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Zwischen Lächeln und innerem Pegelstand

Wenn Lachen Kontext braucht

Ja, ich lächle.

Ja, ich lache viel.

Ich trage Sarkasmus in mir – manchmal bissig, schneidend, meist jedoch herzlich und lieb. Vor allem aber trage ich Ironie in mir. Selbstironie. Ich lache gern über mich, ziehe mich bereitwillig durch den Kakao, betrachte meine Eigenheiten mit einem wohlwollenden Augenzwinkern.

Doch nicht alles, was ich über mich selbst sagen darf, darf ungefragt von anderen gesagt werden. Nicht jeder kann und darf Witze über mich machen. Und nicht jede Situation ist dafür geeignet. Humor ist kein Freifahrtschein, sondern ein sensibles Beziehungsinstrument. Er verlangt Kontext, Nähe, Timing. Er braucht ein gemeinsames Einverständnis – sonst verfehlt er seine Wirkung.

Mache ich einen Witz über meine Behinderung und lade andere ein, mit mir zu lachen, entsteht etwas Verbindendes. Ein gemeinsames Lachen über eine Situation, über Absurditäten, über das Leben selbst. Wird jedoch ohne Einladung, ohne Kontext, ohne Feingefühl über mich gescherzt, kippt das Lachen. Dann ist es kein Mit, sondern ein Über. Und das mag ich nicht.

Derber Humor ist dabei nicht das Problem. Ich bin nicht empfindlich. Es darf grob werden, direkt, auch ungeschönt – wenn der Boden trägt. Wenn Beziehung da ist. Wenn klar ist: Wir lachen miteinander, nicht auf Kosten eines Einzelnen. Herabwürdigung hingegen ist keine Frage des Tons, sondern der Haltung. Und genau dort endet mein Humor.

Hinzu kommt etwas, das ich selbst nur widerwillig akzeptiere:

Es kommt nicht allein auf den Witz an, sondern auch auf meine innere Konstitution. Derselbe Satz kann mich an einem Tag befreien und mich am nächsten treffen. Das empfinde ich als unerquicklich, beinahe unfair – denn ich möchte gern immer witzig sein. Immer souverän. Immer sonnig. Doch ich bin es nicht.

Denn so sehr ich nach außen ein sonniges Wesen zeige, so wenig ist es mir innerlich stets sonnig zumute. Mein inneres Selbst kämpft manchmal mehr, als ich zeige – und mehr, als andere sehen wollen. Das Lächeln ist echt, aber es ist kein Garant für Leichtigkeit. Es ist ein Angebot zur Begegnung, kein Beweis für Unverwundbarkeit.

Deshalb bemühe ich mich redlich um Offenheit. Nicht, um Schuld zu verteilen, sondern um sie zu vermeiden. Um zu zeigen: Du bist nicht falsch. Ich bin nicht falsch. Aber jetzt gerade ist kein guter Zeitpunkt. Behutsamkeit wäre angebracht, bevor eine unangenehme Situation entsteht. Dass nicht jeder das sofort riechen, erahnen oder wissen kann, ist mir bewusst. Dennoch bleibt es notwendig, dies zu benennen – leise, klar, respektvoll.

Und irgendwo zwischen all dem oszilliert mein Wiesel.

Zwischen zu vielen redundanten Gefühlen.

Zwischen Lächeln und Erschöpfung.

Zwischen Humor und Schutzreflex.

Mein Wiesel versucht

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