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Diese Tage

An Tagen wie diesen

Manchmal, an jenen seltenen Tagen, an denen mein Körper Gnade walten lässt – stillhält, mich lässt, wie ich bin – da durchströmt mich eine fast übermütige Zuversicht. Dann denke ich, nein: ich weiß, ich könnte die Welt aus den Angeln heben. Könnte sie umarmen, umrunden, neugestalten.

Voller Tatendrang, mit flammender Leidenschaft im Herzen und ungezügelter Energie im Blut, stehe ich am Start eines inneren Marathons. Bereit, loszustürmen. Rastlos – getrieben nicht von Flucht, sondern von Sehnsucht. Vom tiefen Bedürfnis, zu leben, zu gestalten, zu tanzen durch den Tag.

Das Wiesel in mir, quirliger Geist und unermüdlicher Ideenwirbel, hüpft vor lauter Vorfreude. Mammut und Wasserbüffel – die alten Seelen in mir – nicken bedächtig. Einverstanden. Die Bahn ist frei.

Es beginnt: erste Schritte, erste Endorphinschübe. Ich spüre, wie sich ein wohliger Schauer durch meine Glieder zieht – wie ein zartes Prickeln, das mir sagt: Du darfst. Du kannst. Jetzt.

Und doch – da war es. Erst leise, kaum merklich. Dann deutlicher.

Ein Kribbeln. Ein Flimmern.

Ameisenlaufen unter der Haut, kaum zu fassen.

Ein inneres Zucken, das keine Ursache benennt, aber alles in Frage stellt.

Eine Mahnung, fast wie ein alter Wächter: Vergiss dich nicht. Vergiss nicht, was ist.

Es ist, als ob mein Körper flüstert: Du darfst dich freuen, ja. Aber vergiss nicht: Ich bin noch da. Die Krankheit – sie ist kein Besucher. Sie wohnt hier. Mit dir. In dir.

Mein inneres Wiesel, eben noch voller Aufbruchsfreude, schaut verwundert auf. Es will das alles nicht hören. Es will tanzen, rennen, springen, gestalten, leben.

Doch der Wasserbüffel – mein gelassener Fels in der inneren Brandung – schmiegt sich sanft an das aufgeregte Wiesel. Wiegt es. Tröstet. Flüstert Ruhe in sein pelziges Herz.

Auch das Mammut, schwer und weise, stellt sich schützend dazu. Und gemeinsam erinnern sie mich: Auch kleine Schritte sind Schritte. Auch das Innehalten hat Kraft.

Denn auch an guten Tagen, an denen ich mich fast vergesse, werde ich erinnert:

Es gibt ein neues Normal.

Ein Leben mit. Kein Leben trotzdem.

Ein Normal, das nicht in Sprintetappen gemessen wird, sondern in Momenten der Achtsamkeit.

Es ist ein Leben, das langsamer tanzt, aber tiefer atmet.

Ein Alltag, der bewusster genießt – gerade, wenn er sich mit dem Glanz des Besonderen schmückt.

Ein Lebensgefühl, das durchdrungen ist von Dankbarkeit, gelegentlich getrübt von Frust, aber nie frei von Hoffnung.

Gut, dass es ihn gibt, diesen Wasserbüffel.

Und das Mammut.

Und mein wildes, kleines Wiesel.

Gemeinsam gehen wir weiter.

Mal stürmisch, mal gemächlich.

Aber immer – lebendig.

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