden nicht nur die Fußsohlen angeregt, sondern durch das Zusammenspiel von Halte- und Greifbewegung auch die Koordination gefördert. Diese Übung kann helfen, Zehenkraft aufzubauen (wichtig beim Festhalten von Socken oder Unterlagen am Boden).

Hauptteil:

  1. Die Teilnehmenden setzen sich. Jeder legt eine Zeitungsseite vor sich auf den Boden. Barfuß beginnt nun das „Zehen-Erkunden“: Zuerst strecken sie die Zehen und wackeln mit ihnen, um etwas aufzulockern.

  2. Anschließend versuchen sie, mit den Zehen die Zeitungsränder aufzuheben. Dafür werden die Zehen in die Kanten gesteckt und das Papier langsam nach oben gezogen. Wiederholungen wechseln zwischen links und rechts.

  3. Im nächsten Schritt wird die Zeitung zerknüllt: Mit Fußspitzen und Zehen schlagen sie auf das Papier, bis es zusammenfällt. Dann strecken sie die Füße wieder und glätten mit den Zehen die Zeitung, so gut es geht.

  4. Varianten: Wer möchte, kann einen kleinen Gegenstand (z.B. einen kleinen Ball oder eine Murmel) mit den Zehen greifen und wieder fallen lassen. Fortgeschrittene können zwischendurch auch auf einem Bein stehen, während sie mit den Zehen arbeiten (Gleichgewichtstraining).

Praxisbeispiel: In der Sitzecke des Wohnbereichs haben die Senioren ein lustiges Spiel vor sich. Frau A. lächelt: „Mit meinen alten Tanzschuhen hätte ich das nie gemacht!“ Die Betreuerin erklärt, dass diese Übung die Zehen trainiert, damit man beim Barfußlaufen nicht strauchelt. Alle versuchen, die Zeitungsschreie so lang es geht vom Boden zu heben. Später ziehen sie gemeinsam Bilanz: „Wer hat die meisten Falten in den Füßen?“ und lachen.

Abschluss: Nachdem die Zeitung liegen gelassen wird, rollen alle einen weichen Ball unter jedem Fuß jeweils etwa zwei Minuten lang hin und her (Fußsohlenmassage). Abschließend strecken sie die Beine und winkeln abwechselnd die Füße sanft nach oben und unten (Fersen heben und senken), um die Knöchel zu lockern.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Zehenwackler (Zehenbeweglichkeit)

Materialien: Kein zusätzliches Material erforderlich. Optional ein kleines Handtuch als Unterlage für die Füße.

Einleitung: Das Wackeln und Greifen mit den Zehen erhöht deren Beweglichkeit und baut die Muskulatur auf. Ähnlich wie unsere Finger können auch die Zehen viel bewegen: Sie einzeln zu krümmen und zu spreizen trainiert die getrennte Zehengelenk. Diese Übung fördert außerdem die Wahrnehmung der Füße und kann die Balance verbessern.

Hauptteil:

  1. Die Teilnehmenden sitzen bequem. Zunächst legen sie die Füße flach auf den Boden und heben nur die große Zehe an, während der Ballen fest liegen bleibt (Fuß anspannen, Großzehe anheben). Dann senken sie den großen Zeh wieder ab.

  2. Danach wiederholen sie das mit den restlichen Zehen: Jeder kleine Zeh wird nacheinander angehoben und gesenkt. Wenn einzelne Zehen schwer zu bewegen sind, helfen die anderen beiden Hände leicht mit (z.B. einen kleinen Zeh mit der Hand anheben).

  3. Im Anschluss werden alle Zehen gemeinsam gesteckt: Die Füße lösen sich vom Boden und die Zehen wackeln auf und ab (schnelles Strecken und Zusammenziehen der Zehen, etwa 10 Mal je Fuß).

  4. Varianten: Wer sich sicher fühlt, kann beim Zehenheben mit den Händen eine Berührungspause üben: Wenn ein Zeh oben ist, zählt man langsam bis drei, um die Balance kurz zu halten. Darüber hinaus können sich die Teilnehmenden vorstellen, mit den Zehen irgendetwas zu „pflücken“ (z.B. einen Stein, eine Blume), um die Konzentration zu steigern.

Praxisbeispiel: Beim Kaffeetrinken kündigt die Betreuerin an: „Jetzt kräftigen wir eure kleinen Greifer!“ Alle setzen sich hin und konzentrieren sich auf die Zehen. Herr S. schaut erstaunt, wie sein Fuß bei der Übung leicht springt. Die Gruppe zählt gemeinsam die Wiederholungen. Eine Teilnehmerin erzählt nebenbei: „Früher habe ich in der Küche barfuß Bohnen aufgelesen – das kann ich jetzt wieder üben.“ Ihre Aufgabe regt zum Schmunzeln an und motiviert alle, aufmerksam mitzumachen.

Abschluss: Nach mehreren Wiederholungen legen alle die Füße wieder völlig flach ab. Dann dehnen sie die Zehen mit den Händen: Dazu zieht man jeden Fuß in die Hand, spreizt die Zehen und zieht sie leicht nach oben in Richtung Schienbein (20–30 Sekunden halten). Dadurch entspannen sich die zuvor angespannten Muskeln.

Zeit: ca. 10 Minuten.

Gangarten-Training (Verschiedene Gehweisen)

Materialien: Ein Handtuch oder Seil am Boden als imaginäre Linie zum Balancieren. Frei begehbarer Raum (Stuhlkreis auch möglich).

Einleitung: Der Wechsel verschiedener Gangarten (z. B. Gehen auf Zehenspitzen, Fersen oder Fußaußenkanten) trainiert die Fuß- und Beinmuskulatur umfassend. Dadurch wird die Fußmuskulatur gestärkt und das Gleichgewicht geschult. Diese Übung bringt Abwechslung in den Alltag und fördert die Koordination bei einfachen Bewegungsaufgaben im Zimmer oder Garten.

Hauptteil:

  1. Alle stehen (sofern möglich) im freien Raum hintereinander, jeder hinter einem kleinen Handtuch auf dem Boden (als Linie). Wer sitzen muss, hebt das einzelne Bein nach Anleitung.

  2. Nun wird ausprobiert: Gehen Sie mit den Füßen immer nur auf den Zehenspitzen über Ihre Linie hin und zurück. Dabei bleiben die Fersen leicht vom Boden abgehoben.

  3. Danach wechseln: Gehen Sie nur auf den Fersen (Zehenspitzengang) die Strecke ab.

  4. Anschließend geht es weiter mit dem Fußaußenrand (wie auf einem Balken) hinüber und zurück.

  5. Varianten: Wer sich sicher fühlt, kann zum Schluss probieren, die Runde rückwärts zu gehen. Für mehr Balance-Aufgaben kann man abschließend versuchen, nach dem letzten Schritt für einige Sekunden auf einem Bein stehen zu bleiben (festhalten an Stuhllehne oder Tischrand erlaubt). Zwischendurch wird ruhig bis drei gezählt, um die Aufmerksamkeit auf das aktuelle Gehbild zu fokussieren.

Praxisbeispiel: Auf dem Flur der Einrichtung hat die Betreuungskraft eine Linie ausgelegt. Frau R. lacht: „Das ist ja wie im Zirkus!“ Die Senioren gehen nacheinander die Linie entlang, einmal auf Zehenspitzen, dann auf Hacken. Im Liegen der vergangenen Monate war das anfangs schwer – jetzt aber verbessern sie sich merklich. Die Betreuer erklären, dass das für den nächsten Spaziergang wichtig ist, damit sie keinen Stein übersehen oder Stolpern vermeiden. Am Ende haben manche Mühe, im Stuhl aufzustehen, merken aber: „Meine Füße sind richtig wach!“

Abschluss: Nach dem Gangarten-Parcours wird eine kurze Pause eingelegt. Alle stellen sich dann hin (oder setzen sich) und lassen die Füße locker rollen: Zehenspitzen einmal anziehen, Fuß kreisen lassen, Bein entspannen. Das lockert die Sehnen. Zum Abschluss lockern alle noch einmal die Knöchel durch kreisende Bewegungen und strecken die Beine aus.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Ball-Tanz (Fuß- und Koordinationsspiel)

Materialien: Ein weicher Gymnastikball oder Stoffball pro Paar (alternativ ein gefaltetes Handtuch als „Ball“). Musik (CD-Player oder Smartphone).

Einleitung: Diese Einheit verbindet Fußgymnastik mit Rhythmus und Spaß. Im Takt der Musik werden Koordinationsaufgaben gelöst: zum Beispiel Ballwechsel und Schrittfolgen. Dadurch wird die Fuß- und Beinmuskulatur gekräftigt und der Gleichgewichtssinn geschult. Die Musik sorgt für gute Laune und aktiviert gleichzeitig geistige Aufmerksamkeit.

Hauptteil:

  1. Die Teilnehmenden bilden Paare und stellen sich Rücken an Rücken (oder im Kreis) auf. Zwischen sie wird der Ball gelegt, so dass sie ihn mit den unteren Rücken gemeinsam sanft festhalten („Ball zwischen Rücken einklemmen“).

  2. Zur Musik (ruhig beginnend) bewegen sie sich abwechselnd im Rhythmus: Zuerst nur mit den Fußspitzen leicht auf der Stelle wippen, während sie den Ball gegen den Rücken drücken.

  3. Anschließend gibt es „Tanzschritte“: Zwei Schritte vorwärts auf den Ball zuschieben, zwei Schritte zurück. Dann zwei Schritte zur Seite und wieder zurück. Dabei wird der Ball leicht zwischen den Rückenteilen verschoben (oder kann in einem Spiel im Kreis weitergegeben werden).

  4. Varianten: Zusätzlich können die Teilnehmer die Bewegungen zu zweit koordinieren: Wenn die Musik stoppt, wird der Ball zwischen den Rücken losgelassen und sanft gefangen. Oder man zählt gemeinsam laut die Schritte mit (z. B. „1 – 2 – vor, 1 – 2 – zurück“). Wer sitzen muss, setzt sich einfach mit aufrechtem Rücken hin und passt die Bewegungen an (z.B. Stampfen oder Mitklatschen mit den Füßen).

Praxisbeispiel: Im Gemeinschaftsraum läuft ruhige Musik. Alle bereiten sich auf den „Tanz“ vor: Herr K. und Frau M. stehen Rücken an Rücken mit einem Ball dazwischen. Die Musik setzt ein, und sie bewegen sich synchron – mal auf Zehenspitzen, mal im Takt zurück. Ein Betreuer zählt laut die Schritte: „Eins, zwei, vor!“ Am Ende der Übung stoßen alle einander lachend die Hände an: Die Gruppendynamik wurde gestärkt, und nebenher haben sie ihre Füße aktiviert.

Abschluss: Nach einigen Liedern oder Runden stellen alle den Ball zur Seite. Zum Abschluss wird ein kurzes „Abschütteln“ der Beine gemacht: Im Sitzen oder Stehen locker die Beine ausstrecken und die Füße locker kreisen lassen. Dann gehen alle noch einmal auf der Stelle auf und ab (sanftes „Auslaufen“ der Füße).

Zeit: ca. 20–25 Minuten.

Torwächter (Stärkung der Fußmuskulatur)

Materialien: Zwei weiche Sofakissen oder kleine Polster (nicht scharfkantig), ein Stuhl.

Einleitung: Diese spielerische Übung kräftigt die Fußmuskeln und trainiert die Koordination: Die Senioren balancieren einen Kissenstapel „verschränkt“ zwischen den Fußsohlen. Dies erfordert Stabilität und Geschicklichkeit beim Pressen mit den Fußgewölben. Solche Aktivitäten aktivieren unbewusst viele Fußgelenke gleichzeitig.

Hauptteil:

  1. Die Gruppe sitzt mit geradem Rücken auf Stühlen. Ein Paar Sofakissen wird zwischen die beiden Fußsohlen genommen (Ferse nach unten, Zehen nach oben zum Körper zeigend).

  2. Im Anschluss heben alle die Füße leicht vom Boden ab (Beine bleiben angewinkelt) und versuchen, die Kissen nur mit den Fußsohlen zusammenzuhalten (ein „Schritt“ in der Luft machen, ohne die Kissen fallen zu lassen).

  3. Dann wieder absetzen. Das Hochheben und Halten wird 5–8 Mal wiederholt.

  4. Varianten: Wer keine Kissen hat, kann ein Handtuch so falten, dass es unter den Fußsohlen eingeklemmt wird. Für zusätzliche Herausforderung lässt man das Sitzende beim Halten die Knie leicht anheben (Hocke-Sitz), um auch die Beinrückseiten zu dehnen.

Praxisbeispiel: In der Sitzecke der Tagespflege verteilen die Betreuungskräfte weiche Kissen an die Teilnehmer. Herr G. drückt das erste Kissen zwischen seine Füße. Als er das zweite ansetzt, erschrickt er kurz: „Jetzt habe ich richtige Fußballschuhe an!“ Gemeinsam heben sie die Kissen vom Boden und halten sie einen Augenblick. Auch Bewohner im Rollstuhl können die Bewegung nachmachen. Nach ein paar Versuchen bemerkt Frau E.: „Meine Füße haben sich noch nie so stark angestrengt!“ Sie strahlt, als ihr durch die Übung bewusst wird, wie „träge“ ihre Füße sonst oft sind.

Abschluss: Die Kissen werden beiseitegelegt. Alle strecken ein Bein nach dem anderen aus und ziehen die Zehen leicht zu sich heran („Achillessehnen-Dehnung“). Anschließend klopft jeder sanft mit der Hand auf den Fußrücken und die Waden, um die Muskulatur zu entspannen.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Ballon-Federball (Fußkoordinationsspiel)

Materialien: Je ein Luftballon pro Paar oder Gruppe (geeignete Größe, gut aufgeblasen). Freier Sitzkreis mit ausreichend Platz.

Einleitung: Dieser federleichte Ballon wird ohne großen Kraftaufwand in der Luft gehalten und dient als „Ball beim Sitzen“. Durch das sanfte Zuwirken mit den Fußspitzen oder Fersen muss gut koordiniert werden, um den Ballon in der Luft zu halten. Dadurch wird die Fußaußenkante trainiert und die Balance geschult. Zudem fördert das Zählen bei der Ballonbewegung die Aufmerksamkeit.

Hauptteil:

  1. Die Teilnehmenden sitzen im Kreis. Ein aufgeblasener Ballon wird gemeinsam in den Kreis geworfen. Ziel ist es, ihn so lange wie möglich mit den Füßen in der Luft zu halten.

  2. Jeder „fängt“ den Ballon abwechselnd: Mit der Fußspitze genüßlich antippen, sodass er weiterspringt. Man kann auch die Fußsohle nutzen, solange kein Fallenlassen geschieht.

  3. Dabei wird gemeinsam laut bis drei oder vier gezählt, bevor man selbst den Ballon berührt: Z. B. „Eins, zwei – Ballon weiterschieben“. Diese Regel erhöht die Aufmerksamkeit der Teilnehmer.

  4. Varianten: Für Fortschritt kann man den Ballon mehrfach hochhalten: Jeder nennt beim Tippen reihum ein Wort zum Jahresthema (z. B. anstehenden Feiertag), sodass es auch Gedächtnisübung ist. Stehend kann geübt werden, einen leichten Vorwärtsschritt zum Ballon zu machen.

Praxisbeispiel: Im Wohnbereich bringt ein Betreuungsteam bunte Luftballons. Die Senioren sind amüsiert: „Jetzt spielen wir Federball mit den Füßen!“ Der Ballon wird vorsichtig im Kreis gekickt. Herr J. zählt laut mit: „Eins... zwei... drei – ich kriege ihn!“ Jeder bekommt mehrmals die Chance, den Ballon in der Luft zu halten. Als alle in kurzer Folge die drei Marken erreichen, winken sich die Bewohner gegenseitig ab: Die Einheit wird als lustiges Spiel erlebt, das nebenbei die Fußmuskeln beansprucht.

Abschluss: Nach einigen Minuten die Ballonrunde beenden. Alle legen die Füße wieder vor sich ab und massieren sanft die Fußsohlen mit kreisenden Bewegungen, um sie zu entspannen. Anschließend strecken alle ein Bein nach dem anderen weit aus und ziehen die Zehen nach oben (Sitzhaltung), um Waden und Fußrücken zu dehnen.

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Koordination und Gleichgewicht


Einbein-Parade (Balanceübung)

Materialien: Stabile Stühle oder Haltegriffe für die Standfestigkeit. Optional: kleine Hütchen als Markierung, auf denen ein Bein kurz geparkt werden kann.

Einleitung: Das Stehen auf einem Bein stärkt die Bein- und Rumpfmuskulatur und trainiert das Gleichgewicht. Diese einfache Übung hilft, Stolperfallen im Alltag besser auszugleichen. Gerade ältere Menschen profitieren davon, denn ein trainiertes Einbein-Gleichgewicht reduziert das Sturzrisiko.

Hauptteil:

  1. Alle stellen sich dicht an Stuhllehnen oder Griffen. Zunächst halten sich die Teilnehmenden mit beiden Händen fest und stehen aufrecht.

  2. Auf Kommando heben sie rechts oder links abwechselnd ein Bein nach hinten an (Ferse Richtung Gesäß) und balancieren für etwa 5–10 Sekunden auf dem anderen Bein. (Wenn nötig) Die Hände an Stuhl oder Tischrand können leicht weggelassen werden, sobald die Balance besser wird.

  3. Danach stellen sie den Fuß zurück ab. Nach einer kurzen Pause wird das andere Bein gehoben. Dies wird mehrmals (z. B. 5 Mal pro Bein) wiederholt.

  4. Varianten: Fortschreitend können die Augen leicht geschlossen werden (unter Aufsicht!), um die Herausforderung zu steigern. Im Sitzen kann man die Übung mit angehobenen Füßen im Kreis (ohne Aufstehen) simulieren: Mit der Beinkraft den Fuß heben und senken (z.B. Bein anfalten und wieder strecken) – das hält die Oberschenkel flexibel.

Praxisbeispiel: In der Gymnastikstunde hat jeder einen Rollator oder Griff neben sich. Die Betreuerin ruft abwechselnd „Rechts!“ und „Links!“ und die Senioren heben das entsprechende Bein. Herr L. zuckt beim ersten Versuch kurz, kann sein linkes Bein aber schließlich sicher anheben. Danach nickt er zufrieden: „Jetzt spüre ich’s richtig in der Wade!“ Die Gruppe lacht mit, denn Frau W. ruft scherzhaft: „Vorsicht, dass du dich nicht wegkippst!“ – alle verstehen den Spaß, der die Übung etwas lockerer macht.

Abschluss: Die Beine werden sanft geschüttelt (Fersen abwechselnd vorne-heben). Alle stehen noch einmal normal und machen auf Kommando kleine Kniebeugen (wo es geht), um die Beinmuskulatur zu lockern. Zum Abschluss setzen sich alle wieder hin.

Zeit: ca. 10–15 Minuten.

Ball-Staffel (Koordination im Sitzen)

Materialien: Zwei weiche Bälle oder Kissen. Stuhlkreis.

Einleitung: Diese Übung trainiert nicht nur die Grobkoordination (in Händen und Armen), sondern beansprucht auch die Rumpf- und Beinmuskulatur beim Abfangen und Werfen. Im Sitzen weitergegeben, fördert es die Aufmerksamkeit und das Zusammenspiel in der Gruppe. Der leichte sportliche Wettkampfcharakter regt zudem die Motivation an.

Hauptteil:

  1. Die Gruppe sitzt im Stuhlkreis. Zwei Bälle werden vom Übungsleiter ausgeteilt: Ein „Staffelball“ pro Sitzbank (alternativ: pro Person).

  2. Unter Anleitung wirft jeder den Ball sanft seiner Nachbarin/ seinem Nachbarn zu. Dabei wird darauf geachtet, dass man sich vorbeugt, um den Ball möglichst mit beiden Händen zu fangen.

  3. Nach und nach kann das Tempo erhöht werden: Aus dem ruhigen Werfen wird ein kleiner Wettbewerb, wer am schnellsten den Ball einmal um den Kreis hat. Dabei hilft es, sich abwechselnd einen kurzen Countdown zuzurufen (z.B. „Bereit, fertig, los!“).

  4. Varianten: Um die Beinbeteiligung einzubauen, kann jeweils vor dem Werfen eines Balls ein Bein ausgestreckt werden (z. B. die Ferse leicht anheben) – so wird stabiler auf dem Sitz trainiert. Außerdem kann man beim Fangen „ausdrehen“: Beim Fangen kurz den Oberkörper zur Wurfrichtung drehen und wieder zurück (trainiert Rumpf), bevor der Ball weitergegeben wird.

Praxisbeispiel: Auf der Terrasse der Seniorenanlage treten zwei Teams gegeneinander an. Beim Wechseln lacht Frau H.: „Jetzt schnell, das schadet nichts!“ Die Bälle fliegen ruhig und konzentriert um den Kreis. Mit jeder Runde bemerken die Teilnehmenden, wie geschickter sie fangen und werfen. Gleichzeitig gilt es, die Reihenfolge im Kopf zu behalten (wer hat den Ball zuletzt gefangen?). Der Austausch an Anfeuerungsrufen stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Am Ende gewinnt zwar nur ein Team, aber alle waren eifrig dabei.

Abschluss: Die Bälle werden weggepackt. Die Hände und Arme werden geschüttelt, um die durch das Werfen beanspruchte Muskulatur zu entspannen. Die Beine stehen auf (soweit möglich) und werden ebenfalls kurz locker gewackelt.

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Tanzendes Tablett (Ganzkörperkoordination)

Materialien: Pro Person ein (kunststoffbeschichtetes) Tablett oder ein stabiler flacher Plastikdeckel und ein kleiner, leichter Gegenstand (z.B. ein weicher Ball oder ein Tuchball). Musik.

Einleitung: Diese Übung trainiert Gleichgewicht und Aufmerksamkeit: Im Rhythmus der Musik müssen die Teilnehmenden das Tablett mit einem Ball darauf halten, indem sie Arme und Oberkörper bewegen. Dadurch werden Haltung und Koordination geschult, insbesondere wenn das Tablett während kleiner Tanzschritte ruhig gehalten werden soll.

Hauptteil:

  1. Im Stuhlkreis sitzt jeder aufrecht. Ein Tablett wird auf den Händen balanciert, darauf liegt das kleine Objekt (z. B. ein Ball).

  2. Nun beginnt die Musik. Bei langsamem Beginn heben alle gemeinsam das Tablett an (Arme gerade nach vorn) und senken es im Takt wieder ab (langsames „Heben-Senken“). Der Ball soll dabei möglichst liegen bleiben.

  3. Wenn die Musik schneller wird, können die Teilnehmenden kleine Bewegungen machen: leichten Seitenschritt (oder Schulterdrehen, wenn sitzen) und das Tablett dabei waagrecht halten. Vorsicht, wenn der Ball zu verrutschen droht!

  4. Varianten: Alternativ kann man das Tablett mit einem oder beiden Händen schräg halten und versuchen, den Ball an verschiedenen Stellen zum Rollen zu bringen. Dabei wird gezählt, wie oft der Ball die Tischkante berührt (zählt das Gedächtnistraining). Wer stehen kann, macht leichte Schritte zur Seite, andere klopfen mit dem Oberschenkel den Takt.

Praxisbeispiel: Die Musik startet mit einem langsamen Walzerrhythmus. Zunächst wackeln alle ein wenig, bis der Ball stabil bleibt. Frau O. sagt scherzhaft: „Sieht aus wie Servieren!“ – alle lachen. Beim Tempowechsel heben manche Teilnehmer das Tablett höher und versuchen, mit den Augen zu folgen, wo der Ball hingeht. Einige stellen fest: „Besser festhalten sonst fällt er!“ Durch das gemeinsame Tanzen entsteht Spiel und Spaß, der beide Hälften (Körper und Geist) gleichermaßen anspricht.

Abschluss: Zum Abschluss wird die Musik gestoppt. Jeder legt das Tablett ab und macht lockeres Händeklatschen auf den Schenkeln (oder auf dem Tablett), um Ausgeglichenheit zu fördern. Dann lässt jede/r die Schultern kreisen (jeweils vorwärts und rückwärts) und streckt zum Ausklang die Arme über den Kopf – als Dankeschön an den Körper.

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Seilzirkus (Gleichgewicht auf dem Bodenstrich)

Materialien: Ein langes Seil, dickes Tuch oder ein auf dem Boden liegendes Gurtband als Balancierstrecke. Eine freie Raumlinie wird als imaginäre “Seilbahn” genutzt.

Einleitung: Das Balancieren entlang eines am Boden ausgelegten Seils oder Handtuchs verbessert die Standstabilität und das Gefühl für die eigene Körpermitte. Ähnlich wie auf einem Schwebebalken trainiert diese Übung das Gleichgewicht und die Fuß-Muskulatur. Durch das Nach-vorn-Schauen und behutsame Vorankommen wird auch die Konzentration gefördert.

Hauptteil:

  1. Alle stehen hintereinander am Anfang des „Seils“. Zunächst nur auf die Linie konzentrieren. Wer unsicher ist, kann den Arm seitlich ausstrecken oder einen Stuhl zur Stabilität anfassen.

  2. Ein Bein wird langsam auf das Seil gesetzt, der Zeh zuerst. Dann folgt das andere Bein unmittelbar dahinter (Fersen-Tipp: „Hacke an Fußspitze“). So gehen sie die vorgegebene Länge der Strecke Schritt für Schritt ab.

  3. Zurück wird es rückwärts gegangen, ebenfalls Fußspitze-Ferse. Die Arme werden auf Hüfthöhe ausgebreitet, um das Gleichgewicht zu halten. Wer sich sicher fühlt, schließt kurz die Augen (nur unter Aufsicht!).

  4. Varianten: Fortgeschrittene setzen kleine Hütchen auf den Boden um das Seil und versuchen, sie mit den Füßen zu umlaufen, während sie balancieren. Als Konzentrationsübung kann man zwischendurch einen kurzen Satz vorlesen lassen, den alle merken müssen (Gedächtnisanteil).

Praxisbeispiel: Die Bewohner folgen einzeln dem blauen Handtuch auf dem Boden. Herr Z. ist anfangs vorsichtig, breitet die Arme aus und macht langsame Schritte. Nach einigen Übungen sagt er strahlend: „Jetzt kann mir gar nichts mehr passieren!“ Eine Betreuende ergänzt: „So stärkt ihr nicht nur die Füße, sondern auch den Mut.“ Anschließend hat jeder eine kleine Feststellungsrunde gemacht – neben dem körperlichen Training fühlen sich alle glücklicher und aufmerksamer.

Abschluss: Am Ende schütteln die Teilnehmenden abwechselnd die Beine aus. Sie stellen sich breitbeinig hin und ziehen abwechselnd das rechte, dann das linke Knie zur Brust (je 5 Mal) – das dehnt den unteren Rücken und die hinteren Oberschenkel. Schließlich klopfen alle noch einmal kräftig mit den Fäusten auf ihre Oberschenkel, um sich selbst zu applaudieren.

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Zahlensprung (Gleichgewicht & Gedächtnis)

Materialien: Bodenmarkierungen (aufgeklebte Zahlen oder Kreide auf den Boden zeichnen) in einer Linie oder auf dem Boden verteilt. Stift und Papier (optional, um gesprochene Zahlen aufzuschreiben).

Einleitung: Hier werden Bewegung und geistige Aktivität kombiniert: Die Senioren balancieren über nummerierte Felder und sprechen die Zahl auf ihrem Fuß an. Dadurch trainieren sie das Gleichgewicht, die Beinkoordination und gleichzeitig das Kurzzeitgedächtnis (Zahlen merken). Die Übung steigert die Aufmerksamkeit für die Umgebung.

Hauptteil:

  1. Zahlen (z.B. 1 bis 5) werden in der Raumreihenfolge auf dem Boden markiert (entweder Klebeband mit Ziffern oder mit Kreide). Die Gruppe stellt sich vor der ersten Zahl auf.

  2. Auf Kommando schrittweise vorwärts gehen: Zuerst mit dem rechten Fuß auf „1“, dann mit dem linken Fuß auf „2“, und so weiter, dabei laut die Zahl nennen („Eins, Zwei, Drei…“).

  3. Nach der letzten Zahl kann umgedreht rückwärts gegangen werden, wiederum laut die Zahlen wiederholend.

  4. Varianten: Im nächsten Durchgang kann der Übungsleiter willkürlich ansagen, welche Zahlenfolge gegangen werden soll (z.B. „3 – 5 – 1 – 4“). Die Teilnehmenden müssen sich die Reihenfolge merken und entsprechend über die Felder balancieren. Dieses Wechselspiel fördert Koordination und Konzentration.

Praxisbeispiel: Im Flur der Seniorenresidenz sind Zahlen aufgeklebt. Die Senioren schreiten in langsamen Schritten drauf los. Herr S. ruft „Vier!“ mit der Fußspitze auf der Vier. Die Betreuerin fordert: „Jetzt bitte in dieser Reihenfolge gehen: 2–5–3–1!“ Alle versuchen, sich die Reihenfolge zu merken. Einige schauen auf den Boden, andere flüstern sich nochmal die Zahlen zu. Danach werden die Zahlen wieder falsch genannt – Lachen bricht aus, als Herr G. sich vertut. Schließlich hüpfen einige auf der Stelle, weil sie stolz sind, dass sie es geschafft haben.

Abschluss: Nachdem alle Stufen einmal durchlaufen wurden, lockern die Teilnehmenden ihre Hüften, indem sie im Sitzen beide Füße kreisen (je Fuß einzeln 5 Mal). Anschließend massieren sie sich selbst die Waden (mit den Händen die Wadenmuskulatur von unten nach oben streichen).

Zeit: ca. 15 Minuten.

Wirbelwind (Rumpf- und Armkoordination)

Materialien: Ein großes, leichtes Tuch oder Halstuch pro Gruppe (zum Beispiel ein Tuch, das in der Mitte festgehalten wird). Im Stuhlkreis.

Einleitung: Hier kombinieren wir Armbewegungen mit Rumpfdrehung: Die Gruppe hält gemeinsam ein großes Tuch, hebt es über den Kopf und rotiert den Oberkörper abwechselnd nach links und rechts. Dadurch werden die Rumpfmuskulatur und das Gleichgewicht trainiert. Zugleich unterstützt die gemeinsame Bewegung das Gemeinschaftsgefühl.

Hauptteil:

  1. Alle sitzen im Kreis und halten gemeinsam das Tuch mit beiden Händen über den Köpfen, so dass jeder einen Abschnitt festhält.

  2. Auf Kommando dehnen sie sich nach links: Das rechte Bein geht leicht nach außen, der Oberkörper dreht sich nach links, während das Tuch langsam zur linken Seite bewegt wird (Schritt: „1-2 links drehen“). Dann kehren alle in die Mitte zurück.

  3. Dasselbe wird nach rechts gemacht (rechter Oberkörper dreht, links gesichert). Diese linke/rechte Drehung wird 5–8 Mal wiederholt.

  4. Varianten: Bei geübten Gruppen kann man die Augen schließen, während sich alle gemeinsam drehen (mit Stuhllehne als Stütze). Das fördert das Gleichgewicht zusätzlich, aber nur mit starker Aufsicht. Für kognitive Kombination kann beim Ansteuern der Richtungen laut abwechselnd gezählt werden.

Praxisbeispiel: Die Betreuerin erklärt: „Beim Tanz bewegen wir das Tuch wie ein Segel.“ Musik ertönt, und die Senioren lehnen sich gemeinsam ruckartig nach links, dann nach rechts. Herr E. ruft: „Ich sehe rote Fische!“, als er die Augen schließt und sich nach links dreht. Die Gruppe lacht – die Übung regt Humor an und fördert zugleich die Mobilität des Rumpfes. Danach berichten viele, dass ihnen beim Hinsetzen leicht schwindelig wurde, was zeigt, wie stark der Gleichgewichtssinn involviert ist.

Abschluss: Das Tuch wird abgesetzt. Jeder legt nun die Hände hinter den Kopf und zieht leicht das Kinn zur Brust (Nackendehnung). Dann strecken sie die Arme hoch und versuchen, noch einmal tief einzuatmen, bevor sie den Abschlussgruß „Schwung raus“ machen: Ausatmen, Arme fallen lassen, und sich einmal locker vorbeugen und wieder aufrichten.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Alltagsnahe Kombi-Übungen (Hand, Fuß, Gedächtnis)


Wäsche-Alltag (Tür- und Beinbewegung)

Materialien: Eine kleine Wäscheleine zwischen zwei Stühlen oder an der Zimmerwand, mehrere saubere Wäscheklammern, ein Bündel Stofftaschentücher oder Wollsocken.

Einleitung: Beim simulierten Aufhängen von „Wäsche“ werden Arme, Hände und sogar Füße eingespannt: Die Seniorinnen und Senioren nehmen Wäscheklammern und befestigen Stoffteile an der Leine. Das trainiert Feinmotorik (Klammern) und kann, wenn stehend gemacht, die Bein- und Rumpfstabilität fördern. Zudem erinnert diese Tätigkeit an alltägliche Hausarbeiten, was die kognitive Verknüpfung mit früheren Alltagshandlungen herstellt.

Hauptteil:

  1. Die Wäscheleine ist in Sitzhöhe zwischen zwei Stühle gespannt. Jeder Bewohner erhält abwechselnd 2–3 Stofftaschentücher.

  2. Einer nach dem anderen wird aufgefordert, die Klammer mit Daumen und Zeigefinger an einem Taschentuch zu fixieren und das Taschentuch dann an der Leine zu befestigen. Dabei wird jeder Schritt verbalisert: „Wir nehmen jetzt die Klammer… und befestigen sie.“

  3. Nach dem ersten Durchgang bekommen alle weitere Teile zum Aufhängen. Bei Bedarf kann man die Hand von hinten führen, wenn jemand Schwierigkeiten mit den Klammergriffen hat.

  4. Varianten: Für einen kognitiven Anteil kann die Betreuerin zwischendurch Wissensfragen zum Thema stellen (z.B. Namen der Kleidungsstücke nennen, während gezählt wird, wie viele Teile aufgehängt wurden). Wer stehen kann, führt die Übung im Stehen durch und erreicht dabei höher platzierte Leinen. Für Rollstuhlfahrer kann die Leine tiefer angebracht werden.

Praxisbeispiel: Im Gemeinschaftsraum hängt bereits eine Leine. Frau K. streckt sich etwas, um ihre Socke dort aufzuhängen. Ein Pfleger lenkt seine Hand an und zeigt den nötigen Druck zum Klammerfesthalten. Währenddessen plaudert die Runde darüber, welches Kleidungsstück als Nächstes gewaschen werden muss (Gedächtnis für den Tagesplan). Herr D. freut sich später: „Ich habe fast alleine zwei Socken aufgehängt – besser als letzte Woche!“ Alle sind motiviert, weil sie das Training direkt mit einer Selbstpflegeaufgabe verbinden.

Abschluss: Nachdem alle Wäscheteile an der Leine sind, klatschen die Teilnehmer kurz in die Hände („Fertig!“). Danach machen sie einfache Armdehnungen: Die Arme jeweils über Kreuz vor der Brust verschränken und am Ellbogen ziehen (leichte Schulterdehnung), um die beim Aufhängen beanspruchten Muskeln zu entspannen.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Zeitungsfalten (Feinmotorik und Konzentration)

Materialien: Pro Person ein sauberes Blatt Zeitungspapier oder ein Magazin. Stabile Tische oder Schoß als Unterlage.

Einleitung: Das Falten einer Zeitung verlangt präzise Finger- und Handbewegungen. Mit einfachen Schritten wird Papier sauber und ordentlich gefaltet – dies erfordert Geschick, Kraft und Konzentration. Viele Senioren kennen dies aus dem Alltag (Tageszeitung lesen) und schätzen die Vertrautheit der Tätigkeit. Gleichzeitig übt man, morgens Routinehandlungen durchzuführen.

Hauptteil:

  1. Jeder bekommt eine große Zeitungsseite. Zuerst wird sie in der Mitte gefaltet (lange Seite). Dann wird das Blatt in Schritten weiter gefaltet: noch einmal in der Mitte, dann in Viertel und schließlich in Achtel. Alle Falten werden mit den Fingerspitzen möglichst sauber angedrückt.

  2. Wer fertig ist, nimmt ein zweites Blatt und faltet es in Dreiecke: Ecke auf Ecke legen, dann noch einmal in der Mitte. Durch die unterschiedlichen Falttechniken wird die Feinmotorik vielseitig gefordert.

  3. Varianten: Um die geistige Aktivierung zu verstärken, kann man Zwischenergebnisse prüfen lassen: Die Betreuerin nennt eine Falttechnik („Letzter Schritt, rechte Ecke auf linke Ecke“) und alle setzen dies gleichzeitig um. Bei Fehlern wird gemeinsam überlegt, wie es richtig ging – so bleibt auch das Gehirn wach.

Praxisbeispiel: In der Gemeinschaftsküche sitzen alle um einen Tisch. Herr Z. zerknüllt erst seine Seite, dann faltet er sie langsam wieder. Frau M. sagt: „Ich habe früher morgens immer die Zeitung zum Falten verteilt!“ Die Betreuerin lobt die Gruppe: „Das sieht schon richtig ordentlich aus!“ Später erzählt Herr Z., er habe jetzt wieder Freude daran, seinen Krimi „mit einhändig sauber zu falten“. Die geteilte Erinnerung an gemeinsame Frühstücksrunden stärkt das Gruppenerlebnis.

Abschluss: Die gefalteten Papiere werden vorsichtig aufgehoben. Zum Abschluss hält jeder seine Hände vor dem Gesicht, streckt die Finger nach außen und verschränkt die Fingerspitzen wie ein Gitter. Dann dehnt er die Fingerspitzen nach oben (Handgelenk in Dorsalflexion) und hält 10 Sekunden. Danach lässt jeder die Arme ausgiebig pendeln, um Hände und Schultern zu entspannen.

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Besen in Bewegung (Ganzkörperbewegung)

Materialien: Ein stabiler Besenstiel oder eine leichte Stange pro 2 Personen (alternativ: ein gerader Stock). Musik (ruhiger Swing oder Walzer).

Einleitung: Diese interaktive Übung trainiert Koordination, Rumpf- und Beinbewegung sowie soziale Interaktion. Gemeinsam tanzen die Senioren mit dem Besen: Zweisamkeit und Gleichgewicht werden geübt, da beide Partner den Stab halten und sich bewegen müssen. Dies erinnert an Alltagsaktivitäten wie Festhalten an einem Gegengewicht beim Laufen und kombiniert sie mit Spaß an Musik.

Hauptteil:

  1. Die Senioren bilden Paare und fassen jeweils einen Besenstiel zwischen sich. Die Stäbe werden auf Schulterhöhe gehalten und leicht vor sich ausgestreckt.

  2. Mit Musik beginnen die Paare, sich synchron zu bewegen: Zwei Schritte vorwärts, zwei zurück, dabei das Gewicht abwechselnd verlagern (Beine leicht beugen, Hüfte einsetzen). Die Arme halten den Besen ausgestreckt und machen Hebebewegungen mit (Anheben, während sich die Beine bewegen).

  3. Zwischendurch stoppt die Musik, und alle wechseln die Richtung: Jetzt tanzen die Partner zur Seite (Zwei Schritte nach rechts, zwei nach links), ohne den Besen fallen zu lassen.

  4. Varianten: Um die Herausforderung zu erhöhen, kann man die Augen öffnen/schließen-Regel einführen: Wenn die Musik stoppt, schließen alle kurz die Augen und balancieren die letzten Sekunden aus. Außerdem kann ein einfacher Bewegungspartner-Ruf genutzt werden: Paare nennen sich gegenseitig Zahlen, die sie hochhalten (z.B. jeweils auf ihre Stirn zeigen), um die Aufmerksamkeit aufeinander zu lenken.

Praxisbeispiel: Auf der Tanzfläche steht jeweils ein Paar. Frau T. und Herr R. halten den Besenstiel zwischen sich. Als das Lied ertönt, beginnen sie, sich zur Musik zu bewegen. Jeder Schritt ist mit Armbewegung verbunden – ganz offenbar genießen sie die „Besen-Polka“. Zwischendurch lacht jemand: „Augen zu – jetzt!“ Als alle die Augen schließen, verstärkt sich das Körpergefühl. Später bemerken mehrere Senioren, dass ihre Beine und Füße noch nachwippen, so lebhaft war die Übung.

Abschluss: Nach dem Tanz werden alle Besen abgestellt. Jeder streckt die Arme hoch und bringt sie dann langsam vor der Brust zusammen (wie ein Umarmungsgestell), um die Arm- und Schultermuskulatur zu lockern. Anschließend atmen alle tief ein und aus, um den Puls zu beruhigen.

Zeit: ca. 20–25 Minuten.

Telefonnachricht (Gedächtnis und Grobmotorik)

Materialien: Ein imaginäres Telefon oder ein reales altes Telefon (optional) als Requisit.

Einleitung: In dieser Einheit verbinden wir Alltagsfunktion („Nachricht hinterlassen“) mit Bewegung. Die Senioren stehen im Kreis. Jeder „geht zum Telefon“, macht eine Pose (z. B. geht einen Schritt vor), hört eine Nachricht und wiederholt sie. So werden Gedächtnis und Sprachaktivierung mit Gehbewegungen kombiniert. Zudem übt man, von Sitzen aufzustehen und sich zu bewegen.

Hauptteil:

  1. Ein Teilnehmer wird gewählt, der als „Telefonierer“ beginnt. Er oder sie steht und tut so, als nehme er das Telefon ab (ggf. Hinstellen).

  2. Der Übungsleiter nennt dem „Telefonierer“ leise eine kurze Merksatz-Aufgabe (z. B. eine Telefonnummer oder ein kurzes Sprichwort). Dieser wiederholt die Meldung laut und „legt auf“.

  3. Nun geht der nächste im Uhrzeigersinn zum „Telefon“ (Schritt nach vorne) und tut so, als spreche er (oder sie) selbst. Jeder Teilnehmer nimmt eine neue Nachricht entgegen oder sagt den gleichen Satz weiter, so lange bis eine Durchgang gemacht ist.

  4. Varianten: Anstatt reihum kann man ein Kommunikationsspiel daraus machen: Der erste Teilnehmer flüstert dem nächsten eine Botschaft ins Ohr, der nächste wiederholt sie weiter. Das fördert nicht nur Bewegung, sondern auch das episodische Gedächtnis. Wer sitzen muss, kann aufstehen, während er „zuhört“, und sich wieder setzen nach „Auflegen“.

Praxisbeispiel: Im Gruppenraum spielt die Leitung die Rolle des Telefons. Zuerst steht Frau S. auf, legt eine Hand hinter ihr Ohr und hört konzentriert zu: „Bitte denken Sie an den Regenschirm mitbringen.“ Sie sagt die Nachricht laut an alle weiter. Dann steht Herr M. auf, sitzt wieder, alle applaudieren, und er bekommt eine neue Nachricht (z. B. „Guten Morgen sagen“). Die Aktivität lockert die Atmosphäre: Nach und nach werden alle Teilnehmenden aktiv. Am Ende haben sie nicht nur gelacht, sondern sich sogar über den falschen Satz gewundert, den „Herr M.“ weitergegeben hat – die Herausforderung war somit eingegangen.

Abschluss: Nach einigen Runden setzen sich alle wieder. Als Abschluss strecken sie sich: Arme über dem Kopf recken, als wollten sie den Telefonhörer in der Ablage berühren. Dabei atmen sie tief ein. Dann werden die Schultern 3-mal nach hinten und 3-mal nach vorne kreisend bewegt, um die Verspannungen vom „Telefongespräch“ zu lösen.

Zeit: ca. 10–15 Minuten.

Schlüsselbrett-Übung (Alltagsfeinmotorik)

Materialien: Ein kleines Schlüsselbrett oder Brett mit Nägeln / Haken (z. B. pro Person 3–4 Holzklötze mit eingefügten Nägeln). Schlüssel oder Ringe.

Einleitung: Die Bewohner üben mit diesem einfachen Hilfsmittel das Festhalten und Hängen, wie es beim Aufhängen von Schlüsseln oder Münzen der Fall ist. Dabei werden die Finger gezielt gebeugt und geöffnet. Diese Tätigkeit trainiert den Pinzettengriff (Daumen gegen jeden Finger) im Kontext eines alltäglichen Ablaufs.

Hauptteil:

  1. Jeder bekommt ein kleines Brett mit 3–4 Nägeln und entsprechend viele Schlüssel oder Schlüsselringe.

  2. Die Übenden nehmen reihum jeweils einen Schlüssel und hängen ihn an einen Nagel (anfassen – öffnen – einhängen). Dann nehmen sie ihn wieder ab und hängen ihn an einen anderen Nagel.

  3. Dabei wird immer darauf geachtet, dass der Daumen und jeder einzelne Finger belastet werden (Variieren, ob man mit Daumen+Zeige-/Mittel-/Ringfinger hantiert).

  4. Varianten: Für eine Denksportaufgabe können die Schlüssel in einer bestimmten Reihenfolge aufgehängt werden (z.B. Farben oder Nummern merken). Bei Schwierigkeitsgrad-Erhöhung kann man das Brett etwas schräg halten, sodass der Schlüssel waagrecht eingehängt wird.

Praxisbeispiel: In der Bastelwerkstatt nimmt sich jeder ein kleines Nägelbrett. Frau L. sagt: „Jetzt bin ich mal der Schlüsselmeister.“ Sie hantiert konzentriert mit dem Schlüssel, als ob sie ein Vorhängeschloss öffnen würde. Die Betreuerin fragt zwischen den Durchgängen, wie viele Schlüssel bereits hängen, um das Gedächtnis zu aktivieren. Herr H. kichert, als er vergisst, an welchem Nagel er aufgehängt hat und muss nachschauen. Nach der Übung merken einige: „Meine Finger sind ganz müde – als hätte ich tatsächlich Türen geöffnet!“

Abschluss: Nachdem alle Schlüssel angebracht wurden, wird als Abschluss die Hand geöffnet und zu einer Faust geschlossen (5–6 Mal), um die Fingerstreckung zu lockern. Danach massiert jeder mit der freien Hand kräftig das Handgelenk des anderen, um Verspannungen zu lösen.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Bücherstapel (Kraft und Balance)

Materialien: Leichte Bücher oder Zeitschriften, pro Person etwa 2–3 Stück (Stapelhöhe bis ca. 15 cm). Stuhl oder Regal.

Einleitung: Das Tragen eines kleinen Buch- oder Zeitungsstapels trainiert den Ganzkörper: Die Hände halten den Stapel, die Arme sind gestreckt, und zugleich muss man beim Gehen oder Balancieren aufrecht bleiben. Solche Tätigkeiten imitieren das Tragen von Einkaufstüten oder Ablage von Dingen und stärken dabei Koordination und Körpergefühl.

Hauptteil:

  1. Jede/r Teilnehmer/in erhält einen kleinen Stapel Bücher. Die Gruppe steht (oder setzt sich, wenn nötig) bereit.

  2. Beim Startsignal wird der Stapel an die Brust gehalten (Arme angewinkelt) und ein kleiner Parcours durchlaufen (zum Beispiel um einen Stuhl herum oder von einem Stuhl zum nächsten). Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Bücher nicht verrutschen.

  3. Wer das Stehen nicht verlässt, führt die Übung nur sitzend durch: Er hält den Stapel und drückt ihn zweimal kräftig an die Brust, dann streckt er die Arme weit nach vorn aus (wie beim Abladen) und zieht ihn wieder an die Brust.

  4. Varianten: Beim Rückweg können die Bücher über den Kopf gehoben werden (ebenfalls vorsichtig) und wieder zurückgenommen. Wer sich sicher fühlt, kann beim Tragen die Augen schließen oder beim Gehen noch eine Frage beantworten (Gleichzeitigkeit von Bewegung und kognitiver Belastung).

Praxisbeispiel: Im Flur der Tagespflege dienen zwei Stühle als Start- und Zielpunkt. Herr E. geht lächelnd los – diesmal mit Büchern in der Hand. „So trage ich meine Lektüre ins Bett“, scherzt er. Die Gruppe applaudiert, als alle heil ankommen. Einige haben leicht gewackelt, stellen aber fest: „Jetzt spüre ich wirklich den Bauch, wenn man so laufen muss!“ Danach legt jeder seinen Stapel ab und fühlt sich zufrieden, weil er etwas gesehen hat, das an Alltagsaktivität erinnert.

Abschluss: Zum Abschluss legt jeder einen Handball auf den Boden, tritt mehrmals flach mit dem Fuß darauf, sodass eine Art Massage entsteht (Fußsohle drücken). Zum Ausklang führt jeder noch ein paar tief gestreckte Kniebeugen durch (mit Rückenstütze), um die Beine zu lockern.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Briefträger (Grob- und Feinmotorik)

Materialien: Eine leere Briefmarke oder ein kleiner Zettel und ein Briefumschlag pro Person. Alternativ: ein leerer Plastikumschlag oder Umschlagvorlage aus Papier.

Einleitung: Simuliert wird das Schreiben und Versenden eines Briefes: Diese Übung trainiert Feinmotorik (beim Halten eines Stifts oder beim Einstecken des Zettels) und koordinierte Armbewegung (Brief überreichen). Zugleich kann man spielerisch Gedächtnis üben, indem man den zu schreibenden Namen oder Text abspeichern muss.

Hauptteil:

  1. Jeder nimmt einen leeren Zettel („Ich habe heute gelernt, 10 Wörter!“) und einen Umschlag. Zunächst schreiben sie (oder zeichnen) gemeinsam etwas darauf (z. B. die ersten beiden Buchstaben ihres Namens).

  2. Anschließend üben sie das Falten des Zettels und Schieben in den Umschlag. Dabei soll jeder mit Daumen und Fingern den Umschlag verschließen (ohne Kleber).

  3. Dann spielen zwei Teilnehmende „Briefübergabe“: Der eine gibt den Brief über den Tisch an den anderen weiter, der ihn mit der anderen Hand fängt. Dies wiederholt sich reihum. Dabei wird geachtet, beide Hände gleichermaßen einzusetzen (abwechselnd links und rechts).

  4. Varianten: Als kognitive Zusatzaufgabe kann man Namen auf die Rückseite schreiben und danach raten lassen („Wer ist Absender?“, „Wer ist Empfänger?“). Alternativ trägt man eine einfache Nachricht (z. B. ein Wort) ein und muss sie sich merken.

Praxisbeispiel: Auf dem Tisch liegen kleine Umschläge bereit. Frau H. faltet konzentriert ihr Blatt. Im Hintergrund klingt leise Musik – die Betreuerin sagt: „Jetzt seid ihr Postboten!“ Herr P. schreibt noch einen Buchstaben, steckt das Zettelchen in den Umschlag und reicht ihn an die Nachbarin. Diese öffnet ihn nicht, aber fängt ihn geschickt mit den Fingern. „Danke, hier ist meine Post!“, ruft sie spielerisch. Die Gruppe lacht. Anschließend wird ein kleiner Gedächtnistest eingebaut: Wer erinnert sich an den ersten Buchstaben seines Namen-Lappens? So wird die Übung abgerundet.

Abschluss: Nach der Übergabe werden die Hände kurz kreisförmig über den Tisch gerieben, um die Hände zu entspannen. Dann recken alle die Ellenbogen nach hinten, nehmen die Händen hinter den Kopf und ziehen die Schulterblätter sanft zusammen – ein Dehnübungsausklang für Brust und Rücken.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Geldbörse öffnen (Feinmotorik kombiniert)

Materialien: Eine leere Brieftasche oder ein Portemonnaie mit Klettverschluss oder Schnappverschluss. Einige Spielgeld-Münzen oder -Scheine (Papierstreifen).

Einleitung: In dieser Übung simulieren die Senioren das Öffnen und Schließen eines Portemonnaies. Das Umschließen der Münzen zwischen Daumen und Fingern trainiert den Pinzettengriff, das Öffnen des Kletts oder Druckknopfes die Handkoordination. So werden Bewegungen geübt, die im Alltag wichtig sind (z.B. beim Bezahlen im Café). Gleichzeitig aktiviert diese Einheit die Erinnerung an Einkaufs- oder Haushaltsaktivitäten.

Hauptteil:

  1. Jeder nimmt ein Spielgeldstück und die leere Geldbörse. Zuerst üben sie, die Börse zu öffnen: Je nach Art des Verschlusses – Klett zusammenziehen, Druckknopf einklicken – wird diese Bewegung mehrfach gemacht.

  2. Dann nimmt man eine Münze (Papierstück) und steckt sie in einen Münzfachschlitz oder an eine Markierung im Portemonnaie. Dabei greift man mit Daumen und Zeigefinger die Münze und führt sie ins Fach. Anschließend wird das Fach wieder geschlossen.

  3. Wer mag, kann danach den weiteren Inhalt imitieren: Papiergeld falten und in das Geldscheinfach stecken. Dabei wird wieder fokussiert, die Hände abwechselnd zu benutzen.

  4. Varianten: Als Gedächtniskomponente wird eine „Rechnungsaufgabe“ gestellt: Jeder merkt sich einen kleinen Betrag (z.B. 3 €) und legt danach entsprechend viele Münzen (Spielgeldstücke) ein. Dann sollen alle gemeinsam laut ausrechnen, wie viel Geld in den Börsen ist.

Praxisbeispiel: Im Bastelraum liegt Spielgeld bereit. Herr U. fühlt die Klettverschlüsse an seinem Portemonnaie und sagt: „Genau so öffne ich ihn jeden Morgen zum Frühstück.“ Gemeinsam mit den anderen steckt er eine Kunststoff-Euro-Münze in den Münzfach-Einschub. Die Betreuerin fragt: „Wer kann sich merken, wie viel wir insgesamt verstaut haben?“ Sie zählt die Münzen gemeinsam durch. Alle bemerken, dass Fingerfertigkeit und Kopfrechnen zugleich gefordert sind. Frau G. strahlt: „Ich habe es mir gemerkt – 4 Euro!“ Eine kleine Belohnung winkt (Applaus), und das Erfolgserlebnis motiviert.

Abschluss: Abschließend schließen alle ihr Portemonnaie mehrmals hintereinander, um die Bewegung zu festigen. Dann schütteln sie kurz ihre Hände, als ob sie das Kleingeld herausklopfen würden. Anschließend wird noch die Handgelenke gedehnt: Die Handflächen vor sich ausstrecken, Fingerspitzen auf den Boden drücken (Handgelenke beugen), kurz halten und lösen.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Aufsteh-Zettel (Mobilität und Kognition)

Materialien: Mehrere Karten oder Zettel mit einfachen Aufträgen (z. B. „5 Sekunden auf einem Fuß balancieren“, „3x in die Luft greifen“). Ein kleiner Korb.

Einleitung: Diese Aktivität verbindet Bewegungsanforderungen mit Zufall und Spaß: Die Teilnehmer ziehen Zettel mit kleinen Anweisungen und führen sie gemeinsam aus. So wechseln sich geistige Aufforderung (Lesen und Verstehen des Zettels) mit körperlicher Aktivität ab. Das spornt an, spontane Bewegungen zu machen, und schult die Gymnastik im Alltag.

Hauptteil:

  1. Vor der Gruppe steht ein Korb mit bunt beschrifteten Zetteln. Einer nach dem anderen zieht eine Karte.

  2. Die Zettel enthalten einfache Übungen, z. B.: „Hebe dein rechtes Knie hoch und halte es 5 Sekunden.“ oder „Laufe einmal um deinen Stuhl.“ oder „Drei Mal in die Hände klatschen und oben ‚Hurra‘ rufen.“.

  3. Nach dem Ziehen wird die Anweisung laut vorgelesen und von allen gemeinsam ausgeführt. Der Fokus liegt darauf, die Aufgabe korrekt und sicher umzusetzen.

  4. Varianten: Um es interessanter zu machen, kann man Stoppuhr einsetzen – wer schafft es, die Bewegung am längsten zu halten? Außerdem werden humorvolle Zettel („Singe deine Lieblingszeile!“) eingebaut, um den Spaß zu erhöhen und Gedächtnis (Text erinnern) einzubeziehen.

Praxisbeispiel: Jeder Teilnehmer zieht einen Zettel. Frau M. nimmt eine Karte: „Einbeinbalancieren (5 Sekunden)“. Alle heben gleichzeitig das rechte Bein an und zählen laut mit („drei, vier, fünf“). Dann wird gelobt. Herr B. zieht: „Klatschen und ‚Hurra‘ rufen“. Er und die anderen klatschen in die Hände und rufen laut. Die Übung lockert die Runde, und alle staunen, wie kreativ die Befehle sind. Eine Bewohnerin lacht: „Das kenne ich aus der Gymnastik bei meiner Tante!“ – so entsteht ein Wiedererkennungswert.

Abschluss: Nachdem einige Zettel bearbeitet wurden (10–15 Zettel), schließt die Leitung mit einem gemeinsamen „Hurra“-Ruf ab, um alle nochmals in positiver Stimmung zu vereinen. Anschließend lassen alle die Arme entspannt hängen und schütteln sie aus.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Paketdienst (Transportaufgabe)

Materialien: Ein kleiner Kasten oder Karton (leicht, leer) pro Person und ein Zielpunkt (z. B. eine Stellfläche oder ein Ende des Raumes). Ein Volant oder das gleiche Tischende.

Einleitung: Diese Übung simuliert das Tragen eines Pakets von einem Ort zum anderen. Dabei werden Körperspannung, Armkraft und Gleichgewicht gebraucht. Es erinnert an Alltagsbewegungen wie das Hin- und Herschaffen kleiner Kisten. Zugleich müssen sich die Senioren konzentrieren, ein Ziel zu treffen und den Boden sicher zu beachten.

Hauptteil:

  1. Jeder hält den Karton vor sich (Hände an den Seiten oder unterhalb). Im Sitzen oder mit Unterstützung stehen (an Tisch lehnend) bereiten sich die Teilnehmer vor.

  2. Auf das Startsignal tragen alle (sofern möglich) das Paket vorsichtig auf den Boden. Dabei aufrecht bleiben und Tempo dosieren. Wer sitzen muss, stellt das Paket vorsichtig zwischen die Füße.

  3. Dann wird das Paket auf der festgelegten Strecke zum Ziel transportiert – z. B. um einen Stuhl herum oder auf das Ende des Raumes. Dabei ist es wichtig, langsam zu gehen und nicht zu stolpern.

  4. Varianten: Fortgeschrittene können sich vorstellen, eine Antwort auf eine Frage im Kopf zu behalten (z. B. „Nenne einen Lieblingsplatz“), während sie das Paket tragen (Kombination mit kognitiver Komponente). Wer sitzt, kann das Gehen üben, indem er sich an Tischkante stützt und die Beine abwechselnd neben den Stuhl setzt („Beine heben und setzen“).

Praxisbeispiel: In der Gemeinschaftsküche steht das „Startpaket“. Frau P. greift es sicher und beginnt, es zu tragen – langsam, damit nichts herausfällt. Herr Z. hilft, indem er aufrempelt (Hilfe beim Aufstehen). Unter Anleitung wird die Runde sicher absolviert. Nach der Aufgabe freuen sich alle: Sie haben erlebt, wie sie trotz Einschränkungen noch aktiv „etwas rüberschaffen können“. Die Betreuerin bemerkt: „Jeder Handgriff zählte!“ und lobt den Ehrgeiz.

Abschluss: Nachdem alle ihre Pakete geliefert haben, stellen sie sie ab und strecken nacheinander die Beine vor (Zehen zu sich heranziehen und wieder strecken – Fußgelenksmobilisation). Dann stehen alle auf und machen 3–5 langsame Kniebeugen (halten sich fest), um die Beine zu entspannen.

Zeit: ca. 15–20 Minuten.

Botengang-Lied (Gedächtnistraining & Bewegung)

Materialien: Eine einfache Liedtext- oder Reimvorlage, die ein tägliches Thema anspricht (z. B. „Wir holen Brot“, „In den Garten gehen“). Ein Textblatt als Aushang.

Einleitung: Dieses Kombispiel fordert die Teilnehmenden körperlich und geistig: Beim gemeinsamen Singen oder Sprechen wird der Liedtext vorgetragen, dabei stehen alle auf und bewegen sich rhythmisch. Die Texte können mit Alltagsbegriffen arbeiten (Lebensmittel, Orte). Das fördert Sprachgedächtnis und Grobmotorik gleichzeitig.

Hauptteil:

  1. Alle stellen sich – oder sitzen am Rande eines Stuhlkreises – bereit. An der Wand hängt der Liedtext in großer Schrift. Zuerst wird das Lied gemeinsam leise durchgelesen.

  2. Dann wird gesungen oder gerufen. Bei jedem Refrainabschnitt heben die Senioren ein Bein (wie beim Marschieren) oder klatschen in die Hände. Zum Beispiel: Jedes Mal, wenn das Wort „Brot“ fällt, macht man eine Schrittbewegung.

  3. Der Song kann mehrmals wiederholt werden. Bei jedem Mal wird mehr Rhythmus und Aktion dazugepackt: etwa den Partner an der Hand nehmen und um die eigene Achse drehen, wenn „Heimat“ gesungen wird.

  4. Varianten: Am Ende kann eine kurze Fragerunde stehen: „Welches Nahrungsmittel wollten wir holen?“ – Dies prüft das Textverständnis und Gedächtnis. Wer sitzt, nimmt zumindest an den Sprech- und Klatschbewegungen teil.

Praxisbeispiel: An der Tafel steht ein kleiner Reim: „Geh’n wir mal spazieren, holen Brot ein, dann tanzen wir fröhlich im Sonnenschein.“ Die Gruppe beginnt, die einfachen Zeilen zu murmeln. Bei „Sonnenschein“ klatschen alle in die Hände, bei „Brot“ heben sie ein Bein. Herr U. wird ganz aus dem Tritt gebracht, als er fröhlich in die Luft springt – alle lachen und machen mit. Anschließend erzählt jeder mit roten Köpfen etwas, was er heute noch tun will – das Thema „Botengang“ ist damit verinnerlicht.

Abschluss: Die Liederunde endet, indem alle sich ein letztes Mal im Stuhl bewegen: Arme schwingen locker im Takt. Danach wird zur Entspannung ein kurzes, gemeinsames Atemspiel gemacht: Tief einatmen, die Hände vor der Brust zusammenführen und mit dem Ausatmen weit ausholen (im Sitzen oder Stehen).

Zeit: ca. 10 Minuten.

Rechnung im Alltag (Zählen und Gehen)

Materialien: Kleine Kunststoff-Einkaufsartikel (leere Plastikflaschen, Dosen etc.) oder Spielgeld. Korb oder kleiner Einkaufswagen (wenn vorhanden).

Einleitung: Diese Einheit kombiniert Geh- und Zählübungen: Die Senioren „erledigen“ einen Einkauf, indem sie gezielt Gegenstände einsammeln und dabei Preise zählen. So wird das Heben (Fuß-Greif-Aktivität), das Gehen im Raum und das Kopfrechnen (summieren der Preise) geübt. Es simuliert damit tatsächlich eine alltägliche Handlung – Einkaufen – und fördert so praktische mathematische Fähigkeiten neben der Motorik.

Hauptteil:

  1. Im Raum verteilen sich einige vorbesetzte „Regale“ mit leeren Flaschen und Dosen (auf Tischen). Jeder Gegenstand bekommt einen Preis (z. B. Klebezettel mit Zahlen 1–5). Ein Korb steht bereit.

  2. Auf Zuruf gehen die Senioren der Reihe nach zum Regal, nehmen einen Gegenstand mit und legen ihn in den Korb (kräftiges Greifen mit Armen). Beim Zurückkommen sagt jeder laut den Preis, z. B. „zwei Euro“. Die Betreuerin schreibt die Preise an der Tafel auf und zählt mit.

  3. Nachdem alle einen Gegenstand „eingekauft“ haben, wird gemeinsam die Gesamtsumme berechnet. Wer mag, rechnet die Zahlen vor (Rechnen im Kopf üben).

  4. Varianten: Stehend wird jede Bewegung noch forciert: Beim Flascheneinsammeln ein kleiner Schritt gemacht. Für Fortgeschrittene kann die Person mit verbundenen Augen einen bekannten Gegenstand erfühlen oder einen bestimmten Preis heraussuchen. Ältere und gehbehinderte Senioren können aufstehen, das Regal anfassen und die Gegenstände begreifen, ohne gehen zu müssen.

Praxisbeispiel: Die Bewohner verteilen sich an den Tischen. Herr S. greift sich eine leere Saftflasche, Frau R. nimmt eine Plastikdose. Beide sprechen die Preise aus („Zwei“, „Vier“) und legen die Artikel in den Einkaufskorb. Als alle fertig sind, fragt die Betreuerin: „Wer kann unsere Rechnung machen?“ Frau R. rechnet leise mit und sagt schließlich: „Zwei plus vier macht sechs!“ Die Gruppe applaudiert, als die Summe stimmt. Die Übung zeigt, wie Alltagstätigkeiten (Einkaufen) gleichzeitig Bewegung und Denken trainieren.

Abschluss: Das Spiel endet, indem jeder einen imaginären Einkaufsbeutel vor sich hält und tief einatmet – als Atemübung. Dann massieren alle sich die Handinnenflächen kräftig, um die Hände zu entspannen.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Gartenstunde (Strecken und Bücken)

Materialien: Eine leichte Gießkanne (gefüllt mit Wasser) oder ein leerer Eimer und Handharke (Scherenschnitt/Gartenwerkzeug ersatzweise Holzstäbe). Blumentöpfe oder imaginäre Pflanzen.

Einleitung: Diese Übung holt einen typischen Vorgang in die Gruppe: das Gießen von Pflanzen oder Umtopfen. Beim Bücken, Strecken und Heben wird der Rücken, die Beine sowie die Arm- und Handkraft beansprucht. Zusätzlich spricht es die Erinnerungswelt an („Wie heißt diese Blume?“), fördert also auch den Wortschatz.

Hauptteil:

  1. Die Gruppe bildet einen Halbkreis. Vor jedem steht ein leeres Pflanzkübelgefäß. Jeder erhält nacheinander die Gießkanne (oder einen Eimer) und soll sie zum Topf tragen. Dabei gießen sie (simulieren es) die Pflanzen, indem sie leicht in die Knie gehen (Rückbewegung) und sich strecken (wieder aufrichten).

  2. Dann werden imaginäre oder echte Pflanzen mit der Handharke gelockert: Mit ausgestreckten Armen wird die Harke vor dem Körper hoch und runter bewegt, als würde man Erde auflockern. Dabei werden die Schultern durchbewegt und die Augen folgen der Bewegung (Visuomotorik).

  3. Varianten: Die Betreuer nennen eine Pflanzenart (z.B. Rose, Tulpe) und der Ausführende muss dazu passende Bewegung nennen oder machen (z.B. „setze einen Samen“ – bücken, „gib Wasser“ – mit dem Arm schwenken). Das verknüpft Handlungen mit Sprache. Wer sitzt, führt nur die Armbewegungen mit.

Praxisbeispiel: Im Speisesaal wird für eine „Garten-Party“ dekoriert. Herr B. nimmt die Gießkanne und „gießt“ jedes Beet (kniend und streckend). Dann stützt er sich auf die Harke und „lockert“ Erde, indem er sie fest hält und vor und zurück bewegt. Die anderen machen mit. Die Leitende fragt nebenbei: „Welche Blumen mögen wir im Frühling?“ Die Senioren nennen gemeinsam Frühlingsblumen. So entsteht eine entspannte Lernatmosphäre – die Bewegung fühlt sich wie ehrliches Gärtnern an.

Abschluss: Nachdem jeder einmal gegossen hat, setzen sich alle hin. Zur Entspannung dehnen sie sich: Arme seitlich heben und zusammenführen über dem Kopf (als ob man eine Rose streichelt), dann senken sie die Arme wieder. Abschließend rollen alle einmal die Schultern vorwärts und rückwärts (je 3-mal), um den Nacken zu entspannen.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Kerzenbläser (Finger- und Atemübung)

Materialien: Eine unzerbrechliche Kerze (z.B. aus Plastik) oder ein leeres Glas. Alternativ einen Strohhalm und kleines Papierstück (Watte).

Einleitung: Diese Übung kombiniert Feinmotorik mit Atmung: Beim Anpusten einer Kerze werden Finger und Handstabilität benötigt, um sich auf die Aufgabe zu konzentrieren. Es fördert die Atemkontrolle und trainiert gleichzeitig, Stoffe nur mit kontrolliertem Hauch zu bewegen. Früher war Kerzenlöschen ein üblicher Vorgang, heute wird er zum Aktivitätstraining umfunktioniert.

Hauptteil:

  1. Der Kerzenständer (oder das Glas) wird in die Mitte gestellt. Alle sitzen um den Tisch. Zuerst wird die Handhaltung erklärt: Zeigefinger und Daumen bilden ein „O“ und simulieren, dass sie die Flamme fangen möchten (Finger leicht vibrieren lassen, ohne sie zu bewegen).

  2. Dann atmen alle tief ein und stoßen einen kräftigen, aber kontrollierten Luftstoß aus, um die Kerze zu „löschen“. Dabei achten sie darauf, den Rücken gerade zu halten und die Hand nicht zu bewegen.

  3. Um es schwerer zu machen, kann die Kerze mehrmals wieder anzünden (virtuell) und jedes Mal wird anders geblasen: Einmal nur mit den Lippen, einmal mit den Fingerspitzen kurz vor dem Mund (Fingerstellung ohne den Mund).

  4. Varianten: Für eine kognitive Note zählen alle die Sekunden nach, die die Kerze nach jedem Hauch noch flackert („Wie lange leuchtet die Kerze noch?“). Auch ein Lied zum Auspusten („Weihnachtsliedverse“) kann eingebaut werden, um Rhythmus ins Atmen zu bringen.

Praxisbeispiel: Vor dem Kaffeeklatsch steht eine Kerze aus Plastik. Die Anleitung geht los: Die Senioren formen das O mit Daumen und Zeigefinger und „pusten“ imaginär. Dann atmen sie aus und tun so, als wäre die Kerze ausgegangen. Herr T. lacht: „Ich habe früher jeden Abend ausgeblasen!“ Jetzt spüren alle ihre Atmung stark. Ein Betreuer lobt: „Sehr schön koordinierte Hand-Atem-Kombi!“ Am Ende berichten einige, dass sich ihr Atem ruhiger anfühlt – ein positiver Nebeneffekt.

Abschluss: Nachdem alle „Kerzen gelöscht“ haben, klatschen sie die Hände auf den Bauch (5 Sekunden lang) – damit wird der Atem noch einmal nachspüren. Danach strecken sie sich, indem sie die Hände vor dem Körper verschränken, ausatmen und den Oberkörper nach vorne beugen (Hände gleiten an Rücken ab). Abschließend nehmen sie nochmal eine tiefe Atemübung: Arme heben, tief Einatmen, langsam Loslassen beim Ausatmen.

Zeit: ca. 10 Minuten.

Kochgeschick (Besteck- und Fußübung)

Materialien: Einen leeren, ungiftigen Plastiktopf mit Deckel. Ein Holzlöffel. Ein paar leichte Gegenstände (z. B. Baumwolltaschentücher oder Plastik-„Lebensmittel“ aus Spielzeug).

Einleitung: Diese Aktivität simuliert das Umrühren oder Heben beim Kochen. Die Senioren sitzen oder stehen an einem (sicheren) Kochplatz (z. B. Tisch). Beim Halten des Löffels und langsamen Kreisen gehen Armkoordination, Rumpfspannung und sogar Fußstabilität zusammen. So wird wie in der Küche ein Alltagsgriff geübt.

Hauptteil:

  1. Jeder setzt sich an einen Tisch. Ein Topf steht in der Mitte. Jeder Teilnehmer nimmt abwechselnd den großen Holzlöffel in die Hand.

  2. Die Aufgabe ist, imaginär Suppe zu rühren: Man legt den Löffel ins Knie (oben) und „rührt die Suppe“ im Uhrzeigersinn mit kreisenden Armbewegungen. Dabei die Hand locker um den Löffel legen – Kraftaufbau und Koordination in Kombination.

  3. Nach ein paar Drehungen wird gewechselt: Linksrum rühren. Dabei ruhig weiter atmen.

  4. Varianten: Unter dem Topf liegt ein leichtes Spiel-„Nahrungsmittel“ (z. B. ein zusammengeknülltes Taschentuch). Wer vorsichtig rührt, kann es am Rand entlang „einkreisen“ und damit den Topf umrühren. Hinzukommen kann auch ein Schritt mit dem anderen Fuß oder ein kleines Heben der Ferse pro Drehung.

Praxisbeispiel: Im Speisesaal sitzt die Runde um einen großen Tisch. Ein Pfleger legt imaginäre Zutaten in den Topf. Frau B. greift zum Kochlöffel und hält ihn sorgfältig, als wäre das Mittagessen in Arbeit. Die Gruppe „rührt gemeinsam“, jeder abwechselnd. Dabei summen sie ein fröhliches Lied. Nach dem Wechsel haben alle ein warmes Gefühl in den Armen und bemerken: „Das fühlt sich an, als wären wir wirklich am Kochen.“ Die Betreuerin fügt hinzu: „So bleibt ihr länger selbstständig beim Kochen daheim!“

Abschluss: Nachdem alle einmal gerührt haben, legen sie den Löffel kurz weg. Nun machen alle im Sitzen mehrere tiefe Atemzüge („Suppe inhaliert“) und atmen rhythmisch in die ausgestreckten Arme aus. Zum Ausklang lockern sie noch einmal die Schultern: Arme öffnen (Bild einer Umarmung) und dann fallen lassen.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Telefonruf (Ruf- und Bewegungsübung)

Materialien: Ein (frei erfundener) Telefonhörer aus Plastik oder Pappschablone (optional). Ein Gruppensymbol, z. B. kleine Glöckchen.

Einleitung: In dieser Einheit wird eine kurze Telefonübung eingebaut: Dabei rufen die Betreuenden einzelne Personen zum „Telefon“ (Ablageort) und geben ihnen eine Aufgabe, die körperliche Aktivität erfordert. So wird das schnelle Reagieren auf eine Ansage gefordert: Steht auf, zieht den Kollegen zum Klopfen, hebt den Arm zum Rascheln von Papier. Diese spontane Kombination aus Hören und Aktion spricht geistige Wachsamkeit und Mobilität an.

Hauptteil:

  1. Im Raum wird ein Platz als „Telefon“ festgelegt (z. B. ein Tisch). Die Gruppe sitzt oder steht in Hörweite.

  2. Plötzlich ruft die Betreuerin aus dem Hintergrund „Herr K. ans Telefon!“ – Herr K. steht auf und geht zum Platz. Dann bekommen er Aufgaben: z. B. „Trete mit dem Fuß dreimal, klatsche fünfmal in die Hände, setz dich wieder.“

  3. Danach ruft ein anderer Name, und so geht es reihum. Die Aufgaben wechseln zwischen Fuß-, Arm- oder Ganzkörperbewegungen. Wichtig ist, dass die Übung überraschend kommt (Gedächtnisanhalt: wer war dran?) und die Aufgabe sicher ausgeführt werden kann.

  4. Varianten: Man kann auch kleine Lernaufträge mitgeben: Bevor Herr K. abschließt, fragt die Betreuerin beispielsweise nach seinem Geburtsmonat („Nenne deinen Geburtsmonat!“). Damit wird kognitiv ein Bezug hergestellt.

Praxisbeispiel: Während die Gruppe wartet, ertönt es: „Frau L. am Apparat!“ Alle lachen, als Frau L. mit einem strahlenden Gesicht aufspringt. Die Betreuerin beauftragt sie: „Drei Mal ‘Hurra’ rufen und winken!“ Die Seniorin hüpft sogar leicht und ruft „Hurra!“ dreimal – ein voller Erfolg. Als nächstes wird Herr D. gerufen, der sich an einem Stuhlrand festhält und auf Zehenspitzen streckt (die Übung machte ihm Spaß, und er nimmt sie mit Humor). So ist die Stimmung locker, aber die Reaktionsfähigkeit gefordert.

Abschluss: Die Übung endet, wenn alle einmal zum „Telefon“ gerufen wurden. Alle atmen tief ein und aus, lassen dabei die Schultern locker kreisen (3 Mal vor, 3 Mal zurück). Als Abschlussgruß klatschen alle einmal in die Hände.

Zeit: ca. 10 Minuten.

Briefmarken kleben (Feinmotorik & Konzentration)

Materialien: Ein leerer Briefumschlag pro Person, kleine Rechtecke Papier („Briefmarken“ aus Papier) und Klebestift oder Klebeband.

Einleitung: Das Anbringen von Briefmarken schult Präzision und Anpressdruck. Es erinnert an das Schreiben von Postkarten: Mit Daumen und Zeigefinger werden kleine Papierstücke geführt und mit Kleber befestigt. Gleichzeitig müssen die Senioren sich die richtige Position merken, was ihr räumliches Vorstellungsvermögen fordert.

Hauptteil:

  1. Jeder erhält einen leeren Umschlag. Die Betreuerin zeigt eine Stelle oben rechts auf dem Umschlag (Markierung „Briefmarke“).

  2. Nacheinander nimmt jede/r eine Papier-„Briefmarke“, trägt Klebstoff auf (wenn nötig) und klebt sie mit Daumen und Zeigefinger an die markierte Stelle auf dem Umschlag.

  3. Dann falten alle den Umschlag zusammen (Halbierung) und drücken ihn wieder glatt (für Handflächenbewegung).

  4. Varianten: Wer es schwieriger möchte, kann mehrere Marken an unterschiedlichen Seiten anbringen oder vor dem Kleben eine kleine Zahlenaufgabe (z. B. „5+3=“ auf die Rückseite der „Marke“ schreiben und lösen). Das erhöht den Denkanteil.

Praxisbeispiel: In der Bastelstunde kleben die Senioren fleißig ihre „Postkarten“. Herr F. konzentriert sich, die Ecke des Papiers mit Kleber einzureiben. Er lacht, als die Betreuerin sagt: „Vorsicht, dass der Stuhl jetzt nicht wegen dir wegläuft!“ Die korrekte Platzierung weckt den Stolz: Jeder erhält einen Applaus, wenn die „Briefmarke“ sitzt. Nebenbei unterhalten sie sich über ihre letzten Postkarten, was die Gedächtnisleistung subtil aktiviert.

Abschluss: Nachdem alle Umschläge fertig sind, ziehen sie ihre Hände kurz über den Schreibtisch: die Fingerspitzen lang ausstrecken und dann die Faust ballen (3–5 Mal). Abschließend schütteln sie ihre Hände, als würden sie sich salzen, was symbolisch für das Verstreichen des Klebers steht.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Regenschirm-Twister (Koordination)

Materialien: Je ein kleiner Regenschirm (zusammenklappbar, aus Kunststoff) pro 2 Personen. Musik (ruhiger, spielerischer Rhythmus).

Einleitung: Diese Gruppenübung fördert Balance und Reaktionsvermögen: Zwei Teilnehmer halten einen geschlossenen Regenschirm zwischen sich, ohne dass er herunterfällt. Im Takt der Musik bewegen sie abwechselnd die Beine und drehen sich leicht um die eigene Achse. So wird die Koordination von Bewegungen in der Gruppe geübt. Es erinnert an das harmonische Abstimmen im Tanz.

Hauptteil:

  1. Die Paare stellen sich Rücken an Rücken und klemmen gemeinsam den Regenschirm horizontal zwischen ihren Rücken ein.

  2. Zur Musik führen sie einfache Schrittkombinationen aus: z. B. zweimal Vorwärts, zweimal Rückwärts im Takt. Dabei müssen sie synchron bleiben, damit der Regenschirm stabil liegt.

  3. Dann führen sie Seitenbewegungen ein: je 2 Schritte nach rechts und dann zurück, ebenso nach links. Alle halten den Regenschirm behutsam ausbalanciert.

  4. Varianten: Wenn sich alle sicher fühlen, können die Paare den Schirm in der letzten Runde über den Köpfen halten (wie einen Dachfirst) und dabei weiter Schritte ausführen. Das steigert die Achtsamkeit. Als geistige Übung kann man zwischendurch einfache Rechenaufgaben stellen (z. B. „Wenn du 2 Schritte gehst, sind wir bei…“).

Praxisbeispiel: Im Stuhlkreis bilden sich Paare. Herr H. und Frau K. schaffen es, den Regenschirm stabil zu halten, während sie synchron wippen und lachen. Einer der Betreuer begleitet mit Musik und ruft: „Vor, vor, zurück!“ Dann „rechts, links“ – immer achtsam. Nachdem alle eine Runde getanzt haben, merken einige Senioren: „Die Waden spüren jetzt!“ Das gemeinsame Arbeiten stärkt das Gemeinschaftsgefühl: Sie helfen einander, wenn jemand wackelt.

Abschluss: Nach Beendigung setzen sich alle um und legen den Regenschirm ab. Zum Abschluss strecken alle die Beine aus und kreisen beide Fußgelenke (je 10 Mal im Uhrzeigersinn, 10 Mal gegen den Uhrzeigersinn). Die Arme werden über Kreuz hinter dem Rücken verriegelt, und die Schultern werden nach hinten geschoben, um die Brustdehnung zu vertiefen.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Windmühlen (Ganzkörperdrehung)

Materialien: Keine zusätzlichen Hilfsmittel. Optional leichte Handgewichte (kleine Wasserflaschen). Musik mit gemäßigtem Tempo.

Einleitung: Der klassische „Windmühlengruß“ mit den Armen – ein einfacher Bewegungsablauf, der Arme und Rumpf in Rotation bringt. Dabei wird das Gleichgewicht gefordert, insbesondere wenn abwechselnd ein Bein nach vorne gestellt wird. Durch Musik erhält die Übung einen rhythmischen Flow. Dieser Bewegung fördert die Rumpfmobilität und schult das Zusammenspiel beider Körperseiten.

Hauptteil:

  1. Alle stehen (sofern möglich) im Kreis. Die Füße sind schulterbreit auseinander.

  2. Die Gruppe breitet die Arme seitlich aus. Nun beugt sich jeder langsam nach rechts: linker Arm schwingt über den Kopf nach unten, rechter Arm hebt sich – als ob man eine Windmühle schlägt. Dabei wird das linke Bein leicht gestreckt, das rechte Bein gebeugt.

  3. Danach wechselt man die Richtung: Über den Kopf nach links beugen (jetzt rechter Arm fällt, linker hebt sich). Dabei das rechte Bein strecken, das linke beugen.

  4. Varianten: Mit der Musik kann das Tempo variiert werden. Wer mag, kann kleine Gewichte halten, um die Armkräftigung zu erhöhen (z. B. kleine Wasserflaschen). Die Übung wird 6–8 Mal pro Seite wiederholt. Ein kognitives Element kann sein, bei jedem Wechsel auf ein anderes Tier oder Gegenstand zu zeigen (z.B. „Ich bin jetzt die Mühle“), um das Reaktionsvermögen zu schulen.

Praxisbeispiel: In der Turnhalle heben alle ihre Arme seitlich. Die Betreuerin zählt „Eins, zwei, drei – Mühle geh!“ und alle beugen sich abwechselnd. Herr O. dreht seinen Oberkörper derart dynamisch, dass er dabei etwas lächelt: „Ich habe den Wind gegrüßt!“ Eine andere Teilnehmerin verwendet langsame Drehungen, weil ihr Gleichgewicht nicht so sicher ist. Die Gruppe passt auf einander auf und ruft: „Langsam!“ Diese Humor und gegenseitige Rücksicht nimmt der Übung den Druck.

Abschluss: Nachdem einige Durchgänge gemacht wurden, setzen sich alle wieder. Zur Entspannung legen sie sich die Hände in den Nacken und klopfen leicht mit den Ellenbogen nach hinten (Zwischenablage). Abschließend rollen sie ihre Schultern 3 Mal vor- und 3 Mal rückwärts.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Bilder ordnen (Feinmotorik & Gedächtnis)

Materialien: Karten mit passenden Bildern (z.B. Tierpaare, Obstpaare oder die ersten Zahlen 1–5). Die Bilder sind doppelt vorhanden (je zweimal).

Einleitung: Dieses Spiel fördert die visuelle Koordination und das Gedächtnis, denn die Senioren müssen passende Paare finden. Zudem werden die Hand- und Augenkoordination beim Aufdecken der Karten geübt. Es ist ein einfaches Zuordnenspiel mit Bewegung, wenn die Karten auf dem Tisch verteilt sind und aufgedeckt werden müssen.

Hauptteil:

  1. Die Karten werden gemischt und verdeckt (Motiv nach unten) auf dem Tisch ausgelegt. Jeder Erwachsene darf reihum zwei Karten aufdecken.

  2. Wenn die Bilder zueinander passen (z. B. zwei Äpfel), dürfen die Karten weggelegt werden, und derjenige ist erneut dran. Wenn nicht, werden sie wieder umgedreht, und die Nächste/r ist an der Reihe.

  3. Dabei nutzt man den Daumen-Zeigefinger-Griff, um die Karten zu wenden und sich die Position zu merken.

  4. Varianten: Man kann beim Aufdecken den Namen des Motivs laut aussprechen (sprachliche Förderung). Wenn jemand ein richtiges Paar gefunden hat, klatschen alle in die Hände. Wer möchte, kann sich das Bild eines Paares merken und später in eigenen Worten beschreiben.

Praxisbeispiel: Auf dem Esstisch liegen 10 verdeckte Karten. Herr L. deutet auf eine Karte: „Katz schaut!“ und hebt sie an. Dann findet er das zweite Katzenbild – Applaus! Frau E. ruft: „Glück gehabt!“ Alle möchten ein Paar finden. Manche drehen sich ein bisschen, um besser sehen zu können. Nach und nach finden sich alle Paare, und die Übung endet. Anschließend sprechen sie darüber, welche Abbildungen es waren („Äpfel“; „Autos“) – so wird Sprachtraining mit eingebaut.

Abschluss: Alle Karten werden zurückgelegt. Die Hände werden gelockert: Zeigefinger und Daumen leicht strecken und beugen, dann ringsum die Finger massieren (Fingerspitze für Fingerspitze). Schließlich reiben die Senioren die Handflächen aneinander und schütteln sie sanft aus.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Stuhl-Choreografie (Beine & Koordination)

Materialien: Stabile Stühle ohne Rollen (jeder Teilnehmer einen). Keine zusätzlichen Hilfsmittel.

Einleitung: Diese Übung bringt Schwung in die Beinbewegungen: Die Senioren führen im Sitzen eine kleine Choreografie aus, bei der sie mit den Füßen auftreten, schräg treten oder Knie heben. So werden Beinmuskeln, Hüften und Rumpf aktiviert. Die Variation der Schrittfolgen schult gleichzeitig die Koordination. Musik kann das Ganze begleiten.

Hauptteil:

  1. Alle sitzen in ihren Stühlen. Zuerst werden einfache Bewegungen gezeigt: Erst einmal nur mit dem rechten Fuß aufstampfen (der Rücken bleibt gerade). Dann dasselbe mit dem linken Fuß.

  2. Anschließend folgt eine kleine Abfolge, begleitet von Musik: z. B. „Rechts treten – links wippen – zwei Mal hocken (leicht die Knie beugen) – zurück zum Geradeaus“. Diese Sequenz wird zu Beginn mehrfach geübt, bis alle mitkommen.

  3. Danach können Kniespitze-Hebungen eingebaut werden: Beim Wippen wird ein Bein um etwa 5–10 cm angehoben und wieder abgesenkt (abwechselnd rechte und linke Seite).

  4. Varianten: Wer bereit ist, greift sich leicht an die Stuhlkante, um aufrecht zu bleiben, und macht dazu „Punkte-Malen“ mit den Füßen auf dem Boden (kreisen). Als kognitive Komponente kann sich jeder einen kurzen Reim merken, der mit den Bewegungen gesprochen wird („Ein großes Eins, ein kleines Zwei, hüpfen wir herum dabei“).

Praxisbeispiel: Alle sitzen in Reihe. Die Betreuungskraft klatscht den Rhythmus: „Hoch! – runter! – hoch, hoch!“ und alle folgen mit den Füßen. Herr J. tippt drei Mal unter dem Tisch, die Gruppe nach. Sie lachen über die einfachen Figuren und merken schnell, wann der nächste Schritt kommt. Eine Dame sagt: „Das erinnert mich an Linien- und Punktreihen aus der Schule!“ Dadurch bleibt ihr neben der Bewegung auch der Reim im Gedächtnis.

Abschluss: Nach einigen Durchgängen endet die Musik. Die Beine bleiben lang, und jeder streckt sie abwechselnd aus (Zehen Richtung Körper ziehend und wieder locker lassend, je 5 Mal pro Bein). Danach reiben sie ihre Waden mit den Händen abwärts, um die Muskulatur zu massieren.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Einkauf im Sitzen (Arme & Kopfrechnen)

Materialien: Ein leerer Einkaufskorb oder Korb, ein paar leichte Gegenstände (z. B. Plastik-Früchte oder Spielzeug-Vorräte), Zettel mit kleinen Zahlen (Preisen).

Einleitung: Hier wird die Einkaufssituation sitzend geübt: Die Senioren nehmen imaginär Waren aus dem Korb („kaufe“ ein Produkt) und nennen dafür einen Preis. Dabei müssen sie sich nach vorne beugen und die Gegenstände anfassen (Armstreckung und Greifen) und gleichzeitig rechnen. Diese Übung trainiert Grobmotorik und kopfleugnerisches Denken.

Hauptteil:

  1. Jeder hat einen Korb vor sich. Auf ein Kommando greifen alle eine Ware (Hand greift an oder in den Korb). Beim Heben benennt jeder einen Preis: z. B. „drei Euro“. Diese werden mit dem Finger an der Luft gezeichnet (4 + 6 = 10, etc.).

  2. Dann legen sie den Gegenstand wieder zurück und ziehen den nächsten. Jeder nennt erneut einen Preis.

  3. Nach mehreren Runden wird gezählt, wie oft jeder nach vorne gegriffen hat (zählt das Rechnen). Als Abschluss muss jeder die Gesamtzahl seiner „Besorgungen“ angeben (Speicherung im Gedächtnis).

  4. Varianten: Man kann auch sagen: „Alles zusammen hat 10 EUR gekostet. Was könnten die Einzelpreise gewesen sein?“ – Einfache Rechenrätsel anstelle von tatsächlichem Zählen. Im Sitzen strecken die Teilnehmer zuvor abwechselnd ein Bein, beim Bücken kurz festhalten, dann setzen sie sich wieder (leichtes Dehnen der Rückenmuskulatur).

Praxisbeispiel: Die Senioren schließen die Augen, als die Betreuungskraft sie „unsichtbare Kassenzettel“ geben. Jeder fühlt in den Korb – „Hier ist Milch! Was kostet sie?“. Frau V. hebt ein Plastikei und überlegt: „Drei Euro!“ Sie zählt dabei mit den Fingern. Alle melden sich abwechselnd, insgesamt „haben wir 9 Produkte gefunden“. Die Übung wirkt wie ein echtes Einkaufsspiel, und es wird flugs diskutiert („Ich gebe nie mehr aus!“) – so fließt auch Kommunikation in die Aktivität ein.

Abschluss: Alle legen die „eingekauften“ Gegenstände beiseite. Zum Abschluss hält jeder noch einmal die Arme wie beim Tragen eines Korbs: Stirnrunzeln werden als Zeichen gemacht (Konzentration), dann Arme lockern und Hände lösen (Faust öffnen).

Zeit: ca. 15 Minuten.

Patientendienst (Kombi Fuß-Arm)

Materialien: Ein leicht gefülltes Kissen oder kleines Polster pro Teilnehmer. Ein kleines Tischchen oder Nachtisch.

Einleitung: In dieser fiktiven Krankenpflege-Aufgabe transportiert man ein Kissen behutsam von einem Ort zum anderen. So werden Hände und Arme koordiniert eingesetzt, während man achtsam geht. Beim Spielen der Rolle („Patientendienst“) wird die Aufmerksamkeit auf einzelne Bewegungsabläufe gelegt und die Rumpfmuskulatur aktiviert.

Hauptteil:

  1. Jeder sitzt mit einem Kissen auf den Knien oder hält es in der Hand.

  2. Auf Ansage wird das Kissen zuerst hochgehoben (Arme heben, so als würde man den Patienten positionieren), und dann vorsichtig seitlich vor sich auf einen anderen Stuhl gelegt (so als würde man einem „Patienten“ ein Wasser bringen).

  3. Danach greift man erneut das Kissen, geht kurz auf einem Platz auf der Stelle (so als würde man den Raum wechseln) und legt es wieder rückwärts auf den eigenen Schoß.

  4. Varianten: Man kann zusätzliche Aufgaben integrieren: Vor dem Weggehen ein Glas heben (mit leerem Becher als Weckerfunktion), beim Rückkommen kurz in die Hocke gehen (Beine dehnen) und dann das Kissen hinlegen. Auch eine Zahl merken (z.B. Zimmernummer), während man geht, kann das Gedächtnis aktivieren.

Praxisbeispiel: In der Sitzecke sitzen einige Bewohner, jeder mit einem kleinen Kissen. Die Betreuerin spielt den „Oberpfleger“ und verteilt leere Plastik-Wasserflaschen. Frau H. nimmt eine Flasche und legt sie vorsichtig in den Becherhaltern des Stuhls hinter sich – „Wasser für Herrn A.!“ sagt sie. Dann holt sie das Kissen, geht zum Tisch und legt es als „Kissenbezug“ ab. Alle üben nacheinander. Herr A. bedankt sich sogar übertrieben. Die Übung wird als humorvolle Szene erlebt, ist aber für alle Beine- und Rumpfspannung.

Abschluss: Nachdem jeder einmal den „Dienst“ getan hat, klopft jeder sanft mit der Hand auf sein Bein (wie Applaus für sich selbst). Dann wird das Bein ausgestreckt und der Fuß kreist (je 5 Mal je Seite). Abschließend legen alle die Hände auf den „Patienten“ (Kissen) und drücken ihn leicht – eine fantasievolle Dehnung, bevor die Übung endet.

Zeit: ca. 15 Minuten.

Luftballonmalerei (Feinmotorik & Kreativität)

Materialien: Ein aufgehängtes Blatt Papier an der Wand oder Staffelei, ungiftige Filzstifte oder Pinsel, ein Luftballon pro Teilnehmer.

Einleitung: In dieser Einheit zeichnen oder malen die Senioren mit dem Luftballon: indem sie ihn anmalen und dann an der Leinwand bewegen. Dabei muss man Fingerspitzenstabilität mit Armeinsatz koordinieren. Es ist eine kombinierte Fein- und Grobmotorikaufgabe. Zudem fördert die kreative Aufgabe die Vorstellungskraft und macht Spaß.

Hauptteil:

  1. Der Luftballon wird leicht mit Farbe oder Filzstift bemalt (oder ein behaftetes Tuch umgeknotet). Dann halten ihn alle in der Hand.

  2. Ein großes Blatt oder eine Leinwand ist vor der Gruppe angebracht. Nun werden die bemalten Ballons vorsichtig an der Leinwand entlang geschwenkt oder gedrückt, sodass bunte Spuren entstehen. Jeder darf sich austoben und den Ballon über verschiedene Höhen ziehen.

  3. Varianten: Wer sich traut, lässt den Ballon los und drückt ihn fest auf die Leinwand („Ballon-Abdruck“). Dabei sollte man darauf achten, dass der Arm stabil genug ist, das Gewicht zu halten (kräftigerer Griff). Die Betreuer geben kleine Themen vor (z. B. „Malen wir gemeinsam eine Wiese“ – Gelb und Grün verwenden).

Praxisbeispiel: Der Papierbogen hängt schief an der Wand, aber das stört nicht. Jeder Senior dippt abwechselnd seinen Luftballon in Farbe und drückt ihn mit einem Hauch gegen das Papier. Frau L. ruft: „Ich male eine Sonne!“ und macht große Kreise mit Gelb. Die Gruppe mischt mit (Grün für Gras, Rot für Blüten). Danach zeigen sie ihre Werke einander: nicht „perfekt“, aber voller Elan. Dies vereint Bewegungs- mit kreativen Aspekten.

Abschluss: Nachdem alle gemalt haben, wäscht man die Hände (Farbe abspülen). Dann reibt jede/r die Handflächen kräftig, um die Durchblutung anzukurbeln. Als Ausklang steht noch ein gemeinsames Betrachten des Bildes an – soziale Anerkennung und Stolz inklusiv.

Zeit: ca. 20 Minuten.

Wäscheklammer-Fächer (Fingerstreckung)

Materialien: Pro Person 5–10 Wäscheklammern, idealerweise aus Holz. Evtl. eine Schüssel zum Zwischenlagern.

Einleitung: Diese Übung wiederholt das Drücken von Wäscheklammern, diesmal um andere Handmuskeln zu trainieren: Die Klammern werden nicht zwischen Daumen und Zeigefinger gedrückt, sondern um die Finger gestreift und dann geweitet. Dies ist eine hervorragende Übung zur Stärkung der Handöffner-Muskeln (Fingerstrecker), die oft vernachlässigt werden.

Hauptteil:

  1. Jeder hält eine Hand offen vor sich. Ein Helfer (Betreuer oder Nachbar) hängt an jeden Finger eine Klammer, beginnend mit dem Zeigefinger bis zum kleinen Finger. Der Daumen bleibt frei.

  2. Nun spreizt man vorsichtig alle Finger, um die Klammern von den Händen zu entfernen (Finger ausbreiten). Dabei atmet man ein und dazwischen aus.

  3. Anschließend tauschen die Hände: Der Partner hängt die Klammern an die andere Hand, und das wiederholte Spreizen wird erneut ausgeführt.

  4. Varianten: Bei guter Ausführung können die Hände in Luft gehoben werden, während man die Finger weitet. Wer allein ist, kann die Klammern nacheinander an den Fingern des zusammengefalteten Handtuchs üben. Für Abwechslung werden auch verschiedene Abstände zwischen den Klammern gehalten, um die Reichweite zu variieren.

Praxisbeispiel: Ein Betreuer teilt die Klammern aus. Herr M. lacht, als er das erste Mal die Finger richtig weit spreizen muss, um die Klammern loszuwerden. Frau T. bemerkt: „Das tut mir gut – meine Hände waren so fest.“ Nach ein paar Durchgängen üben sie sogar, die Hände an den Ohren zu beschlagen (Kopf streichelnd), um zu sehen, wie hoch sie die Finger spreizen können. Diese spielerische Selbstkontrolle motiviert zusätzlich.

Abschluss: Die Klammern werden weggestellt. Alle ballen die Hände kurz zu Fäusten und öffnen sie dann sanft, ein paar Mal wiederholt, um die Handgelenke zu lockern. Abschließend schütteln sie die Hände einmal kräftig aus, bevor die Übung endet.

Zeit: ca. 10–15 Minuten.

Zeitungsfalten XXL (Feinmotorik & Kopfarbeit)

Materialien: Eine große Tageszeitung pro Teilnehmer, Klebeband (optional).

Einleitung: Hier wird das Falten einer kompletten Zeitung zu einem „Boot“ oder „Hut“ geübt. Solche komplizierteren Falttechniken erfordern Konzentration auf mehrere Arbeitsschritte, trainieren die Fingerkoordination und fördern Gedächtnis (Schrittfolge merken). Das Ergebnis kann sogar mit nach Hause genommen werden – ein motivierender Erfolg.

Hauptteil:

  1. Jede Person erhält eine ganzer Zeitungsteil. Die Betreuerin zeigt einen schnellen Überblick: Ein Papierboot (oder -hut) wird aus 2–3 Falten gemacht. (Schritt-für-Schritt-Ansage).

  2. Alle falten nun gemeinsam: Zeitungsbreite halbieren, Kanten zur Mitte klappen (eine Mütze-Form entsteht), dann die untere Kante hochschlagen. Wer Hilfe braucht, macht es Schritt für Schritt nach.

  3. Sobald die Grundform steht, wird der Hut / das Boot entfaltet, sodass es einen Eimer-Rand oder eine Basis erhält.

  4. Varianten: Für Fortgeschrittene können Münzen oder Stifte auf das gefaltete „Boot“ gestellt werden, um zu testen, wie stabil es ist (Koordination mit kleiner Balance-Aufgabe). Zum Abschluss darf jeder sein Ergebnis kurz präsentieren oder fotografieren lassen – positives Gedächtnisecho inklusive.

Praxisbeispiel: Jeder hat jetzt den Zeitungsteil auf dem Schoß. Frau S. falzt und lacht: „Jetzt bin ich Kapitänin!“ Als sie ihr Papierboot ausbreitet, stellt Herr B. einen kleinen Wasserbecher hinein – der Alltagsfunktioffekt. Die Gruppe fotografiert sich selbst mit den Hüten, was sie sehr amüsiert. Nebenbei rezitiert ein Bewohner aus dem Gedächtnis: „Papierschiffchen mein, segle dahin!“ – es schult das Gedächtnis spielerisch.

Abschluss: Nachdem die Papierkreationen präsentiert wurden, reißt jeder seine Zeitung vorsichtig auseinander. Dann verschränkt jeder kurz die Hände hinter dem Kopf und atmet tief durch (Brust dehnen). Abschließend klatschen alle einmal laut in die Hände – als Abschlussapplaus für die eigene Leistung.

Zeit: ca. 20–25 Minuten.

Tópico Sport, Bewegung & Tanz

0 comentários

Gostaria de ser o primeiro a escrever um comentário?
Torne-se membro de Lexikon der sozialen Betreuung e comece a conversa.
Torne-se membro