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Die Quittung für das Zögern: Warum wir an der Zapfsäule für verpasste E-Autos zahlen

Foto von engin akyurt auf Unsplash
Foto von engin akyurt auf Unsplash

Liebe Leserinnen und Leser,

Benzin und Diesel haben die Marke von zwei Euro längst gerissen, die Tendenz zeigt im März 2026 steil nach oben. Während die Bundesregierung den Ölkonzernen „Abzocke“ vorwirft und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kartellrechtliche Prüfungen ankündigt, wird eines übersehen: Wir erleben gerade das teure Scheitern einer Politik, die den Schutz des Verbrenners über die Unabhängigkeit der Bürger gestellt hat.

Das Ablenkungsmanöver „Abzocke“

Es ist ein bekanntes Muster: Wenn die Preise steigen, sucht die Politik Sündenböcke. Doch wie schon Justus Haucap feststellte, ist das Problem nicht illegale Absprache, sondern die schiere Marktmacht der „Big Five“. Dass Konzerne bei drohender Knappheit – verschärft durch den Konflikt im Iran – die Preise präventiv erhöhen, ist kein „Fehler im System“, sondern dessen logische Konsequenz.

Die Rufe nach einem erneuten Tankrabatt oder einer Aussetzung der CO₂-Steuer, wie sie von der Opposition und Teilen der Union kommen, greifen zu kurz. Solche Geschenke würden Milliarden kosten, die beim Ausbau der Ladeinfrastruktur fehlen, und am Ende vor allem den Mineralölkonzernen zugutekommen. Das schreibt auch Alan Posener in seiner Analyse (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Energiezeitwende als Freiheitsstatue

Warum tun wir uns das eigentlich noch an? Ullrich Fichtner hat recht (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): Die Ära, in der Weltpolitik mit „Öl und Blut“ geschrieben wurde, neigt sich dem Ende zu. Wir befinden uns in einer historischen Transition.

Bisher war Energie eine Ressource, die man von fernen Autokraten kaufen musste, geliefert durch hochgradig verwundbare Nadelöhre wie die Straße von Hormus (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Die Energiewende ist das größte Friedens- und Freiheitsprojekt unserer Zeit. Denn Sonne und Wind schicken keine Rechnung und führen keine Kriege. Je dezentraler, kleinteiliger und lokaler wir unsere Energie erzeugen, desto weniger sind wir Spielball globaler Preisschocks. Jedes Elektroauto und jede Wärmepumpe ist ein Stück persönlicher Souveränität.

Der Motivationsschub: Hören wir auf zu warten!

Die aktuelle Belastung ist der Preis für ausgebliebene Reformen der letzten Jahre. Aber statt im Zorn über die Zapfsäule zu verharren, sollten wir diesen Moment als brutalen, aber notwendigen Weckruf nutzen. Es ist Zeit, das Versäumte nachzuholen – privat wie beruflich:

  • Privat: Wer die nächste Gasrechnung oder den nächsten Spritpreis-Schock fürchtet, sollte nicht auf das nächste Entlastungspaket warten. Investitionen in Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität sind heute keine „ökologischen Hobbys“ mehr, sondern knallharte ökonomische Selbstverteidigung.

  • Beruflich: In den Unternehmen müssen wir jetzt die Prozesse umstellen. Die Zeit der billigen fossilen Energie kommt nie wieder zurück. Wer jetzt seine Flotte elektrifiziert und auf Eigenstrom setzt, sichert die Wettbewerbsfähigkeit von morgen.

Die Welt bleibt unsicher. Niemand kann uns dauerhaft niedrige Ölpreise garantieren. Aber wir können uns entscheiden, nicht länger Teil des Problems zu sein. Die Technik ist da, die Argumente liegen auf dem Tisch. Der beste Zeitpunkt, um unabhängig zu werden, war vor fünf Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt.

Was ist ihre Strategie? Haben Sie den Umstieg bereits gewagt oder planen Sie jetzt den Befreiungsschlag aus der fossilen Abhängigkeit? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen an recherche@cleanthinking.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) - am Besten mit Bildern von Ihnen mit den sauberen Technologien. Danke.

Viele Abendgrüße,

Martin Jendrischik

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