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Nicht aus der Rippe, sondern aus Rückgrat – Gedanken einer unperfekten Frau

Foto Sebastian Heeg

Ein Plädoyer für radikale Selbstannahme jenseits der Rollenerwartung

Ich bin nicht nur die taube Frau mit den Implantaten.

Ich bin nicht nur die Mama mit Reha-Terminen und Therapietagebuch.

Ich bin nicht nur die Freundin, die „trotz allem“ lacht, oder die Nachbarin, die „trotzdem alles meistert“.

Ich bin – ich.

Und ich bin es nicht „trotz“, sondern mit all dem.

Nicht auf einer Bühne, nicht in einer Vorbildfunktion, nicht als Symbol – sondern im Leben.

Manchmal leise, manchmal laut. Immer echt.

Foto Sebastian Heeg

Es gibt sie noch, diese hartnäckigen Überbleibsel aus verstaubten Gesellschaftsschränken: die Narrative, Vorstellungen davon, wie man zu sein hat. Vor allem, wenn man Mutter ist. Oder Frau. Oder beides zugleich – ein Doppelpack aus Heiligenschein und Schuldzuweisung.

Man kennt sie. Diese unsichtbaren Listen, die unausgesprochen mitgeführt werden:

Die Mutter als gütiges Wesen, stets selbstlos, stets verfügbar, liebevoll kochend, tröstend, verständnisvoll, sich selbst zurücknehmend – eine Art Mischung aus Mary Poppins, Hebamme und therapeutischer Gebärmutter.

Die Frau als grazile Erscheinung, ästhetisch, begehrenswert, kultiviert, aber bitte nicht laut. Sinnlich, aber nicht sexuell initiativ. Klug, aber nicht belehrend. Emotional, aber bloß nicht unberechenbar.

Und wer da noch aufmuckt, bekommt die alte Keule:

„Na, das hast du doch als Frau im Blut – das ist dir in die Wiege gelegt worden.“

Gestern wurde ich ernsthaft gefragt, woran ich erkannt habe, dass der Wasserbüffel im Zoo eine Sie war...

„Hat sie gezickt?“

Ich dachte nur: Wow.

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