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Warum ich mich für die Nutzung von Fremdwörtern und alten Begriffen ausspreche

Es gibt jene literarischen Kindheitserinnerungen, die – rückblickend betrachtet – leiser und zugleich machtvoller wirken, als man es ihnen damals zugestanden hätte. Michael Ende - Jim Knopf gehört für mich zu dieser Kategorie: ein vermeintlich leichtfüßiges Kinderbuch, das jedoch in einer Ära erschien, in der man nicht fortwährend ein Lexikon in der Hosentasche trug und semantische Unklarheiten mit einem Fingerwisch zu klären vermochte. Und dennoch – oder gerade deshalb – ließ sich der Autor nicht davon abhalten, dem jungen Publikum ein Kaleidoskop an Fremdwörtern, antiken Begriffen und ungewöhnlichen Formulierungen zuzumuten.

Warum tat er das?

So heißt es, er habe nicht nur unterhalten wollen; er wollte geistige Horizonte verschieben. Die Lesenden sollten nicht nur einer Geschichte folgen, sondern sich zugleich bildend durch die Seiten bewegen – nachschlagen, kombinieren, deduzieren, Kontext erschließen. Es war ein stiller Appell an die Freude des Denkens.

Ein Prinzip, das ich mir – in aller Bescheidenheit und mit einem gewissen intellektuellen Enthusiasmus – zu eigen mache.

Ich möchte nicht ausschließlich unterhalten.

Manchmal vielleicht, wenn mein inneres Wiesel auf den Hinterpfoten tanzt und flamboyant mit literarischem Spitzenkragen durch meine Synapsen marschiert.

Aber im Kern geht es mir um etwas Relevanteres: um Reflexion, um geistige Resonanzräume, um jene kleinen Irritationen, die uns zwingen, die Gedanken neu auszurichten. Und ja, manchmal auch um den zärtlichen Impuls, ein neues Wort nachzuschlagen – olfaktorisch, flamboyant, redundant, reziprok. Einige davon liegen dem Sprachgebrauch näher, andere entziehen sich der Alltagshektik wie scheue Rehe im Unterholz des Bewusstseins.

Ich bemühe mich um eine adäquate Mischung: elaboriert, aber nicht abgehoben; fordernd, aber nicht hermetisch. Die Sprache soll nicht stolpern, aber gern einmal innehalten. Wie ein gut gesetzter Atemzug vor einem Gedanken, der wert ist, sich zu entfalten.

Ein weiterer Grund liegt in meinem eigenen Anspruch.

Zu flache, zu glatte Texte liegen mir nicht. Ich möchte beim Schreiben – ebenso wie beim Lesen – herausgefordert werden. Sprache ist für mich kein bloßes Transportmittel, sondern ein Resonanzkörper für Weltwahrnehmung. Und ich finde, ein Text darf das leisten dürfen: ein wenig erziehen, gelegentlich überraschen, ab und an flüstern: „Es geht noch feiner, noch präziser, noch tiefer.“

Natürlich weiß ich, dass dies nicht jedermanns ästhetische Diät ist.

Aber ich habe längst aufgehört, es allen recht machen zu wollen. Diese Phase – Gott sei Dank – liegt

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