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Jetzt wird gepönt!

Von Hasnain Kazim - Malerei / Mamdani / Islamisten / Schweizer Namen / Bleistifte

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute muss ich mich kurz halten, denn ich bin gerade dabei, Wände zu streichen. Handwerklich bin ich nicht der Begabteste, jedenfalls habe ich wenig Übung in vielen Dingen. Niemals würde ich zum Beispiel Elektroleitungen verlegen, aber auch das Verlegen von Fliesen oder Holzdielen oder Parkett würde ich mich nicht trauen, auch wenn es in Youtube-Videos durchaus machbar für mich aussieht.

Aber wenn ich etwas kann, dann das: streichen!

Zu verdanken habe ich das der Bundeswehr, genauer: der Marine, wo ich, Dienstgrad Matrose OA und Gefreiter OA (das OA steht für Offizieranwärter) gefühlt tausend Schiffe angemalt habe. Wobei man in der Marine nie, nie, nie “malen” oder “streichen” sagen würde, sondern das korrekte Verb lautet hier: pönen.

Pönen also kann ich. Nervig ist eher das Abkleben und Vorbereiten. Das Streichen, pardon, Pönen danach macht Spaß.

Ein Held, ein Held!

Diese Woche hat New York einen neuen Bürgermeister gewählt: Zohran Kwame Mamdani. Nicht nur die halbe Welt scheint deswegen ganz aus dem Häuschen zu sein, sondern auch meine halbe Verwandtschaft. Mamdani ist schiitischer Muslim, so wie eben meine halbe Verwandtschaft, und offensichtlich reicht das, um ihn für gut zu befinden. “Einer von uns” sei das. Und dann spricht er offensichtlich, wegen seiner indische Mutter Mira Nair, der weltberühmten Filmemacherin, auch noch ein bisschen Hindi und Urdu, wenn das mal nichts ist!

Ich persönlich kann mit Mamdani bislang wenig anfangen. Grundsätzlich ist mir die Religion eines Politikers egal, sie sollte nur in seinem alltäglichen politischen Handeln keine Rolle spielen. Ich möchte also keine ausgeprägte muslimische Politik, auch keine christliche, jüdische, hinduistische oder shintoistische. Auch keine buddhistische. Ich möchte eine vernünftige, kluge, anständige Politik im Sinne der Menschen, nicht mehr, nicht weniger. Wenn die Motivation für das politische Handeln religiös begründet ist: good for you, aber mich interessiert das nicht und ich möchte davon auch bitte nichts mitbekommen. Dass also meine Verwandtschaft den Typen feiert, weil er schiitischer Muslim ist - ich weiß nicht.

Mir reicht auch nicht, dass er irgendwie ein Gegenentwurf zu Trump ist. Wobei das natürlich prinzipiell gut ist. Manche werfen ihm vor, er sei ein “Sozialist” oder ein “Linksextremist”, aber das ist, zumindest, was die politischen Inhalte angeht, Quatsch. Aus Trumps Sicht mag das so sein, für US-amerikanische Verhältnisse ebenfalls, aber er ist eben das, was wir hier als Linken (politisch, nicht parteipolitisch) bezeichnen würden. Steigende Mieten in einer Stadt wie New York zu bremsen, halte ich für ein ehrenwertes Ziel. Ob gesetzliche Mietpreisbremsen funktionieren, steht auf einem anderen Blatt. (Wien ist da ein ganz gutes Vorbild übrigens, auch wenn es Auswüchse gibt: Leute mit Mietverträgen von Oma und Opa von 1957 zum Beispiel, mit einer 200-Quadratmeter-Wohnung in einem Innenstadtbezirk für 150 Euro im Monat; ich finde, so etwas sollte man unterbinden, denn für den Eigentümer ist das nicht nur eine wirtschaftliche Katastrophe, er investiert auch seit Jahrzehnten nichts in die Wohnung; Mietverträge sollten nicht vererbbar sein, finde ich). Günstige öffentliche Verkehrsmittel finde ich auch gut. (Auch hier sei angemerkt, dass Wien durchaus ein Vorbild ist.) Kostenlos müssen sie nicht sein, gibt’s ja aus Gründen kaum irgendwo, und auch das 9-Euro-Ticket, nun ja… Manche feierten damals die “bummvollen” Züge und fanden es lustig, aber wenn man als Pendler Tag für Tag auf diese Züge angewiesen ist, sieht man das anders…

Mich stört an Mamdani sein Thematisieren des Muslim-Seins, sein Zurschaustellen dessen. Er ist, siehe seine Mutter, siehe seinen Professorenvater, ein rich kid, tut aber so, als wäre er der arme Migrant. Und Identitätspolitik, egal ob - wie in diesem Fall - linke oder rechte, nun ja, Sie wissen ja, was ich davon halte. Seine Nähe zu “BDS”, zu “Boycott, Divestment and Sanctions”, einer Kampagne gegen Israel, stört mich sogar massiv, für mich wäre das alleine Grund genug, ihn nicht zu wählen. Vom Satz, “Intifada zu globalisieren”, hat er sich auch nicht distanziert, soweit ich das sehe. Er pflegt nachweislich Kontakt mit diversen Islamisten, darunter zu einem Typen, der 9/11 genauso für richtig hält wie den Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023, und nach meinem Geschmack feiern ihn viel zu viele aus diesen Lagern.

Meins ist das nicht. Und dann dieser Kult! Die “Süddeutsche” schrieb: “So einen hätten man hier auch gerne“, der “New Yorker” sieht schon den “Beginn der Ära Mamdani”, dabei hat er Mann noch keinen einzigen Tag regiert. Personenkult hat mich schon bei Guttenberg genervt, ebenso bei Sebastian Kurz und Robert Habeck. Hier nervt er mich auch.

Nun ist er gewählt, soll er mal machen, als Demokrat akzeptiert man natürlich Wahlentscheidungen. Schaun mer mal.

Der Islamist, mein Freund…

Seit dieser Woche habe ich einige Islamisten an der Backe. Das kam so: Ich habe mich hier und da öffentlich kritisch geäußert über Islamisten in Deutschland und auch zur Festnahme eines IS-Terrorverdächtigen in Berlin am vergangenen Wochenende.

Dem Verein „Muslim Interaktiv“ gefiel das nicht. Das ist der Laden, der unter anderem in Hamburg die „Kalifats“-Demo organisiert hat und dessen ein oder anderer Mitstreiter sich nicht nur die Scharia wünscht, sondern auch offen in Kameras sagt, dass für ihn (es sind immer Männer, die sich äußern, die Frauen sitzen brav zu Hause…) die Regeln des Islam über dem Grundgesetz stünden. Diese Typen schrieben jedenfalls als Reaktion auf meine Äußerungen irgendetwas Despektierliches auf „X“ über mich.

Am Tag darauf: Razzia, Verbot des Vereins durch das Bundesinnenministerium, Konfiszierung des Vereinseigentums. Ich schrieb auf „X“: „Gestern noch über mich gepöbelt, heute schon verboten, hihi.“

Natürlich stellte ich keinen kausalen Zusammenhang her, und die Andeutung dessen war ja der Witz. Nun machen viele Islamisten nicht sonderlich viele Bilder pro Minute, da unterscheiden sie sich nicht von anderen Extremisten, jedenfalls glauben seither einige allen Ernstes, ich hätte die Macht, eine Laden wie „Muslim Interaktiv“ zu verbieten…

Schön wäre es natürlich. Ich würde da noch einige andere Läden dichtmachen. Und einige rechtsextreme Vereine gleich dazu.

Die Sache ist nur: Ich werde seit zwei, drei Tagen von diesen Typen mit Beschimpfungen überhäuft. Manche äußern sich eher vorsichtig, beeindruckt ob meiner Macht… Andere sehen mich nun als ihren Hauptgegner…

Wenn‘s nicht so nervig wäre (und durchaus bedrohlich), würde ich noch mehr lachen.

Beat und Renat

In der Schweiz heißen einige Männer Beat. Also wie Beate, nur ohne E am Ende. Jetzt sehe ich, dass es auch den Namen Renat gibt, also wie Renate ohne E. Gibt es auch Ut? Brigitt? Birt? Wiebk? Ulrik? Ann? Sabin? Dian? Hann? Els? Ros? Isold? Heik? Sicher, oder?

Da ich weiß, dass hier einige Leute aus der Schweiz mitlesen: Herzliche Grüße dorthin!

P. S.: Urs finde ich ja auch bemerkenswert, als männliche Form von Ursula. Wieso aber nicht Ursul?

Zum Bleistift!

Am Freitag war Fountain Pen Day, was ich alleine daran merke, dass ich von meinen Lieblingsschreibwarenläden weltweit, etwa einem Dutzend, lauter E-Mails bekomme mit der Erinnerung an diesen Tag und der freundlichen Anregung, ich möge doch vielleicht den einen oder anderen Füller bestellen. Die meisten bieten anlässlich dieses Tages Rabatte an.

Nun, ich habe zu meinem Geburtstag vor ein paar Wochen einen neuen Füller bekommen, ich besitze eh sehr viele, und nun ist auch mal gut. Wobei… Es ist nie eine schlechte Zeit für einen… Bald wieder. Aber nicht jetzt.

Ich möchte Ihnen etwas anderes ans Herz legen: dieses wunder-wunder-wunderbare Büchlein über Bleistifte! Geschrieben hat es der freie Autor und Journalist Alexander Kluy, und es erzählt ein Stück Menschheitsgeschichte entlang des Gegenstandes des Bleistifts.

Über den Bleistift gibt es nun einige wirklich hervorragende Bücher, ich habe sie schon mal in einer früheren Ausgabe der “Erbaulichen Unterredungen” empfohlen. Dieses Buch ist aber ein sprachlich sehr schönes und ebenfalls sehr schön gestaltetes Buch, das noch einmal die Geschichte dieses unscheinbaren, aber doch bedeutungsvollen Schreibinstruments beschreibt. Und der Bleistift ist, neben dem Füllfederhalter, eh eines der besten Schreibgeräte!

Also: “Der Bleistift. Eine kleine Kulturgeschichte”, von Alexander Kluy, erschienen 2025 im Limbus-Verlag. Leseempfehlung!

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Sonntag, eine farbenfrohe Woche, pönen Sie doch auch mal wieder die eine oder andere Wand!

Herzliche Grüße aus Wien,

Ihr Hasnain Kazim

P. S.: Ich freue mich natürlich sehr über Abonnements und sehr, sehr über “Mitgliedschaften”, Sie unterstützen mich in meinem Schreiben und im Ertragen von Islamisten-Trotteln und anderen Extremisten (zum Beispiel von der “AfD”…). Allen, die bereits Mitglied sind: Herzlichen Dank!

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