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Meer-Montag #52 - Wer hat den längsten … Zahn?

Guten Morgen zum vorletzten Meer-Montag in diesem Jahr. Ich hoffe, dass ihr die nächsten Tage so verbringen könnt, wie es euch entspricht. Ob Kontakt, Verbindung und Trubel oder Rückzug, Alleinzeit und Realitätsflucht. Es gibt kein Richtig oder Falsch und ihr dürft trotz aller Traditionen und Erwartungen von außen eure eigenen Wünsche und Bedürfnisse haben. Und sie realisieren zu können wünsche ich euch von Herzen.

Für alle Steady-Mitglieder gibt es die heutige Folge zum Anhören, ich habe den Artikel für euch eingesprochen. Sozusagen als kleines Weihnachtsgeschenk. Außerdem gebe ich euch wieder ein kleines Update zu meiner Ausstellung. bald ist 2026! Und wer noch kein Mitglied ist, kann es gern noch werden und unterstützt damit meine Arbeit.

Hier geht es heute um das Walross und da wir alle viel zu tun haben, halte ich es kurz: ich habe euch 10 Fakten zusammengetragen, die ihr vielleicht noch nicht über diese große Robbe wusstet. Die Illustration hat mir besonders viel Freude bereitet. Die Farben zu kombinieren und all die Tasthaare zu malen hat meinen Kopf sehr zur Ruhe gebracht. Und damit tauchen wir direkt ab:

1. Der Borstenbart der Tiere besteht aus 400-700 Tasthaaren. Sie sind etwa 3 mm dick und können bis zu 30 cm lang werden. In freier Wildbahn sind sie jedoch oft auf wenige Zentimeter abgenutzt, da die Tiere sie ständig zur Nahrungssuche im Meeresboden einsetzen. Die Borsten sind so feinfühlig, dass ein Walross damit Objekte von der Größe eines Reiskorns finden kann. Anders als viele andere Robben können Walrosse ihre Tasthaare aktiv bewegen und damit nach Nahrung suchen.

2. Ihre Nahrung finden sie bei Tauchgängen, die bis zu 30 Minuten andauern können, im Meeresboden. Um die Schnecken, Muscheln, Würmer oder Krebstiere aufzuspüren, wühlen sie den Boden auf. Dafür nutzen sie am häufigsten ihre rechte Brustflosse. Die linke kommt nur selten zum Einsatz.

3. Die Männchen haben im Rachen zwei Luftsäcke. Damit können sie z.B. glockenartige Laute erzeugen, die während der Paarungszeit genutzt werden. Außerdem könnten sie dem Auftrieb dienen und es den Walrossen ermöglichen, ohne viel Energieaufwand an der Wasseroberfläche zu treiben. [1]

4. Die Stoßzähne werden durchschnittlich etwa 50cm lang. Es wurden aber wohl auch schon Exemplare mit einem ganzen Meter Länge gesichtet! Die Länge entscheidet in der Gruppe über den sozialen Status: längere Zähne bedeuten z.B. bessere Liegeplätze. So lösen die Walrosse Konflikte oft (nicht immer), ohne zu kämpfen und Verletzungen zu riskieren.

5. Übrigens haben sowohl Männchen als auch Weibchen diese langen Stoßzähne. Nur in der Körpergröße und der Masse unterscheiden sie sich äußerlich.

6. Walrosse sehen zwar nackt aus, sind aber tatsächlich am ganzen Körper von kurzen, stoppeligen Haaren bedeckt. [2]

7. Anders als bei Kegelrobben, die ihren Nachwuchs nur etwa 3 Wochen lang säugen, ernährt sich ein junges Walross ganze sechs Monate lang ausschließlich von Muttermilch und wird auch danach noch bis zu eineinhalb Jahre weiter versorgt. Manche Kälber bleiben bis zu ihrem fünften Lebensjahr bei ihrer Mutter.

8. Beide Walross-Unterarten (Pazifisches und Atlantisches Walross) wurden so lang bejagt, bis sie fast ausgestorben waren. Besonders beliebt waren ähnlich wie bei den Elefanten die Stoßzähne. Während sich der Bestand des Pazifischen Walrosses erholt hat, gilt das Atlantische weiterhin als gefährdet. Walrosse bekommen nur etwa alle zwei bis vier Jahre ein einzelnes Kalb, weshalb es lange dauert, bis eine Population wächst.

9. Das schwindende Eis im Arktischen Meer gefährdet die Walrosse, da sie einen großen Teil ihres Lebens dort ruhend verbringen. Und auch ihre Kälber kommen auf diesem Eis zu Welt. Weibliche Walrosse bevorzugen Meereis gegenüber dem Festland für die Geburt und die anschließende Aufzucht, da es Schutz vor Landräubern bietet und sich oft direkt über flachen, nahrungsreichen Meeresgründen befindet. Denn auch, wenn ein Walross ab der Geburt schwimmen kann, fehlt noch die Energie für lange Aufenthalte im Wasser oder große Strecken. Da weniger Eis zur Verfügung steht, kommt es immer häufiger zu großen Ansammlungen an Land. Doch hier können die Tiere schnell erschreckt werden und in Massenpanik verfallen. Bereits erschöpfte und kleinere Tiere können hier leicht zu Tode kommen. [3]

10. Walrosse werden auch in Zoos gehalten. Hier versuchen sie entsprechend ihres natürlichen Verhaltens den Boden nach Nahrung zu durchwühlen oder die Wände mit ihren Stoßzähnen zu bearbeiten. Dabei kann es zu Zahnentzündungen kommen. In der Folge dieser Komplikationen werden ihnen die Zähne entfernt und sie werden somit eines wichtigen Werkzeugs und Kommunikationsmittels für den sozialen Status beraubt. Nennt sich Artenschutz. Lassen wir so stehen.




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[1] ARD Audiothek, Radiowissen, Das Walross - Dickhäutiger Koloss der Arktis (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

[2] WWF, Walrus (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

[3] WWF, What is a walrus haulout and what does it mean for the planet? (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Sujet Meer-Montag

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