Im heutigen Deep Dive sehen wir uns an, welche Wege nationale und regionale Verlage beim Thema Print- in Kombi mit Digital-Abo gehen – und welche Trends sich hier abzeichnen, die Dein eigenes Abo-Modell inspirieren können.
Solltest Du ein reines Print-Abo anbieten oder ein Bundle mit Digital-Zugang? Und was sollte in letzterem enthalten sein? Vor solchen Fragen stehen viele Verlage. Deshalb habe ich dazu ein Benchmarking mit 41 Verlagen erstellt, das Du Dir hier ansehen kannst (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Welche Beobachtungen ich gemacht habe und welche Vorteile die verschiedenen Möglichkeiten mit sich bringen, teile ich im Folgenden mit Dir.

➡️ Zum Benchmarking (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Kleine Anmerkung dazu: Für das Benchmarking habe ich nur den Abo-Shop und die Paywall der jeweiligen Titel betrachtet. Daher ist es möglich, dass einzelne Produktformen (Print only bspw.) im Direkt-Marketing angeboten werden.
4 zentrale Erkenntnisse des Benchmarkings
Von 41 betrachteten Verlagen bieten nur noch 12 Print only im Abo-Shop an. Alle anderen kombinieren Print mit einem digitalen Produkt.
20 Verlage legen beim Print-Abo ihr großes Digital-Abo oben drauf – also inkl. E-Paper und Zugang zu allen Artikeln auf der Website.
9 Verlage geben beim Print-Abo den Zugang zu allen Artikeln auf der Website dazu, bieten das E-Paper jedoch als kostenpflichtiges Upgrade an.
Interessanterweise weisen nur 11 von 29 Verlagen auf der Paywall konkret daraufhin, dass der Zugang für Print-Abonnenten kostenlos freigeschaltet werden kann.
Welche Vorteile hat Print only?
Wenn die IVW-Auflage noch relevant ist, zählen Digital-Upgrades in der Regel in den Sonstigen Verkauf und erhöhen die verkaufte Auflage. In den meisten Fällen geht das nicht mehr, wenn Du das Digital- zum Print-Abo dazu gibst.
In einem tendenziell kaufkräftigen Bestand hast Du außerdem die Möglichkeit, zusätzlichen Umsatz mit dem Upgrade zu generieren. Je nach Wert des Upgrades kann das ein relevanter Anteil sein.
Welche Vorteile bietet Print- inkl. Digital-Abo?
Zunächst einmal kann es die Haltbarkeiten der Print-Abos erhöhen, die digitalen Angebote für Print-Abonnent:innen grundsätzlich freizuschalten.
Wichtiger aber: Die Freischaltung erhöht zumindest das Potential, mehr Print-Leser:innen auch in die digitalen Angebote zu führen. Mit Blick auf die Herausforderungen des Print-Abos – v. a. die Zustellbarkeit in ländlichen Regionen – ergibt das absolut Sinn: Nutzer:innen, die bereits digitale Routinen aufgebaut haben, neigen tendenziell stärker dazu, bei einem Wegfall der Print-Zeitung die digitalen Produkte zu abonnieren.
Fazit – So entwickelt sich der Trend
Du siehst: Es gibt für beide Wege ihre Vorteile. Unser kleines Markt-Benchmarking zeigt aber, dass immer mehr Verlage weg vom Digital-Upgrade hin zu einer Freischaltung für Print-Abonnent:innen gehen – zumindest bei den Artikeln auf der Website.
In Vorreiter-Märkten wie Skandinavien sehen wir diesen Trend schon länger: So bieten die Titel von Schibstedt keine Print onlys mehr an – nur in Kombination mit dem Digital-Abo. Auch die Financial Times und den Economist gibt es nur im Kombi-Paket.
Ich hoffe, mein Benchmarking gibt Dir Inspirationen für Dein Print- und Digital-Abo. Du wünschst Dir Unterstützung oder weitere Handlungsempfehlungen zu diesem Thema? Dann schreibe mir gerne über LinkedIn (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder an sascha@sub-growth.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).