Der Rhythmus vom Verblühen und Verbleiben: Erstaunliche Eigenschaften und biologische Besonderheiten von Pflanzensamen.
(Opens in a new window)Jetzt im Sommer zeigt sich im (häufig) raschen Blühen und Vergehen ein besonderer Rhythmus: Eine Pflanze verpackt alles, was sie hat, oder vielmehr, alles, was sie ist, in kugelige oder kantige, glatte oder geriffelte, schwärzliche oder bräunliche Samenkörner. Aus diesen Grußpäckchen an die Zukunft wird, wenn alles wie geplant läuft, in der nächsten Vegetationsperiode oder vielleicht auch erst viele, viele Jahre später eine neue Pflanzengeneration heranwachsen.
Wusstest du, dass …
die Samen der Kokospalme (Lodoicea maldivica), die auf den Seychellen beheimatet ist, die größten und schwersten sind? Sie können einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern haben und bis 25 Kilogramm schwer sein.
(Opens in a new window)tropische Orchideen die winzigsten Samen überhaupt besitzen? Sie sind fein wie Staub, die absolut kleinsten nur 0,05 Millimeter lang. Allerdings können davon bis zu vier Millionen in einer Fruchtkapsel enthalten sein. Doch der Minimalismus hat seinen Preis: „Da den Orchideensamen eine Nahrungsreserve in Form eines Endosperms oder eines großen Embryos fehlt, können die meisten von ihnen, vor allem die terrestrischen, im Allgemeinen nicht von selbst keimen“, schreibt der (Opens in a new window) Botaniker Wolfgang Stuppy. Dafür müssten sie zuerst eine Beziehung mit einem Pilz eingehen, der die Ernährung des entstehenden Keimlings unterstütze, so der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum.
eine Löwenzahn-Pflanze (Taraxacum officinale) pro Saison über 5000 mit kleinen Fallschirmen ausgerüstete Samen verbreiten kann?
(Opens in a new window)die ältesten jemals zum Keimen gebrachten Samen etwa 31800 Jahre alt waren? Sie stammten von einer Art Leimkraut (Silene stenophylla) und lagen knapp einen halben Meter tief, seit der Eiszeit in fossilen Eichhörnchenhöhlen bei minus sieben Grad Celsius im gefrorenen Boden Sibiriens. Allerdings brachten die russischen Forschenden, die den Fund machten, keine echten Samen zum Wachsen, sondern regenerierten aus dem uraltem, aber lebendem Pflanzengewebe, das sie fanden, neue Pflanzen, die ihrerseits Samen bilden konnten.
(Opens in a new window)die Royal Botanic Gardens Kew in Wakehurst, Sussex, England, mit 8,5 Millionen Objekten die größte und vielfältigste botanische Sammlung der Welt beherbergen? Die dort beheimatete Saatgutbank beinhaltet Proben von fast 40.000 verschiedenen Arten aus 350 verschiedenen Pflanzenfamilien. Die Konservierung ist angesichts der Biodiversitätskrise eine unglaublich wichtige Aufgabe, schließlich sind zwei von fünf Pflanzenarten auf der Welt vom Aussterben bedroht. Die Samen werden getrocknet und eingefroren und so für die Zukunft bewahrt.
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