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Fieber statt Hitzewelle

Gestern äußerte ich – in einem Moment frostiger Verzweiflung – einen Wunsch an das Universum.

Keinen großen.

Keinen flamboyanten.

Keine kosmische Intervention von epochaler Tragweite.

Lediglich eine kleine, freundliche Hitzewallung.

Eine jener hormonellen Episoden, von denen Frauen in den Wechseljahren berichten – kurz, warm, ein wenig dramatisch vielleicht, aber doch im Grunde nichts weiter als ein temporäres Aufflackern innerer Thermodynamik. Für eine bekennende Frostfraktion wie mich klang das geradezu verheißungsvoll.

Das Universum jedoch, so zeigt sich einmal mehr, ist kein präziser Dienstleister.

Es arbeitet mit einer gewissen interpretativen Großzügigkeit.

Offenbar hat dort oben jemand den Auftrag gelesen und gedacht:

Hitzewallung? Ach, machen wir gleich ein Komplettpaket.

Und so begann die Nacht mit einer Erfahrung, die man in medizinischen Kreisen vermutlich als fieberinduziertes Temperaturdrama beschreiben würde.

Hitze.

Schweiß.

Dann plötzlich Schüttelfrost.

Ein Wechselspiel, das an meteorologische Extreme erinnerte – als hätte mein Körper beschlossen, binnen weniger Stunden sämtliche Klimazonen dieses Planeten durchzuprobieren.

Das Wiesel reagierte darauf, wie es nun einmal reagiert: dramatisch, indigniert und zutiefst beleidigt vom Lauf der Dinge.

Eingerollt, tief unter Decken vergraben, mit jener tragischen Würde eines kleinen Wesens, das überzeugt ist, vom Universum persönlich missverstanden worden zu sein.

Die Büffelin hingegen beobachtete das Ganze mit jener stoischen Ruhe, die nur Wesen besitzen, die das Leben bereits als eine Reihe gelegentlicher kosmischer Missverständnisse akzeptiert haben.

Sie sagte nichts.

Sie musste auch nichts sagen.

Denn die Sachlage war evident:

Ich hatte um eine kleine Hitzewallung gebeten.

Bekommen habe ich ein fiebriges thermisches Gesamterlebnis mit Schweiß, Schüttelfrost und einem Wiesel, das nun schniefend und hustend seine Existenz auf dem Sofa beklagt.

Man könnte daraus mehrere philosophische Schlüsse ziehen.

Erstens:

Das Universum hört zu.

Zweitens:

Es versteht nicht immer genau, was gemeint war.

Und drittens – vielleicht der wichtigste Punkt:

Beim nächsten Mal formuliere ich meine Wünsche deutlich präziser.

Bis dahin jedoch gilt eine einfache Devise:

Das Wiesel kuriert sich aus.

Die Büffelin wahrt ihre stoische Würde.

Und ich nehme zur Kenntnis, dass kosmische Bestellungen offenbar selten exakt so geliefert werden, wie man sie aufgegeben hat.

Manchmal bekommt man eben nicht die kleine Hitzewallung.

Sondern gleich das komplette meteorologische Programm.

Und so nehmen wir uns heute die nötige Zeit und Ruhe. Trinken viel Tee. Und halten die Klappe - denn sprechen geht eh nicht….

Bleibt’s xund eure Frau Kruemelkuchen

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