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Ich bin behindert. Und ich spreche es aus.

Es liegt an jedem Menschen selbst, welche Klangfarbe er einem Wort beimischt. Manche umhüllen es mit Scham, andere mit Verlegenheit, wieder andere mit abwertendem Spott. Ich aber sage: Das Wort Behinderung trägt in meinem Leben keine Schmach, sondern Wahrheit. Es ist eine klare Bezeichnung, ein präziser Begriff, der meine Realität benennt – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und deshalb weigere ich mich, für das fragile Wohlgefühl anderer nach alternativen Bezeichnungen zu suchen. Ich bin nicht auf dieser Welt, um sprachliche Samthandschuhe zu tragen, nur weil jemand das Offensichtliche nicht erträgt. Ich bin eine Frau, ich bin behindert – und ja, das ist manchmal unbequem. Unbequem, weil es dich zwingt, Barrieren wahrzunehmen. Unbequem, weil es dich herausfordert, dein eigenes Verständnis von Normalität zu hinterfragen.

Ich mache nun meinen Mund auf. Ich wehre mich gegen das Schönreden, gegen die freundliche Verleugnung, gegen die rhetorische Zuckerglasur, die das Wort „Behinderung“ zum Tabu erklärt. Denn das ist nichts anderes als Ableismus im Gewand der Höflichkeit. Wer meine Behinderung nicht sehen will, der sieht auch die Barrieren nicht. Wer sie nicht benennt, der bestreitet die strukturellen Hindernisse, die mir täglich begegnen.

Ich wehre mich entschieden gegen Euphemismen, die mich entwaffnen sollen. „Besonders befähigt“, „anders begabt“, „nicht behindert, nur herausgefordert“, habe kein "Handicap " oder "bin beeinträchtigt" – all das sind Beschönigungen, die in Wahrheit den Blick verschleiern.

Nein!!!

Ich bin behindert. Und indem ich es so nenne, lege ich den Finger genau auf die Wunde, die nicht in meinem Körper liegt, sondern in einer Gesellschaft, die Mauern baut, wo Rampen sein müssten, die Stille erzwingt, wo Dolmetscher gebraucht würden, die Ausreden findet, wo Lösungen gefragt wären.

Wir brauchen eine klare Sprache und Ehrlichkeit. Denn nur wer ausspricht, was ist, kann verändern, was sein sollte.

Bleibt's xund eure Frau Kruemelkuchen

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