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Türchen No 3 | Resilienz-Adventskalender für belastende Zeiten

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist schon Tag Nummer 3 beim Resilienz-Adventskalender für belastende Zeiten. Meine kleine 24-Tage-Challenge soll ein wenig dabei unterstützen, die eigene Resilienz nicht aus dem Blick zu verlieren.

Nachdem es gestern darum ging, die unangenehme Gegenwart zu akzeptieren, wird es heute etwas positiver: Zähle auch kleine Fortschritte!

Kleine Fortschritte zählen

Auch wenn vieles schlechter wird, gibt es dennoch gute Dinge, die passieren. Oft vergessen wir das aber zwischen all den negativen News. Ständig funktioniert etwas nicht, geht kaputt oder wird einfach nur schlimmer. Das macht natürlich auch etwas mit unserer Psyche.

Die Negativitätsverzerrung macht es auch nicht unbedingt leichter: Wir nehmen nämlich negative Dinge stärker wahr als positive. Das macht auch irgendwo Sinn. Wenn wir vor uns einen Löwen und einen wunderschönen Blumenstrauß sehen, ist es schon keine schlechte Idee, wenn wir uns erst mal darum kümmern, dass der Löwe keine Gefahr mehr darstellt bevor wir uns den schönen Blumen widmen.

„Eine Konsequenz aus dem Konsum hauptsächlich negativer Nachrichten ist, dass wir Missstände als unveränderlich betrachten und nicht als temporäre, änderbare Zustände. Irgendwann stecken wir in einem Zustand gelernter Hilflosigkeit fest.“

Ronja von Wurmb-Seibel (Öffnet in neuem Fenster)

Unser Gehirn ist nicht auf die Herausforderungen der Gegenwart ausgelegt. Krisen über Krisen, negative Meldungen und die Toxizität der sozialen Medien fordern uns ganz schön heraus.

Deswegen ist es so wichtig, auch positive Dinge nicht aus den Blick zu verlieren. Schließlich wollen wir ja langfristig handlungsfähig bleiben.

🦖 Deine Übung für Heute

Nimm Dir einen Moment Zeit, komme zur Ruhe. Mach Dir vielleicht eine Tasse Tee oder dein Lieblingssnack - und schreibe auf:

🖊️ Suche drei positive Entwicklungen, die Du bisher kaum wahrgenommen hast.

Du kannst zum Beispiel bei Seiten nachschauen, die über Good News schreiben oder in der Forschung nachlesen, welche wichtigen Entwicklungen es da gibt. Finde drei Dinge , die dir auffallen.

Berichte mir gerne, was Du gefunden hast und wo Du positive Entwicklungen siehst.

Weiterführende Informationen

Beim SWR (Öffnet in neuem Fenster) erklärt der Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen die Verzerrung vor allem auf das Negative zu achten und spricht sich für einen anderen Ansatz aus: Faktizität statt Negativität.

Ich wünsche Dir viel Spaß mit dem Kalender,

Deine

Pia Lamberty

Hintergrundinfos
Hintergrund: Was ist ein Resilienz-Adventskalender für belastende Zeiten?

Die Welt ist im Wandel – und das in einer Geschwindigkeit, die viele Menschen überfordert. Gewohnte Sicherheiten brechen weg, die psychischen Belastungen nehmen zu. Verschiedene Studien zeigen, dass globale Krisen erhebliche psychische Auswirkungen haben und viele an ihre Belastungsgrenze bringen.

Viele Menschen fühlen sich aufgrund der Krisenpermanenz und zunehmenden Bedrohungslage machtlos – doch sie sind es nicht. Menschen können die Welt verändern und haben mehr Einflussmöglichkeiten als ihnen bewusst wird. Um sich zu engagieren, benötigt es aber mentale Kapazitäten und Skills, um mit Stress umzugehen. Denn: Wer keine Ressourcen übrig hat, wird sich wahrscheinlich weniger einbringen können.

Anleitung: Wie funktioniert der Adventskalender?

Dieser Adventskalender hat 24 kleine Übungen, damit Du deine Resilienz jeden Tag ein bisschen stärken kannst. Jeden Tag geht es um ein anderes Thema, um besser durch turbulente Zeiten zu navigieren.

Du kannst die Ergebnisse deiner Übungen gerne aufschreiben und immer wieder mal anschauen. Das funktioniert in der Notizen-App in deinem Handy. Oder du bastelst dir ein kleines Resilienz-Tagebuch.

Es ist auch nicht schlimm, wenn Du nicht alles schaffst oder Du Übungen nicht magst. Das Ganze soll dich stärken und kein weiterer Stresspunkt werden.

Wenn Du aktuell in Psychotherapie bist, besprich vorher mit deinem bzw. deiner Therapeut*in, ob Du aktuell solche Übungen machen solltest.

Was ist Resilienz?

In der Psychologie beschreibt Resilienz die Fähigkeit von Menschen, sich von mentalen oder physischen Belastungen, Stress und Schwierigkeiten zu erholen, die psychische Gesundheit zu erhalten und aus den Herausforderungen gestärkt hervorzugehen.

Ist Resilienz nicht nur so ein komischer Internet-Trend?

Jein. Der Begriff wird gerade auf Social Media oder bei manchen Feel-Good-Seiten ganz schön überstrapaziert und oft sehr individualistisch betrachtet. Trotzdem beschreibt er eine reale Fähigkeit: gut mit Belastungen umgehen zu können. Und diese Kompetenz brauchen wir leider gerade recht häufig.

Mein Fokus liegt auf einer solidarischen Resilienz: Du stärkst dich selbst und kannst so auch weiterhin im sozialen und gesellschaftlichen Kontext aktiv bleiben.

Falls Du mich noch nicht kennst:

Ich bin Dr. Pia Lamberty und Psychologin. Mein Studium der Psychologie habe ich an der FernUniversität Hagen und der Universität Köln (Schwerpunkt Social Cognition und Medienpsychologie) absolviert. An verschiedenen Universitäten – in Köln, Mainz, Brüssel und Beer Sheva – habe ich mich intensiv mit Verschwörungsglauben beschäftigt. Darüber hinaus habe ich auch zu Erinnerungskultur, Antisemitismus und allgemeinen Vorurteilen geforscht. Wer sich für meine Forschung interessiert, kann gerne bei Google Scholar (Öffnet in neuem Fenster) vorbei schauen.

Im Jahr 2020 habe ich gemeinsam mit Katharina Nocun mein erstes Buch veröffentlich - “Fake Facts - Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen” -, das in der Coronapandemie zum Bestellter wurde. Ein Jahr später, 2021, erschien dann “True Facts - Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft” und 2023 der nächste Besteller: “Gefährlicher Glaube - Die radikale Welt der Esoterik”. Im Jahr 2021 habe ich mit anderen dann CeMAS (Öffnet in neuem Fenster)- Center für Monitoring, Analayse und Strategie gegründet und war dort bis Oktober 2025 aktiv.

Promoviert habe ich an der Sozial- und Rechtspsychologie der Universität Mainz - zur Rolle von Verschwörungserzählungen im Kontext von Gesundheitsthemen. Daneben habe ich mich durch die Deutsche Psychologenakademie zur Notfallpsychologin (Öffnet in neuem Fenster)weiterbilden lassen.

Kategorie ResilienzAdventskalender

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